Öger

Das Türkei-Plädoyer

40 Jahre Öger Tours mit gleich zwei Feiern in Hamburg. Zum Auftakt gab es flammende Plädoyers für einen EU-Beitritt der Türkei - und dass nicht nur von Vural Öger.

von Klaus Hildebrandt, 19.06.2009, 09:49 Uhr

Mit 440 Gästen, darunter viele hochrangige Vertriebs- und Airline-Partner aus Deutschland und bekannte Hoteliers aus der Türkei, feierte Vural Öger gestern im Automuseum Prototyp in der Hamburger Hafencity das 40-jährige Bestehen seines Veranstalters. Völlig abgebrannt kam der junge Ingenieur damals in die Hansestadt – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sein Auto war gerade in Flammen aufgegangen, sein Geld und seine Papiere futsch. Ein Türke schenkte ihm 100 Mark, in einem Restaurant sah er ein Plakat für Istanbul-Flüge ab Düsseldorf. "Warum gibt es das nicht ab Hamburg", fragte er sich – die Idee für die ersten Charterflüge war geboren und damit die Keimzelle für Öger Tours (mehr dazu lesen Sie übrigens in der jüngsten fvw-Ausgabe). Doch Öger wäre nicht Öger, wenn er an einem Jubiläumsabend nur solche Geschichten erzählen würde. "Ich war immer ein politischer Mensch", sagte der ehemalige Europa-Abgeordnete mit SPD-Parteibuch gestern abend. Und so feierten dann auch Sozialdemokraten wie Altkanzler Gerhard Schröder, Arbeitsminister Olaf Scholz und Ex-Minister Manfred Lahnstein mit. Schröder würdigte nicht nur Ögers unternehmerische Leistung, sondern auch den Politiker. Und er konnte es sich nicht verkneifen, seiner Nachfolgerin Angela Merkel deren zögerlichen Kurs bei der Frage der EU-Mitgliedschaft der Türkei vorzuhalten. "Wenn es eine Chance für Europa gibt, eine Brücke zum Islam zu schlagen, dann ist das eine Vollmitgliedschaft der Türkei." Da applaudierten nicht nur die türkischen Gäste. Auch DRV-Präsident Klaus Laepple, obwohl CDU-Mitglied, warb offensiv für eine EU-Mitgliedschaft der Türkei – schließlich ist der Düsseldorfer Ehrenbürger von Antalya. Doch dann war es genug mit der Politik. Bei einem deutsch-türkischen Menü und Live-Musik wurde noch lange gefeiert. Und heute geht es schon weiter: Mit 600 Expedienten steigt eine weitere Party. Kommen Sie morgen auch wieder?, fragte mich gestern Öger-Manager Ridvan Edebal zu später Stunde. Nein, entgegnete ich, so eine Party-Kondition haben nur die Öger-Touristiker.

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