Olympia

Auf nach Pyeongchang!

Schluss mit dem Geheule, liebe Katharina Witt! Echte Touristiker sollten sich freuen auf die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Und dafür gibt es gute Gründe.

von Dirk Rogl, 07.07.2011, 09:02 Uhr

Tränen bei Kati Witt, lange Gesichter beim "Kaiser" und die Vermutung eines abgekartestes Spiel bei allen, die von sich meinen nah dran gewesen zu sein gestern bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018. Die finden nun bekanntlich in Pyeongchang und nicht in München statt. Und das ist gut so.

1. Weite Teile der deutschen Touristik planen sportliche Großereignisse traditionell mit einer gewissen Distanz. Zu Olympia und Fußball-WM stockt gemeinhin der Urlaubsverkehr, weil der Durchschnits-Deutsche sich dies lieber vorm heimischen Fernseher als an der Strandbar anschauen. Aus nahezu unerklärlichen Grund bleibt dieser Effekt übrigens bei der aktuellen Frauen-Fußball-WM aus. Und er wird sich auch in Pyeongchang 2018 im Rahmen halten. Wichtige sportliche Entscheidungen finden aus unserer Sicht mitten in der Nacht oder am frühen Morgen statt. Das ist keine gute Zeit für das heimische Sofa. Wen das wirklich interessiert, der sollte hinreisen nach Südkorea.

2. Mit quasi schon genialer Weitsicht hat der DRV-Vorstand die kommende DRV-Jahrestagung nach Daegu in Südkorea gegeben. Das ist gleich doppelt schlau. Nicht nur, dass sich damit die deutsche Reiseindustrie optimal auf die zu erwartenden Touristen-Ströme im Jahr 2018 vorbereiten. Daegu liegt auch etwa 150 Kilometer südlich von Pyeongchang und damit weiter Weg von der strahlenden Landschaft rund um das japanische Fukushima. Glückwunsch an die gesamte Region, dass dieser Aspekt bei der Vergabe der Winterspiele – meines Erachtens völlig zu Recht – überhaupt keine Rolle gespielt hat. Und Glückwunsch an die Mitglieder des (alten) DRV-Vorstand. Denen wird ganz im Sinne des olympischen Geistes im Rahmen einer Fairplay-Aktion ohnehin schon seit Monaten attestiert, ganz allein für die Vergabe der DRV-Tagung 2011 verantwortlich gewesen zu sein. Chapeau!

3. Sotschi 2014, Rio de Janeiro 2016, Pyeongchang 2018 – wenn die deutsche Sportgemeinde solch ferne Ziele überstanden hat, ist die Zeit gewiss reif für ein deutsches Wintermärchen. Ja, nachdem einheimische Sportsfreunde mit Unterstützung der Reiseindustrie diese weißen Flecken auf ihrer Reise-Landkarte abgehakt haben, darf nun vom ganzen Herzen die auf das Incoming fokussierte deutsche Hotellerie profitieren. Wir drücken fest die Daumen für olympische Heim-Sspiele 2022 in München. Neue Horizonte können wir ja auch später wieder entdecken, zum Beispiel im Sommer 2022 bei der Fußball-WM in Katar.

Kommentare

von Bernd Brümmer, 07.07.11, 10:19
Niemand hatte jemals überhaupt die Absicht diese Spiele nach München und umzu zu vergeben - aber eine Reise in das schöne Südafrika hat noch keiner bereut. Es ist doch schön, am Tafelberg über die Zugspitze zu berichten und Bewerbungen müssen nun einmal ( wie in vielen Firmen auch ) vorab ausgeschrieben werden, auch wenn der fix und fertige Siegerumschlag beim Funktionär schon lange vorher in der Sakkotasche steckt. Musst du nicht weinen - kleine Kati - und dir, liebe Lichtgestalt, bleiben viele Interviews mit deinen berühmten Ähs und ÄÄÄhs erspart. Wir haben doch die Frauenfussball-WM und das sollte doch erst einmal reichen. Es lebe der Sport!

von Herbert, 07.07.11, 12:54
@Bernd Brümmer: Was hat Pyeongchang mit SüdAFRIKA zu tun? Haben Sie da womöglich Olympia mit der Fußball-WM (der Männer) verwechselt? Die ist aber schon vorbei, die war letztes Jahr, 2010. Ich würde empfehlen, an der DRV-Jahrestagung 2011 in SüdKOREA teilzunehmen; vielleicht gibt's angesichts dieser Olympia-Entscheidung jetzt noch eine Vor- oder Nach.Kongressreise nach Pyeongchang, damit sich die deutschen Touristiker (soweit sich nicht nur Tross zum DRV-Kongress ins unbekannte Land aufmacht) schon mal sagenhafte Olympia-Geschäfte für 2018 sichern können (DERTOUR ist sicher seit gestern 17.15h MESZ schon am Ball!).

von Bernd Brümmer, 07.07.11, 13:10
Die Olympischen Spiele 2018 wurden in SÜDAFRIKA (Durban) vergeben - Da liegt doch für die "Funktionäre" ein "touristischer Abstecher" zum Tafelberg nahe

von Rainer, 09.07.11, 20:58
Ein bisschen sattelfest in Geografie muß man schon sein, wenn man hier ein Statement abgeben will ! Übrigends ist die Frage in Wirklichkeit: Ob die Kunden die Nähe zu Japan als unbedenklich einschätzen werden, denn es ist zu erwarten das die gesundheitlichen Folgen in der Region erst in den nächsten Jahren den Höhepunkt in der Berichterstattung erreichen werden.

von Horst, 11.07.11, 09:45
Dass der Olympia-Kelch an München vorbeigegangen ist begrüße ich... Bauten, Infrastruktur, Dörfer etc. - und nach Gebrauch alle leerstehend, Millionengräber zum verwildern freigegeben... Und ob Korea nun DAS Ziel wird und der Touristik hilft, naja, das Brot & Buttergeschäft wird doch nicht mit einer Olympiade reingeholt oder ersetzt. Die großen Tour Operator müssen Nordafrika erst einmal verkraften (TC mit -25 Mio. habe ich gelesen...). Da wird es weiterhin Entlassungen geben und an den zukünftigen Wachstumsmärkten gespart.

0

Informativ, spannend, subjektiv: Abonnieren Sie den RSS-Feed für den fvw Blog und bekommen Sie ungewöhnliche Einblicke in die Touristik.

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten