Provisionen

Hier gibt’s mehr Geld

Ist das nichts? TUI wirft den Malus in die Rumpelkammer und will, wie Thomas Cook, mehr Geld für den Vertrieb in die Hand nehmen. Beide Konzerne machten es ihren Vertriebspartnern in der Vergangenheit unnötig schwer.

von Michael Krane, 30.07.2010, 08:22 Uhr

Thomas Cook erholt sich nur allmählich von seinem rabiaten Schnitt bei den Provisionen vor drei Jahren. Demnächst gibt es immerhin zehn Prozent ab 145.000 Euro Umsatz. Das ist ein Wort.

Und die TUI fand bei ihren Reisebüropartnern immer weniger Gehör, solange der Malus die Atmosphäre vergiftete. Jetzt soll das Strafgeld schon bald der Vergangenheit angehören. Und TUI-Vertriebschef Hasso von Düring spricht davon, einen „fetten zweistelligen Millionenbetrag“ zu investieren. Die neue fvw bringt die Details.

Woher die neue Großzügigkeit? Die Renditeverpflichtungen beider Konzerne haben jedenfalls nichts von ihrer Dominanz verloren. Kann es sein, dass TUI und Thomas Cook in „ihren“ Reisebüros dramatisch an Zugkraft verloren haben?

Kommentare

von reiner iserlohe, 30.07.10, 10:04
Ich kann diesen ganzen Hypte um die neuen Provisionsmodelle, insbesondere bei TC, gar nicht nachvollziehen. Heißt es doch, das die 10% Einstiegsprovision erst dann zum Tragen kommt wenn der diesjährige Umsatz auch 145t übersteigt. Im Umkehrschluss bedeutet dies doch, das alle kleinen Büros und alle die in den letzten Jahren klar gegen TC gesteuert haben und dieses Jahr kein 145t mehr erreichen (können) ganz klar abgestraft werden oder haben Sie in den Provisionsberechnungen irgendetwas von retroaktiv gelesen? Ich finde die FVW sollte hier ihrer journalistischen Verantwortung etwas mehr gerecht werden und klar sagen wer denn die vermeintlich besseren Provisonen bezahlt. Es sind mal wieder die kleinen Büros...

von Wolfgang Hoffmann, 30.07.10, 11:41
ob es an denen liegt, die endlich wieder das Sagen zu haben schienen bei unseren Leit-VAs oder ob es das Eingeständnis einer völlig verfehlten Onlinepolitik ist, das mag ich nicht beurteilen, aber sicher ist, dass wir, der stationäre Vertrieb mit unseren Argumenten endlich durchgedrungen sind. Wenn unsere Handelsherren wollen, wir strecken unsere Hand aus für ein neues, partnerschaftliches Selbstverständnis zwischen uns, dem einzig über Jahrzehnte bewährten und jederzeit belastbaren Vertriebsweg in der Touristik und denen, die ihren Markennamen immer noch an jeder Ecke in jedem Ort sehen möchten und nicht nur über den Preis im virtuellen Ramschgeschäft verscherbelt werden wollen.

von Reiner Iserlohe, 30.07.10, 12:01
"aber sicher ist, dass wir, der stationäre Vertrieb mit unseren Argumenten endlich durchgedrungen sind." Lieber Wolfgang, soll ich das so verstehen, das du als Mitarbeiter des größten oder schönsten Reisebüros in der wunderschönen Stadt Krefeld es in Ordnung fiindest, das die kleine Reisebüros mit 7% von TC abgestraft werden und das gleichzeitig die Prov. der Onliner die über 400t Umsatz machen bei 8% beginnt? Ganz davon abgesehen, das das TUI Model ja auch immer noch auf Wachstum setzt. Ein Wachstum welches sich vermutlich nur dann darstellen lässt wenn die kleinen RSBs endlich versterben. Das kann als Neuschmetterling doch nicht dein Ernst sein.

von Wolfgang Hoffmann, 30.07.10, 15:11
im krampfhaften bemühen, Dir nicht jovial um den Hals zu fallen, frage ich Dich, was die Alternativer gewesen wäre? Alles so belassen? Okay, hast recht, das Erreichte kann nur Ansporn sein, noch mehr zu erreichen. Nur sehe ich jetzt den Punkt, wo sich unsere Leitveranstalter, unsere Handelsherren auf uns zubewegt haben. Unter Streithanserln ist das ein Zeitpunkt, weitere Verbesserungen der Beziehung gemeinsam zu erarbeiten. Die anderen Punkte, die Du angesprochen hast, z.B. die Provisionserhöhungen für die großen Onlineportale mit ihren NTO-Verträgen..., hallo? Glaubst Du wirklich, dass die VAs darüber glücklich sind? Haben die Goldesel auf den Etagen? Können dei Geld drucken? Die werden sehr bald feststellen, dass sie sich haben über den Tisch ziehen lassen. Und die kleinen Reisebüros? Ja, hallo? Da wird es eh mit der Evolution nicht aufhören, egal, was die big 5 machen. Wer existieren will, der wird existieren. z.B. SLR hat jedes Jahr beständigen Zuwachs im Umsatz. Warum wohl? Und das werden sich unsere Leit-VAs, btw, noch mehr zum Vorbild nehmen müssen.

von Lastminuteauskunft.de, 02.08.10, 16:36
Wer ist TUI - wer ist TC - hoch lebe Schauinslandreisen ohne wenn und aber!

von Joerg, 06.08.10, 08:22
Irgendwie kann die "Presse" die tollen neuen Verträge auch nicht richtig lesen. ganz leise durch die Hintertüre kommt bei TUI;NEC; FTI, GTI usw. eine neue BOMBE oder VIRUS der gerade andockt in die Landschaft: FLATPROVIsion. Alle nicken brav als wäre es was leckeres zum essen, NICHT ein Bericht das dieses neue DING, in KURZER Zeit die Erträge richtig in den Keller fährt. Alles was LASToder XVeranstalter ist, wird nun mit einer Flatprovision belohnt: ob XFLY; oder XNEC,...oder auch XGTI oder XITS. Schubs auf alles und egal was man damit bewegt es gibt einen Prov. Satz und damit fertig. Die schönen Staffeln und neuen Verträge sind damit für den A....., weil der Anteil bei dem X Bereich erheblich gesteuert wird und steigen wird. NEC steuert heute doch schon Last angebote für DEZ und Jan ins System. Bei FTI fällt auch auch stark auf. Und wenn plötzlich bei einem VA 20% des Umsatzes X sind, tja dann wird es in die schöne Gesamtsumme mit reingerechnet....aber eben nicht nachprovisioniert. Schubs gibts nichts mehr zusätzlich... Also eine erhebliche Prov. Kürzung durch die Hintertüre, und dieser Virus wird ganz schnell um sich greifen und wachsen. Fazit: Was ist X...ist dynamisches Packetieren von Flügen mit Hotel und Transferleistungen just in Time, ein jeder Veranstalter träumt hier feucht das die Umsätze gesteigert werden..., klar aber zulasten der "normalen" Katalogumsätze den die Bevölkerung sinkt, und die Menschen fahren nicht mehr in Urlaub. Nirgends steht das X schlechter entlohnt werden muss! Und die "dumme Logik" von VAs als Argument warum X schlechter entlohnt wird: DER MARKT hat sie gezwungen! Quatsch! Das wäre so als wenn die NEC Mitarbeiter nun weil der Markt sie dazu zwingt nun auch zwischen 0600 Uhr und 0800 Uhr Arbeiten müssen, weil das eben X neu und geil ist. ABER : dafür nur 70% Ihres Gehaltes bekommen! Komisch auf die Idee kommt im Konzern keiner, nur wir sollen für gewisse Produkte schlechter entlohnt werden. FAZIT: liebe FVW aufwachen, liebe Kollegen aufwachsen, hier kommt eine ganz schneller Virus X der so die Prov. nach unten fährt wie es noch keiner gesehen hat.

von Wolfgang Hoffmann, 16.08.10, 15:31
Danke für die Impfung, Joerg. Hat nur kurz gepiekst, und jetzt bin ich hoffentlich immun. Damit ich mir nicht doch noch einen einfange trage ich einen Mundschutz. Ist in jedem Fall nützlich, - kann niemand sehen, wie ich mit meinen Lippen fast unhörbar forme: "Schauinslandreisen, Schauinslandreisen..." ;-)))

von Peter Haussen, 16.08.10, 16:39
Thomas Cook verbessert die Provision ? Der einzige Grund für einen Veranstalter die Provisionstabelle zu verändern ist - Provision einzusparen ! Da das Modell von Thomas Cook auf dem Vorjahresumsatz basiert - konnte sich Thomas Cook zu Zeitpunkt der Bekanntgabe genau ausrechnen wie viele Reisebüros in Zukunft für bis zu 145000,- Euro Umsatz nur noch für 7 % arbeiten werden. Und die Anzahl dieser Büros muss enorm sein sonst hätte man ja nichts eingespart und den Mindestumsatz noch weiter erhöht. Die Berichterstattung in den Fachzeitschriften geht in die völlig verkehrte Richtung - so etwas kann man doch nicht loben ! Ich bin entsetzt über dieses Verhalten.

von Reiner Iserlohe, 16.08.10, 17:05
Wie heißt es doch immer "der Veranstalter hat 2-stellige Millionenbeträge in die Hand genommen für das neue Provisionsmodell..." keiner beantwortet jedoch die Frage wofür er das Geld ausgibt...

von Wolfgang Hoffmann, 16.08.10, 17:55
"Geld in die Hand nehmen" ist eine hervorragende Metapher, um zu verschleiern, dass man nicht gewillt ist, dieses Geld auch noch auszugeben. So ähnlich ist es auch mit dem Wort "Arbeitsplatz". Niemand hat bei dieser Form der sozialen Wohltat, eine warme und trockene Bleibe für den Tag zu stellen davon gesprochen, dass den Nutznießern dieses Arbeitsplatzes dafür auch noch ein Gehalt ausbezahlt wird.

von Lutz Rose, 20.08.10, 10:25
Thomas Cook`s radikale Provisionskürzung ist in Zeiten in denen man im Bistro einen Veranstalter ausblenden kann - sehr gewagt. Als Anhaltspunkt ob diese Entscheidung von Thomas Cook richtig war sei zum Vergleich nur mal alltours genannt, die ab 35000,- Euro Umsatz bereits 10 % gezahlt haben. Meiner persönlichen Meinung nach, wird diese sicher unter dem Druck hoher wirtschaftlicher Not entstandene Entscheidung einen Umsatzeinbruch bei Thomas Cook mit sich bringen.

von Michael Werner, 23.08.10, 20:20
zum Thema verdeckte Thomas Cook Provisionkürzung: bei börsennotierten Unternehmen zählt die kuzfristige Erlösverbesserung mehr als die langfristige Sicherung des Unternehmenserfolges. Ich denke die diesjährige Entscheidung es sich mit den kleineren mittelständigen Reisebüros zu verderben war zu kurzsichtig und wird nach hinten los gehen.

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