Thomas Cook, Öger

Warum das rote Ö in Antalya leuchtet

Wie Öger Tours in Antalya die Marke zelebriert, und warum Thomas-Cook-Manager ihre Kinder nicht Vural nennen.

von Klaus Hildebrandt, 26.11.2012, 08:54 Uhr

Vural Öger ist eine Institution in der Reisebranche, in Deutschland, aber noch viel mehr in der Türkei. Wenn der seit mehr als 40 Jahren in Hamburg lebende Türke in seinem Heimatland seinen Veranstalter präsentierte – meist im hellen Anzug, mit breitem Lächeln und unter der Begleitung von türkischen Fernsehteams –, mediterrane Lebensfreude verbreitete und nebenbei seinen Landsleuten in puncto Bausünden und Tourismusentwicklung die Leviten las, dann symbolisierte dies die Kraft der Marke Öger Tours.

In der jüngeren Vergangenheit stellte der Türkei-Spezialist die Programme in Hamburg vor. Die vergangenen zwei Jahre nach dem Verkauf an Thomas Cook waren geprägt von der Integration in den Oberurseler Konzern: Der neue Chef Georg Welbers stellte die Technik, den Hotel- und den Flugeinkauf um, wechselte Zielgebiete aus, brachte das X-Geschäft auf den Weg – und dampfte die Belegschaft von 105 auf 60 Mitarbeiter ein. Das ist kein Umfeld für opulente Feiern.

Doch diese Zeit ist vorbei, Welbers übergibt seinem Nachfolger Björn Walther einen generalüberholten Veranstalter. Das erlebten die 80 umsatzstärksten Öger-Agenturen am Wochenende in Antalya: Bei einer Stadtrallye in Alanya und bei der Abschlussparty zelebrierten die Öger-Touristiker und die deutschen Reisebüros – darunter viele, deren Familie aus der Türkei stammt – die Marke mit dem roten Ö. Man merkt: Da besteht nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine sehr emotionale Beziehung.

Mit dabei waren auch 20 Journalisten. Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit TC-Deutschland-Chef Michael Tenzer und regte an, das Öger-Sommerprogramm in Antalya zu präsentieren. Wenn man die Eigenständigkeit der Hamburger Tochter zeigen will und den Anspruch hat, mit seinem Katalog nicht weniger als die „Bibel des Türkei-Tourismus“ vorzulegen, dann sollte man das nicht in einem Konferenzraum eines Hamburger Hotels tun, sondern ruhig ein bisschen Glamour im besten Öger-Stil mit türkischer Küche und türkischer Party verbreiten. Tenzer leitete die Idee an Welbers weiter, der mich dann mit den Worten einlud: „Wir stellen unsere Programme jetzt übrigens in Antalya vor – und Sie müssen mitkommen!!!“

So erfuhr ich nicht nur die Pläne für den Sommer 2013 (siehe Bericht), sondern auch, dass Welbers ernsthaft erwogen hatte, seinem in diesem Jahr geborenen Sohn den Zweitnamen Vural zu geben, um die Zeit in Hamburg bei Öger zu dokumentieren. Doch seine Frau war dagegen. Komisch, oder? Diese Chance hat jetzt Walther, dessen Frau mit einem Jungen schwanger ist. Aber vielleicht wählt sie als Zweitnamen doch lieber Georg als Vural. Wichtig ist ja nur, dass bei Öger Tours die Kontinuität gewahrt ist.

Kommentare

von Peter, 28.11.12, 18:19
Aufpassen bei Öger, nicht dass selbst Söhne am Ende "Harriet" genannt werden müssen... TC-Deutschland steht ja auch nicht gerade in der Sonne. Und jetzt soll dem eCommerce wieder mehr "Freiheit" gegeben werden? Wurde das nicht alles mal teuer zentralisiert? Jetzt wieder Rolle rückwärts und alles auf neu... Der Laden frisst sich selbst auf - wird Zeit für eine Konsolidierung.

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