SEO

Ist Facebook gut für Google?

Bringt eine starke Präsenzin den sozialen Netzwerken die eigene Web-Site auch bei Google weiter nach oben? Eine aktuelle Studie von Searchmextrix deutet darauf hin. Eine noch aktuellere Studie von Tripsbytips wiederum lässt das Gegenteil erahnen. Ja, was denn nun?

von Dirk Rogl, 10.02.2012, 16:14 Uhr

Es wäre wohl der Traum eines jeden Social Media Beraters. Vergessen wir einfach die aufwändige Produktion einzigartiger Inhalte, tausendfacher Landing Pages und mannigfaltiger Backlinks, stecken wir unsere Energie lieber in Facebook & Co. Denn das hilft, um die eigene Web-Site in den Ergebnislisten von Google voranzubringen. So zumindest die These. Aber ersetzt Social Media wirklich die klassische Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Eine gestern vorgestellte Studie von Searchmetrics lässt dieses Fazit durchaus zu. Die Web-Analysten überlassen die entsprechenden Jubel-Meldungen über den Siegeszug des Social-SEO zwar engagierten Bloggern, liefern aber reichlich Futter dafür. Klare Erkenntnis: Web-Seiten mit einer starken Sichtbarkeit auf Facebook und Twitter performen in der Universal Search von Google besonders gut.

Heute nun kommt die kompakte Gegenstudie von Tripsbytips. Der Content-Anbieter erklärt die von Searchmetrics angedeutete Logik kurzerhand zum Henne-Ei-Prinzip. Das Ergebnis Seiten, die in Google gut ranken, sind zumeist auch in sozialen Netzwerken stark präsent. Umgekehrt muss dies aber nicht der Fall sein. Tripsbytips hat die Sichtbarkeit wichtiger Tourismus-Portale in sozialen Netzwerken und in der organischen Suche verglichen. Das kompakte Fazit: In vielen Fällen ist kein Zusammenhang erkennbar.

Das komplette Studie, die ebenfalls auf Searchmetrics-Daten basiert, will Tripsbytips-Chefin Alexandra Quiring erst zur ITB vorstellen. Eins ist aber jetzt schon klar: Starke Marken, prägnante Domains und viele Backlings bleiben im SEO auch weiterhin das Salz in der Suppe. So sieht es übrigens auch auch Searchmetrics selbst. Ob Facebook & Co tatsächlich Faktoren für das Google-Ranking sind, wissen ohnehin wohl nur ein paar Google-Manager.

Mein Tipp: Starke Inhalte auf der eigenen Seite können gewiss nicht schaden, weder für die Sichtbarkeit in Google noch für die in den sozialen Netzwerken. Wie das funktioniert, klären wir übrigens auf dem fvw Online Marketing Day am 8. Mai, unter anderem mit Tripsbytips-Chefin Alexandra Quring.

Kommentare

von Aktiv-Reise.Netz, 10.02.12, 17:01
Wir stimmen tripsbytips zu. Ein Zusammenhang zwischen SozialMedia Einträgen und Googel Ergebnissen ist aktuell nicht feststellbar.

von Alexandra Quiring, 10.02.12, 19:33
Hallo Dirk, danke dass Du das Thema aufgenommen hast. Eins möchte ich unbedingt klar stellen. Wir sehen unsere Untersuchung als Ergänzung zur Auswertung von Searchmetrics. Es handelt sich nicht um eine Gegenstudie. :-) Die Verfasser der Studie selbst haben davor gewarnt, Korrelation mit Kausalität zu verwechseln. Die Untersuchung von Searchmetrics auf Keywordbasis sagt stark verkürzt, daß Seiten, die gut ranken u.a. gute soziale Signale (Facebook likes, shares...) besitzen. Unsere Auswertung zeigt, daß gute soziale Signale einer Domain kein gutes Ranking derselben bei Google bewirken. Das Thema wird uns auf jeden Fall weiter beschäftigen. Ich wünsch Dir aber erstmal ein schönes Wochenende. Liebe Grüße Alexandra

von Jürgen Barthel, 10.02.12, 19:47
Ist SEO kriminell? Immerhin versuchen die ja, Seiten künstlich "nach oben" zu puschen, dabei gilt die "Google-Regel" doch weiterhin. "Unique Content" erhöht die Trefferquote. Das können Blogs, Twitternachrichten, Einträge in sozialen Netzwerken und vieles mehr sein. Google analysiert hier die "Bekanntheit" und "Beliebtheit". Der Kampf SEOs gegen Google ist ja schon legendär, wie viele "Serverfarmen" gibt es, die untereinander künstlich verlinken um die Platzierung nach oben zu treiben, obwohl Google das zwischenzeitlich recht gut ausfiltert? Oder die unsäglichen "Suchbegriffswüsten" am Ende von Seiten, die sich immer noch recht häufig finden... Was bringt eigentlich mehr? Investition in SEO-Experten oder Investition in Unique Content...?

von ulrichroth, 11.02.12, 09:53
Dass der Searchmetrics Artikel im Heer der Ahnungslosen SEO`s wie eine Nebelkerze einschlägt, habe ich mir beim Lesen gleich gedacht. Lesen und Verstehen sind zweierlei. Zum besseren Verständnis den Kommentar auf Seokratie lesen. http://www.seokratie.de/google-ranking-faktoren-2012-fur-deutschland-und-wieder-mal-mein-senf/

von Matthias, 14.02.12, 16:43
Matt Cutts hat dazu ein Videointerview gegeben. Eine der Kernaussagen lautet: Links von Facebook können nur von öffentlichen Profilen gelesen werden und werden genauso gewertet wie jeder andere Link. Im Prinzip bestätigt er das Google inzwischen Facebook Links für die Rankings mit einbezieht und zu beachten wäre, dass Google Links nur bewerten und einen PageRank zuordnen kann, wenn diese crawlbar sind. Welchen Wert Backlinks aus Facebook, haben, das wird sich erst noch zeigen. Jedenfalls werden Social Media Links zur Zeit in der Echtzeitsuche am meisten beachtet.

von Carla, 16.02.12, 17:41
@Jürgen: Zunächst ist SEO erstmal keine schwarze Magie, mit denen Google verhext wird. Klassisches SEO hilft dabei, Websites besser zu strukturieren, um damit Inhalte schneller zugänglich zu machen. Es hat sich bei einigen wahrscheinlich noch nicht ganz rumgesprochen. Da Google zunächst ein behinderter User ist (der zum Begreifen von Sachverhalten etwas länger braucht und darüber hinaus noch blind ist), arbeitet SEO an der Barrierefreiheit einer Website. Gerüchten zufolge sollen davon sogar echte Menschen profitieren. Die allgemeinen Rankingfaktoren sind schon lange kein Geheimnis mehr und können an vielen Stellen im Netz nachgelesen werden z. B. gibt's hier einen groben Überblick: http://www.h-age.net/hinter-den-kulissen/lexikon-der-fachbegriffe/340-onpage-a-offpage-rankingfaktoren.html Natürlich gibt es SEOs, die über die Stränge schlagen und die ganze Blackhat-Nummer abziehen. Und manche SERPs sind wirklich der blanke Müll. Aber deswegen gleich die komplette Suchmaschinenoptimierung an den Pranger stellen? Inwieweit Google Links aus Facebook tatsächlich wertet, bleibt nach wie vor Geheimnis des Suchmaschinengiganten. Schließlich sind alle Facebook-Links mit dem rel="nofollow"-Attribut offiziell entwertet. (Ähnliche Diskussionen gibt es übrigens auch mit den Wikipedia-Links). Interessanter als die Links dürften IMHO die Likes bzw. die aus einer gut gemachten Facebook-Kampagne entstehenden, freiwillig gesetzten Links sein. (Ja, sowas soll es auch noch geben ... Die bekommen aber die Blackhat-SEOs mit ihren Müllseiten nicht. Ätschebätsch! ;o) )

von Mario G., 22.02.12, 14:13
Das Ganze nennt sich "Correlation ist not Causation". Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Dies steht übrigends auch unten in der Erklärung von Searchmetrics sowie wird dies schon seit Jahren von der SEO-Szene so interpretiert. Da braucht es ehrlich gesagt keine "Amateure" von TripsbyTips als Trittbrettfahrer, die hier mit komplett offensichtlichen Ergebnissen versuchen, Buzz-Marketing und Linkbuilding zu betreiben. Sehr armselig in meinen Augen, aber ich kenne bereits nicht Wenige, die zur ITB dann dieses Treiben von Herrn Frers und Co. mit Freude vor versammelter Mannschaft auffliegen lassen werden.

von Uwe, 22.02.12, 14:47
Hallo Mario G., Danke für Deinen freundlichen Beitrag hier im fvw-Blog. Dein Angebot, dass wir uns auf der ITB über dieses Thema unterhalten, nehme ich gerne an. Dazu wäre es allerdings notwendig, dass Du Dich wie alle anderen in dieser Diskussion via Link erkenntlich machst, sonst klappt das schlecht mit der Verabredung. Ich bin gespannt. Beste Grüße, Uwe

von Uwe, 27.02.12, 10:10
Auf dem Sixtrix-Blog gibt es eine lange und sehr gute Diskussion zum Thema Social & SEO sowie die Frage nach den Prioritäten: http://www.sistrix.de/news/1014-seo-gef-hlter-handlungsbedarf.html Gut gefällt mir folgender Kommentar von Johannes in der Diskussion: "Nico, ich glaube durchaus, dass soziale Signale (wie auch immer) Auswirkungen auf das Ranking haben (werden). Den Punkt, den ich versuchen in dem Blogposting rüberzubringen ist allerdings den Zeitaufwand, den man in die Optimierung der einzelnen Felder steckt. Es ist durchaus nicht unüblich, dass sich jemand ne Woche Gedanken über irgendwelche Social-Voodoo-Sachen machen, dabei das Keyword aber nicht im Title-Tag der Seite stehen hat..."

von Nurich, 02.03.16, 23:57
Ich bin der Meinung, dass Google und Facebook starke Konkurrenten sind. Facebook schafft es gezielter Werbung für Nutzer anzuzeigen, da Facebook mehr über den Nutzer weiß wie Google. Daher wird Google so gut wie möglich versuchen Facebook "klein" zu halten.

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