TUI, Air Berlin

Kauft Frenzel Air Berlin?

Hapag-Lloyd ist noch nicht verkauft, und schon wird über die Verwendung des Geldsegens gerätselt. Kauft TUI-Chef Michael Frenzel gar die Air Berlin, wie der "Spiegel" spekuliert?

von Klaus Hildebrandt, 27.03.2008, 14:00 Uhr

Offiziell heißt es bei der TUI, mit dem Verkaufserlös von Hapag-Lloyd (nach Analystenschätzung etwa vier bis fünf Milliarden Euro) würden die Schulden getilgt und in neue Hotels und Kreuzfahrtschiffe investiert. Das hört sich offenbar so seriös und langweilig an, dass man dies einem Dealmaker wie Frenzel gar nicht zutraut. Unvergessen ist, wie er Stefan Pichler mit stolzen drei Milliarden Euro bei Thomson Travel ausbootete. Nun also Air Berlin, die nach dem dramatischen Kursrutsch auf unter acht Euro zum Schnäppchenpreis zu haben wären? Einen Betrag von 500 Mill. Euro könne Frenzel nach dem Hapag-Verkauf "aus der Portokasse" zahlen, meint der "Spiegel". Doch ein derartiges Wendemanöver wäre wohl selbst Frenzel zu riskant. Schließlich hat er schon dreimal mit Air-Berlin-Chef Joachim Hunold erfolglos über eine Fusion verhandelt. Nun will die TUI sogar TUIfly an Germanwings outsourcen und TUI-Travel-Chef Peter Long hat die Parole ausgegeben, dass sich die eigene Airline-Kapazität gefälligst nach dem Veranstalterbedarf zu richten habe. Die Achse Hannover-Berlin werden wir wohl deshalb so schnell nicht erleben. Trotzdem muss Hunold sich bei seiner Bilanzpressekonferenz am Montag sicher auf die Frage einstellen, ob Air Berlin, bei der Finanzinvestoren wie die Deutsche Bank und Vatas große Pakete halten, nicht vor einer möglichen Fusion mit Condor noch zum Übernahmeziel wird.

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