Malaysia Airlines

Bleib stark, Malaysia Airlines

Die Tragödien der Unglücksflüge MH17 und MH370 lassen sich schwerlich in Worte fassen. Malaysia Airlines versucht es mit Aufrichtigkeit und mit einem bemerkenswerten Hashtag in den sozialen Netzwerken. Respekt!

von Dirk Rogl, 29.07.2014, 16:57 Uhr

Was bitte soll ein Airline-Chef sagen, wenn binnen weniger Monate zwei vollbesetzte Großraumflugzeuge spurlos vom Radar verschwinden oder abgeschossen werden? Die Unglücksserie von Malaysia Airlines ist einzigartig, abgrundtief traurig und sie führt zu weltweiter Betroffenheit. Und sie bringt eine ohnehin in finanziellen Nöten steckende Airline zugleich an den Rand der Existenz und unter Rechtfertigungsdruck für die Dinge, die mutmaßlich kaum unter ihrem Einfluss standen.

Eine professionelle und durchaus übliche Strategie wäre es, von exzellenten PR-und Marketing-Strategen die richtigen Botschaften und Medien wählen zu lassen, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen bestmöglich zurück zu gewinnen. Wir können nicht völlig ausschließen, dass im Hintergrund genau das geschehen ist. Vieles spricht jedoch für das Gegenteil.

Vor einer Woche veröffentlichte Malaysia Airlines auf Youtube eine Video-Botschaft ihres Group CEO Ahmad Jauhari Yahya. Der Mann ringt dort um Worte, teilweise sogar um Fassung. Halbsätze und Denkpausen dominieren in dem Spot. Es besteht kein Zweifel: hier ist jemand aufrichtig betroffen und schockiert. "Wir werden stark bleiben", verspricht der Airline-Boss zum Abschluss seiner sehr sehenswerten Botschaft.

Wenig später setzt Malaysia den Hashtag #staystrong erstmalig in den sozialen Netzwerken ein. "Tough people do not last, tough people do", heißt es auf Twitter und Facebook. Statt kurzer Nachrichten dominiert auf einmal Melancholie in den sozialen Kanälen des Carriers. Und die Netzwelt reagiert in Form von Beileids- und Sympathiekunden für Malaysia AIrlines.

Das alles ist natürlich nur ein Teil der Krisenkommunikation. Auf seiner Web-Site informiert der Carrier detailliert und sachlich über den aktuellen Status seiner Unglücksflüge. Und im Headquarter reifen die Pläne für ein neues Marketingkonzept, vielleicht sogar für einen neuen Namen für die Unglücks-Airline. Vielleicht ist das ja nicht einmal nötig? Bislang kennen die melancholischen Posts von Malaysia nur ein paar Insider. Die ganz große Flut an Likes, Views und Retweets ist noch ausgeblieben. Wenn sich das ändert, hätte die Airline vieles richtig gemacht. Wir helfen gerne dabei. #staystrong

Kommentare

von Do Not Cheat, 30.07.14, 11:41
Hallo Mister Blogger, ist das jetzt etwa bezahltes Marketing seitens MH? Die Vorfälle sind tragisch, aber nicht tragisch für die Fluggesellschaft, tragisch für die vielen Opfer, Familien und Freunde, vielleicht sollte das im Vordergrund aller Kommentare stehen, anstelle sich über schlaue, nicht so schlaue oder zufällige Aktionen mit oder ohne Schluchzen der Fluggesellschaft auszulassen. Und was Bitteschön ist an Ihnen denn alles vorbeigegangen. MH4 Paris - Kuala Lumpur flog nur drei Tage später (nach der Tragödie um MH17) mitten über das IS Kampfgebiet in Syrien, das alle umfliegen, geroutet worden. Wo Sie hier aufrichtige Anteilnahme oder sogar Verantwortungsbewusstsein erkennen können, hätte ich an dieser Stelle von Ihnen gern erklärt. Insofern erscheint mir Ihr Beitrag als ein respektloser Versuch, Marketing auf Kosten all der betroffen Menschen zu machen. Versuchen Sie es bitte lieber mit einer aufrichtigen Entschuldigung oder zumindest einigermaßen akzeptabler Recherche. Vielen Dank YY

von Dirk Rogl, 30.07.14, 12:24
Verehrter Anonymus, ihren Worten entnehme ich Betroffenheit, die mich nicht völlig unberührt lässt. Trotz des grenzwertigen Tonfalls hätte ich eine gewisse Restmotivation, das Thema mit Ihnen zu erörtern. Völlig ausgeschlossen davon sind jedoch anonyme Kommentare wie der Ihrige. Die Antwort auf Ihre (einzige) inhaltliche Frage finden Sie übrigens im Text. Lesen wäre eine weitere sehr wünschenswerte Voraussetzung für eine Diskussion. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

von Do Not Cheat, 31.07.14, 11:58
Guten Tag Herr Rogl, ich beabsichtige keine Diskussion mit Ihnen zu führen, warum auch, denn dies ist per Sprache ein "Kommentar", siehe Ihren Blog bitte und meine Meinung auf Ihren, wie ich finde grenzwertigen Artikel, habe ich kundgetan. So entsteht Meinungsvielfalt und eventuelle user, von denen es offenkundig wenig Interessierte gibt, hätten die Gelegenheit aus beiden Positionen eine eigene Meinung zu bilden. Das war das Ziel, denn Ihr Artikel hat für mich, wie sagt der Schwabe - Geschmäckle . . . . - und hier habe ich aus Respekt vor Opfern und Fakten meine Position dargelegt, um einer zu einseitigen Sichtweise zu begegnen. That's it - es bedarf auch keiner Diskussion, denn Sie dürfen gern Ihre dargelegt Meinung haben, dass ich diese nicht teile und sogar aufs Schärfste verurteile, ist mein gutes Recht. YY

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