Thomas Cook

TUI oder Thomas Cook, wer hat den Größten?

Das Wettrennen ist eröffnet. Seit gestern ist auch TUI Deutschland mit einer Fanpage auf Facebook vertreten. Wer der beiden Konzerne hat wohl in einigen Monaten den größten Freundeskreis? Und wen interessiert das?

von Dirk Rogl, 21.01.2011, 12:16 Uhr

Glückwunsch nach Hannover: Seit ziemlich genau 24 Stunden ist TUI Deutschland mit seiner neuen Facebook-Fanpage online. 495 Fans hat die Seite zur Minute, stündlich werden es mehr. Der Marktführer hat sich Zeit gelassen mit seiner Präsenz im Hype-Netzwerk. Thomas Cook ist bereits seit Juni in Facebook präsent, kommt aktuell auf 1293 virtuelle Anhänger. Bleiben die Wachstumsraten stabil, dürfte TUI den Mitbewerber bereits am Wochenende in der Größe überholen.

Zugegeben, der vergleich hinkt etwas. Vermutlich haben eine Reihe TUI-Mitarbeiter den internen Start beflügelt. Und natürlich sind die Cookies nicht allein unter der Marke Thomas Cook präsent. Hauptmarke ist und bleibt Neckermann Reisen. Und die bringt es auf immerhin 3223 Fans.

Streng genommen sind derzeit beide Reisekonzerne in Facebook ziemlich kleine Lichter. Allerdings machen sie vieles richtig. Thomas Cook postet regelmäßig neue Einträge, lässt auch Fans Kommentare posten und reagiert darauf zumeist schnell. Das hat sich auch TUI vorgenommen, die in Facebook mit einem immerhin vierköpfigen Social-Media-Team angetreten sind. "Das ist für uns ein weiterer Kommunikationskanal. Der Vertrieb ist vorerst Nebensache", sagt Michael Blum, im Hauptberuf Presseprecher und neuerdings einer von vier offiziellen Facebook-Junkies der TUI.

Allerdings denkt TUI durchaus an Vertrieb. Konzern-Airline Tuifly (6726 Facebook-Fans), die im Web eher wie ein Flug-Reisebüro denn eine Airline auftritt, zeigt das seit geraumer Zeit mit ihrer eigens für Facebook entwickelten virtuellen Mitflugzentrale Skyfriends. Und auch TUI hat mit dem Ferienmatcher einen Produktvergleich aus der Schublade geholt, den es vorerst exklusiv im Web 2.0 gibt. Per Schieberegler können Facebook-User hier ihre persönlichen Urlaubserwartungen und Sportarten auswählen. In Sekundenschnelle werden dann die geeigneten Hotels aus dem TUI-Kontingent angezeigt.

Die neue Technik funktioniert beachtlich schnell und einfach, gleiches gilt für die Weiterleitung der Daten an TUI.com. Es würde mich sehr wundern, wenn die neue Facebook-App nicht bereits mit den technischen Segnungen des neuen Datenstandards ausgestattet ist, der im Laufe des Jahres die Pauschaltouristik erobern soll. Das wiederum ist ein ganz anderes Thema, das wir heute ausführlich in fvw 2/11, Seite 40 beleuchten. Die Neugier der deutschen Traveltech-Szene wird der neuen TUI-Fanpage gewiss ein paar zusätzliche Fans bescheren.

Kommentare

von Dietmar Pedersen, 21.01.11, 15:24
Die Stückzahl bei Facebook ist doch genau so unwichtig wie der Sack Reis, der in China umgekippt ist.

von Rolf Hermann, 22.01.11, 19:41
Wir könnten auch die Anzahl der Buchstaben von jedem Blogbeitrag hier zählen. Der mit den meißten ist am wichtigsten !

von Chinesischer Sack, 27.01.11, 22:38
Ob in China ein Sack Reis umfällt, interessiert mittlerweile unsere hiesige Wirtschaft (z.B. VW, Siemens, Airbus, etc.) und sogar ganze Volkswirtschaften (kaufen die Chinesen unsere Staatsanleihen?) sehr wohl. Und so ist das auch mit Facebook & Co. Natürlich hat es die großen Touristik-Konzerne zu interessieren. Sowohl ihre zukünftigen als auch schon bestehende Kundenschichten ändern dramatisch Ihren Lifestyle. Die Nutzung von Social Networks wird bzw ist schon normaler Teil des Alltags. Beschleunigt wird der Trend durch das rasante Wachstum von Netbooks, Smartphones, iPad's & Co. Zu den meistgeladenen Apps gehören auf allen Plattformen Facebook/Twitter & Co. In Summe sind immer mehr Menschen 24/7 online und vernetzt. Es wäre geradezu sträflich, wenn sich die Touristik Unternehmen dort nicht engagieren. Sonst tun es andere und greifen sich diese neuen Kundenschichten. Man schau sich doch nur mal den Musikmarkt an. Dort sind die bis in die 90'er hoch profitablen Plattenfirmen/Musiklabels nach riesigen Einbrüchen immer noch auf der Suche nach neuen, tragfähigen Geschäftsmodellen und müssen notgedrungen Ihre Erträge heute mit Plattformen wie iTunes teilen, die sich den Kundenzugang gesichert haben. Geh dort hin, wo Deine Kunden sind! Alte Marketing- und Vertriebs-Weisheit, die nichts an Ihrer Richtigkeit verloren hat. Eigentlich ist es schon ein wenig spät, aber hoffentlich noch nicht zu spät!

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