Thomas Cook

Gerüchteküche in Oberursel

Für Thomas Cook gab es heute Rückendeckung aus London – die Oberurseler werden es nach einem "Bild"-Verriss gebrauchen können.

von Klaus Hildebrandt, 12.02.2009, 12:24 Uhr

"Schlechte Stimmung beim Reiseveranstalter: Warum bei Thomas Cook die Angst umgeht", titelte die "Bild" gestern in ihrer Frankfurter Ausgabe. Doch der Bericht, garniert mit dem Bild eines düster dreinblickenden Peter Fankhausers, verbreitete sich gestern in Windeseile bundesweit in der Branche. Die große Watsche nach dem gern genommenen Motto: "Den Chefs geht's gut - die kleinen Mitarbeiter leiden" rührte vieles aus den vergangenen Jahren zusammen, durchaus mit Insiderwissen gespickt. Die lange zurück liegenden Abgänge von Peter Wennel und Detlef Altmann sowie von Führungskräften aus der Holtrop-Ära müssen noch als Begründung für die diesjährige Buchungsflaute herhalten, Fankhauser und Michael Tenzer hätten alle Kritiker "weggebissen". Gibt es da nicht zufällig auch noch eine Wirtschaftsrezession und Buchungsrückgänge auch bei anderen Veranstaltern? Selbst der Chef eines Mitbewerbers sagte mir zu soviel Stimmungsmache: "Der Peter Fankhauser hat mir wirklich sehr leid getan, ist ein wahnsinnig schlechter Artikel." Abgesehen davon, dass man die Headline "Schlechte Stimmung" angesichts der Konjunkturberichte derzeit wohl zu fast jedem deutschen Unternehmen stellen könnte. TC-Chef Manny Fontenla-Novoa aus dem Heimatland der "Sun" muss der "Bild"-Bericht wohl bekannt sein. Jedenfalls stärkte er dem Deutschland-Geschäft und damit Peter Fankhauser heute in einer Telefonkonferenz mit deutschen Journalisten demonstrativ den Rücken – und versprach sogar einen Gewinn auf dem stolzen Niveau des Rekordjahres 2008 und keine Job-Cuts. Also richtige Good News. Allerdings auch gleichzeitig eine hohe Messlatte für Fankhauser und Kollegen: Wer in so einem üblen Jahr den Vorjahresgewinn schafft, der sollte dann den Boulevard-Orden am Bande erhalten: "Super-Stimmung beim Reiseveranstalter: Warum bei Thomas Cook die Korken knallen".

Kommentare

von Klaus, 13.02.09, 10:59
TC-"Bild"-Bashing Teil 2: Heute bringt die Frankfurt-Ausgabe ein Interview mit Manny Fontenla-Novoa. Darin super-spezielle Fach-Fragen etwa zur Hotelexklusivität mit Iberostar, zu Hotelvorauszahlungen in Griechenland oder zum genauen Tag der LH-Zahlung für die Condor-Anteile (dabei ist der Deal schon seit zwei Jahren verabredet). Ein normaler "Bild"-Leser dürfte da überhaupt nicht durchblicken und nur Bahnhof verstehen. Für mich bleibt nur eine Frage: Wer hat da so einen Brass auf die Cookies, dass er "Bild"-Leute mit derart speziellen Infos füttert? "Deep Throat" (so hieß der Watergate-Informant) im Taunus, bitte melde Dich!

von Zart, 16.02.09, 09:32
Thomas Cook Chef Manny Fontenla-Novoa hat in 2008 sein Einkommen mehr als verdoppelt. Durch das Erreichen von Kostensenkungszielen, im Zusammenhang mit dem My Travel Zusammenschluss, schnellte sein Bonus um 5.8 Millionen Euro in die Höhe. Insgesamt verdiente Fontenla-Novoa 8.1 Millionen Euro im vergangen Jahr. 2006 waren es 3.3 Millionen Euro. Zusätzlich erhielt Fontenla-Novoa eine Gehaltserhöhung von 34% in 2008 und steigerte damit sein Basiseinkommen auf 971.000 Euro. Diese Gehaltserhöhung war bereits vor längerer Zeit vereinbart worden. Thomas Cook rechtfertigte die Zahlungen an seinen CEO mit der Begründung, dass Fontenla-Novoa den Gewinn des Unternehmens um 35% gesteigert hat und eine Reihe von Firmenzukäufen abgeschlossen wurden. Ende 2007 war Fontenla-Novoa zum CEO von Thomas Cook ernannt worden.

von beBlog, 25.02.09, 23:25
8.1 Millionen Bonus im vergangenen Jahr? Da lachen ja die Banker.

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