Thomas Cook

Das Volk hat gesprochen

Seit dem heutigen Montag ist er wieder weg, der 25-Euro-Rabatt/Sofortvorteil auf Thomascook.de. Doch er hat Spuren hinterlassen, nicht nur hier im fvw-Blog. Ein Nachruf und ein Blick nach vorn.

von Dirk Rogl, 05.07.2010, 10:01 Uhr

Das Volk hat gesprochen, und zwar sehr deutliche Worte. Der Preisvorteil, den Thomas Cook auf seinem Reisebüro-Portal Thomascook.de mehr als zehn Tage lang gewährte, hat auch im fvw-Blog Spuren hinterlassen. Genau genommen handelt es sich bei diesen zusammenhanglosen Kommentaren in fremden Postings um einen Verstoß gegen unsere Kommentarrichtlinien, den ich hiermit durchaus ernsthaft anprangere. Denn wir hatten dieses Thema gar nicht zur Diskussion freigegeben. Wir wollten mit Ihnen zum Beispiel über die DRV-Tagung in Südkorea diskutieren. Und ja, wir haben hier Regeln.

Andererseits: Offenbar haben nicht nur unsere treuen Leser die ein oder andere Regel etwas dehnbar ausgelehnt. Viel wichtiger als unsere Kommentarrichtlinie ist das hier: Ein Veranstalter gibt keinen Rabatt. Das steht so im Bürgerlichen Gesetzbuch, das hier von der Preisbindung des Handelsherrn spricht. Immerhin: Das Wort "Rabatt" hatten die Oberurseler schon vor dem angeblich planmäßigen Ende ihrer Preisaktion gelöscht. Es sollte wirklich nicht zum Vokubular eines großen Reisekonzerns gehören.

Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass der Veranstalter TC Touristik GmbH in Oberursel (mit seinen nicht ganz unbekannten Marken Neckermann und Thomas Cook) dies Wort auch nicht in den Mund genommen hat, sondern ein neutrales Online-Reisebüro namens Thomascook.de (dass übrigens von der TC Touristik GmbH betrieben wird).

Dieser Punkt (mit Ausnahme des letzten Halbsatzes) ist den Machern in Oberursel wichtig. Ja, er ist unerlässlich zu erzählen. Denn Thomascook.de steht tatsächlich in einem extrem harten Wettbewerb mit anderen Online-Reisebüros. Wer gerade die Messlatte in Sachen Rabattitis höher legt, lesen Sie in der nächsten fvw. Und nein, es ist nicht Thomascook.de, das mit 25 Euro allenfalls im Mittelfeld mitschwimmt. Doch das Reisebüro-Portal, dass nun einmal zu einem großen Reisekonzern gehört, soll wachsen. Funktioniert das nur noch mit Preisnachlässen, die testweise sogar den Anstrich eines Rabattes erhalten?

Jetzt, wo der 25-Euro-Nachlass wieder von der Homepage verschwunden ist, bleibt Raum für konstruktive Diskussion. Wie kann es Thomas Cook schaffen, im Internet den Abstand zu Expedia, Opodo und Unister zu verkürzen? Sind 25 Euro Rückvergütung vielleicht doch ein probates Mittel, weil die Konkurrenz teilweise noch viel mehr Nachlass gewährt? Ihre Meinung würde mich sehr interessieren.

UPDATE 6. Juli:

Ein offenbar eher flüchtiger Leser dieses Blogs streut heute morgen das Gerücht, wir würden hier Postings unserer Leser zum Thema Thomas Cook entfernen. Weit gefehlt. Das ist völlig falsch. Weder hier noch im Korea-Blog von Klaus greifen wir in die Meinung unserer Leser ein. Allerdings sind wir schon der Meinung, dass die Themen im jeweils richtigen Posting diskutiert werden sollten. Einverstanden?

Kommentare

von Thomas, 05.07.10, 14:34
Mittlerweile ist es doch egal, wir kämpfen gegen Windmühlen ! Hier sind es 25 Euro, in Leipzig gibt es ein Büro das wirbt mit Tagesseiten seit fast 20 Jahren mit 5 %. Gehe ich von der Einstiegsprovision bei TC aus, habe ich eine Marge von 1 %. Darüber "regt" man sich anfangs noch auf, aber da unsere Branche nicht zusammenhält, wird sich nichts ändern ! Somit was soll die Aufregung, lenken wir uns lieber mit einem Sieg unserer Nationalmannschaft ab ;=)

von stephan, 05.07.10, 16:34
Die Zeit als die Reiseveranstalter die Reisebüros als Vertriebskanäle nutzten sind vorbei. Die Reiseveranstalter bewerben mit aller Kraft ihre Marken vorbei am Reisebüro. Prinzipell sollte man den Reiseveranstaltern, die mit Rabatten bzw die Ihre Domain bewerben um den Umsatz am Reisebüro zu generieren einen, Denkzettel verpassen - indem man die Buchung über diese Veranstalter einstellt. Noch haben die Reisebüros die Macht - sie wissen sie nur nicht zu nutzen.

von Joerg, 05.07.10, 16:49
Warum sitzen immer mehr "dummstudierte" Marketingmenschen irgendwo an grünen Schreibtischen und probieren ihre kranken Ideen aus??? klar es ist ja nicht ihr Geld was sie verbrennen, diese bekommen ja monatl. ihr dickes Gehalt...oder ziehen weiter in der Karawane nachdem sie den Schaden angerichtet . Wie dumm muss man sein, wenn man denkt: ich lass nun 25 Euro runter und die Kunden buchen bei mir? der nächste lässt dann eben 40 Euro runter, und die Spirale dreht sich weiter. Im Notfall kürzt man den RBs noch die fette Provision auf 0 %, nur irgendwann hat man das Produkt Reise so ausgelutscht das nix mehr zu verdienen ist. Wenn dann die RTL Horrormeldungen kommen, fragen sich wieder alle warum. Thomas Cook ist für denkende Agenturen schon heute eigentlich nicht mehr zu verkaufen, mit solchen Aktion untermauert TOC genau diese Haltung die sich bei RBs immer tiefer setzt, dazu dann noch das Disagio was die AGENTUREN zahlen dürfen!!, das werden richtige Stachel im Fleisch. Tja Thomas Cook müsste es mal bei den Zahlen merken, während Marktmitstreiter Umsatzplus hat, fährt TOC ins Minus....(nur nie in der Zeitung klar da sind die immer im Vorjahr aber fragt mal die Reisebüros). Wieviel Experiemente brauchen die noch bis die kapiert haben, nicht der Rabatt ist der Weisheits letzter Schluss?

von CaptainJarek, 05.07.10, 17:39
TOC hat sich mit dieser Aktion gleich mehrfach blamiert. Und das bis auf die Knochen! Nicht nur, dass ein Wort wie "Sofortrabatt" nichts, aber auch gar nichts, in der Nähe eines Qualitätsveranstalters zu suchen hat. Man versucht sich dann auch noch in einer derart alberner Art und Weise um die berechtigte und öffentlich vorgetragene Kritik vieler Reisebürovertriebspartner herumzuwinden, dass es eine wahre Pracht ist. Da wird z.B. offiziell getwittert es sei doch alles halb so wild, es "handelt es sich um ein Online-Reisebüro" und nicht um den Veranstalter TOC selbst. RICHTIG! Und genau diesen (Online)Reisebüros ist es seitens TOC untersagt die Preisvorgaben des Veranstalters zu unterlaufen!!! Was hatte man gegen die Rabattitis getönt, was hat man nicht geklappert und sogar Passagen im Agenturverträgen ändern wollen. Und jetzt macht man´s selbst? Bei solchen plumpen Erklärungsversuchen muss man sich ja ernsthaft Gedanken um den Geisteszustand der PR-Abteilung machen. Merken die eigentlich noch was? Oder darf da jeder Praktikant in Oberursel twittern? Ein Fazit habe allerdings auch aus dieser Aktion gezogen. Zusammen mit drei weiteren befreudeten Büros habe ich letzte Woche den Entschluss gefaßt TOC bis zum Ende des Geschäftsjahres aktiv abzustrafen. Zu viert haben wir bis zum Ende des Geschäftjahres noch ein erwarteten TOC-Umsatz von ca. 900.000-950.000 EUR. Ich bin kein Träumer, es wird auch uns nicht gelingen diesen Umsatz komplett auf Null zu reduzieren, aber wir haben durchgerechnet, dass wir es gemeinsam schaffen etwa 675.000 - 725.000 EUR von Thomas Cook auf Mitbewerber umzusteuern. Also liebe "Strategen" in Oberursel ... ich hoffe die Aktion mit den 25,- EUR "Sofortrabatt" hat euch ordentlich Geld in die Kassen gespült ... denn im Nachgang wird sie euch zumindestens schon einmal ca. 700.000 Umsatzeuro bei vier Vertriebsstellen kosten und dieser Umsatz wird dann eure Mietbewerber erfreuen. Und ich fürchte diese vier Büros werden nicht die Einzigen sein, die euch mit Liebesentzug strafen. Ob´s das wert war? Ach ja, die CC-Disagio Nummer ab August macht´s für euch auch natürlich auch nicht einfacher im Vertrieb wieder Fuss zu fassen. Macht mal endlich eure Hausaufgaben, sonst müßt ihr euch in den nächsten Jahren eher mit eurem Marktaustritt als mit anderen Sachen beschäftigen.

von stephan, 05.07.10, 19:18
Ich kann nur sagen - schließt Euch alle Captain Jarek an und leitet - soweit es geht - die Umsätze an TOC vorbei. Schauinslandreisen zum Beispiel wird es freuen. Alle Macht den Reisebüros! Sprecht mit Kollegen über das Problem und nehmt sie mit ins Boot.

von Ekkehardt Kaifel, 05.07.10, 20:43
Man muß nicht unbedingt besonders doof sein um die Marketingabteilung eines Online-Reisebüros zu leiten, aber es erleichtert die Sache offensichtlich immens. Die neue Generation der Manager hat wirklich auch garnichts aus der Vergangenheit gelernt, denn sonst würden sie solche Rabattspielchen gleich garnicht anfangen. Hat etwa FTi zu DM-Zeiten mit ihren Kampfpreisen (Rabatt) in die Dom.Rep für DM 999,-- 14Tage AI wirklich Kunden gewonnen??? Bankrott waren sie und wurden an die Engländer verkauft. Erinnert sich vielleicht noch jemand an MP-Travelline, denen, die 2Reisen zum Preis von einer anboten und dann hunderte in Florida, der Türkei und Portugal strandeten (als Ergebnis zahlte dann der Steuerzahler den Schaden, da die Bundesregierung die von der EU verordnete Richtlinie noch nicht in nationales Recht umgesetzt hatte). Was war das für ein toller Coup die CONDOR in Thomas Cook umzubenennen. Ein riesiger "Um(kehr)satzschub" setzte ein. Hat die Bahn einen Kunden mehr durch LIDL, Tchibo und/oder SATURN-Tickets dazugewonnen? Nein, nur der Bestandskunde konnte billiger fahren. PAYBACK bei FTI... wegen großem Erfolg nach ca 5Monaten eingestellt. Wann merken diese Zahlenakrobaten, daß aus einem Kunden keine zwei Kunden werden können? Der Kunde kann nur das Produkt beim "Mitbewerber" eventuell günstiger kaufen, bekommt dies aber in der Regel mit einem deutlichen Qualitätsverlust (Beratung, Service etc.) Herr Grube von der Bahn hat auch schon zuviel der Sommerhitze abbekommen und plant nur noch Tickets mit dem Smartphone. DB-Schalter zu, Automat abgeschafft. (Hierzu empfehle ich den Artikel un der Süddeutschen von heute 05.07. uber den Zug Mailand-München, den niemand kennt) Dieses Cross-Selling in gesättigten Märkten funktioniert nichtmehr. Tchibo bietet seine Waren im 1/4 oder 1/2jährlichen Rhythmus wie sauer Bier an, bei ALDI + Co gibt es schon längst keine Keilerei mehr wegen des neuesten PC's. Ich kann nur beten: Laß Hirn regnen, so daß all diese "Entscheidungsträger" endlich mal wieder ethische Grundssätze verinnerlichen und einsehen, daß der Mensch keine Ware, der Urlaub keine Industrie und komplexe Produkte nicht auf dem Grabbeltisch verramscht werden. Leben und leben lassen, jedem sein Fachgebiet und das zu vernünftigen Konditionen.

von Andreas Schulte, 05.07.10, 21:50
"Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt, dass der Veranstalter TC Touristik GmbH in Oberursel (mit seinen nicht ganz unbekannten Marken Neckermann und Thomas Cook) dies Wort auch nicht in den Mund genommen hat, sondern ein neutrales Online-Reisebüro namens Thomascook.de (dass übrigens von der TC Touristik GmbH betrieben wird)." - sagt Dirk. Wenn jetzt der Klaus was ganz anderes sagt, dann stammen beiden Aussagen immer noch (ich reduziere das jetzt mal gesellschaftsrechtlich) von der FVW. Bei der TC-Toutistik GmbH ist das nicht anders. Egal ob TC-Online-Reisebüro oder Neckermann - im Ergebnis ist es immer die TC-Toutistik GmbH, die hier großzügig mit Rabatten um sich wirft.

von R.-G. Ludwig, 06.07.10, 01:55
Zitat: "Unsere Wettbewerber sind die großen Online-Reisebüros. Solche Aktionen müssen leider sein, um wettbewerbsfähig zu sein" . . . weist darauf hin, dass die Aktion mit Thomascook.de durchgeführt wird (..) als Online-Reisebüro und nicht als Veranstalter (..). In diesem Segment sei ein Nachlass von 25 Euro absolut branchenüblich. Quelle FVW.de Wir merken uns: - Online Reisebüros müssen (!) Rabatte gewähren, um wettbewerbsfähig zu sein. - Man traut den Kunden zu, zwischen TOC Reisebüros und TOC als VA unterscheiden zu können. - Rabatte sind in diesem Segment absolut branchenüblich, obwohl per Agenturvertrag untersagt (ab wann ist etwas eigentlich branchenüblich?). - Man kann beruhigt sein, da die Onliner miteinander im Wettbewerb stehen und nicht mit dem stationären Vertrieb. Und zum Thema Disagio: HGB § 87b (2) Die Provision ist von dem Entgelt zu berechnen, das der Dritte oder der Unternehmer zu leisten hat. Nachlässe bei Barzahlung sind nicht abzuziehen; dasselbe gilt für Nebenkosten, namentlich für Fracht, Verpackung, Zoll, Steuern, es sei denn, daß die Nebenkosten dem Dritten besonders in Rechnung gestellt sind. Es ist für mich unverständlich, warum wir die Kosten des Zahlungsverkehrs tragen müssen - warum nicht noch 0,3% für die Unterlagenerstellung oder den Versand berechnen? Eine Abgabe von 0,6% bedeutet für viele Kollegen ein Einnahmeverlust von 10% ! ! In anderen Branchen geht man für 1-3% auf die Strasse und wir lassen uns einfach so die Butter vom Brot nehmen! http://www.igfr.de/viewtopic.php?t=527

von Attalla, 06.07.10, 09:20
Typisch Veranstalterdenken. Schmalspurige Kreativität : me too, I also will do................... Anstelle von Rabatten, Sonderaktionen, die mit Reisebüros zu pushen sind. Die Lebensmittelindustrie ist immer und naturgemäss einen Schritt vor uns. Dort gibt was zu lernen, nicht unbedingt zu kopieren aber Inspiration mehr als genug. Liebe Marketing-Päpste von der Reiseondustie lasst euch etwas besseres einfallen und studiert doch die anderen Parallelmärkte, von da kommen doch die guten Ideen.

von G. Wissen, 06.07.10, 11:27
Beide Kanäle haben ihre Daseinsberechtigung, funktionieren und unterliegen unterschiedlichen Gesetzen. Anhand der Kommentare könnte man fast rauslesen, dass einige Reisebüro-Betreiber jenseits aktueller Entwicklungen in ihren eigenen Microkosmos leben (wollen)... Anklagen und Drohungen aussprechen ohne eigene gute Innovationen zum Erfolg führen - leider spiegeln die Einträge dieses Bild wider. Allen, ob online- oder offline, ist geraten, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen. Wären die Reisebüros so gut, so beratungskompetent, so gebildet - würde der Kunde dann mehr und mehr online buchen? Wo sind die Mehrwerte der Reisebüros? Und welche Mehrwerte findet der Kunde online, zusätzlich zu Preisreduktionen. Letztere sind übrigens sowas von üblich! Das keiner der Eintragenden verschiedene Aktionen anderer Online-Reisebüros kennt zeugt von einer gewissen Ignoranz gegenüber dem Medium. Was der KUNDE möchte haben Onliner bereits begriffen. Andere sind sicher eingeladen nachzuziehen, anstatt dem Kunden im Reisebüro Veranstalter vorzuenthalten. Ob eine Reduktion der Vielfalt ein innovativer Schritt ist und den Kunden ans Reisebüro bindet stellt sich zumindest zur Diskussion. Und apropos Parallelmärkte: "20% auf alles! Außer Tierreisen" - aber nur online! Das wäre eine tolle Kopie aus einem anderen Marktsegment, oder? ;-)

von Ralf-Gunnar Ludwig, 06.07.10, 14:29
@G.Wissen > Beide Kanäle haben ihre Daseinsberechtigung, > funktionieren und unterliegen unterschiedlichen Gesetzen. Das wird keiner ernsthaft in Frage stellen. > . . Reisebüro-Betreiber jenseits aktueller Entwicklungen > in ihren eigenen Microkosmos leben (wollen)... Nein - aber ich erwarte, dass man sich an die Verträge hält, die man uns "aufdiktiert" Es geht nicht an, dass man den Reisebüros per Agenturvertrag Wasser predigt, aber selber online Wein säuft! > Wo sind die Mehrwerte der Reisebüros? OK - manche Leute sehen in dem "Mehrwert" eines persönlichen Ansprechpartners und seinen Serviceleistungen für sich keinen Vorteil - sollen sie halt online buchen, aber wir müssen hier über diese Frage doch wohl nicht ernsthaft diskutieren? > Und welche Mehrwerte findet der Kunde online, > zusätzlich zu Preisreduktionen. Das Frage ich mich auch (Ok . .vom Sofa aus, mitten in der Nacht usw.), denn wenn man einen Mehrwert bieten würde, müssten man ja nicht auf 50%-90% seiner Vergütung verzichten also nur über den Preis verkaufen. > Letztere sind übrigens sowas von üblich! Wenn mir einer ans Bein pinkelt ist das eine Sauerei, wenn mir mehre ans Bein pinkeln ist das ein grosse Sauerei und wenn mir viele ans Bein pinkeln, rege ich mich nicht mehr auf, weil das dann "so üblich ist"?!? > Das keiner der Eintragenden verschiedene > Aktionen anderer Online-Reisebüros kennt > zeugt von einer gewissen Ignoranz gegenüber dem Medium. Wir alle kennen die Aktionen der Online-Portale (zum Teil am Rande der Legalität - zumindest aber vertragswidrig). Aber es geht hier nicht um einen x-beliebigen Online-Anbieter, sondern um einen unserer "Handelsherren", um einen LEITVERANSTALTER. Hier erwarte ich, dass der Konzern sich an die vertraglichen Grundlagen hält! Cheers RGL

von Thomas, 06.07.10, 16:41
@Wissen: "Was der KUNDE möchte haben Onliner bereits begriffen. Andere sind sicher eingeladen nachzuziehen, anstatt dem Kunden im Reisebüro Veranstalter vorzuenthalten. Ob eine Reduktion der Vielfalt ein innovativer Schritt ist und den Kunden ans Reisebüro bindet stellt sich zumindest zur Diskussion. " Standart ist: Kunde hat im Internet gebucht und hat Fragen, Probleme & Nöte. Dann begreift der Kunde den Mehrwert ( der nicht finanziell ist - den der Preis ist normal gleich oder seitens des Büros günstiger :=)!) des Reisebüros sehr schnell, denn ein "Kümmerer" ist manchmal besser - als der Schreck danach, wenn z.Bsp. der Transfer vergessen wurde....

von Reiner Iserlohe, 06.07.10, 16:43
Na, da ist doch wenigstens mal Bewegung in einem Thema, habe ich doch gesagt, das ist ein Thema welches die Reisebüros interessiert. Nicht ob der DRV in Hamburg-Klopstock oder in Korea tagt. Meinen Vorschreibern ist allerdings kaum noch etwas hinzuzufügen. Eine Stellungnahme seitens TC wäre aber noch interessant. Wäre doch mal ganz schön zu lesen mit welchen Wortwindungen sich die Obermanager wieder aus der Affäre ziehen wollen. Diese ganze Verhalten der Veranstalter ist mittlerweile so lächerlich, das kann man gar nicht mehr ernst nehmen. Das Beste ist immer wenn dann geschrieben wird, das sind wir ja gar nicht, das ist nur unsere selbständige Stieftochter, die heißt nur so wie wir.

von Hans Simon, 06.07.10, 17:05
Die Sichtweise der Reisebürovertreter ist nachvollziehbar, vor allem weil die Reisebüros die Marktführer unter den Veranstaltern zu diesen gemacht haben. Das Internet hat nun mal die klassische Struktur unserer Branche kräftig durcheinander gewirbelt und so wurden aus manchen Reiseveranstaltern gleichzeitig Reisevermittler und umgekehrt. Bemerkenswert ist in diesem Fall aber, dass die Markenmacht, zu der die Reisemittler wesentlich beigetragen haben, sich jetzt im direkten Wettbewerb gegen sie richtet. Dazu ein Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 29.08.2006 eines Herrn Middelhoff: „wir wollen das Unternehmen unter unsere Kontrolle bringen und zum größten Online-Anbieter von Reisen aufsteigen“. Dass dieses Ziel mit den Reisen von nur einem Veranstalter nicht erreichbar war, bewies www.thomascook.de „47 Veranstalter im direkten Vergleich“ kurz darauf ja nun sehr deutlich! Ob man dabei in der Liga der großen Onlineportale nur mit Rabattaktionen auf die vorderen Tabellenplätze kommt sei dahin gestellt, denn das müssen die Onlineportale für sich selbst entscheiden. Dass aber nahezu allen Marketingstrategen unserer Branche in den letzten Jahren fast immer nur das Preisdumping einfiel, zeugt nicht gerade von großer Innovation. Dies führte beim Kunden zu einem Imageverlust unserer Produkte und in den Unternehmensbilanzen der Branche zu dramatisch sinkenden Umsatzrenditen. Ich erinnere mich noch an Zeiten in denen ich mit meinen eigenen Reisebüros gutes Geld verdiente. Dem Satz von @stephan: „Noch haben die Reisebüros die Macht – sie wissen sie nur nicht zu nutzen“ stimme ich zu und möchte diesen Gedanken in Bezug auf den Wettbewerb im Onlinegeschäft ergänzen. Es ist mittlerweile erwiesen, dass kaum ein einzelnes Reisebüro in der Lage ist jemals in der Liga der großen Online-Portale aus eigener Kraft mitzuspielen. Warum schließen sich in diesem Wettbewerb mit den big Playern nicht alle Reisebüros systemübergreifend zu einem mächtigen Online-Portal zusammen? Das Fundament dafür steht längst zur Verfügung!

von Reiner Iserlohe, 06.07.10, 20:35
Zitat Hans Simon: "Warum schließen sich in diesem Wettbewerb mit den big Playern nicht alle Reisebüros systemübergreifend zu einem mächtigen Online-Portal zusammen" Vielleicht weil es (mit einer Ausnahme) kein Portal gibt welches den Reisebüros gehört, von diesen unterhalten und vor allen Dingen deren Erträge den Reisebüros als Eigentümer auch zur Verfügung stehen.

von Wolfgang Hoffmann, 06.07.10, 22:08
Hallo Reiner, weil das Geld diktiert, wer im Markt mitspielen darf. Und wenn die traditonell bewährte Qualität unserer Branche sich Wege sucht, in diesem Spiel mitzumischen, dann gibt es eben diese ausnahmetalentierten Lösungen. Aber nachdem ich gerade von einem 2-tägigen Besuch aus Geschwand zurück bin, möchte ich Dich in einem Punkt unbedingt korrigieren: Es gibt Zwei!

von Hans Simon, 07.07.10, 09:38
Hallo Herr Iserlohe, Sie haben recht, deshalb haben 200 Reisebüros 2007 ein Unternehmen gegründet, an dem sich jedes Reisebüro beteiligen kann.

von Wolfram Schneppe, 07.07.10, 16:17
Hallo, g.wissen: was schmeisst du denn schon am Vormittag ein? Das ist jetzt aber nicht wirklich ernst gemeint...einfach unglaublich, der Kerl!

von G. Wissen, 08.07.10, 18:42
@Herr Schneppe guter Kommentar! Trägt ungemein zur Diskussion bei... Ein nicht unwesentliches Online-Reisebüro zeigt ja gerade im TV, wie man sich den Urlaub online selbst zusammenstellen kann und dabei noch bis zu 100,-Eur sparen kann.

von Der Schalk, 09.07.10, 12:10
. . . klarer Fall von "schlechtem G.Wissen". Aber vielleicht steht das "G." ja auch für "Gar nichts" ;-)

von Thomas, 28.07.10, 13:11
Da liegt ein Flyer bei mir im Briefkasten von einen Reisebüro: "... Sie haben Ihre Traumreise bereits in einem anderen Reisebüro oder im Internet gefunden ? wir prüfen ihren Reisewunsch erneut. Finden wir Ihre Reise zu gleichen Bedingungen nicht günstiger , erhalten Sie auf Ihren Preis 2 % Rabatt *. ..." Wie kann man hier vorgehen ? Oder ist jetzt alles erlaubt ? Der letzte Satz ist auch noch "Ihr Reisebüro mit Herz", wir werben seit Jahren mit "Service mit Herz". Das Reisebüro ist ca. 500 m von unserem entfernt, wir haben gleichzeitig 2004 gestartet.

von R.-G. Ludwig, 28.07.10, 14:59
Nein - erlaubt ist das nicht! Flyer kopieren und an die Veranstalter senden! Evtl. auch an die WZ, bin mir aber nicht sicher, ob die noch tätig werden, da Rabatte ja grundsätzlich erlaubt sind und daher "nur" gegen Agenturverträge verstossen. Die Werbung mit Rabatten ist also nach wie vor untersagt (nicht machen kann man gegen Kickbacks, Urlaubsgeld usw.). Ausserdem könnte man hier noch den "Beratungsklau" unterstellen, gegen den die grossen Veranstalter auch vorgehen wollten. Cheers RGL

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