Medien

Facebook als Journalist und Reiseverkäufer?

Werden die sozialen Netzwerke das Reisebüro und die Zeitung der Zukunft? Auf einer Facebook-Veranstaltung für Journalisten gab es viele Parallelen zwischen Touristik und Medien.

von Klaus Hildebrandt, 17.06.2011, 14:18 Uhr

Welche Rolle spielt Facebook im Journalismus, wie können Medien die Plattform nutzen? Darum ging es am Donnerstag auf einer Veranstaltung von Facebook in Hamburg. Der Saal bei der dpa-Tochter News Aktuell war prall gefüllt. Interessant war für mich, dass alle Medien, ob Radio, Fernsehen, Magazin oder Tageszeitung, sich mit denselben Themen beschäftigen wie wir als spezialisiertes Fachmedium.

Und dass die Außenwahrnehmung eine ganz andere ist als die Eigensicht der Journalisten: Während auf Branchendiskussionen, etwa auf der ITB oder demnächst beim Travel Industry Club ("Medien am Scheideweg") Facebook und das Internet immer gern als Bedrohung des klassischen (Print-)Journalismus dargestellt werden, gehen die Journalisten (zumindest die knapp 100, die bei der Hamburger Veranstaltung waren) sehr selbstbewusst, offen und auch kritisch mit Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien um.

Genauso machen es gute Reiseverkäufer: Deren Kerngeschäft ist wie bei Journalisten die Information und nicht die Ausgabe von Katalogen (oder bei Journalisten das Bedrucken von Seiten). Sie nutzen Facebook, um mit ihren Kunden zu kommunizieren, sich selbst auf ungezwungene Weise im Netz zu präsentieren und auch, um einen Blick hinter die Kulissen ihre Tuns zu gewähren.

Die Tipps von den beiden Referenten aus der Hamburger Deutschland-Zentrale von Facebook, wie man erfolgreich agiert und nicht vom Facebook-Suchalgorithmus gleich aus dem Nachrichtenstrom seiner Fans gekillt wird, gelten für Journalisten und Reiseverkäufer gleichermaßen: Authentisch sein und die Menschen hinter den Posts transparent machen, aktiv Fotos und Kommentare einstellen und einfordern, emotionale Geschichten erzählen, das richtige Timing für Posts ausprobieren, sich in Gruppen austauschen und die im Internet frei verfügbaren Tipps für eine optimale Facebook-Präsenz nutzen.

Warum wir bei der fvw (und neuerdings auch bei TravelTalk) auf Facebook eine etwas andere Linie als andere Medien fahren, reiße ich in einem Video von der Veranstaltung kurz an. Die PR-Chefin von Facebook wurde übrigens gestern nicht müde zu betonen, dass die demnächst wohl börsennotierte US-Firma nur eine Plattform für den Content der Nutzer sei und nie eigene Inhalte ins Netz stellen werde. Mit anderen Worten: Facebook wird weder Reisebüro noch touristisches Fachmagazin. Oder wie sehen Sie das?

Kommentare

von Katja Elflein, 18.06.11, 11:48
Die Überschrift lautet hier Facebook als Journalist oder Reiseverkäufer. Egal ob facebook oder andere soziale Netzwerke, ich denke facebook dient in erster Linie immer noch nur als Informationsportal und vielleicht zu Ankündigungen von Veranstaltungen. Journalistische Arbeiten habe ich noch nicht gefunden und dass eine facebook-Seite ganz offiziell verkauft, konnte ich auch noch nicht entdecken. Mit anderen Worten, soziale Netzwerke verkaufen nicht, sie sind nicht Teil der Destributionswege. Soziale Netzwerke dienen dem Image, fördern die Profilierung des Unternehmens und wie das Wort Netzwerk schon sagt, könnte man daran ablesen, wer alles hinter den Argenturen steht, wer mit wem zusammenarbeitet, wie Kommunikation aufgebaut und zusammengesetzt wird. und soziale Netzwerke können das Sprungbrett zu den wahren Absatzwegen sein. Somit sind soziale Netzwerke aus meiner Sicht nur Teil der Medienplanung, eben Imagefördernd. Katja Elflein, freie Texterin, Onlineredakteurin, Autorin - bevorzugt für Reisen- und Destinationsmarketing

von sine, 03.02.12, 14:24
glaube ich kaum! Kunden wollen mit jemanden sprechen und jemanden haben falls es ärger gibt...

0
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten