Travel Weekly

Clive und die Fachpresse

Holiday-Autos-Gründer Clive Jacobs kauft die große britische Fachzeitschrift Travel Weekly – was will uns das sagen?

von Klaus Hildebrandt, 09.07.2009, 10:53 Uhr

Ich erinnere mich noch gut, als ich Jacobs das erste Mal traf. Das war irgendwann in den 90-ern auf dem World Travel Market in London. Holiday Autos war ein buntes, fröhliches Start-up, das Geschäft in Deutschland lief an. Jacobs war beim Interview gut drauf und smart, drängte aber zum Schluss etwas auf die Zeit: Denn die Happy Hour am Stand ging bald los. Da ging es dann feucht-fröhlich zu – auch die Party von Holiday Autos auf der ITB ist ja legendär. Vor sechs Jahren verkaufte Jacobs seine Anteile an dem Mietwagen-Broker an Lastminute.com/Sabre, investierte in einige Reiseunternehmen und legte sich ein Feinschmecker-Restaurant zu. Nun hat er zusammen mit dem ehemaligen Geschäftsführer die britische Fachzeitschrift Travel Weekly gekauft (siehe fvw.de-News). Travel Weekly ist knapp vor TTG die größte britische Fachzeitschrift für Reisebüros – vom Konzept her näher bei TravelTalk als bei der fvw. Dass Jacobs, der sich zuletzt eher im E-Commerce tummelte, hier investiert, ist ein eindeutiges Zeichen, dass er an die Zukunft und Bedeutung der Fachzeitschriften glaubt. Travel Weekly ist aber, wie fvw und TravelTalk, längst nicht mehr nur ein Printtitel, sondern auch im Web sehr aktiv. Einen großen Unterschied gibt es allerdings: Als vor einigen Jahren der Internet-Boom die Reisebranche erfasste, gründeten die Londoner Kollegen mit Travolution (samt zugehöriger Website und Blog) ein eigenständiges Fachmagazin für E-Commerce-Themen. Wir sind bewusst einen anderen Weg gegangen: Die fvw hat frühzeitig Internet- und Travel-Technology-Themen aufgenommen. Denn Vertrieb ist Vertrieb, egal ob über ein stationäres Reisebüro oder übers Web. Wir wollten bewusst keinen Keil zwischen beide Welten treiben, weil diese zusammenwachsen – Stichworte Multichannel und Ropo-Studie. Wir wollen unseren Lesern aus dem stationären Vertrieb aufzeigen, was die Online-Reisebüros und Web 2.0-Start-ups so treiben und was das für sie bedeutet (zum Beispiel in der morgigen fvw-Titelgeschichte über den Verzicht von Expedia und Opoda auf Service-Entgelte für Flugtickets). Umgekehrt kann es aber meiner Meinung nach auch nicht schaden, wenn die Web-Junkies lesen, was in der vermeintlichen Old Economy unter den Veranstaltern und Reisebüros und bei den Leistungsträgern wie Airlines und Hotels passiert. Denn einige Internet-Reiseleute twittern doch meiner Meinung nach sehr in ihrem eigenen Kosmos. Also Clive, ich bin gespannt wie es bei Travel Weekly weitergeht, die ich ebenso gerne lese wie den

. Good luck als Verleger!

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 13.07.09, 10:33
Wieso? Clive hat ein Rstaurant eröffnet, weil er eingesehen hat, dass man aus seinem PC nichts zu Essen bekommt. Und er hat eingesehen, dass man einen PC nicht mit aufs Klo nehmen kann. Einen logischeren Denkprozess, der obendrein in seiner zangsläufigen Abfolge auch noch absolut stimmig ist, kann ich mir gar nicht vorstellen.

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