Nacktscanner

Der Nacktscanner und die Autogramme

Sicherheitsbedenken hin, Intimsphäre her: Wie die Bild-Zeitung heute berichtet, beweisen Mitarbeiterinnen des Londoner Airports Heathrow eindrücklich, dass beim Thema Nacktscanner bisher immer über die falschen Dinge diskutiert wurde.

von Arndt Aschenbeck, 10.02.2010, 14:26 Uhr

Da staunte Bollywood-Star Shahrukh Khan (nicht verwandt mit dem ehemaligen Bayern-Torwart) nicht schlecht. Der Schauspieler ist derzeit auf Promo-Tour für seinen neuen Film "My name is Khan" und musste am Londoner Airport Heathrow den Sicherheitscheck mit einem Körperscanner passieren.„Du gehst da rein, und auf dem Bildschirm kann man die genauen Umrisse deines Körpers erkennen. Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl", so der indische Schauspieler. Und er fügte eine sehr männliche Sichtweise hinzu, die in den bisherigen Berichten kaum erwähnt wurde: "Das ist richtig beschämend, wenn man nicht gut bestückt ist..."

Offensichtlich waren auch einige Mitarbeiterinnen des Flughafens an diesen Details interessiert. Jedenfalls standen plötzlich ein paar Mädchen vor Khan, als er den Scanner verließ. "Sie hatten den Ausdruck des Scans in der Hand", erinnert sich der Inder. Khan dachte zuerst, das seien Formulare, die er ausfüllen solle. Dann sah er plötzlich seine Bilder, "auf denen man jedes Detail erkennen konnte". Ganz souverän greift Khan daraufhin trotzdem zum Stift und gibt den Mitarbeiterinnen ein Autogramm auf seine Umrisse.

Sollte das Schule machen, können sich Reisende demnächst auf noch längere Wartezeiten einstellen. Also, Augen auf, hinter welchem Promi Sie in der Schlange vorm Körperscanner stehen. Wenn es jemand ist, den Sie mögen, fragen Sie doch einfach, ob die Mitarbeiter noch einen Ausdruck mehr machen können...

Kommentare

von Jürgen, 13.02.10, 14:13
Das Problem ist der "Nacktscanner", der wie ein Röntgengerät arbeitet - und da kann man heute mit digitalen Mitteln sehr gut Details herausholen - wer mal beim Doktor analoge Röntgenbilder mit digitalen vergleicht weiss das. Neue Ansätze zeigen nicht den individuellen Körper, aber anhand eines darübergelegten "Models", wo was am Körper "versteckt" ist. Damit ist die Privatsphäre geschützt. Der Körperscanner kommt (egal ob es dafür eigentlich kein Geld gibt). Der Nacktscanner ist etwas für die Boulevardpresse. Ach ja - wann kommt eigentlich der Nacktscanner für Bahnreisende???

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