TUI

Der DAX ohne TUI?

Der Deutsche Aktienindex (DAX) feiert 20-jähriges Jubiläum. Doch die TUI könnte im Herbst rausfallen.

von Klaus Hildebrandt, 02.07.2008, 10:34 Uhr

Die Lufthansa ist seit Beginnn dabei, TUI-Vorgänger Preussag kam bald nach der Gründung des wichtigsen deutschen Börsenindex dazu. Bei der anstehenden Neugewichtung im Herbst gilt die TUI allerdings als Abstiegskandidat. Zum einen ist die Marktkapitalisierung wegen des gesunkenen Kurses kleiner geworden. Schwerer aber noch wiegt, dass es beim DAX stark auf den Free Float, also die frei handelbaren Aktien, ankommt. Unternehmen, bei denen wegen mächtiger Großaktionäre kaum Aktien umgeschlagen werden, sind für Börsianer nun mal nicht interessant. Bei der TUI hat sich der Free Float zuletzt stark verringert. Denn mit dem Norweger Fredriksen (knapp 15 Prozent) und dem Russen Mordaschow (zehn Prozent) sind zu den bestehenden Investoren aus Spanien und Marokko weitere Großaktionäre hinzugekommen. Welche Folgen hätte ein Abstieg in den M-Dax? Natürlich ist das erst einmal ein Imageverlust für den Vorstand. Aber meiner Meinung nach könnte es der TUI auch gut tun, wenn sie nicht mehr so ganz so stark im Fokus von Börsenanalysten und -journalisten stünde. Ob Fredriksens Attacken oder der Hapag-Lloyd-Verkauf: Nicht jede Nachricht ist gut für die Urlaubsmarke TUI, die für Millionen von Verbrauchern eigentlich für unbeschwerten Feriengenuss stehen soll.

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 09.07.08, 16:23
das ist uns Reisebüros vielleicht sowas von egal, ob das Tamagotchi Dax aktuell klettert oder runter fällt und dabei die TUI im Fell hat. Wenn die Provisionen mal klettern würden und die Umsatzvorgaben ihrerseits runterfallen würden, dann wäre das eine Nachricht, die von uns von Interesse wäre.

von Siegfried Egyptien, 10.07.08, 12:49
Wer im Namen Tourismus und International führt, darf sich nicht wundern, wenn internationale Entwicklungen Einfluss auf das Unternehmen haben. Der Kursverlust der TUI-Aktie in den letzten Jahren ist sicher nicht auf das Duell Mordaschow vs Frederiksen zurückzuführen. Sondern er ist intern und hausgemacht auf ein aktives Versagen von Vorstand und Aufsichtsrat zurückzuführen! Eine internationale Union des Tourismus (IUT) muss sich NACHHALTIG mit der globalen Förderung der tourismusrelevanten Hard- und Softskills beschäftigen. Nachhaltig im Sinne der internationalen Agenda21! Diese Nachhaltigkeit wird von einer TUI nicht gemacht.Im Gegenteil. Statt dessen wird wertvolles Personal freigesetzt und das Geld der Eigentümer entwertet. Ein Dr. Frenzel hat bisher bewiesen, daß er befreundeten Aktionären Geld wegmachen kann, und noch lange kein Visionär ist, der neues schafft. Ein Abstieg in den M-DAX bietet die Chance eines Neuanfangs. In der Schule nannte man das "Sitzenbleiben". Andere Lehrer helfen dann, das Klassenziel zu erreichen. Jetzt braucht TUI-Neu einen neuen Vorstand und neue Aufsichtsratsvertreter. Neue Leute mit touristischem Hintergrund! Nur die können einen Neuanfang gewährleisten. Damit wir Reisebüros wieder richtige Provisionen bekommen und marktgerechte Umsatzvorgaben haben.

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