Online Marketing Day

Ein Sturm im Wasserglas

Wie ein Don Quichotte kämpft Oliver Winter gegen die Hotelbewertungs-Windmühlen. Und es steht zu befürchten, dass er sich damit keinen Gefallen tut.

von Arndt Aschenbeck, 18.05.2011, 14:41 Uhr

Eines muss man A+O-Chef Oliver Winter lassen: Er hat wirklich Stehvermögen. Der Chef der gleichnamigen Hotelkette hält unbeirrt an seinem Plan fest, einen Präzedenzfall in Sachen Hotelbewertungen zu erstreiten. Seit Ende 2009 versucht Winter, sich das Recht zum Opt-out aus den Bewertungsportalen juristisch zusichern zu lassen.

Drei A+O-Betriebe (Hamburg Reeperbahn, Berlin Zoo und Berlin Mitte) haben jeweils Klage gegen Holidaycheck erhoben. Zwei Verfahren werden am Landgericht Hamburg, eines am Landgericht Berlin verhandelt. Die Inhalte der Klagen sind identisch: Winter will offiziell feststellen lassen, dass das Hotelbewertungsportal Hotels nicht in Sippenhaft nehmen darf. Seine Forderung: Ein Hotel muss die Möglichkeit haben, sich von der Seite entfernen zu lassen.

Bisher fand Winter vor Gericht allerdings kein Gehör. In der ersten Instanz entschieden die Richter in Hamburg und Berlin zugunsten von Holidaycheck. In der Begründung heißt es unter anderem: „Eine abstrakte Gefahr der Verletzung des Rechts am eingerichteten Gewerbebetrieb begründet bereits keinen Angriff, der eine massive Einschränkung der Meinungs- und Informationsfreiheit (...) begründen könnte.“ Übersetzt bedeutet das so viel wie, dass die Bewertungsabgabe auf Portalen wie Holidaycheck unter dem Schutz der Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz steht. Dieses Recht ist nur im Fall von unwahren Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik eingeschränkt.

Das mag Oliver Winter allerdings nicht hinnehmen. Er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Bei Holidaycheck geht man davon aus, dass der streitbare Hotelier notfalls bis zum Bundesgerichtshof gehen wird.

So oder so wird es wohl keinen Präzedenzfall geben. Dem Vernehmen nach wurde im Hamburger Urteil festgehalten, dass jedes Hotel selbst klagen müsste und sich nicht automatisch auf ein eventuelles positives Urteil im A+O-Prozess berufen könnte.

Ein weiteres Verfahren in Hamburg ist noch nicht abgeschlossen. Und hier gibt es offensichtlich einen Hoffnungsschimmer für A+O. Das Gericht scheint der Argumentation zu folgen, dass sich Holidaycheck und A+O in einem Wettbewerbsverhältnis befinden. Dadurch könnte eventuell eine Passage des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb zur Anwendung kommen.

Egal wie die Gerichtsverfahren ausgehen, am Ende gehören alle Beteiligten zu den Verlierern. Holidaycheck wird in einen langwierigen Gerichtsprozess gezogen, dessen Streitpunkt der Markt längst beantwortet hat. Die Kunden nutzen Bewertungen in allen Branchen in ihrem Entscheidungsprozess. Die Kommentare bieten die Chance, die Transparenz zu erhöhen und auf Details zu stoßen, die Anbieter in ihren Hochglanz-Broschüren gerne unter den Tisch fallen lassen.

Auch die Hotels haben sich mit den Bewertungen mittlerweile angefreundet. Ein – zugegebenermaßen extremes – Beispiel konnte man auf dem fvw Online Marketing Day hören. Prizeotel-Chef Marco Nussbaum koppelt sogar die Bezahlung seiner Mitarbeiter an die Bewertungen im Netz. Und auch andere Häuser setzen die Urlauberkommentare zunehmend als Marketinginstrument ein.

Sogar der Hotelverband ist auf die Pro-Bewertungen-Linie eingeschwenkt. Statt gegen die Rezensionen Sturm zu laufen, versuchen die Lobbyisten, die Regeln mitzugestalten. Ausdruck davon ist ein Zwölf-Punkte-Katalog, zu dessen Einhaltung die Verbände die Portale bewegen möchten. Und nicht zuletzt halten die Bewertungen auch zunehmend Einzug in die offizielle Sternevergabe der Verbände.

Der größte Verlierer ist aber zweifelsohne A+O. Mit dem sturen Beharren auf seiner Position tut sich die Hotelkette keinen Gefallen. Selbst wenn sie - wie durch ein Wunder - den Rechtsstreit gewinnt, dürfte sie sich wohl nur kurz als Sieger fühlen.

Denn was wird passieren? Auf der Holidaycheck-Seite wird sinngemäß zu lesen sein: „Dieses Hotel will sich nicht bewerten lassen und wurde aufgrund eines Gerichtsbeschlusses aus unserer Datenbank entfernt.“ Da fragt sich der unbedarfte Kunde doch unweigerlich, was das A+O-Hotel denn Schlimmes zu verbergen hat. Warum sollte man so etwas sonst gerichtlich durchsetzen?

Mein Fazit steht jedenfalls unabhängig vom Ausgang des Verfahrens fest: A+O tut weder sich noch der Branche einen Gefallen mit den Klagen. Das Geld und die Energie, die Winter und Co. in die juristischen Scharmützel stecken, könnten sie genauso gut in ihr Produkt investieren. Und es dann ähnlich wie Marco Nussbaum auf Youtube promoten. Prizeotel dreht nämlich Kritik sogar noch um und demonstriert in Videos, wie Kunden-Feedback aufgenommen und umgesetzt wurde.

Das sture Beharren auf dem juristischen Präzedenzfall lässt sich jedenfalls keinem mehr vermitteln. Im Zeitalter von Social Media wird es immer Mittel und Wege geben, Kritik und Missfallen im Web zu veröffentlichen. Oder glaubt irgendjemand, dass der Fall Guttenberg ohne das Netz so ausgegangen wäre? Der konnte sich auch nicht darauf berufen, dass er selbst entscheiden will, ob jemand sein Doktorarbeits-Plagiat im Netz zerpflücken darf. Warum sollte das bei Hotelbewertungen anders sein? Oder sollte ich da vielleicht auf dem Holzweg sein? Dann korrigieren Sie mich bitte, und ich verspreche Ihnen, auch ein kritischer Kommentar wird nicht gelöscht ... ;-)

Kommentare

von Dietmar Pedersen, 19.05.11, 16:37
Der gute Herr Winter sollte seine Zeit, seine Energie und sein Geld lieber in den Service der Hotels investieren. Da gibt es es eine gute Rendite durch zufriedene Kunden. Ausserdem klappt es dann automatisch mit den Bewertungen bei Holidaycheck & Co.

von Ludwig Ottenbreit, 20.05.11, 16:22
Gerne korrigiere ich Sie, da Sie offensichtlich den Grundzusammenhang nicht verstanden haben. Abgesehen davon, dass es A+O nicht gibt (das Unternehmen heißt A&O ...), geht es auch nicht darum, pauschal Kritiken im Internet zu verhindern. Es geht darum, dass die Gäste bewerten, die tatsächlich Kunden im Hotel waren, so wie das seriöse Portale wie HRS, hotel.de oder booking.com selbstverständlich praktizieren. Holidaycheck "tarnt" sich als Meinungsportal, während es mittlerweile zu den großen Online-Reisebüros gehört.Nebenbei sorgen die Hotels, die das noch unterstützen dafür, dass die eigenen Kosten für Online-Werbung (z.B. in Google Adwords) steigen, weil Holidaycheck über vermeintlichen oder tatsächlichen "Inhalt" Suchmaschinenkonkurrenz wird. Sehr clever *lol*

von Oliver Winter, 20.05.11, 18:24
Hallo Herr Aschenbeck, Sie sind ja dramatischer als Shakespeare. Zur Sache: Es geht A&O nicht um Bewertungen im Internet, im Gegenteil, seit über zwei Jahren arbeiten wir mit eKomi als neutraler Bewertungsplattform zusammen und gehen den Bewertungen nach, nehmen Verbesserungsvorschläge auf und auch unsere Mitarbeiter werden nach Bewertungen vergütet, bereits seit über 2 Jahren. Selbst die Reiniger bekommen Prämien für gute Sauberkeitsnoten im Netz. Worum es uns geht: anonyme Bewertungen, die ohne Reiseanlass und unter Vortäuschung des "Betriebs einer Meinungsplattform" generiert werden. Wem soll das nutzen - außer dem Betreiber der Reisebürowebseite, der einzig diese Bewertungen als Instrument zur Vermarktung seiner Buchungsplattform verwendet - wie die Bildzeitung die nackte Frau. Niemand hat auch nur ein Interesse, zu verifizieren, ob die Bewerter je da waren, ob die Konkurrenz oder das Hotel gar selbst bewertet haben oder der Bewerter volljährig ist? Wem nutzt die Bewertung einer 16 jährigen Mausi88, die behauptet: "das Zimmer sei so schief, das nachts die Möbel verrutschen"? All das, was im Konkreten Holidaycheck online macht, würde in der Offlinewelt zu recht abgemahnt werden. Stellen Sie sich vor, ich stelle mich mit einem Pappschild vor den Hamburger Hauptbahnhof, halte es hoch und darauf steht: Arndt23 sagt, das Ibis um die Ecke ist voll die Misthütte. Wem ist damit geholfen? Wie lange würde ich wohl stehen? Sollen doch die Gäste in Foren und blogs sich austauschen, wie sie es auch an Stammtischen oder im Zugabteil tun, aber doch nicht auf einer gewerblich betriebenen Plattform, die den reißerischen Beitrag braucht, um Zugriffe für den Reiseverkauf zu generieren. Das ist ein krummes Geschäftsmodell und gehört weg. Und Dehoga und IHA: Die Verbände sind (leider) zahnlose Tiger. Die Hortec-Kriterien wurden schon 2008 (!) diskutiert und man ist exakt Null Zentimeter weiter. Das ist schmeißen mit Wattebäuschchen von Berufsfunktionären auf Herrn Burdas Geschäftsmodell - eindrucksvoll! Ich habe Stunden mit Mails und Gesprächen zu dem Thema mit den Verbänden und auch mit Holidaycheck zugebracht. Wir hatten unter anderem einfach gefordert, zumindest hinzuschreiben, wie viele Gäste/Nächte jährlich in dem Hotel sind und den Bewerter kennzeichnen, der nicht volljährig ist. Mit genau Null Ergebnis. Wenn ich eines gelernt habe als Unternehmer in Deutschland: unpopuläre Themen müssen sie durch Gerichte klären lassen, das rührt kein Politiker und auch kein Journalist an. Dazu gehören aus Sicht der Hotellerie GEZ und GEMA, die Wettbewerbsverzerrung durch öffentliche Bau- und Mietsubventionen des DJH & Co und die gewerblichen Bewertungsportale. Und anders als bei Shakespeare: Am Ende gewinnen die Guten - und die Guten sind wir! Gruß Oliver Winter

von Michael Kluge, 22.05.11, 18:12
Sehr geehrter Herr Aschenbach, Ihr Kommentar hat mich erschreckt, zeigt er doch, wie unkritisch und unreflektiert Ihr Journalisten mir diesem Thema umgeht. Social Media ist ein unglaublicher Quatsch, der einfach nur auf den Sondermüllhaufen der Geschichte gehört. Das ist wie mit der Politik: 3% der Bevölkerung terrorisieren 97% Vernünftige, nur die Passivität und das Desinteresse der Masse machen so etwas möglich. Hier ist es noch viel schlimmer: 30 Kommentare auf 120.000 Übernachtungen, hier bleibt die Empirie vollends auf der Strecke, hier terrorisiert eine schreibwütige Minderheit (die zu viel Zeit hat, wenn ich mit einem Hotel unzufrieden bin, meckere ich an der Rezeption und gehe ggfs. nicht wieder hin) im Promillebereich die restlichen über 99%. Bei solchen Missverhältnissen kann kein objektives Ergebnis herauskommen, und das wollen die Betreiber dieser Plattformen auch gar nicht. Wenn Herr Burda eine karitative Veranstaltung sucht, bin ich der Papst. Der Mann will Geld verdienen und das möglichst durch die Arbeit anderer. Herr Winter ist kein Spinner sondern spricht für die große Masse der Hoteliers, die sich durch dies unmögliche System unter Druck gesetzt fühlen, sich jedoch (unter anderem wegen solcher Journalisten wie Sie, die unreflektiert Blödsinn verbreiten und sich bei den Plattformen anbiedern statt sich mit denen zu verbünden und die zu unterstützen, die Ihr Blatt kaufen!). Was meinen Sie, wie viel positive Resonanz wir auf unsere Aktivitäten aus der Branche bekommen? Weil die Berufsverbände (DEHOGA etc.) zahnlose Tiger sind und auf ganzer Linie versagen, gehen wir halt als Vorreiter in den Ring. Zum Glück haben wir genügend Geld und Kampfgeist, um es mit den Plattformen aufzunehmen, erst kommt Holidaycheck dran und sobald juristischer Sitz in Deutschland, Tripadvisor, die noch übler sind. Diese Plattformen, die Anonymbewertungen zulassen, Bewertungen pubertierender Jugendlicher, denen wir den Alkohol weggenommen haben etc. um Aufreißer zur Ankurbelung des Vertriebs kostenfrei und zu Lasten der Hoteliers zu erhalten, gehören einfach weg. Wenn wir 20% unzufriedene Gäste hätten (was die Portale noch als Erfolg verkaufen!), könnten wir unsere schöne Hotelkette schließen. Da wir das nicht wollen, versuchen wir das unsaubere und für viele kleine Hotels brandgefährliche Geschäftsmodell der Portale zu demontieren. Wenn Sie denken, Herr Winter sei Don Quichotte und ich der Weihnachtsmann, werden wir alles daran setzen, Ihnen das Gegenteil zu beweisen. Ich bin sicher, Sie hören noch von uns. Lassen Sie sich unsere Denkansätze in Ruhe durch den Kopf gehen, dann werden Sie vielleicht realisieren, dass wir so falsch nicht liegen. Würden Sie eine Umfrage unter den Hotels starten (hier gern anonym, damit sich alle trauen), würden Sie merken, wie hoch die Ablehnungsquote liegt, ich schätze deutlich über 80%. Für Diskussionen zum Thema stehen Ihnen Herr Winter und ich gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Michael Kluge, Aufsichtsratsvorsitzender A&O

von Alexander Knigge, 23.05.11, 19:25
Sehr geehrter Herr Aschenbeck, als Redakteur sollten Sie etwas sorgfältiger recherchieren, als "Social Media Guy" und "Travel Tech Versteher" etwas weniger naiv kommentieren. Da Sie aus einem nicht veröffentlichten Urteil zitieren, werden Sie mit Ihren Informationen offenbar von HolidayCheck gefüttert, was zwar an sich nicht verwerflich ist, was aber sehr fragwürdig erscheint, wenn dies als alleiniger Ausgangspunkt für einen Kommentar über Beweggründe der A&O Gruppe und des Herrn Winter dient. Also - zunächst ein paar Sätze zu den Fakten: In der Tat gibt es bislang drei Verfahren. Die Inhalte der Klagen sind aber keineswegs identisch. In keinem der Verfahren geht es darum, sich ein "Recht zum Opt-out aus den Bewertungsportalen juristisch zusichern zu lassen". Burda betreibt mit HolidayCheck ein höchst kommerzielles Portal, das sich an geltendem Recht messen lassen muss. Dazu gehört es, dass man - vereinfacht gesprochen - nicht Lügen und Beschimpfungen über das Internet verbreiten darf. Dies - so meint A&O - ist bei HolidayCheck in der Vergangenheit aber vielfach geschehen, und dies haben auch zahlreiche andere Hoteliers in Bezug auf ihre Häuser bereits erfahren müssen. HolidayCheck meint, es sei Sache des Hoteliers, das Portal zu beobachten und sich zu beschweren, wenn dort Unwahrheiten verbreitet worden sind. Erst auf eine Beschwerde hin - so meint HolidayCheck - muss sich der Betreiber der Webseite diesen Beitrag näher ansehen. Hier ist A&O zu Recht anderer Meinung: HolidayCheck soll nicht erst veröffentlichen und dann (vielleicht) prüfen, sondern von vornherein nur zulässige Beiträge (die durchaus auch negative Werturteile enthalten können) veröffentlichen. Unterlassungsansprüche bestehen zunächst gegen die konkrete Verletzung, also gegen die einzelne Bewertung. Darüber hinaus kann man unter Umständen auch als "vorbeugenden" Anspruch verlangen, dass die Gefahrenquelle weiterer, künftiger Verletzungen beseitigt wird. Das wäre hier ein Verbot an HolidayCheck, weiterhin Kommentare zu einem Haus zuzulassen. Übrigens nicht nur in dem "jüngsten", sondern in allen drei Verfahren sind die Gerichte ohne Zögern der Argumentation gefolgt, dass HolidayCheck und A&O in einem Wettbewerbsverhältnis zueinander stehen. Selbst in dem Urteil, aus dem Sie zitieren, ist das auf Seite 16 zu lesen. Und wenn die besonderen Fairnessregeln des UWG zwischen Hotelier und Portalbetreiber für anwendbar erklärt werden, dann ist es kaum haltbar, Unterlassungsansprüche wegen der Verbreitung nicht erweislich wahrer negativer Tatsachenbehauptungen zu verneinen. Dies wird in der Berufungsinstanz zu überprüfen sein. Was Ihren Kommentar als naiv erscheinen lässt, ist die Bemerkung, der Markt habe die Streitfrage längst entschieden. Das ist ein eigenartiger Gedanke, der in einem Rechtsstaat zum Glück keine Rolle spielen darf. Auch der Erfolg etwa von www.isharegossip.com unter Schülern führt nicht dazu, dass anonymes Cybermobbing hinzunehmen ist. Der von Ihnen selbst angeführte Fall Guttenberg zeigt ebenfalls, wie zweischneidig die Sache ist: Inzwischen wird PlagiPedi Wiki von einer Welle anonymer Denunziationen wegen angeblich ermogelter Doktortitel (des Chefs? des unliebsamen Konkurrenten?) überschwemmt. Die Kernfrage ist, wer die Verantwortung für den Inhalt rechtswidriger Äußerungen trägt, wenn er Internetnutzern die völlig anonyme (und damit letztlich gefahrlose) Möglichkeit bietet, sich vor großem Publikum zu äußern. Sie ist (wie sich zeigt) nicht nur bei HolidayCheck zu stellen. Urteile kommen in Deutschland der Regel nicht durch Wunder, sondern nach Recht und Gesetz zustande. Entscheidungen zu Einzelfällen helfen, auch im Bereich Social Media verbindliche und offenbar notwendige Regeln für alle zu entwickeln. Dieses System sollten Sie nicht gering schätzen, auch wenn Ihr Fazit schon feststeht. Da Sie so explizit danach gefragt haben: Nach meiner Auffassung sind Sie auf dem Holzweg.

von Michael Buller, 25.05.11, 10:54
Also jetzt ist es die Portal-Art die sie hier stört und nicht das Bewerten an sich? Ehrlich gesagt kann ich dem nicht folgen. Also wenn sie irgendwo anders ihre Meinung abgeben dann ist es ok???? HolidayCheck wird von den Kunden als nützlich eingestuft (sonst würden sie wohl kaum eine solche Traffic haben) Auch wurden sie bei Stiftung Warentest sie Sieger beim letzten Vergleich. Dh. IHRE Kunden informieren sich dort....ob es ihnen gefällt oder nicht. Dieser Kunden ist im Webzeitalter nicht mehr zu Kontrollieren.....wie das so mancher gerne möchte. Er unterhält sich in Facebook (und im Schnitt sind es 240 Freunde und nicht mehr die damaligen 10 den er es erzählt)....er schreibt Blogs....geht in Foren....und bewertet und wer weiss was noch in Zukunft. Ein Leistungsversprechen das man nicht einhält (egal in welcher Branche) wird bestraft und zwar in einer nie dagewesenen Öffentlichkeit.Doch das ist überhaupt nicht schlecht...denn es führt auf Dauer zu besseren Produkten. Den Kampf den sie da führen....führen sie gegen ihre Kunden (auch wenn ich ihre Argumentation gelesen habe).....und nicht gegen HolidayCheck. Ob das die richtige Vorgehensweis ist....naja....da hab ich so meinen Zweifel!

von Georg Ziegler, 26.05.11, 13:51
Was man der Transparenz halber vielleicht erwähnen darf. Herr Ottenbreit, Herr Winter und Herr Kluge von A&O, Herr Knigge vertritt die Angelegenheiten von A&O vor Gericht. Bei Äußerungen wie "Social Media ist ein unglaublicher Quatsch, der einfach nur auf den Sondermüllhaufen der Geschichte gehört." fehlen mir persönlich die Worte.

von Michael Buller, 26.05.11, 14:22
.....genau das dachte ich mir auch Herr Ziegler....aber es zeigt welche Haltung man eigentlich wirklich hat! Auch wenn es hier anders dargestellt wurde.....eine Hotelindustrie teilt dies nicht sondern nutzt die neuen Möglichkeiten (und bringt Bewertungen und Social media in ihr Geschäft) .....so zumindestens mein Eindruck nach Besuch von 2 großen Veranstaltungen im letzten Jahr der Hotelverbände.

von Ludwig Ottenbreit, 26.05.11, 14:44
Ach Herr Ziegler, da haben Sie mich aber erwischt ;-) Dabei kann einem beim Kampf für Transparenz schon mal schnell durchrutschen, dass man für Holidaycheck arbeitet *lol*

von Silvia Barber, 26.05.11, 16:28
Der Gast wird seine Meinung, egal über welches Portal, so oder so kund tun. Notfalls kann er ja auch, wie im Mittelalter, ein Blatt Papier an die Hoteltür´ nageln. Holidaycheck ist nun mal das bekannteste Bewertungsportal....und jeder Hotelier kann aus jeder Bewertung, die immer subjektiv sein wird, das Beste machen. Kommunikation heißt das Zauberwort! Gruß aus Oberstaufen Silvia Barber

von Daniel Kinast, 26.05.11, 19:05
"Social Media ist ein unglaublicher Quatsch, der einfach nur auf den Sondermüllhaufen der Geschichte gehört." Aber Hauptsache mal ordentlich diesen Blog kommentieren :D Ich würde mein Geld für sinnvolle Marketingmassnahmen verwenden anstatt es für klagen rauszuschmeißen!

von Wolfgang Hoffmann, 06.06.11, 12:36
Komisch, von allen möglichen, ob Politiker oder Wirtschaftsbossen verlangt man ständig, dass die Eier in der Hose haben... Und jetzt hat einer welche und lässt sich nicht beirren, dann wird er verlacht und gedisst. Ne, ne, Oliver Winter hat meinen Respekt und mein Verständnis in der Sache. Dass HC gut sei, weil so viele dort reinschauen, das hat was von "Leute esst mehr Sch****, 700 Mrd. Fliegen können sich nicht irren." Kann denn Heutzutage niemand mehr aufzeigen dürfen, dass der Kaiser seit langer Zeit völlig nackend herumstolziert? Darf denn die Abwesenheit von geeigneten Gesetzen zur Regel werden? Das Internet und somit diese Ersatzcommunities & Holodecks sind ermaßen neu, dass wir uns erst mal mit den vordergründigen Vorteilen beschäftigen. Dass da im Hintergrund eine Werteerrosion stattfindet und ein Rechteverlust jedes Einzelenen, damit befasst man sich doch erst wieder, wenn es Tote gibt. Unsere Gesellschaft verhält sich auch wieder mit dieser Errungenschaft "virtuelle Welt" so, wie der liebe Gott, der plötzlich in einem weisen Ratschluss die Botanik aus der Welt nimmt und durch künstliche Pflanzen Made in China ersetzt. Was derzeit als schützenswert von den digitalen Neuerungen deklariert wird, das wird garantiert irgendwann auf den Müll der Geschichte landen. Und leider sind es diejenigen, die als Crashtestdummies bis dahin fungieren müssen, die den klaren Durchblick haben und nicht jedem Hype hinterherrennen und versuchen, damit den jeweils Anderen abzuzocken. Also, ehrlich, wenn HC Social Community ist, dann sind Hoologans vor dem Fußballstadion der eigentliche Ordnungsdienst.

von Wolfgang Hoffmann, 06.06.11, 13:37
Nachtrag: http://www.20min.ch/digital/dossier/apple/story/Wie-Apple-Mitschnitte-stoppen-will-28655593 ...das zum Thema, dass die digitale Revolution auch neue Gesetze erforderlich macht. Wie auch soll eine Rechtsprechung, die komplett auf etwas anderem basierend geschaffen wurde, als das, was uns heutzutage zur Verfügung steht, da mithalten können. Nur als konkretes Beispiel: Der Fall des Rabattgesetzes und der Siegeszug des Internets haben die schlimmsten Verwerfungen erzeugt, die Markt und Soziologie je vorgefunden haben. Deshalb erwarte ich, dass sich der Gesetzgeber mit den neuen Gegebenheiten befasst. Lapidare Ablehnungen seitens der Politik, unter Berufung des Wegfalls des Rabattgesetzes (muss man sich mal auf der Hirnhaut zerlaufen lassen!), beweisen mir nur, dass diese Politiker dumm, wie 4 Meter Feldweg sind!

von Mende, 08.07.11, 17:32
Guten Tag: Ich möchte kurz etwas aus meiner Sicht zum Thema beisteuern. es ist richt das im Rahmen des § 5 Grundgesetz jeder seine recht auf freie Meinungsäusserung nutzen soll. Falsch ist aber das Hoteliers, Gastronomie sich gegen böswillige und dutzende von negativen Bewertungen selber nicht wehren können oder nur eingeschängt wären können. Aufgrund von hunderten von Portalen wo jeder etwas schreiben kann, weiß am Ende schon keiner mehr wo letztlich negatives über einen geschrieben wird. Es geht nicht darum, was richtig ist zu verbieten sondern darum, wenn Bewertung, dann soll sie sich doch auch an dem Orientieren was die Fakten sind und nicht wie leider immer häufiger der Fall ist persönlich werden. Es sollte unserer Meinung nach auch nur bewerten dürfen, der auch tatsächlich im Hotel gewesen ist. Und zwar so, dass man Ross und Reiter benent. Aber gerade weil es nicht so läuft, ist ein Dienst wie die www.hotelpinnwand richtig wichtig und notwendig sowie zeitgemäß. freundliche grüße georg mende

von Lange, 12.07.11, 15:03
Ich gehöre leider zu den Holidaycheck Geschädigten und kann mich der Argumentation von Herrn Winter nur anschließen das Problem sind nicht die Gästebewertungen an sich, die wenn sie sachlich vorgetragen werden und die tatsächlichen Gegebenheiten weiderspiegeln durchaus positiv zu werten sind. Das eigentliche Problem ist das die Leute anonym bewerten können ohne eventuelle Rechtsfolgen fürchten zu müssen, falls Ihre Aussagen sich als bewusst falsch und rechtswidrig erweissen, versteckt sich Holidaycheck in der Schweiz und seine Kunden hiter dem Begriff Meinungsfreiheit und Datenschutz, aber ich frage mich was hat das mit Datenschutz zu tun de,r Kunde zieht den Hotelier in die Öffentlichkeit und tut seine Meinung,kund, warum habe ich als Betreiber nicht das Recht zu erfahren wer dahinter steckt? um gegebenfalls mit rechtlichen Schritten gegenüber dem Verfasser zu reagieren? Ich denke die Leute würden es sich überlegen ob Sie irgendwelchen Blödsinn verfassen und alle Beteiligten wäre geholfen wenn Roß und Reiter ganannt werden. Ach ja ich wurde verläumdet weil ich mich von einem Gast nicht erpressen lassen wollte, dieser hat unser Haus verlassen ohne die Rechnung vollständig zu begleichen,das heisst nach unserer Rechtsprechung ein Zechpreller der in Holidaycheck einen willigen Parner fand. Die von Holidaycheck so viel gerühmten Kontrollen kann es nicht geben denn dieser Gast besitzt da er die Zeche geprellt hat keinen Zahlungsnachweis für seinen Aufenthalt. MfG Franl Lange

von emmdee, 05.09.11, 20:04
Nachdem das LG Hamburg jetzt die Massstäbe zurechtgerückt hat, wonach Reise-Buchungsportale dafür verantwortlich sind, dass veröffentlichte Bewertungen der Wahrheit entsprechen, hat nicht das Hotel, sondern das Bewertungsportal in seiner Verquickung als Reisevermittler ein echtes Problem. Wie die Pressestelle des Hanseatischen OLG Hamburg mitteilte, hat die Beklagte das Bewertungsportal als Teil ihres gewerblichen Online-Reisebüros betrieben. Buchungsgeschäft und Bewertungsportal seien derart engmaschig verbunden, dass eine klare Trennung in zwei verschiedene Geschäftsbereiche nicht möglich sei. Im Vordergrund stehe für die Beklagte bei dem Meinungsportal nicht das uneigennützige Motiv, die Öffentlichkeit zu informieren, sondern die Attraktivität ihres gewerblichen Online-Angebots zu steigern. Dieser Maßstab wird übrigens an nicht kommerzielle Betreiber von Reiseforen und dort veröffentlichten Hotelbewertungen nicht angelegt. LG Hamburg 327 O 607/10 vom 1.9.11

von Jürgen, 06.10.11, 10:18
@ Georg Ziegler ihnen fehlen die Worte? Was fällt ihnen dazu ein, wenn ihr Content-Team auf einen Einwand bezüglich einer Bewertung, die falsche Tatsachenbehauptungen so antwortet: Zitat: Bitte beachten Sie, dass die Holiday.Check AG lediglich eine Plattform zur Verfügung stellt, auf der ehemalige Gäste die in Anspruch genommenen Leistungen in strukturierter Form bewerten können. Dabei bleibt der Bewertungsautor für den Inhalt der Bewertung jederzeit selbst verantwortlich. Zitat Ende. Entschuldigen sie bitte, aber hier fehlen mir die Worte. Und nein ich bin nicht von A&O.

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