Russland

Die neuen Touristiker

Früher hießen sie Scharnow und Dr. Tigges, heute Mordashow und Blavatnik.

von Klaus Hildebrandt, 08.04.2008, 16:29 Uhr

Stahlbaron Alexej Mordashow ist Aktionär bei der TUI und will weiter aufstocken. Angeblich hält er schon fast zehn Prozent und will mit TUI-Chef Michael Frenzel in den russischen Outgoing-Tourismus und in Hotels investieren. Leonard Blawatnik ist mit 18,6 Prozent nun größter Aktionär der Air Berlin. Ist die zweitgrößte deutsche Airline für den russischstämmigen Amerikaner tatsächlich nur ein Finanzinvestment? Oder plant er Größeres? Denn eine Mehrheit an Air Berlin wäre durch den Kursverfall zum Schnäppchenpreis zu haben. Die Russen kommen – ganz friedlich im Tourismus. Ob Hotels in der Türkei und in Ägypten oder Carrier wie Blue Wings. In ein paar Jahren wird Russland zu den ganz Großen im Tourismus gehören, wie Deutschland, Großbritannien oder Japan. Daran müssen wir Deutschen uns gewöhnen. Wer Schwarnow und Dr. Tigges waren, wird die neuen Investoren eh nicht interessieren.

Kommentare

von Andreas Schulte, 08.04.08, 18:11
Die Alten und die Neuen in der Touristik unterscheiden sich allerdings erheblich. Die Alten waren Touristiker und dachten zu erst an die Touristik und dann ans Geld - an Aktienkurse wohl noch gar nicht. Die Neuen sind gar keine Touristiker und denken nur an Geld. Bei einem Koch, der nur ans Geld denkt, wird das Essen kaum schmecken.

von Wolfgang Hoffmann, 09.04.08, 15:30
"...Bei einem Koch, der nur ans Geld denkt, wird das Essen kaum schmecken..." Die Kriterien beim Grundbedürfnis der Kalorienzufuhr sind seit McDonalds allerdings auch andere geworden. Beim Fastfood dreht sich alles um Standardisierung und, dass man egal, wo in der Welt man ist, immer das Gleiche zu Essen vorgesetzt bekommt. Seit der Industrialisierung der Touristik wird das Erholungsbedürfnis des verbrauchers doch auch normativ erfasst und bedient. Selbst die Airlines haben den Passagier von der Körpergröße und vom Gesäßumfang her standardisiert und lassen keinen Raum für Großgewachsene oder Dicke..., geschweige denn für dicke Lange! Ich wache in Hotels auf und muss mich doch erst einmal orientieren, in welchem Land ich gelandet bin. Ich schaue aufs Frühstücksbuffet und könnte überall auf dem Globus sein. Will ich mich bedanken, spreche ich eine Sprache: Englisch. Selbst mein Koffer auf dem Kofferband scheint geklont zu sein! Vielleicht bringt Russland ja mit seiner Kultur etwas frischen Wind in die ganzen Unisonos - und wenn er klat ist, egal!

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