SEO

Was Google Ihnen alles andichtet

Jetzt ist es amtlich: Google muss laut BGH-Beschluss kritische Suchvorschläge aus seinem Dialogfeld ausblenden, wenn sie Persönlichkeitsrechte verletzen. Nicht nur Bettina Wulff sollte hier einmal genau hinschauen.

von Dirk Rogl, 14.05.2013, 13:21 Uhr

Bettina Wulff hat es längst getan, der Chef eines Unternehmens, das sich offenbar zu Unrecht in die Nähe von Scientology gedrängt fühlt, ebenfalls. Wer die Autocomplete-Funktion in der Google-Suche nutzt, erlebt bisweilen böse Überraschungen. Die von dem Web-Riesen generierten Suchergänzungsvorschläge (so heißen die Keywords in der Rechtssprache) seien zu löschen, wenn sie gegen Persönlichkeitsrechte verstoßen, teilte der Bundesgerichtshof (BGH) heute.

Was das mit Touritik zu tun hat? Eine ganze Menge. Denn auch die Suchbegriffe von Branchen-Promis werden von Google längst nicht immer so komplettiert, wie es die Damen und Herren gerne hätten.

In unserer kleinen Stichprobe heute etwa fiel uns zuerst der streitbare Ryanair-Chef Michael O´Leary auf:

Nur ein Ausreißer? Zugegeben: Deutsche Top-Touristiker gehen im globalen Such-Algorithmus etwas unter. Häufig generiert Google für sie keine bemerkenswerten Suchvorschläge. Aber auch der längst zum Ritter geschlagene Virgin-Gründer Richard Branson dürfte über die von Google generierten zusätzlichen Titel "not amused" sein:

In dem BGH-Urteil geht es explizit um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die Urteilsschrift ist noch nicht veröffentlicht. So bleibt die spannende Frage offen, ob sich das BGH-Urteil auch auf die mutmaßliche Beschädgung von Markenrechten anwenden lässt. Da hier ein Unternehmer bewusst im Namen seines Unternehmens geklagt hat, liegt diese Vermutung nah. Vorsorglich legen wir touristischen Unternehmen schon einmal ans Herz, ihre jeweiligen Auto-Complete-Vorschläge in der Google-Suche einmal durchzuspielen.

Das gilt übrigens auch für so renommierte Marken wie die Lufthansa, die wahrlich nicht in Verdacht steht, in Insolvenzgefahr zu stehen. Wie der vierte Suchvorschlag zustande kommt, ist bei Google wie immer eine Frage des streng geheimen Algorithmus.

Und selbst für einzelne Destinationen besteht erhöhte Wachsamkeit. Für den Begriff "Urlaubszocke" liefert Google in unserem Test exakt ein Ergebnis. Unser Beileid an Italien.

Es bleibt spannend, wie Google mit diesem Urteil umgeht. Gleiches gilt für die im Umbruch stehende Zunft der Suchmaschinenoptimierer. Die Bereinigung von Auto-Complete-Profilen könnte ein hübsches neues Geschäftsfeld werden. Haben Sie weitere spannende Beispiele für uns?

PS: Und brauchen Sie weitere spannende Anregungen für ihr Online-Geschäft? Geben Sie doch mal "fvw o" in die Google-Suche ein. Ich freue mich, Sie am 5. Juni zu sehen.

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 14.05.13, 14:15
achwas!? Und was ist, wenn man "Günther Jauch Reisen" bei Guggel eingibt und kommt auf http://www.ab-in-den-urlaub.de/Angebote/Reise-Zu-Guenter-Jauch

von Walter Bracun, 08.12.13, 09:40
Da gäbe es wohl andere Probleme zu lösen!

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