Pauschalreisen

Preisgleichheit 2.0

Alle Veranstalter bieten auf allen Kanälen die gleichen Preise. Und Pauschalreisen werden bevorzugt im Reisebüro gebucht. So einfach ist die Sache – offenbar leider doch nicht.

von Dirk Rogl, 10.03.2010, 16:46 Uhr

Es ist alles andere als ein Skandal, dass DRV-Präsident Klaus Laepple gestern in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung an den simplen Fakt erinnert hat, dass Veranstalter im Reisebüro und im Internet die gleichen Preise anbieten. Und gemeinhin müssten Online-Vertreter wie VIR-Vorstand Michael Buller auch die Überschrift "Internet ist nicht gleich billiger" tolerieren können, hätte die Sache nicht eine Vorgeschichte.

Heute schoß der auch in der Offline-Welt bestens vernetzte Michael Buller scharf zurück. Einen "Bärendienst" habe Laepple seinen Mitgliedern mit dieser Aussage erwiesen, sagte er. "Die Zahlen sprechen eine andere Sprache", erklärte er mit Hinweis auf Laepples Behauptung, rund 95 der Pauschalreisen würden über Reisebüros gebucht. Die Zahl ist zwar nicht klopffest erwiesen (schon allein, weil die Umsätze der internen Veranstalter fast aller Online-Portale gewiss rasant steigend, in Summe aber schlichtweg nicht bekannt sind), dürfte aber tendenziell nicht völlig aus dem Ruder laufen.

Was also bringt Michael Buller hier so in Rage? Vermutlich ist es die Tatsache, dass die so erfolgsverwöhnten Onliner zuletzt so einiges an "bad press" erleiden mussten. Höhepunkt ist sicherlich der zumindest streitbare Test der Computerbild, wonach stationäre Reisebüros häufig die besten Preise bieten. Methodisch und technisch ist das bekanntermaßen nicht zu erklären. Dass aber neben modernen Preisvergleichssystemen auch menschliches Know-how dazu beitragen kann, dass der Reisepreis nicht über Gebühr steigt, ist eine recht neue Argumentation, die dem VIR Kraft Amtes nicht passen kann.

Und dann gährt noch ein Politikum, was eigentlich so gar nichts mit dem aktuellen ITB-Getümmel zu tun hat. Die Europäische Union bastelt an einer neuen, möglicherweise verschärften, Pauschalreise-Richtlinie. Eine Motivation ist, dass Kunden auf Online-Portalen derzeit angeblich einen schlechteren Verbraucherschutz genießen als im Reisebüro. Das ist – aus deutscher Sicht – ebenso an den Haaren herbeigezogen wie die (eben nicht) besseren Preise im Reisebüro.

In Deutschland gibt es die Preisbindung des Handelsherrn (sprich: Preisgleichheit) und quasi identisch arbeitende Preisvergleichs- und Buchungssysteme, die eine absolute Chancengleichheit zwischen den Vertriebskanälen ermöglichen. In anderen Ländern sieht die Sache etwas anders aus. Das wiederum sollte nicht unbedingt das Problem deutscher Reiseverkäufer sein.

Wünschenswert wäre, wenn die durch Publikumspresse und eifrige EU-Bürokraten beeinflusste Debatte nicht zu einem überflüssigen Stellungskrieg zwischen Online und Offline führt. Denn in der Sache stehen beide Parteien vor den gleichen Herausforderungen.

Kommentare

von Renate Palombo, 11.03.10, 12:00
Lieber Herr Rogl, über Ihre Feststellung, dass „neben modernen Preisvergleichssystemen auch menschliches Know-how dazu beitragen kann, dass der Reisepreis nicht über Gebühr steigt“ hat mich sehr gefreut. Eine neue Argumentation ist es allerdings nicht. Schon in einem Artikel in der Rheinischen Post im März 2009 habe ich darauf hingewiesen, dass Buchen im Internet nicht billiger sein muss als im Reisebüro. Erst letzte Woche habe ich einem Kunden zu 500€ Ersparnis mit einem Pauschalangebot nach Teneriffa verholfen. Wenn er wie sonst direkt bei den einzelnen Anbietern mit all seinen Vorzugs- und Kundenkarten gebucht hätte, hätte er nicht nur ´draufgezahlt, sondern auch einen viel größeren Arbeitsaufwand gehabt. Mein Fazit: Nicht jammern, denn ich habe schon viele Kunden, die vom Internet zu mir gekommen sind. Beste Grüße Renate Palombo (Anm: unkommentierte und z. T. defekte Links an dieser Stelle von der Redaktion entfernt)

von Renate Palombo, 11.03.10, 17:47
Danke Herr Rogl, dass Sie mich trotzdem verlinkt haben!

von Michael Buller, 11.03.10, 23:35
Lieber Herr Rogel, es geht gar nicht darum wer der bessere Vertriebsweg ist...denn gute Reisebüros werden immer ihren Markt haben und gute Onliner ebenso umgekehrt gilt allerdings auch für Beide.... schlechte werden es in Zukunft schwer haben! .....und ganz zum Schluss entscheidet der Kunde wo er kauft (und bitte lesen sie die ROPO Studie mal genau!!!)! Der Branche wird seit Jahren erzählt dass der Kunde ja nicht so Online ist! Die Fakten sehen allerdings ganz anders aus und haben gerade im letzten Jahr einen erheblichen Sprung gemacht. Dabei muss man gar nicht Studien lesen ....sondern schauen sie sich einfach mal um in der Bahn oder am Flughafen......ich würde mal sagen 70% um Ihnen herum holen sich gerade aktuelle Infos aus dem Web (z.B. mit Ihrem Handy). Wir machen uns als Branche unglaubwürdig wenn so tun als ob dies gar nicht stattfindet denn der Kunden ist bereits dem Web 1.0 entwachsen und macht schon fleißig im Web 2.0 mit (und das sehe ich als einer Größten Herausforderungen für alle Unternehmen!) Es ist doch ein Fakt das Reisebüros bereits Online sind und es auch hier bereits gute Beispiele für Off/Online-Kombinationen gibt.....aber es gibt eben auch eine große Menge die das Thema Web verdrängen anstatt die Chancen zu nutzen und gerade das Web 2.0 eignet sich dafür! Aber am besten wir ignorieren das Ganze oder besser noch wir machen daraus den On- gegen Offline Twist…..allerdings befürchte ich wird das nicht irgend jemanden helfen! Zu dieser Erkenntnis kommt man auch nicht erst wenn man als VIR Vorstand sich noch mehr mit der Materie auseinandersetzt ....sondern die hat man bereits lange vorher! Zu guter Letzt ist das Web beim Mitmach-Web angekommen und damit waren nicht nur die Kunden gemeint!

von CaptainJarek, 13.03.10, 00:40
Natürlich werden gute Onliner ihren Markt genauso haben wie gute Offliner. Das ist fraglos richtig. Und obwohl es viele nicht gerne hören ( wollen ): Es geht exakt um die Frage welcher Vertriebsweg der bessere ist! Welcher Vertriebsweg ist der attraktivere für die Produzenten, welcher ist der bessere für die Konsumenten?! Das ist des Pudels Kern in den nächsten Monaten und Jahren. Nicht mehr und nicht weniger. Denn das gerade die Big-Player im Veranstaltermarkt im Bereich des Eigenvertriebs seit Jahren so gar nichts auf die Reihe bringen ( da muss man sich objektiv betrachtet tagtäglich "fremdschämen" ob der stümperhaften Versuche ) und in kürzester Zeit aus dem Markt fliegen würden, wenn sie ihre Produkte selbst vertreiben müßten dürfte niemand abstreiten wollen. Es geht also sehr wohl um die Frage "Online vs. Offline". Alles andere ist das diplomatische Herumreden um den heißen Brei. Die ganze Welt spricht aktuell von hybriden Kunden, von Web 2.0 und Co. ... und ich behaupte - ganz ohne irgendwelche interessengetriebenen Studien zu Rate zu ziehen - dass der Kunde von heute eben nicht ganz so hybrid ist wie viele Onliner "hoffen"! Und das sage ich als Vertreter der jungen Generation von Touristikern, welche nicht nur mit dem Netz aufgewachsen sind, sondern als jemand, der tagtäglich zu den 70% der Buller´schen Bürger gehört, welche privat wie dienstlich mit Blackberry und Co. am Bahnhof oder Flughafen herumspielen, der tagtäglich gut vernetzt in sozialen Netzwerken aktiv ist, der Twitter und Co. nutzt etc. Wenn ich an meine Schul- und Studienzeit zurückdenke, dann war das klassische Reisebüro - wenn es nach den Veranstaltern und Medien gegangen wäre - schon Ende des Jahrtausends "mausetot". Ich kann jedem nur empfehlen sich z.B. alte Printanzeigen aus Verbraucherzeitschriften dieser Zeit anzugucken, z.B. von Öger Tours ( die Marketing- bzw. Presseabteilung in Hamburg hilft da sicher gerne mal aus. ) Heute würde sich Vural Öger wohl eher beide Hände abhacken lassen, bevor er solchen Anzeigen mit seinem Namen nochmal zustimmen würde. Wie wir alle mittlerweile wissen ist der Hase gänzlich anders gelaufen als a) von vielen herbeigeredet und b) in vielen anderen Märkten außerhalb Deutschlands. Stationäre Büros werden konstant weniger, aber ich kann mittelfristig sehr gut mit 4000-5000 guten Büros leben. Es dient nicht zuletzt auch einer Konzentration der Qualität. Kein Mensch braucht heutzutage eine Reisebürodichte, wie sie z.B. in den 90´ern der Fall war, kein Mensch braucht Reisebüros im Hinterzimmer von Dönerbuden ( obwohl da selbst die Bezeichnung "Reisebüro" oft schon eine Schande ist. ) Aber ein gut informierter Kunde braucht Qualität und Kompetenz seiner Ansprechpartner. Das scheint bei vielen Onlinern ( übrigens auch aus den Reihen des V.I.R. Herr Buller - machen Sie sich mal den Spaß und rufen das eine oder andere Mitglied bei Ihnen mal als stinknormaler Kunde an und stellen Sie mal ein paar Fragen ... sie werden oft nicht wissen ob sie lachen oder weinen sollen. Versprochen! ) nicht wirklich gegeben zu sein. Seit 1-2 Jahren stelle ich vermehrt fest, dass viele Kunden mal was "neues ausprobieren wollten" und jetzt mehr oder weniger desillusioniert in die Reisebüros zurückfinden. Und das scheint vielen Onlinern nicht wirklich gut zu bekommen. Tja Dauerrabatte und teures SEM/SEO allein sind halt kein tragfähiges Geschäftskonzept. Zumindest wenn die Kunden nicht so wollen wie gehofft und der prognostizierte Umsatzanstieg und -anteil am Gesamtmarkt ständig kleiner ausfällt als geplant. Auf die Zukunft darf man gespannt sein, aber so dünnhäutig wie Herr Buller in den letzten Tagen reagiert hat halte ich es mit dem Satz "getroffene Hunde bellen", lehne mich entspannt zurück und harre der Dinge die da kommen. Grüße und eine angenehme Nachtruhe mit schönen Umsatzträumereien ;-)

von Michael Buller, 13.03.10, 10:35
Lieber Captain Jarek, Ich kann Ihnen versichern so dünnhäutig bin ich garnicht...aber es liegt in der Tatsache des Amtes Dinge richtig stellen zu müssen und leider in letzter Zeit vermehrt. Auch muss ich ihnen leider in Ihrer Analyse wiedersprechen. Die aktuellen Studien zeigen ein ganz anderes Bild und haben gerade im letzten Jahr einen großen Sprung gemacht. Auch sprechen die Zahlen ein ganz anderes Bild (die ich ziemlich genau kenne!). Anstatt dessen höre ich nun genau die Selben Argumente…..das Ganze findet nicht statt und der Onliner an sich arbeitet mittelmäßig bis schlecht (Nicht nur eine Ohrfeige gegen die Mitarbeitern der Callcenter die die gleiche Ausbildung wie im Reisebüro genossen haben!!!) und deswegen machen sie ja auch nur die einfachen Produkte! Ob das der richtige Umgang damit ist….da bin ich mir nicht so sicher und es entspricht in keinster Weise den Tatsachen (ich lade sie gerne mal ein eines der Online Büros zu besuchen). Wer sich die Mühe gemacht hat in die PK zu gehen der hat auch meine Kritik verstanden…denn genau darum ging es. Es wäre viel Sinnvoller das Thema aktiv anzugehen als klein oder schlecht zu reden…..denn es geht um das nutzen von Chancen! Auch geht es im übrigen gar nicht on- gegen offline … denn ich glaube wir haben mehr gemeinsame Problem zu lösen als alleine ...zb. die neue EU Pauschalreise-Richtline, die Entwicklung im Produktbereicht oder Technologien, usw.usw. und ich kann Ihnen versichern das haben bereits einige Ihre Kollegen verstanden! Um das mal klar zu stellen….ich persönlich denke es wird immer klassische Reisebüros geben nur wird das Web in Zukunft hier eine deutlich größere Rolle spielen als bisher…dafür wird der Kunde sorgen der schon deutlich weiter ist (was dieser Blog im übrigen beweist). ...und by the way ....ich verstecke mich nicht hinter einem Pseudonym!! Mfg Buller

von CaptainJarek, 13.03.10, 15:47
Lieber Herr Buller, sie wissen genauso gut wie ich, dass Studien je nach Auftraggeber nur begrenzte Aussagekraft haben. Aber es sei Ihnen unbenommen meiner Analyse nicht zuzustimmen. Wie ich schon sagte, ist sie nicht mit Studien untermauert, sondern spiegelt lediglich die "gefühlte" Realität wieder. Auch habe ich nie behauptet, dass der Onliner an sich schlecht arbeitet. Um Gottes Willen! Auch bei vielen stationären Büros gibt´s ein derart schlechtes Personal, dass es zum Mäusemelken ist. Dennoch bin und bleibe ich bei der Ansicht, dass der Prozentsatz der schlecht beratenden Büros im Online-Bereich einen höheren Prozentsatz erreicht als im Offline-Bereich. Wenn das für Sie schon eine "Ohrfeige" für die Callcenter-Mitarbeiter ist ... na dann schreiben Sie von mir noch ´nen schönen Gruß dahinter und vorstehend noch das Wörtchen "schallende". Denn diese Ohrfeige ist in vielen Fällen wirklich verdient. Nochmals meine Einladung: Testen Sie mal persönlich die Qualität der Onliner. Machen Sie einfach mal ihre ganz persönliche "Studie". Müssen ja nicht nur Mitglieder des VIR sein von denen immerhin einige doch brauchbare Leistungen abliefern ( beileibe nicht alle! ). Legen Sie sich vielleicht einen Decknamen wie "Leachim Rellub" ( klingt am Telefon sehr authentisch ) zu und versuchen Sie mal ihr Glück. Sie werden vom Glauben abfallen. Was die anderen Kriegsschauplätze wie die EU-Pauschalreise-Richtlinie etc. angeht bin ich ganz bei Ihnen. Da liegt sicherlich viel "gemeinsames Potenzial" regelrecht brach. Und auch Ihre Einschätzung, dass es immer klassische Reisebüros geben wird und dass das Web in welcher Form auch immer in den nächsten Jahren eine größere Rolle spielen wird kann ich zu weiten Teilen unterschreiben. Aber wir müssen halt manchmal einfach festhalten, dass weder der wirtschaftliche Erfolg noch die reinen Umsatz- und Marktanteile beim Onlinevertrieb sich auch nur annähernd in den Dimensionen bewegen, die seit 10-15 Jahren gebetsmühlenartig heruntergebetet werden. Schönes Wochenende wünsche ich Ihnen ... mit vielen interessanten Gesprächen als Leachim Rellub ;-)

von Wolfgang Hoffmann, 15.03.10, 10:19
Lieber Kollege Buller, vergessen Sie bitte nicht, dass es inzwischen schon Stationärer Vertrieb 3.0 gibt - was immer das auch sein mag. Und sind wir mal ehrlich, der Online-Vertrieb dümpelt unterhalb des 10%igen Marktanteils und wird allerhöchstens noch verlieren, wenn da nicht grundlegend was passiert. Es gibt Produkte, die es nur noch im Internet zu kaufen gibt, und es gibt Produkte, die es sowohl, als auch zu kaufen gibt. Dabei wird aber der Glaube, im Internet sei es billiger beim Verbraucher immer mehr aufgeweicht. Die Aufgabe des stat. Vertriebs ist es, deutlich zu machen, dass Preisgleichheit herrscht. Gleichzeitig ist es Aufgabe des stat. Vertriebs, permanent Druck auf seine Handelsherren auszuüben, dass dies auch gewährleistet ist. Ganz nebenbei gesagt, es ist auch im Interresse der Veranstalter und Airlines, sich aus diesem Streit im Markt rauszuhalten, neutral zu sein. Ob sich der derzeit leichte Vorsprung des Internetvertriebs auf den Segmenten Billigflug & Ballermann halten wird, das wird die Diskussion auf dem Gebiet der Sicherheit im WorldWideWeb zeigen. Da sehe ich eine sehr große Gefahr für den Onlinevertrieb. Im übrigen würde ich diese Computer Bild Sache einfach vergessen. Es war wohl lediglich ein Booster der Anzeigenabteilung. Div. Onlinezeitschriften buhlen derzeit um Annoncen der touristischen Onlineportale. Dass man mit solchen Berichten diese Branche erst einmal wachrüttelt, ihnen einen vor den Bug schießt, das ist ein probates Mittel, altbekannt, einfach und mifri wirksam. Schon sehr bald werden in der Computerbild die ersten Doppelseiten des Onlinevertriebs auftauchen..., AIDA wird sicherlich nicht lange auf sich warten lassen und die Direktbuchungshinweise, die derzeit schon dick & fett auf den Reisebürokataloge schmarotzen, als regelrechte Direktbuchungskurse in den Onlinezeitschriften vorstellen. Und dann geht der Kampf um die Lufthoheit im touristischen Markt unweigerlich in die nächste Phase, wo die VAs, die auf zwei Hochzeiten tanzen von den erwachten Reisebüros gnadenlos dazu gezwungen werden, sich zu entscheiden. Entweder oder, - beides geht nicht.

von Michael Buller, 15.03.10, 15:45
Lieber Herr Hoffmann, ich gebe ihnen nun mal Fakten aus 2008: Umsatz im Privatkundengeschäft der Reisebüros 14,1 Mrd.(Quelle DRV) ...davon Anteil Pauschaltouristik etwa 11.1 Mrd. (Quelle: Webtourismus) Im Gleichen Zeitraum wurden ein Online Pauschalreise Umsatz (über Mittler und Direkt) von etwa 3,7 Mrd. gemacht! (Quelle: Webtourismus). Ich würde sagen das sind eher 25% anstatt 10%. Das Bild 2009 hat sich deutlich verändert der Umsatz im Privatkundengeschäft der Reisebüros 13,3 Mrd (Quelle DRV) und bekanntlich sind die Umsätze im Online-Bereich gestiegen (Studie Webtourismus dazu erscheint im Mai) Die Frage um die es hier geht ....ist nicht wie man das Web verhindert oder klein macht....sondern wie man als gutes Reisebüro davon partizipieren kann!

von Wolfgang Hoffmann, 16.03.10, 10:42
Hallo Herr Buller, "...Die Frage um die es hier geht ....ist nicht wie man das Web verhindert oder klein macht....sondern wie man als gutes Reisebüro davon partizipieren kann! ..." Als einer der Ersten, die sich mit der digitalen Technik und der virtuellen Welt beschäftigt haben - aus beruflichen gründen beschäftigen mussten, habe ich sowohl Argumente für, als auch Argumente gegen Ihre Forderung. Es geht auch nicht darum, das Web zu verhindern, es geht darum, die grenzen aufzuzeigen. Ich kann jeden Kollegen nur ausdrücklich davor warnen, den Bibelverkäufern auf den Leim zu gehen, die das Internet verherrlichen, die meinen, dass ein gut ausgebildeter Callcentermitarbeiter einen vergleichbaren Kontakt zu einem Verbraucher hat und dass das WorldWideWeb irgendeine Zukunft für die Touristik bedeutet. Es gibt bei dieser sehr jungen Technologie viel zu viele Unwägbarkeiten, vie, zuviel was wir überhaupt noch nicht registriert haben, als dass wir uns darauf konzentrieren sollten. (Beispiele können wir gerne diskutieren) Selbst muss ich mittlerweilen meine Schuhe im Internetvertrieb eines rund 400 km entfernten stationären Schuhhandels wg. Übergrößen kaufen. Da bekomme ich nach Abbuchung unmittelbar ein Packet und einen bezahlten Rücksendeschein. Das Risiko ist sehr begrenzt für mich, eventuelle finanzielle Ausfälle für mich überschaubar (außer die Gefahr des Kreditkartenbetrugs durch Dritte). Ein Germanwingsticket für 29 EUR ist für mich auch noch akzeptabel, aber bei einem Familienurlaub, der mich 1,5 - 4 Monatsgehälter kostet, wo das Produkt selbst in zeitlich sehr großem Abstand in der Zukunft liegt, da möchte ich einen persönlichen Ansprechpartner in meiner Nähe wissen, dem ich den Hals umdrehen kann. Haben Sie mal versucht, einer Telefonstimme den Hals umzudrehen? Urlaub ist geradezu prädestiniert für Qualitätsdiskussionen, - da sehe ich Knackpunkt Nr. 1. Wenn das zusammenkommt mit einer schwindenden Qualität des Web, dann befinden sich die Kolleginnen und Kollegen, die aufs Internet gesetzt haben unmittelbar im virtuellen Nichts. Noch mal: Eine Technologie, bei der wir User meinen, 100% zu beherrschen, obwohl wir nur einen Bruchteil davon überhaupt begriffen haben, die kann kein Handwerkszeug für einen verantwortungsvollen Geschäftsmann/frau sein.

von Sven Maletzki, 17.03.10, 16:39
Ich finde die Diskussion nicht sachdienlich. Die Frage, ob die Onliner weiter wachsen oder nicht, beantworten nicht die entsprechenden Anbieter (stationär und online), sondern der Kunde. Und hier findet meiner Meinung nach ein falsche Betrachtungsweise statt. Es gibt nicht DEN Kunden, der on- oder offline bucht. Der Kunde von heute ist in seinem gesamten Konsumverhalten her, ein hybrides Wesen. Er verhält sich nicht rational, er lässt sich mal so und mal so bei seinem Kauf beeinflussen. Der gleiche Kunde bucht (bei entsprechendem Bedarf) heute seine Geschäftsreise bei einem Geschäftsreisebüro, morgen seinen Urlaub mit der Familie im Reisebüro und übermorgen den Low-Cost-Flug über das Internet. So, oder so ähnlich, sieht die Realität aus. Dabei wissen Kunden heute durchaus, dass nicht immer das Internet die günstigere/bessere Variante ist. Bei gleichem oder gleichartigem Preis für die selbe Leistung, wird durchaus das stationäre Büro aufgesucht, weil dieses die nötige Sicherheit gibt. Glaubt der Kunde allerdings, dass das Online-Angebot auch nur online verfügbar ist (warum auch immer), nimmt er die fehlende persönliche Betreuung wissentlich in Kauf. Ist ihm der Preis egal (z.B. wenn der Arbeitgeber die Kosten übernimmt und das Limit dafür nicht zu niedrig ist), dann bezahlt er auch gerne etwas mehr für einen gewissen Service. Wie gesagt, die o.g. Beispiele können alle durchaus von einer einzelnen Person durchgeführt werden. Der Wettbewerb zwischen Online und Offline findet selbstverständlich über Werbung/Marketing/Angebote statt. Meine persönliche Meinung ist, dass in diesen Punkten eventuell die Onliner einen gewissen Vorteil haben, weil deren Geschäftsprinzip grundsätzlich von einer großen Reichweite ausgeht, während die stationären Büros oftmals im lokalen Umfeld etwas eingeschränkter sind. Das will nicht heißen, dass ein potentieller Kunde automatisch eher einer großen, bundesweiten Kampagne glauben schenkt, als einer Zeitungsanzeige in der lokalen Presse oder einem Flugblatt im Briefkasten. Ich ertappe mich (als sehr Internet-affinen Menschen) immer wieder dabei, dass ich einem besonders großem Internet-Händler (auch bei Reisen) weniger Vertrauen schenke, als einem kleineren Anbieter. Ich habe dafür noch nicht einmal eine einleuchtende Erklärung. Bezüglich der Qualität Online/Offline gibt es vermutlich über alle Anbieter hinweg keine ernsthaften Unterschiede. Überall gibt es gutes oder schlechtes Personal, überall gut oder schlecht laufende Technik.

von Wolfgang Hoffmann, 19.03.10, 10:06
"Ich ertappe mich (als sehr Internet-affinen Menschen) immer wieder dabei, dass ich einem besonders großem Internet-Händler (auch bei Reisen) weniger Vertrauen schenke, als einem kleineren Anbieter. Ich habe dafür noch nicht einmal eine einleuchtende Erklärung." Und genau das ist es, was gerade stattfindet, was sich potenziert, was unterschwellig abläuft, was irgendwann den vertreibsweg Internet soweit diskreditiert hat, dass das WorldWideWeb sich wieder auf das reduziert, als was es einmal konzipiert worden ist, ein globales, virtuelles Informationsmedium. Dass man geglaubt hat, dass sich das WWW auch zum Verkauf von etwas eignet, das wird sich als Irrtum herausstellen. Vieles lässt sich multiple verwenden, eine Zahnbürste kann auch zum Reinigen des Waschbeckenabfluss verwendet werden.

von Sven Maletzki, 19.03.10, 13:27
Sicherlich habe ich genau das NICHT gemeint. Es ging mir nur um die Anbieter-Auswahl - nicht um Online oder Offline kaufen! Ihre Aussage hört sich nach "Dieses Internet wird sich nicht durchsetzen!" an und kann an Anachronismus kaum überboten werden. Auch wenn der Verkauf von Reiseleistungen im Internet schwieriger ist, als für manch andere Produkte, so kann man doch nicht ernsthaft behaupten, dass das Internet nicht als Vertriebskanal gesehen werden kann. *kopfschüttel*

von Wolfgang Hoffmann, 22.03.10, 10:56
Das ich oft nicht zu überbieten bin, damit und davon lebe ich recht gut ;-) Und ewrnsthaft behaupten, das das Internet nicht als Vertriebskanal gesehen werden kann, das will ich dochj gar nicht bestreiten. Man sich sich mit einem Omelett auch die Brille wischen, aber ist es sinnvoll? Das WWW ist als reines Informationsmedium konzipiert worden. Danach wurde es ein virtueller Raum, den jeder betreten kann, wo diese auch selber den Umfang und die Begrenzung festlegen kann, allerdings die Freiheit eines jeden besteht, von sich aus dieses auch vorzunehmen. Eine diffuse Ordnung also, die keiner von uns begreift, von den Erfahrungen her aus der Realität allerdings adaptieren muss. Sonst hat man ja kein Bild von diesem Etwas. Die Adaptierung hat dazu geführt, dass alles aus der Realität auf diesen virtuellen Raum übertragen wird. Auch das Verkaufen von Waren und Dienstleistungen. Man nennt es E-Commerce. Wir übersehen allerdings bei diesem Tun, dass wir 1. nicht den blassen schimmer einer Ahnung haben, welche Unwägbarkeiten unser Tun alles noch mit sich bringe kann, wir 2. Vertrauen in etwas stecken, was nicht einmal eine Generation in der Praxis ausprobieren durfte. Und außérdem gaukelt uns dieses Medium jeden Moment vor, dass wir von ihm nahezu 100% begriffen haben. In Wirklichkeit ist genau das die trügerischste Illusion nach der Liebe - da laufen wir auch blöde grinsend hinter etwas her, was bei näherem Hinsehen, nach Ablauf einer gewissen Zeit, in der Realität überhaupt nicht existiert ;-)

von Reiner Iserlohe, 23.03.10, 16:40
Diese ganze Diskussion um Preisgleichheit, Internet ja oder nein ist doch nur das Gerede um den heißen Brei. Alle Veranstalter, insbesondere TUI, TOC und AIDA rüsten sich doch seit Jahren für den Internetvertrieb. Das hier und dort eine Menge handwerklicher Fehler gemacht worden sind ist eine Sache. Das klann man in Zukunft ja auch besser machen. Das Veranstalter wie AIDA hingehen und pflastern ihre Kataloge mit Buchungshinweisen für das Netz bedeutet doch nicht, das der stationäre Vertrieb gefördert wird. Gefördert wird in der Hauptsache der Internetvertrieb. Alle Veranstalter werden versuchen den Verkauf über ihre eigenen Sites zu steigern. Noch können sie es sich nicht leisten auf den stationären Vertrieb und auch nicht auf den Fremd-Internetvertrieb zu veberzichten. Ob das in Zukinft so bleibt liegt auch ein Stückweit an uns Das der Markt jedoch im Umbruch ist sollte auch dem letzten Reisebüroinhaber klar sein. Heute den Weg ins Netz suchen, auch dort seine Kunden zu suchen gehört zur Überlebensstrategie...

von Wolfgang Hoffmann, 24.03.10, 17:32
Reiner, sich Kunden durch das Internet zu suchen, das ist doch gar nicht die Frage, das hat doch die Schmetterling Kooperation als eine der ersten überhaupt angefangen. Der Fehler dabei war nur, ganz demokratisch den einzelnen Reisebüros zu überlassen, wie erfolgreich sie damit sind. Wäre das zentral und professionell gemanaged worden, gäbe es heute kein Expedia, Opodo oder Holidaycheck, und das Fullfillment für die VA-Portale würden wir Stationären machen. Die Frage, die hier aufgeworfen wird, die seit Bullers Engagement für den VIR und dem Zusammenschluss der RTK mit dem VIR relevant geworden ist: Macht eine Struktur Sinn, die den Vertrieb ohne Menschen anstrebt? Und dazu kommt noch, ist der virtuelle Vertrieb zukunftssicher? Ich verneine Beides! Weder macht es Sinn, das Produkt "Urlaubsreise" ohne Menschen zu vertreiben, noch macht es Sinn, sich auf eine Technologie zu verlassen, die an Labilität nicht zu überbieten ist. Und wer der Meinung ist, dass der Internetvertrieb doch keinesfalls labil sei, der redet, wie ein Säugling vom Sex. Denn mehr Erfahrung mit diesem Moloch, als ein Säugling haben wir alle noch nicht. Nochmal: Kunden aus dem Internet in unsere Reisebüros löffeln, kein Problem, das lässt sich flockig-locker bearbeiten. Aber solange die Verantwortlichen der Touristik infantil durch die Gegend grinsen, wenn sie auch nur das Wort WordWideWeb hören, solange weiß ich ganz genau, dass da was mit Karacho gegen eine megadicke Mauer gebrettert wird.

von Michael Buller, 28.03.10, 16:36
Lieber Herr Hoffmann, Ich verstehe zwar warum sie welche Haltung einnehmen aber irgendwie bringt uns das nicht weiter! Als jemand der sich mit der Geschichte des Automobiles privat befasst erinnert mich diese Diskussion an die die zwischen 1895 und 1905 geführt wurde (die ist übrigens gut dokumentier) und lautete " Das Auto wird sich nie durchsetzen ganz zu schweigen von den Flugzeugen (und die bringen bekanntlicher Weise unsere Kunden in Ihren Urlaub). Es geht überhaupt nicht mehr um das ob ....sondern das wie und wer! Studien anzuzweifeln oder die Arbeit der Onliner schlechte Noten auszustellen (da arbeiten übrigens Menschen denen Sie Ihre Kompetenz in jeglicher Weise absprechen!!!!) hilft keinen Schritt weiter. Aber die Anti-Web Propaganda macht Ihren Dienst und so wird das Web weiterhin nur von einer kleinen Anzahl genutzt und nicht vom Gesamtvertrieb. In wessen Sinne das sein sollten müssen Sie sich selber mal fragen!

von Wolfgang Hoffmann, 29.03.10, 12:42
Hallo Herr Buller, welche Kompetenz spreche ich wem ab? Das habe ich nicht kapiert. Was ich auch nicht begreife, das sind diese unpräzise Positionierungen. Was möchten Sie denn damit alles sagen, was ich mich fragen soll, was in wessen Sinn sein soll? Was soll wie werden? Möchten Sie tatsächlich de Eindruck erwecken, dass Expedia, Opodo, Holidaycheck etc. angetreten sind, um dem stationären Vertrieb behilflich zu sein? Und Ihr Vergleich mit dem Automobil ist zwar in Bezug aufs WWW ganz zünftig, aber ich bezweifle die Zukunft des Internets als Vertriebsmedium. Es ist ein perfektes Informationsmedium. Aber es eignet sich sehr unperfekt als Vertriebsmedium. Ungefähr so, wie ein Auto oder ein Flugzeug sich als Transportmittel eignen, aber es sich in der Paxis herausgestellt hat, dass sie sich nicht als Schnellkochtopf eignen. Physikalische Aspekte verhindern, dass sich das Internet auch noch als Essensausgabe oder Getränkeautomat geriert, sonst hätte man das vermutlich im Überschwang der Begeisterung für das Neue auch noch installiert. Deshalb alarmiert mich die Meinung von Ihnen - und neuerdings auch der RTK - dass der Internetvertrieb von Reisen und Reiseleistungen in der derzeitigen und vorliegenden Form als Chance für die Touristik gesehen wird. Leider hat der stationäre Vertrieb druch die geringen Renditen nicht die Luft, das Experiment einfach solange auszusitzen, bis sich die Grenzen des Internets in Bezug auf den touristischen Vertrieb herausgestellt haben. Deshalb warne ich jetzt schon mit Vehemenz vor der Leichtgläubigkeit. Stationärer Vertrieb und Internetvertrieb sind nichts anderes als Konkurrenten, wobei der Internetvertrieb einen vordergründige Vorteil temporär in den Markt stellt, und dabei von den Verantwortlichen vergessen wird, dass der stationäre Vertrieb der einzige, über Jahrzehnte geprüfte zuverlässig Weg ist, das Produkt Urlaub & Reisen zu vertreiben. (im übrigen fordere ich ein Korrekturprogramm für den Blog hier ;-)

von Andreas Schulte, 29.03.10, 14:26
Hallo Herr Buller, die Geschichte mit oder von der Autoindustrie ist sehr gut. Aber jetzt seinen Sie bitte so nett und verknüpfen Sie diese Geschichte mit der Realität in der Aera WEB.02 im Jahre 2010. Das Auto hat sich durchgesetzt - kein Zweifel. Warum aber verkauft kein Autohersteller seine Produkte im Web ? Woran mag das liegen ? Hat die Autobranche etwa so schlechte Marketing- und Vertriebsleute, die die Möglichkeiten des Mediums Internet nicht verstehen ?

von Reiner Iserlohe, 29.03.10, 15:12
. Zitat Wolfgang Hoffmann "Die Frage, die hier aufgeworfen wird, die seit Bullers Engagement für den VIR und dem Zusammenschluss der RTK mit dem VIR relevant geworden ist: Macht eine Struktur Sinn, die den Vertrieb ohne Menschen anstrebt? Und dazu kommt noch, ist der virtuelle Vertrieb zukunftssicher? Ich verneine Beides! " Leider muss ich Dir widersprechen. Ich erlebe es doch fast täglich, das Kunden bei uns Reisen anfragen und buchen und dies nur durch unseren Internetauftritt. Den Kunden ist es völlig Schnuppe ob das ein Veranstalter, ein Büro, ein Callcenter oder ein stationäres Reisebüro ist was dahinter steht. Wie du ja weißt vertreiben wir hier in der Hauptsache Erlebnisreisen aller Art, die also durchaus beratunsintensiv sind und es sind ja nicht gerade die billigsten Reisen. Wir sollten also alle im stationären Bereich nicht davon ausgehen, das das Internet zum Vertrieb nicht taugt. Ob das allerdings Sinn macht ist eine ganz andere Frage, nur die haben wir nicht zu beantworten, das machen die Kunden. Diese buchen doch heute schon einen Großteil der Flüge auf Buchungsmaschinen im Netz. Die Klassische Pauschalreise und das Last Minute wird ebenfalls immer mehr bei den großen Portalen gebucht und läuft an uns vorbei Wenn jetzt, wie bei uns ja schon zu sehen, selbst beratunsintensive Reisen im Internet gebucht werden ist das Reisebürosterben programmiert. Die Beratung geht auch im Callcenter, vorausgesetzt die Leute die am Telefon sind wissen was sie tun. Nur warum sollten dort weniger qualifizierte Mitarbeiter arbeiten als im stationären Bereich? Das RTK sich jetzt als Sammelbecken der Internetveranstalter sieht heißt doch nur, das Bösl diese Entwicklung zumindest nicht ausschließt. Er muß ja schliesslich auch sehen wer zukünftig sein Gehalt bezahlt. Wie schnell das geht und in welchem Umfang bleibt allerdings noch abzuwarten. Ich denke niemand der Kooperationsmitglieder sollte erwarten, das "seine" Kooperation danach fragt wer mitglied sein soll. Das ist ein Wirtschaftsbetrieb. Da geht es nur um Geld.

von Wolfgang Hoffmann, 29.03.10, 15:45
Reiner, der Internetvertrieb der Genossenschaft Aktives Reisebüro nutzt ja auch die ursprüngliche Aufgabe des World Wide Web: Information. Nach der Information kommt der Mensch wieder ins Spiel, der sowas persönliches, wie Urlaub von Mensch zu Mensch vermittelt. Der Internetvertrieb, der vom VIR gefeatured wird, existiert ja mit dem Anspruch, ohne persönlichen Kontakt und vor allem, ohne Reisebüro auszukommen. Dass dort ein Callcenter für Kunden agiert, das war doch auch nicht geplant, oder, Herr Bzuller? Das ist doch wohl eher aus der Erkenntnis heraus installiert worden, dass der Verbraucher bei dem Produkt Urlaubsreisen lieber einen persönlichen Kontakt haben möchte, und wenn es nur eine Stimme am Tel. ist. Es wird ja auch gesagt, dass der Internetvertrieb neben den Stationären eine Tatsache sei, es jetzt aber darum gehe, wie man beides verbinden könne. So, wie ddie Genossenschaft AR es macht, ist es okay. Dass jetzt aber die NTO Verträge und die verminderte Einstiegsprovision für Internetanbieter, wie Expedia.de oder Holidaycheck nicht mehr als dringend notwendiges Wettbewerbsregulativ bestehen, das befürworte ich nicht. Und wer das befürwortet, den bekämpfe ich. Das ist mein recht und das nehme ich wahr.

von Robert Dorka, 30.03.10, 11:05
Jahrelang musste der stationäre Vertrieb schlecht gemachte Reportage, Recherchen und Umfragen von selbsternannten Journalisten mit Referenzen von der VHS Quakenbrück ertragen, deren Ergebnis immer das gleichlautende Mantra hatten: "Wer nicht online bucht – wird abgezockt." Wo war hier der VIR mit einer Presseerklärung : „Alles halb so wild - wir kochen auch nur mit dem gleichen Wasser? Nach der „ropo“ Studie und der, bestätigt handwerklich schlecht gemachten Umfrage der Springer Leute, ist man versucht dem Verband Taschentücher zu senden. Wenn Wachstumsphantasien sich nicht erfüllen müssen handfestere Dinge her und ausgerechnet die von den Onlinern belächelten Stationären sollen es nun richten? Da wird mit aller Macht versucht, teils mit Tarnkappe teils ohne, den Stationären eine Agentur anzudingen. Die ersten Reisebüros mit dem meisten Umsatz bei einem Onliner werden schon vor das staunende Fachpublikum gezogen. Einer der besten der Stationären gibt den Onlinern Nachhilfe in Provisionsverhandlungen. Souveränität ist sexy, sieht aber leider anders aus. Aus meiner Sicht ist die Heilssuche der Onliner bei den Stätionären ein Treppenwitz der Geschichte. Aber keine Sorge – die Stationären haben ein großes Herz und sind seit Jahrezehnten führend in social networking

von Timo Iserlohe, Aktives Reisebüro Netzwerk eG, 30.03.10, 11:59
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Wer die Augen verschließt, wird nichts sehen! Das Problem vieler Reisebürokolleginnen und -kollegen ist einfach das sie sich nicht mit neuen und weiteren Vertriebswegen beschäftigen wollen. Immer schon haben einige Vorreiter andere Wege beschritten, aber es waren immer kleine oder regionale Dinge, die nicht die ganze Branche betrafen, sei es Werbeanzeigen oder eigene Kataloge, Verkaufsveranstaltungen oder eigene Messen. Das Internet jedoch hat das Potenzial zum Umbruch der ganzen Branche, wer hier nicht aufpasst und mitmacht, wird überollt werden, oder ist eben überholt. Gute Beispiele sind hier Ebay und Amazon, wer schaut noch in lokale Kleinanzeigenmärkte, oder wer schaut nicht zuerst bei Amazon nach Produkten und Büchern, DVD, Musik. Gelitten haben die Buchhändler am Ort. Wer im Internet bestehen will, muss mitmachen, und nicht darauf hoffen das die Kooperationen Ihnen ein Konzept vorlegen, das Ihnen den Hals rettet. Sinkende Margen, und versteckte Provisionskürzungen, wegfallendes Tagesgeschäft tragen dazu bei das auch der best situierteste stationäre Kollege an Umsatz verliert. Auch NTO Verträge helfen auf Dauer nicht die Marktverlagerung ins Internet zu verhindern. Der Kunde bucht wo er sucht, auch wenn sich anfänglich (ROPO) die Informationssuche auf das Internet beschränkt und der Kunde noch im Reisebüro persönlich bucht, ist der Trend doch eindeutig auch aus anderen Bereichen der Wirtschaft abzusehen, denn mit der wachsenden Kompetenz des Kunden verlagert sich auch sein Buchungswille ins Internet. Mitmacher sind Willkommen!

von Wolfgang Hoffmann, 30.03.10, 12:09
Hallo Timo, über den Austausch von Gemeinplätzen war die Diskussion hier aber schon etwas weiter. Vor allem bin ich darauf neugierig, warum von allen Seiten eine angebliche Gemeinsamkeit von Stationären und Onlinern beschworen wird. Ich kann die Augen fest zukneifen, aber es gelingt mir nicht, eine Gemeinsamkeit zu den Onlinern zu entdecken, die im V.I.R. organisiert sind. Die können auch in Massen in der RTK aufschlagen, da sehe ich immer noch keine Gemeinsamkeit.

von Toto-Lotto Shop, 30.03.10, 13:02
Zitat: "Das ist mein recht und das nehme ich wahr." Wow.

von CaptainJarek, 30.03.10, 19:55
Auch gut anderthalb Dutzend Beiträge später sind wir noch nicht weiter. Und die unheilige Allianz von Buller und Bösl ist in der Tat eher putzig denn zielführend ( zumindest für nicht für Bösl! ) Ich wiederhole einfach nochmal meinen Beitrag von etwas weiter oben, denn er scheint mir hier immer noch sehr gut zu passen und der Grundaussage scheint imho auch noch nicht wiedersprochen worden zu sein. <<< "Und obwohl es viele nicht gerne hören ( wollen ): Es geht exakt um die Frage welcher Vertriebsweg der bessere ist! (...) Es geht also sehr wohl um die Frage "Online vs. Offline". Alles andere ist das diplomatische Herumreden um den heißen Brei.">>> Ich fänd´s schön wenn der eine oder andere feine Herr in der Touristik mal die Tarnkappe abnehmen und offen das aussprechen würde, was 95% des "Fussvolkes" schon seit Monaten und Jahren denken!

von Michael Buller, 30.03.10, 21:10
Eine kurze Zusammenfassung der Beiträge: Zahlen sind also dann richtig wenn sie Ihnen das erzählen was sie hören wollen ....echte Studien sind natürlich gefälscht! Der Online macht eigentlich einen miserabelen Job....die Kunden sind garnicht im Web und werden es auch nie sein....die Veranstalter haben die NTO Kondition erfunden um die Reisebüros zu schützen. Darüber hinaus werden Autos nicht online verkauft und es wurde auch nicht erfunden damit zu kochen. Und die RTK-VIR Geschicht ist putzig und ein Treppenwitz und gilt als heilsuche des Online Vertriebes! Ich hoffe ich habe nichts vergessen! Wenn Sie an einer wirklich ernsthaften Diskussion interessiert sind....dann dürfen sie mich gerne anrufen! Buller Ps. vielen Dank an die 3 die hier ganz andere Meinung sind....das macht mut!

von CaptainJarek, 31.03.10, 00:24
Ernsthaft? Gerne! Auch von meiner Seite eine kurze Zusammenfassung meiner Beiträge ( der Rest von Hoffmann, Iserlohe, Maletzki etc. interessiert mich nur am Rande ), da der gute Herr Buller nach einem langen Arbeitstag offensichtlich das eine oder andere verwechselt. Es sei ihm nachgesehen. <<Zitat Buller>>: "Zahlen sind also dann richtig wenn sie Ihnen das erzählen was sie hören wollen ....echte Studien sind natürlich gefälscht! " <<Zitat CaptainJarek>>: "Sie wissen genauso gut wie ich, dass Studien je nach Auftraggeber nur begrenzte Aussagekraft haben." Und um es nochmal für Sie zu präzisieren ... JA, ich glaube bei Studien und Statistiken lediglich denjenigen vollumfänglich, welche ich in selbst in Auftrag gegeben habe bzw. welche ich selbst erstellt habe. Und NEIN, ich vertraue nicht blindlings auf Nielsen Online, nicht auf Travelscope, nicht auf die F.U.R. die teils Auftragsstudien erstellen. ICH schaue in meine eigenen Zahlen ( die sicher nicht den Gesamtmarkt umfassen ) und höre mit den mir gegebenen Möglichkeiten in den Markt hinein. Und diese Daten decken sich - Gott sei Dank - nicht in der Form mit Ihren Zahlen und Statistiken vom 10. März. wie es viele Onliner - Sie eingeschlossen - gerne hätten. <<Zitat Buller>>: "Der Online macht eigentlich einen miserabelen Job" <<Zitat CaptainJarek>>: "Auch habe ich nie behauptet, dass der Onliner an sich schlecht arbeitet. Um Gottes Willen! (...) Dennoch bin und bleibe ich bei der Ansicht, dass der Prozentsatz der schlecht beratenden Büros im Online-Bereich einen höheren Prozentsatz erreicht als im Offline-Bereich." Und um es nochmal für Sie zu präzisieren ... JA, ich glaube, dass alleine schon bei vielen Mitgliedern des V.I.R der Punkt Nr. 7 der Selbstverpflichtung der Mitglieder ( zur Erinnerung: Ihre Mitglieder "verpflichten sich eine qualifizierte, persönliche Beratung vor und während der Buchung anzubieten." ) lediglich auf dem Papier existiert, bei machen Mitgliedern gar blanker Hohn ist! Wer kontrolliert eigentlich diese sich artig fein anhörende Selbstverpflichtung? Offensichtlich niemand so wirklich. Oder sind Sie Herr Buller tatsächlich meiner Einladung zu Testkäufen als "Leachim Rellub" gefolgt? Wohl kaum wie ich Sie kenne ... Übrigens die Selbstverpflichtung der V.I.R. ... die wird Ihnen noch höchst medienwirksam um die Ohren geflogen kommen, wenn das so weitergeht Herr Buller! Nehmen wir doch einfach mal den - nicht ganz unwichtigen - Punkt Nr. 10. ( Die Mitglieder verpflichten sich "nur verfügbare Produkte anzuzeigen und gebuchte Produkte direkt verbindlich zu bestätigen". ) Ich selbst habe - natürlich wieder mit meinen arg begrenzten Mitteln - ein paar Testkäufe bei Ihren Mitgliedern getätigt. Als Beispiel ( und als kollegial gut gemeinten Rat diese Baustelle ganz schnell in Eigenregie zu schließen, bevor es "anderweitig" geschehen wird ) nehmen wir einfach mal Ihr Mitglied Opodo. Bei den Testkäufen ist mir bereits mehrfach aufgefallen ( und natürlich auch entsprechend dokumentiert worden ), dass im Flugscheinverkauf dem Kunden Buchungsklassen verkauft und die entsprechenden Zahlungen belastet werden, die a) nicht vorhanden sind und b) logischerweise anschließend weder bestätigt noch ausgestellt werden können. Bislang glaube ich an das Gute im Menschen und sehe das noch als vereinzelte "Ausrutscher" gemäß dem Motto: Kann ja mal passieren. Sollten sich in den nächsten Wochen derartige Vorgänge aber wiederholen, dann verspreche ich Ihnen, dass Sie mehr Presseerklärungen in Ihrer Funktion beim V.I.R. abgeben dürfen als Ihnen lieb sein dürfte. An dieser Stelle seien auch die Macher dieses Blogs hier herzlich eingeladen sich mit einer entsprechenden Recherche ihr eigenes Bild zu machen. <<Zitat Buller>> "Und die RTK-VIR Geschicht ist putzig und ein Treppenwitz und gilt als heilsuche des Online Vertriebes!" <<Zitat CaptainJarek>> "Und die unheilige Allianz von Buller und Bösl ist in der Tat eher putzig denn zielführend." Ob´s schon die Heilsuche des gesamten Onlinevertriebs ist? Ich hoffe doch ernsthaft für Sie, dass die Nummer mit Bösl und RTK nicht schon Ihr letzter Strohhalm ist ... Aber eine Heilsuche ist´s auf jeden Fall für den Bösl. Viel mehr hat er nämlich nicht mehr auf der Hand. Er hat ja in den letzten Jahren nicht wirklich was bewegen können, andere QTA Mitglieder emanzipieren sich, selbst Molina ist ja mittlerweile ein besserer Macher als der Bösl. Wenn stimmt was die Spatzen von den Dächern pfeifen, dann hat man ihn bei der Schmetterling-Tagung im November in Magdeburg quasi nur deswegen reingelassen, weil es "politsch korrekt" war. Am liebsten hätte man ihn außen vor der Tür gelassen. Das sagt doch schon alles. Gerne würde ich auch noch die eine oder andere Ihrer Aussagen ein wenig in den rechten Zusammenhang rücken, aber auch ich muss manchmal Feierabend machen. Vielleicht sprechen wir ja morgen weiter ... ;-) Gute und erholsame Nacht allerseits!

von R.-G..Ludwig, 31.03.10, 00:55
Wie alles (dieser Thread) begann: "Wünschenswert wäre, wenn die . . . Debatte nicht zu einem überflüssigen Stellungskrieg zwischen Online und Offline führt." Die Debatte an sich ist schon überflüssig! Mir ist es egal, ob ich mit Online oder Offline Kollegen im Wettbewerb stehe, nur wenn mein "Handelsherr" mir ins Hinterteil (Preisteil) tritt, sehe ich Handlungsbedarf!

von Wolfgang Hoffmann, 31.03.10, 10:22
<<<Wenn Sie an einer wirklich ernsthaften Diskussion interessiert sind....dann dürfen sie mich gerne anrufen! Buller>>> Sehr geehrter Herr Buller, sprechen Sie bitte den gestandenen Touristikern nicht die Ernsthaftigkeit, verbunden mit Ihrer theatralischen Abkehr von der Diskussion hier ab. Das empfinde ich als respektlos.

von Wolfgang Hoffmann, 31.03.10, 10:50
nach einer berechtigten Reklamation von unserer Seite an einen ansonsten tadellosen Veranstalter heute per tel. die uneingeschränkte Entschuldigung seitens der GF, man habe nach int. Engagement ein Callcenter einkaufen müssen, und, wie es bei Callcentern allgemein ja schon bekannt sei, da sitzen auch Leute, die von "Tuten & Blasen keine Ahnung haben". Man arbeite an Verbesserungen, sei Dankbar für jede Anregung... Das aktuell und durchaus passend, genau zum rechten Zeitpunkt, um diese Aussage, dass in Callcentern der Touristik selbstverständlich auch Experten sitzen würden, vergleichbar, mit denen, die am Counter direkt vis-a-vis mit den Kunden sitzen. Es ist eine Tatsache - man kann ja wieder eine wissenschaftliche Studie anstrengen - dass der persönliche Kontakt eine größere Beratungs-Qualität vermittelt, als der anonyme, gesichtslose Kontakt per Callcenter. Einen weiteren Qualitätsabfall möchte ich einfach dann mal voraussetzen, wenn via Buchungsmaske online gebucht wird. Gesunder Menschenverstand und eigene Erfahrungen machen oft teuere Erhebungen überflüssi, - aber man will es ja schließlich "wissenschaftlich" untermauert schriftlich vorliegen haben.

von Reiner Iserlohe, 31.03.10, 11:08
Lieber Wolfgnag, ich kann das ja nachfühlen und bin da auch mit Dir, das die Kunden in aller Regel eine bessere Beratung bekommen wenn sie dir gegenüber sitzen. Das Problem ist aber, das viele Menschen gar nicht mehr ins Reisebüro gehen wenn sie ihren Urlaub buchen. Leider ist dies eine Entwicklung an der wir als stationäres Reisbüro nicht vorbeikommen. Wenn wir also verpassen den Kunden im Netz abzuholen werden wir verlieren. Schlimmer noch wenn wir diese Kunden den Portalen überlassen. Ich denke auch, das wir an der Vorgehensweise der großen Portale mit Rabatten, Gutscheinen etc. nichts ändern werden. Ob es sinnvoll ist die Portale ins Netz der RTK zu holen wird sich noch herausstellen. Wenn Bösl es schafft (soweit hier überhaupt das Interesse vorliegt) die Portale von diesem ruinösen und allen Kooperationsgedanken widersprecheden Wettbewerb abzubringen wäre das für die stationären von Vorteil. Allerdings glaube ich nicht daran. Also suchen wir unseren Weg ohne die Kooperation da in irgendeiner Weise einzubinden..

von Robert Dorka, 31.03.10, 13:09
Nochmals ein herzliches „Glück auf“ in die Runde Jeder darf gerne mit den Zahlen jonglieren die Ihm selbst gut gefallen. Mich persönlich interessieren in diesem speziellen Fall aber nur solche Zahlen, die von den erkauften Umsätzen ohne Deckungsbeitrag bereinigt wurden, wobei mir herzlich egal ist auf welchem Weg die Buchung zustande gekommen ist. Aus temporären Marktstimulanzen sind ganzjährige, ruinöse Geschäftsmodelle entstanden. Die Gutscheine, Boni und Rückvergütungen für diese und alle kommenden Buchungen sind neben dem Impressum fest verankert. Zum guten Ton gehören Mitarbeiter, die sich ausschließlich darum kümmern, den eignen Gewinn unter den Followern zu verteilen. Dabei wäre es spannend zu erfahren, wer sich nach Wegfall der Stimulanz noch als Follower versteht. Herr Buller seien sie sich sicher, auch unter den ca. 3000 Stationären der RTK gibt es Leute, denen es an einem fruchtbaren Dialog gelegen ist, gleichwohl nicht klar ist, ob von dieser Seite jemals ein Impuls zum Schulterschluß gekommen wäre. Möglichkeiten zum Austausch gäbe es genug – die RTK Tagung in Nürnberg, ein Treffen mit dem Fachbeirat Touristik & Marketing etc.. Ich möchte es nicht verpassen, allen zu danken, die in diesem Blog eine eigene Meinung vertreten haben und verbleibe mit den besten Wünschen zum Osterfest Robert Dorka

von Wolfgang Hoffmann, 31.03.10, 15:14
Reiner, es ist doch überhaupt keine Frage, dass wir die Kundschaft auch im Internet abholen müssen. Ein alter Hut, den sich ganz an den Anfängen die Schmetterling Kooperation schon auf die Fahne gepinselt hat Und sie pinselt immer noch, und besonders pinselt sie: Alles, aber immer über das Reisebüro! Das ist doch eine klare Aussage für eine Reisebürokooperation, oder? Wenn sich die RTK davon abzuwenden scheint, dann muss man sich als stationäres Reisebüro darüber Gedanken machen, die neu sind. Noch einmal, wir holen unsere Kunden auch im Internet ab. Genauso, wie wir unsere Kunden in der Fußgängerzone abholen. Aber auf der Fußgängerzone ist kein Buchungsformular auf dem Boden! Bei den Holidayportalen sind Buchungsformulare im Internet. Es passiert und es wird immer mehr passieren, dass Verbraucher sich unser Fachwissen kostenfrei bei uns im stationären Reisebüro erschleichen, um dann im Internet oder per Tel. (geht ja auch) die Reise zu buchen. Dieses nenne ich ganz klar parasitäres Marketing. Das gesamte Marketing der touristischen New Economy zielt darauf ab, möglichst geringe Prozesszeiten bei möglichst problemlosen Marketing zu haben. Die haben keine anderen Produkte, wie wir. Haben die nicht! Was die haben, das baut auf dem jahrzehntelang erfolgreich arbeitenden Vertrieb und den Veranstaltern und Leistungsträgern auf. Was der Internetvertrieb mit seiner schlanken Hardware einspart, das kann er in Gutscheine und Rabatte stecken, was er ja auch tut, vor allem, wo die jetzt sogar mehr als 10% Provision bekommen sollen - mehr als 10% (dabei beziehe ich ausdrücklich das Rabattparasitentum der Kreditkartenfullfillmenter mit ein) Gut, das stationäre Reisebüro ist ein Auslaufmodell - sagt man. Man schleppt sich über die Runden. Aber die letzten Runden möchte ich nicht mit Sprüchen belästigt werden, wie "wir haben doch alle die gleichen Probleme" oder "der stationäre und der Vertrieb im Internet zieht doch am selben Strang"... Nein, wenn ich abgeschriebener Methusalem auf meine letzten Tage noch mit Würde hinter den letzten Kunden her, über die Station hinken muss, den einsamen Tod vor Augen (die Expedianer und Opoder wirds vielleicht freuen, das zu lesen ;-) dann möchte ich weder verhöhnt, noch belogen werden. Sonst schlag ich Krach!

von Wolfgang Hoffmann, 31.03.10, 15:24
Robert, welchen "fruchtbaren Dialog" meinst Du denn? Das ist auch schon wieder so eine Worthülse, der mehr an Täuschung erinnert, als an Verständigung. Ich lese immer, dass die Stationären von den Internettis "profitieren können" HALLO?! Warum sagt niemand, WIE? Wie profitieren stationäre Reisebüros von Expedia, Holidaycheck oder Opodo? Bitte nicht die Agenturen erwähnen, die man kriegen kann als reisebüro. Auch von zanox will ich nichts hören. Und ich will auch nicht hören, dass wir die Bewertungen von HC im Reisebüro in der Beratung verwenden. HALLO!? Wir müssen auch Kachelmanns Wetter vertragen, obwohl es kalt ist und ohne Ende regnet! Die verblödete Schwatzhaftigkeit, die kollektive Unqualifiziertheit ist doch kein Wert ansich, es wird an einen rangetragen, wie ein Grippevirus! Wer BUNTE und BILD liest, der guckt auch Hotelbewertungen. Sollen wir vorher bei unseren Kudnen einen IQ-Test und eine Schnelldiagnose der Sozialisierung durchführen? Obwohl es uns immer mehr recht ist, dass dieser Urlaubspöbel ins Internet abwandert, wir haben nichts zu verschenken. Der Internetvertrieb mit der Direktbuchungsmöglichkeit ohne ein zwischengeschaltetes Reisebüro wird sich als Sackgasse erweisen. NUr, wir Stationäre haben bei diesen Hungerprovisionen keine Chance, das auszusitzen.

von Robert Dorka, 31.03.10, 16:07
Ach Wolfgang, in lauschiger Runde am Kamin sind immer ein oder zwei dabei, welche nach der zweiten Flasche Montepulciano die Hosen runter lassen. Wie von anderen hier schon geschrieben , geht es am Ende vielleicht gar nicht darum, wer der bessere Kaufmann oder Nepper, Schlepper, Bauernfänger ist. Eventuell stellt sich heraus, dass es wieder nur um den schnöden Mammon geht. Es ist ja gar nicht schlecht für die Stationären, nach Jahren des Abgesanges, die Braut mit der unbestritten umsatzstärksten Mitgift zu sein. Bleibt nur abzuwarten, was der Brautvater mit einem potenziellen Bräutigam so alles aushandelt.

von Andreas Schulte, 31.03.10, 17:08
Warum reagiert denn der Herr Buller jetzt so provokativ unsachlich ?

von Wolfgang Hoffmann, 01.04.10, 10:35
Lieber Robert, ein Brautvater hat für mich nichts "auszuhandeln". Schon mal was von Emanzipation gehört? Außerdem, wenn ich schon mit einem so hässlichen Typen verkuppelt werden soll, dann will ich vorher wissen, was für mich dabei rausspringt. Und dann werde ich mich entscheiden, und nur ICH!

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