Rewe, Online-Vertrieb

Der große Online-Nebel

Die Rewe Pauschaltouristik setzt nach eigenen Angaben zwölf Prozent über fremde Portale ab. Kann das angehen?

von Klaus Hildebrandt, 28.02.2008, 09:49 Uhr

Es gibt kaum ein Gebiet, bei dem Veranstalter einen derartigen Eiertanz aufführen wie beim Internet-Vertrieb. Nennen sie vor der Presse einen zu hohen Anteil, gelten sie als Feind des gerade wieder umschmeichelten stationären Reisebüros. Nennen sie einen zu niedrigen Anteil, gelten sie als hoffnungslos altmodisch. In der jährlichen fvw-Dokumentation des Veranstaltermarkts frage ich die Daten bei über 60 Firmen ab. Der Online-Anteil schwankt von 0,8 Prozent bei Lernidee bis 50 Prozent bei Frosch Sportreisen mit einem jugendlichen Publikum. Die Rewe Touristik, inklusive Dertour, gibt vier Prozent zu Protokoll. Um so überraschender die Aussage bei dem ersten Presseauftritt der neuen Rewe-Pauschal-Spitze um Rembert Euling, deren Online-Anteil betrage zwölf Prozent. Und die eigenen Websites seien da noch gar nicht mitgerechnet, hieß es auf Nachfrage. Kann das sein? Thomas Cook, mit Neckermann Spitzenreiter in der Traveltainment-Statistik, kommt nach eigenen Angaben mit den eigenen und fremden Portalen auf einen Internet-Anteil von rund zehn Prozent. Die TUI Deutschland musste gerade verschämt einräumen, dass sie ohne das TUIfly-Einzelplatzgeschäft nur gut drei Prozent über TUI.com absetzt. Ist die Rewe Touristik also viel online-affiner als immer gedacht? Oder wird in Köln anders gerechnet? Oder ist auch die Konkurrenz inzwischen viel stärker im Web unterwegs als sie öffentlich zugibt? Die Antwort, die vielleicht nur große Vertriebspartner kennen, würde mich interessieren.

Kommentare

von Andreas Schulte, 28.02.08, 21:46
na ja, aber so ne wir rechnen uns schön Spielchen verwundern die "Drei vom Blog" doch nicht wirklich - oder ? Es soll da vertikal integrierte Touristikunternehmen geben, die ihre Umsätze munter kumulieren, in dem sie z.B. aus den 1000 Euro tatsächlichem Reiseumsatz eben mal 1970 Euro. Das geht ganz einfach. Man muss einfach nur zusammenzählen: 12 % Provision für das konzerneigene Reisebüro, macht 120 Euro Umsatz, das geht so weiter mit dem Umsatz der konzerneigenen Airline, dem konzerneigenen Hotel, der eignen Reiseleiter etc. Übrig bleiben dann lediglich die 3 % Marge, die Peter Long vorgibt. Ja so rechnet man heute in der Branche. Da Internet ja noch ein wenig neu ist, übt man da mit den Rechenoperationen noch ein bischen. Ich persönlich kann 12 % Online-Anteil allerdings nicht glauben. Das hieße ja, dass 88 % nicht Online verkauft würden. So große Call-Center hat die Rewe doch gar nicht. Da alle CRS heute webbasiert und damit online sind, ist 12 % Online wirklich ein schwaches Ergebnis. Deswegen werden die von REWE sich jetzt auch den Ralph Schiller geholt haben. Die Quote muss nach oben, die Call-Center sind auf Dauer zu teuer.

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten