Online Marketing

Nicht nur für Gays und Lesbians

Zielgruppenkonformes Marketing im Internet macht Sinn. Aber manches ist überflüssig.

von Dirk Rogl, 01.08.2008, 09:32 Uhr

Damit keine Mißverständnisse aufkommen: es ist lobenswert, dass Scandinavian Airlines ein eigenes

veröffentlicht hat. Noch viel lobenswerter: korrekterweise weist SAS darauf hin, dass die Seiten gleichermaßen Schwulen, Lesben, Bisexuellen und

gewidmet sind. Und ganz korrekt fasst SAS diese Zielgruppe noch einmal als

zusammen. Die diskriminierungsfreie Übersetzung dieser Begriffe überlassen wir vorsichtshalter Wikipedia. In der Redaktion haben wir darüber diskutiert, ob diese News eine Meldung auf

wert ist. Fazit: Ja, ohne Einschränkung. Im Moment ist diese Meldung sogar mehr gelesen, als unser exklusives Interview mit Vural Öger zur potenziellen Übernahme seines Veranstalters. Eine plausible Erklärung für dieses Phänomen fällt schwer. Streng genommen ist ein derartiges Online-Angebot ähnlich konsequent wie Web-Seiten etwa für Behinderte, Schwangere oder der schutzbedürftigen Minderheitsgruppe der Samen im nördlichen Einzugsgebiet von SAS. Es ist unbekannt, ob Interessenverbände bereits die offenbare Bevorzung von "GLBT" auf der SAS-Website gegenüber der lappländischen Urbevölkerung angeprangert haben. Und jede Wette: der trendbewusste "GLBT" bekommt anderswo im Internet bessere Szene-Tipps als auf

. Vorsorglich sei angemerkt, dass das Info-Angebot der Airline für Behinderte und Schwangere vorbildlich ist. Wir von der fvw bleiben bemüht, die so wunderbar heterogene Zielgruppe in unserer Branche möglichst fair und gleichberechtigt zu bedienen: im Reisebüro und beim Leistungsträger, in der Berufsschule und auf dem Vorstandsposten, im Leisure und im Business Travel, im In- und Ausland. Und glauben Sie mir, das ist schwierig genug. Die sexuelle Orientierung ist da wahrlich eine Nebensache. Und wenn wir wieder einmal über den Wachstumsmarkt "Gay-Travel" berichten, verschicken wir sicher keine Pressemitteilung dazu.

Kommentare

von stabilo, 01.08.08, 18:20
Die Outgames in Kopenhagen können sicherlich gut die Finanzspritze dieses Sponsors gebrauchen. Und ist es nicht so, dass man als Sponsor einfach in der Lage sein muss, sich flexibel auf jede erdenkliche Zielgruppe einzustellen? Dass die Crew Tipps gibt, beweist jedenfalls Humor. Lieber Redakteur: vier Links und zwei Tipps - wirkliche Angebote sehen anders aus.

von Wolfgang Hoffmann, 04.08.08, 10:35
"Behinderte, Schwangere..." der Vergleich mit "Schwangeren" dürfte einem Schwulen ja noch semantische Vergnügen abtrotzen, ...aber: "Behinderte"? Kann es sein, dass in der fvw-Redaktion immer noch latente Vorurteile herumgeistern? ;-))) Vielleicht könnte man da auch noch Linkshänder mit in die Liste nehmen.

von Dirk, 04.08.08, 10:45
Lieber Herr Hoffmann, bezüglich Ihrer Vermutung erlaube ich mir, meine Hände in Unschuld zu waschen. Und zwar gleichermaßen die rechte und die linke. Nicht, dass es hier auch noch zu politischen Verwirrungen kommt.

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