Malediven

Die Malediven ziehen um

Es klingt wie eine Meldung aus dem Karnveval (heute ist der 11.11.!), aber ist wohl wahr: Die Regierung der Malediven bereitet sich auf einen Umzug vor.

von Klaus Hildebrandt, 11.11.2008, 18:24 Uhr

Weil die Inseln in der Zukunft vom Klimawandel ernsthaft bedroht sein könnten, will die Regierung der Malediven nun in anderen Teilen der Erde Land erwerben, berichtet heute die

. Indien, Sri Lanka, vielleicht auch Australien – über diese neue Heimat denkt der Regierungschef nach, sollten die Meeresfluten die idyllischen Inseln eines Tages überspülen. Ein Staatsfonds soll nun Land für die 300.000 Einwohner kaufen. Aber, heute am Karnvevalsbeginn darf ich als bekennender Freund des Kölschen Karnvevals sogar ernsten Dingen etwas heiteres abgewinnen. Deshalb hier mein Vorschlag: Warum nicht nach Europa umsiedeln? Auf den Malediven versteht man was vom Tourismus: Kein Land der Welt lebt zu so einem hohen Anteil von den ausländischen Gästen, die Hotels werden immer edler, die Preise sind hoch (okay, einige Investmentbanker kommen derzeit nicht mehr für 20.000 Euro die Woche auf ihre Privatinsel), die Menschen freundlich. All dass, was einige Regionen in good old Europe brauchen, die auch schon mal bessere Tage gesehen haben. Also, wie wäre es zum Beispiel mit Torremolinos oder Lloret de Mar (von der Bebauungsdichte ähnlich wie die Malediven-Metropole Malé). Schnell noch wie in Dubai ein paar Inseln aufschütten lassen, ein paar künstliche Taucher-Riffe - fertig ist das Paradies. Dann droht nur noch eine Flut: Die der Massentouristen.

Kommentare

von barthel.eu, 12.11.08, 00:26
Ich muss zugeben, da bleibt mir der Humor im Hals stecken. Ich sehe das als "nationale Tragödie" für die wir alle mit verantwortlich sind. Es gab vor einigen Jahren einen Focus-Titel mit Palmen am Hamburger Hafen. Aber auch Szenarien, die ein überflutetes Holland oder einen neuen Verlauf des Nordseeverlaufes sehen. Schleswig Holstein weggespült? Hamburg weg oder tatsächlich eine Küstenstadt? Bangladesh? Die pazifischen Inselstaaten? Die U.S.-Golfregion? Und das Mittelmeer wird auch ansteigen... Mal sehen, wie lange es "The Palm" und "The World", etc. über Wasser hält...? Aber ich bewundere die maledivische Regierung, dass sie langfristig denken und nach Lösungen suchen. Wir sollten uns auch mal Gedanken machen, was die Klimakatastrophe nicht nur für dieses exotische Reiseziel sondern für uns alle bedeuten wird...? 200 Millionen Heimatlose bis 2050? Das erlebe ich wohl noch...

von Wolfgang Schneider, 12.11.08, 16:38
Auch ich mag trotz Karneval keinen Humor dabei empfinden. Die Aufgabe von Heimat ist nicht nur mit Ort- und ggf. Klimawechsel verbunden. Land kaufen ist eine Sache, einen eigenen Staat mit Selbstbestimmung und Erhalt der Kultur/Identität wieder errichten dürfen eine andere. Welcher Staat der Erde wird bereit sein Souveränität über einen Teil des eigenen Landes aufzugeben; die beiden erwähnten Nachbarn wohl kaum - Die haben heute schon ihre territorialen Probleme. Wie wserden die Malediver mit den Anforderungen Anforderungen einer neuen Heimat fertig. Ließe es sich in einem autonomen Teil Australiens so bescheiden weiterleben, wie bisher auf den Inseln der Einheimischen. Ließe sich dort auf die gleiche Art und Weise der Lebensunterhalt erwerben. Devisen gegen Tourismus und Fischereirechte. Einen sicheren "Hafen" brauchen die Maldiver wohl, aber eine sichere Zukunft ist das dann noch lange nicht.

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