Thomas Cook

Wer nichts wird, wird Touristiker?

Provokante Töne von Peter Fankhauser: Der Thomas-Cook-Manager fordert einen Qualifikationsnachweis für Touristiker und nimmt kleine virtuelle Veranstalter aufs Korn. Braucht die Branche einen Mindeststandard für X-Anbieter?

von Klaus Hildebrandt, 29.10.2011, 14:32 Uhr

Auf Zypern stellt Thomas Cook die neuen Sommerprogramme vor. Da geht es um Erlebniswelten, neue Zielgebiete und Preise. Doch Peter Fankhauser, zugleich Vizepräsident des Deutschen Reiseverbands DRV, nutzt (wie auch in den Vorjahren schon) seine Rede vor den über 70 Journalisten für markige Worte ans eigene Gewerbe. Mit wenig Startkapital, einer Website und Schnittstellen zu Flug- und Hoteldatenbanken könne heute jeder einen X-Veranstalter gründen. Aber: "Viele dieser virtuellen Veranstalter haben keinen Einfluss auf die Qualität ihres Produktes, gar nicht davon zu reden, dass sie es überhaupt kennen."

Er will deshalb im DRV eine Initiative zur Qualitätssicherung in der deutschen Touristik starten. "Es darf nicht sein", schimpft Fankhauser, "dass in der Reisebranche jeder machen kann, was er will - und das im schlimmsten Fall auf dem Rücken der Gäste." Es gebe in Deutschland nur zwei Gewerbe, die man ohne Nachweis aufmachen könne: Ein Reiseunternehmen oder eine Kneipe. Starker Tobak, der von den Journalisten gleich in den Fragen aufgegriffen wird. Der bekannte Spruch "Wer nichts wird, wird Wirt" folgt, den Fankhauser launig ergänzt "... und wem selbst das nicht gelungen, der macht in Versicherungen."

Braucht die Branche wirklich einen Qualifikationsnachweis? Oder holt hier ein Konzernlenker, dem die vielen kleinen X-Veranstalter vom Schlage eines V-Tours, JT Touristik oder LMX in den vergangenen Jahren Marktanteile abgeknöpft haben, zum verbalen Rundumschlag aus? In der Kaffeepause relativiert Fankhauser, dass sich sein Ansinnen nicht gegen die gerade genannten X-Veranstalter richte. Aber wenn einige Veranstalter etwa bei Naturkastrophen (wie wir sie dieser Tage etwa in Bangkok erleben) oder Unglücksfällen, wie neulich dem Ertrinken eines achtjährigen Jungen in einem Hotelpool auf Fuerteventura, kein professionelles Krisenmanagement an den Tag legten, schade dies der gesamten Branche. Veranstalter wie Thomas Cook böten dagegen einen "Mehrwert", weil "wir unser Produkt kennen und den Gast nicht allein lassen." Es dürfe nicht immer nur um den Preis gehen, die bekannten Veranstalter müssten ihre Leistungen viel stärker in den Mittelpunkt rücken - Fankhauser erhebt dies gar zur "Sinnfrage".

Cooks Deutschland-Chef hat damit zweifellos eine interessante Debatte losgetreten. Wie sehen Sie das? Brauchen wir wirklich eine Art Meisterbrief für die Touristik? Und sollte das nur für Veranstalter oder auch für Reisebüros gelten? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!

Kommentare

von Michael Buller, 29.10.11, 17:04
Tun sie jetzt schon so weh ....das man jetzt verbal ausholen muss?

von Thorsten Lehmann, 29.10.11, 17:43
Nur in einem hat er Recht: die Qualität darf nicht dem Preis zum Opfer fallen!

von Andreas Schulte, 29.10.11, 17:43
Meistens ist es von Vorteil, erst zu denken und dann Reden zu halten. Fangen wir mal beim Namenspatron seines Arbeitgebers an - war der von Haus aus Touristiker ? Und wie war's beim Namensgeber der Vorgängergesellschaft ? War Josef Neckermann von Haus aus Touristiker ? Sicher, wer, wie Dr. Fankhauser internationale Beziehungen studiert hat, ist schon etwas näher am Thema. Nur gelernt hat er damit Touristiker nicht. Er ist es auch erst im Laufe der Zeit geworden. Wieso maßt sich also der Ex-Trainee on the job Fankhauser an, über die herzuziehen, die nichts anderes machen, was seine Vorgänger und er selbst auch gemacht haben ?

von ulrichroth, 29.10.11, 17:47
Was die Qualität und den Service vor Ort betrifft liegt Fankhauser gar nicht so daneben. Es gehört mehr dazu als nur "Leistungen" einzukaufen, zusammenzupacken und verkaufen. Da in diesem Segment nur noch der Preis zählt bleibt der Service vor Ort, zu lasten des Kunden, auf der Strecke. Bei diesem Punkt kann aber auch TC vor der eigenen Haustüre kehren, bzw. an die eigenen Nase fassen. Das bekommen Nischenanbieter, die in den Zielgebieten verankert sind, deutlich besser hin.

von Christoph Huwer, 29.10.11, 23:32
Meisterbrief für Touristiker? Da müssten aber sehr viele aus den obersten Etagen noch einmal die Schulbank drücken.

von Mayerhaber, 30.10.11, 07:58
Gerade Dr.Frankhauser sollte sich arg zurückhalten. Hat sein R.Teckentr(a)pp jemals touristik studiert oder einen UNI Abschluss gemacht?? Millionen im Jahr abkassieren über andere auf Mallorca- Konferenzen am Tresen herziehen und Ihr Personal lächerlich reden. Passt mal wieder so ne Aussage!

von Heinrich Schöttner, 30.10.11, 09:05
Also ich gebe Herrn Fankhauser so gut wie nie recht. Ich mag seine Aussagen normalerweise nicht. Aber diesmal bin ich völlig seiner Meinung. Heutzutage reicht es doch, dass man sich irgendwo eine Buchungsmaschine mietet - und schon kann man als Veranstalter auftreten. Die ganzen Abteilungen eines Veranstalters, die sich um den Hoteleinkauf, um den Flugeinkauf, um Vorausbuchungen, um Anfragen oder um Spezialdinge wie etwa die Abwicklung von Behindertereisen kümmern, die gibt es bei diversen X-Veranstaltern nicht mehr. Das spart man ein. Eine Maschine paketiert und fertig. Sicher gibt es auch unter den X-Veranstaltern positive Beispiele. Ich will das nicht verallgemeinen. Jedoch hat unser Büro mit solchen "Veranstaltern" (z.B. aus Essen ünd Düsseldorf) schon extrem schlechte Erfahrungen gemacht. Wir schauen zwischenzeitlich genau hin, was wir da vermitteln! Denn lieber ein bekannter, zuverlässiger Veranstalter und die Stammkunden bleiben.

von Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, 30.10.11, 12:33
Die Frage ist meiner Meinung nach nicht, ob in der Reisebranche jeder machen kann was er will, sondern eher, warum es Veranstaltern wie Thomas Cook nicht gelingt, den Mehrwert, den sie bieten, dem Gast deutlich zu machen. Die Branche braucht sicherlich nicht neue gesetzliche Regelungen, sondern Strategien, die deutlich machen, was die Veranstalter leisten. Zuverlässigkeit, Sicherheit und Vertrauen sind bei Urlaubsreisen unabdingbar und für die Kunden wichtig. Die Branche konzentriert sich jedoch auf einen intensiven Preiswettbewerb und nicht auf die Kommunikation des Mehrwertes (Selektion der Urlaubsangebote nach Qualitätskriterien, hohe Kompetenz bei der Bewältigung von Krisen usw.), den sie bieten. Ein Ansatz könnte sein, dass der DRV Qualitätskriterien entwickelt und dieses „Qualitätssiegel“ nur an Veranstalter vergibt, die nachweisen, dass sie diese Qualität auch liefern. Dies käme einer Selbstverpflichtung gleich. Regeln wie die Pauschalreiserichtlinie verhindern Wettbewerb, denn dem Kunden wird suggeriert, dass das Risiko bei allen Anbietern gleich ist, was aber nicht der Realität entspricht. Der Kunde muss erkennen, dass er dann, wenn er „billig“ einkauft, auch ein höheres Risiko eingeht und sich nicht immer auf die Qualität verlassen kann.

von Heinrich Schöttner, 30.10.11, 13:42
Prof. Dr. Edgar Kreilkamp, so in etwa sehe ich das auch. Für was steht eigentlich dieses "X"? Vielleicht ja als Abkürzung für Xanthippe. Dann kann sich jeder hier die Bedeutung selbst aussuchen: http://synonyme.woxikon.de/synonyme/xanthippe.php

von Robert, 30.10.11, 23:33
X - Veranstalter Das sind doch die die keiner will und keiner braucht - aber jeder von unseren großen Veranstaltern in unserem Land muß einen haben, weil er denkt sonst verpasst er was ! Das man damit nur Ärger hat, die Kunden ärgert und die Reisebüros das nicht buchen wollen ist egal - man behauptet einfach in den Medien es läuft super und macht sich so gegenseitig verrückt. Daran sieht man das die Veranstaltertätigkeit mitunter meilenweit vom Verkauf vor Ort entfernt ist - da kann man auch nicht mehr helfen wenn ein Veranstalter so beratungsresistent ist wie Thomas Cook.

von Horst, 31.10.11, 11:03
Zu den Schnittstellen: da jeder Veranstalter (auch TC) seine Produkte über xml allen feil bietet darf er sich nicht beschweren, wenn diese dann auch verkauft werden. Dahingehend ist es eine Vertriebs- und Marketingaufgabe, ein System zur Kontrolle über Anbieter meiner Produkte zu etablieren. Vielleicht können die Touristiker von Apple lernen, wie man Vertriebspartner strategisch führt... Da sind für mich die Gründe des Jammers selbst verschuldet (und an der Spitze von Marketing & Vertrieb steht eben auch kein Touristiker, sondern ein Ex-Unternehmensberater - was es ja sichtlich nicht besser macht). Zum Personal: Touristik - die "Kuschel-wohl-fühl' - Branche" in der sich alle lieb haben, aber nur ganz ganz wenige auf professionellen Niveau agieren. Liegt vielleicht auch an der Thematik, es wird eben immer nur bis zum nächsten Jahr, zur nächsten Saison gedacht und geplant. Langzeitprojekte haben allesamt keinen Grib, siehe eCom-Strategien bei TC und TUI = Rohrkrepierer aufgrund Zentralisierungsallmachtsphantasien bei blau-gelb und ein "Marktplatz" der TUI, auf dem Reisebüros, Kunden und eCom zusammenfinden sollen. Das ist Kreisklasse...

von Wolfgang K., 31.10.11, 11:20
Wäre Peter Fankhauser Deutscher, hätte ich ihn bisher politisch bisher eher der FDP zugeordnet. Nach diese Attacke scheint er aber offensichtlich Anhänger von DIE LINKE zu sein: Weg mit der freien Marktwirtschaft, hin zu staatlichen Regulierungen auf allen Ebenen. VEB Thomas Cook. Ahoi!

von Markus Hartwig, 31.10.11, 13:43
Mit Verlaub, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß die "Attacke" von Herrn Fankhauser gegen LMX, Vtours, JT oder Ferien Touristik gerichtet ist. Denn das sind Vorreiter (und auch mittlerweile respektabel große Veranstalter), ohne die es das X-Geschäft heute bei den Konzernen nicht geben würde. Und zum teilweise negativen Image, welches X-Produkte heute (leider) am Counter und in der Presse haben haben: hat sich Herr Fankhauser mal überlegt, seit wann das Image dieser Produkte gelitten hat? Wahrscheinlich nicht. Die korrekte Antwort wäre nämlich: seit die Konzerne, und hier namentlich auch TC in die X-Produktion eingestiegen sind, hat die Kritik angefangen. Und das teilweise berechtigt, wie man am Beispiel TC mit immer noch 70% Stornoeingangssatz bei X-Produkten sieht (während die genannten Mittelständler sich mittlerweile bei 35% bis max. 40% eingependelt haben. Sorry Herr Fankhauser, damit haben Sie bei mir Sympathie verspielt.

von barthel.eu, 31.10.11, 14:08
Ich finde vor allem die Kommentare zum beruflichen Hintergrund des Thomas-Cook-Managements sehr aussagekräftig. "Der werfe den ersten Stein"... Bravo Herr Fankhauser... Nur zu kurz gezielt? (Dann fällt's einem auf die eigenen Füße.) Spannend doch auch, wenn man dann von X-Veranstaltern hört, dass die sich nach eigenen Angaben gern bei Thomas Cook bedienen, weil die ihre eigenen Reisen nicht losbekommen. Offenbar liegt es an anderen Dingen. Das ist wie Last Minute. Arbeitet der Einkauf korrekt, habe ich keine Notwendigkeit für Last Minute. Aber wenn der Einkauf mit Steigerungszahlen arbeiten soll, die der Markt nicht hergibt, werden Überkapazitäten eingekauft, die dann unter Preis "verramscht" werden müssen. Eben über Last Minute und X-Veranstalter... ... ach ja - das drückt dann das Gesamtergebnis (und erzieht die DINK- und Single-Kunden, doch besser spät zu buchen).Und dass Last Minute "dieses Jahr knapp wird" wird durch gebetsmühlenartige Wiederholung nicht wahrer. L'TUR und Co. Presseinfos bestätigen seit Jahren das Gegenteil... http://www.thomascook.de/reiseveranstalter/ltur/ Das verstehen dann aber wohl nur die studierten (Finanz-)Strategen im Unternehmensmanagement?

von Claudia Mades, 31.10.11, 14:55
"Cooks Deutschland-Chef hat damit zweifellos eine interessante Debatte losgetreten" also was an den Aussagen eine "interessante Debatte" lostreten soll ist mir schleierhaft... Eine "interessante Debatte" hat den Zweck, dass es auch um ein interessantes Thema geht... Das was Frankhauser da von sich gegeben hat, würde ich allenfalls als peinliches Eigentor bezeichnen. Auch wenn die headline des blogs verbal überspitzt wurde, hat er nämlich genau das gesagt "Wer nichts wird, wird Touristiker"... Er müsste wissen, dass er damit nicht nur die XVA (zu denen TOC ja selbst gehört), sondern auch alle anderen Touristiker beleidigt hat. In der Reisebranche kann NICHT jeder machen, respektive sagen, was er will - auch nicht Herr Frankhauser! Ich finde da ist eine deutliche Entschuldigung fällig!

von Horst, 31.10.11, 18:03
@barthel.eu Der von Ihnen gepostete Link verweist aber auf thomascook.de - das ist letztendlich ein Online-Reisebüro. Und die können, dürfen und sollten mit so vielen Partnern wie möglich zusammenarbeiten. Strategisch clever und gleichzeitig mit einer Menge Zündstoff, damals dem OTA den Brand-Name ThomasCook zu geben... Clever weil guter Markenswitch beim Endkunden Zündstoff weil die meisten Reisebüros es nicht verstehen (oder verstehen wollen), dass es ein OTA ist. Im Katalog von Thomas Cook findet sich keine L'Tur Reise.

von Andreas Schulte, 31.10.11, 18:21
@Horst - www.thomascook.de ist lt. Impressum dieser Seite die Website der TC Touristik GmbH. Diese Gesellschaft outet sich eigentlich eher als Reiseveranstalter und nicht vordergründig als Reisemittler. Und so sieht das wohl auch die Masse der Verbraucher. Ich persönlich finde im übrigen die Idee, als VA die Produkte der eigenen Wettbewerber zu verkaufen alles andere als genial. Man stelle sich mal vor Daimler verkauft die Produkte von BMW und AUDI. Oder MC Donalds die von Burger King. Oder Coca Cola die von Pepsi. Oder LIDL die von ALDI.

von Horst, 01.11.11, 09:17
@barthel.eu Fast alles richtig was Sie schreiben. Als Veranstalter einen OTA zu betreiben und somit das Feld nicht komplett den expedias und unisters dieser Welt zu überlassen war und ist strategisch vollkommen richtig. Wie bereits gesagt, das Naming thomascook.de war gut, da es beim Endverbraucher das Vertrauen aufruft, dass er in Thomas Cook hatte oder hat. Schlecht zur Differenzierung, weil gefühlt thomascook.de dransteht aber nicht ausschließlich Thomas Cook drin ist. Deswegen: als Veranstalter einen OTA zu betreiben (gerade in dem turbulenten und sehr umkämpften Online-Markt) ist definitiv genial. Leider wird er mit angezogener Handbreme entwickelt, da Reisebüros eben keinen Unterschied machen und die Entwicklung maßgeblich einbremsen. Dem Verbraucher ist es recht egal, dass dort andere VA angeboten werden, es Gutscheine und Rabatte gäbe (was die RB ja vehement torpedieren würden) und und und... Man muss thomascook.de als Dachmarke verstehen, ähnlich großer retailer, die nichts eigenen produzieren. Das fällt, zugegeben, bei dem Namen sichtlich schwerer als sonst...;-)

von Michael Schlünder, 01.11.11, 12:29
Das Vorbild für die Anbiederung scheint die Politik. Analog: Wie wäre es denn mit Mindestlohn?! Aber auf der anderen Seite, Wählerbeschimpfung hat noch nie genutzt. Die Verhältnisse wurden maßgeblich selbst verursacht. Derartige Entgleisungen sollen vom eigenen Versagen ablenken. TOC hat es doch nicht geschafft, den maßgeblichen Unterschied zu X klar zu machen. Wie soll das auch gehen, wenn man selbst mitmischt. Auffällig ist auch, dass die VA, die auskömmliche Prov. zahlen, solche Verbalattacken nicht nötig haben.

von Marija Linnhoff, 01.11.11, 19:21
Herr Fankhauser, hat wohl kurz mit Herrn Böttcher aus Hannover telefoniert?? Die Aussagen beider Herren spiegeln -meiner Ansicht nach- Hilflosigkeit wieder ;-) (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/Heute-kann-jeder-Reisen-verkaufen) ABER -auch wenn ich es nicht gerne zugebe- Fankhauser hat in einer Sache absolut recht; Standards müssen her und das nicht nur für die Veranstalter. Fankhauser ruft den DRV auf den Plan, aus seiner Sicht, keine schlechte Idee, aber ist der DRV zuständig bzw. darf man den DRV instrumentalisieren um von der eigenen Hilflosigkeit abzulenken??

von barthel.eu, 01.11.11, 23:35
Es gab da mal eine Debatte zur Abschaffung des "Meisterzwangs". Jetzt also doppelter Rückwärtssalto? Neben mir selbst ist auch Jasmin Taylor ja eine "Quereinsteigerin". Vural Öger wird man wohl auch nicht unterstellen, dass er eine Tourismusausbildung hatte, als er anfing, seine Reisen zu verkaufen? Thomas Cook wurde bereits genannt. Die Beispiele sind endlos! Es gibt da etwas wie "Herzblut", mit dem man Berge bewegen kann. "Vollbluttouristiker" ist ein anderes "Schlagwort", wo ich nicht frage, ob das ein Quereinsteiger ist, oder jemand, der ein Tourismusstudium hat. "Bürokraten fordern Regeln, um die Entwicklung zu bremsen, die sie nicht verstehen. Echte Manager treffen Entscheidungen und probieren neue Ideen aus." (Bob Crandall, u.a. Erfinder von GDS, Vielfliegerprogrammen und Yield Management). Sie gehen Risiken ein. Man bleibt nicht Marktführer, indem man reagiert... Oder einen "Meisterzwang" fordert...

von barthel.eu, 02.11.11, 10:31
P.S.: Wer provokant argumentiert tut dies ja manchmal auch einfach um eine Diskussion loszutreten, vielleicht sogar wohl wissend, dass er "Wind von vorn" bekommt. "For those who agree or disagree, it is the exchange of ideas that broadens all of our knowledge" [Richard Eastman]

von Dietmar Pedersen, 02.11.11, 12:50
Meist sind es Quereinsteiger, die eine Branche mit Innovationen aufmischen. Fielmann und Schlecker haben sich vom "das haben wir schon immer so gemacht" verabschiedet und wurden erfolgreich. Wie in der Touristik die Erfinder der Pauschalreise oder Öger mit seinen Gastarbeiter-Flügen.

von Andreas Schulte, 02.11.11, 13:14
Warum braucht man überhaupt einen Sachkundenachweis, wenn es Jahrzehnte auch ohne einen solchen Nachweis ging ? Lizenzen dienen im Allgemeinen nur dazu, Pfründe abzusichern und machen erfahrungsgemäß träge und dienstleistungsfeindlich. Über Qualität, Leistung, Produkte, Zuverlässigkeit, Solvenz etc. sagen sie gar nichts aus.

von Thomas Oepen, 02.11.11, 15:30
Herr Fankhauser hat durchaus des Pudels Kern benannt: der Verbraucher kennt den Mehrwert der organisierten Reise nicht! Daran sind aber nicht sachunkundige Reiseveranstalter schuld, sondern die Großveranstalter, die jahrzehntelang nur eine Botschaft in der Kommunikation mit dem Endverbraucher kannten: billig, günstiger als im Vorjahr, Reisen zum Schnäppchenpreis. Sich jetzt hinzustellen und zu mäkeln, dass jeder, der halbwegs des Lesens und Schreibens mächtig ist, auf diese Schiene aufspringt, ist schon fast dreist. Die Verbände und/oder die Politik sollen die Suppe auslöffeln, die uns die Großveranstalter eingebrockt haben. Da sehe ich andere in der Pflicht!

von Wolfgang Hoffmann, 07.11.11, 11:34
Dass unsere Handelsherren nichts von uns, dem vertrieb halten, das habe ich schon mehrfach vernommen, das ist gar nichts neues für mich. Ich schlage vor, dass TOC/NEC alle Agenturen mit dem Vertrieb kündigt und nur noch auf Wochenmärkten, via Affiliate oder bei Ebay ihre Produkte verhökert. Nach rund einem Jahr reden wir dann noch mal darüber, wer tatsächlich die Schnittstelle zwischen Hersteller und Verbraucher ist. Dann reden wir aber über zukünftig mind. 10% Provision auf alles..., und weniger über fehlende Qualifikationen ;-)

von Klaus Hildebrandt, 24.02.14, 13:30
Was lange währt... : Der DRV hat sich nun auf einen Verhaltenskodex für die Veranstalter-Reise mit fünf Mindestanforderungen geeinigt. Mehr lesen Abonnenten hier: http://bit.ly/1o0lea3

von Wulf Raudonat, 10.03.14, 05:41
Herr Fankhauser hat absolut recht. Sollte er dieses durchsetzten können, überlege ich ernsthaft in Thomas Cook Aktien zu investieren:-)

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