Luftverkehrssteuer

Wie weit reicht die Branchensolidarität?

Reisebüros sollen ihre Kunden bitten, eine Petition gegen die Luftverkehrssteuer zu unterschreiben. Ist die Reisebranche dafür solidarisch genug?

von Klaus Hildebrandt, 19.08.2010, 13:45 Uhr

Nach den Airline-Verbänden macht nun die Gewerkschaft Verdi mobil: Sie sammelt Unterschriften gegen die geplante Luftverkehrssteuer und hat dafür auch den DRV und Reisebüro-Kooperationen an Bord geholt. Zum Mailing an alle Reisebüros gehört eine Unterschriftenliste, die am Counter ausgelegt werden kann. 50.000 Unterschriften seien notwendig, um im Bundestag Gehör zu finden.

Aber im Vertrieb gibt es nicht nur Zustimmung: So schreibt mir Reisebüro-Inhaber Andreas Rapp, die Airlines könnten nicht "die Solidarität der Reisebüros erwarten", schließlich würden sie seit Jahren nicht mehr für ihre Vermittlungsdienste entlohnt. Solidarität sei keine Einbahnstraße, "geldgierige Airline-Manager" hätten Arbeitsplätze in Reisebüros zerstört und ganze Existenzen vernichtet.

Bei allem Reisebüro-Frust über die Nullprovisionen: Ich finde die Aktion von Verdi und DRV richtig. Denn wenn der Luftverkehr durch eine "ökologische" Abgabe belastet werden soll, die nur Haushaltslöcher stopfen soll, ist das schlecht für die gesamte Branche – auch für den Vertrieb! Schließlich zahlt auch der Pauschalreise-Kunde, der heute noch ganz überwiegend im Reisebüro bucht, den Obolus. Was meinen Sie, wie solidarisch kann/sollte/müsste eine Branche nach außen hin sein, auch wenn die Unternehmen im B2B-Geschäft oft mit harten Bandagen verhandeln und konkurrieren?

Kommentare

von Andreas Schulte, 19.08.10, 14:13
@Klaus - Ist es wirklich richtig, fair und auch sinnvoll, dass der Luftverkehr der einzige Verkehrsträger in Deutschland ist, der durch keine preudo ökologischen Abgaben belastet ist ????????????????

von Waldemar, 19.08.10, 14:17
Die Logik des Kollegen Rapp verstehe ich nicht: im konkreten Fall geht es um eine allgemeine Verteuerung von Flügen, die - wenn das tatsächlich zu einem Rückgang der Nachfrage kommen würde - ihn unmittelbar selbst beträfe. Sich nur deshalb in den Schmollwinkel zurückzuziehen, weil die Airlines branchenüblich und etwas zeitversetzt sich längst gängier Praxis der marktentwicklungsbestimmenden USA angeschlossen haben, ist irgendwie weltfremd. Meckern gehört zwar zu (unserem) Geschäft, aber - mit Verlaub - doch bitte stets mit Sinn und Verstand, auch wenn man gerade Letzteren im konkreten Fall (und manchen anderen ...) dieser unserer grandiosen Regierung, die noch dazu wohl mehrheitlich auch von unseren Kollegen genauo gewählt worden ist, durchaus in Zweifel ziehen darf.

von Thomas, 19.08.10, 14:48
Es ist simpel , keine Airline hat die Lage der Reisebüros interressiert = also warum soll das RB sich jetzt für die Airline stark machen ? Oder anders gesagt, "wie es in den Wald hinein ruft.... " Aber das zeigt wieder das der DRV nicht die Interessen der RB vertritt....

von Dennis Fleckenstein, 19.08.10, 15:00
Eine Steuerabgabe die im Sparpaket der Regierung als Sparbeitrag der Wirtschaft verkauft worden ist - bezahlt am Ende doch wieder nur der gebeutelte Verbraucher. Kein Wunder wenn deutsche Fluggesellschaften dann mit dem Gedanken einer Abwanderung ins nahe Ausland "drohen".

von Andreas Rapp, 19.08.10, 17:06
@ Waldemar. Natürlich würde ein Rückgang der Nachfrage auch unmittelbar mich betreffen. Nur: müssen die Europaer und insbesondere Deutschland alles übernehmen, was die Amis uns vormachen? Das diese neue Besteuerung nicht dafür verwendet wird, was uns unsere Regierung vorgaukeln will, ist mehr als deutlich - lediglich Haushaltslöcher werden gestopft. Wo bitte sind aber die Airlines, wenn es um unsere Jobs in den Reisebüros geht? Warum soll ich für dieselbigen umsonst arbeiten? Warum sollen gerade die Reisebüros, die jeden Tag gegen neue "Marketing-Strategien incl. Direktvertrieb" der Airlines und Veranstalter ankämpfen, diese jetzt unterstützen? Wo waren die Airlines, als ich aufgrund einbrechender Flugumsätze Personal entlassen musste? Wenn sich demnächst jemand in eine Schmollecke verzieht, dann werden es ver.di, der DRV und die Airlines sein.

von CaptainJarek, 19.08.10, 17:26
Eine "Branchensolidarität"? Die kann und darf (!!!) es nicht geben. Nicht für die Airlines die ihren damals wichtigsten Vertriebspartner im letzten Jahrzehnt mit mehr als nur den Füßen getreten haben. Kein einziger Kunde wird bei uns jemals etwas von der Petition erfahren, geschweige denn diese unterschreiben! Sollen die Airlines die Luftverkehrssteuer halt in den Ticketpreis einrechnen. Es gibt eh zu viele Hansel da draußen die meinen das ganze Jahr über für 19,- EUR Oneway in die ganze Welt fliegen zu müssen oder für 199,- EUR eine Woche AI Urlaub machen zu können. Es wird verdammt nochmal Zeit, dass unser aller Produkt "Reise" wieder mit dem monetären Gegenwert bezahlt werden muss, der dafür auch angemessen ist. Das - und nur das - wird uns allen helfen. Den Airlines, den Veranstaltern und auch dem Vertrieb! Eine "Branchensolidarität" ist dafür nicht notwendig, lediglich gesundes kaufmännisches Augenmaß. Der Aufruf des DRV zeugt leider - mal wieder - davon, dass gerade bei den "Interessenvertretungen" in unserer Branche viel zu wenig Kaufleute unterwegs sind.

von Frank Weiß, 19.08.10, 17:52
Die Solidarität der Fluglinien mit den Reisebüros kann auch ich nicht erkennen. Jüngstes Beispiel sind die Passagierdaten in die USA. Das soll vom Reisebüro erledigt werden, wenn nicht wird die Buchung gestrichen. Die Reiseindustrie kann gerne über die geplante Abgabe jammern, aber was antworte ich jemand der fragt wie hoch Kerosin besteuert ist? Oder der wissen will, mit welchen öffentlichen Geldern Regionalflughäfen subventioniert werden? Andere Branchen wie z.B. Speditionen mussten ebenfalls Belastungen akzeptieren (Lkw-Maut). Das Transportwesen ist nicht zusammengebrochen. Die Zusatzkosten wurden natürlich an den Kunden weiter gereicht, was hindert uns daran genauso zu verfahren?

von Waldemar, 19.08.10, 17:53
@Andreas Rapp: Sie beklagen einen Zustand, den Sie - wenn überhaupt - nur mit geballtem Widerstand vielleicht (!!!) wirksam entgegentreten können: Also solidarisch mit allen denen, de es im konkreten Fall betrifft - und das sind bei der Luftverkehrsabgabe alle am Luftverkehr direkt oder indirekt beteiligten. Je unsolidarischer die Branche ihr entgegentritt - und hier geht es schließlich um eine rein politische Dimension, gegen die man durchaus Widerstand leisten kann. Das Problem unterschiedlicher Interessen zwischen Produzenten, die aufgrund der technischen Entwicklung zunehmend nur noch bedingt auf externen, inbesondere auf stationären Vertrieb angewiesen sind und damit ihre Vertriebskonditionen mehr oder weniger diktieren können hat doch mit der hier zu bekämpfenden Problem nichts zu tun. Auf Großvater-Rechte kann und sollte sich der externe Reisevertrieb nicht berufen. Kreativität ist gefragt, wie es ja manche alte und viele neue Branchenkollegen in der Vergangenheit und Gegenwart vorgemacht haben. Wer sich an diesem "Spiel" nicht beteiligen will, sollte sich in einer anderen Branche versuchen - falls er eine findet, die von marktwirtschaftlichen oder sonstigen Entwicklungen bisher verschont geblieben ist: In Anlehnung an Michail Gorbatschow könnte man sagen: Wer im Markt nicht mitschwimmt, der ersäuft!"

von Michael Selzer, 19.08.10, 18:06
Diese seltsampseudoumweltfreundlichdefinierte Abgabe koennte erfolgen, wenn sie nicht den Flug-Wettbewerb aus Deutschland verschelchtern wuerde und klar auslaendische Airlines bevorteilen wuerde. Komisch komme ich mir vor, wenn ich meinen Kunden so ein Formular vorlege, ausgerechnet fuer und im Interesse der Leistungstraeger, welche aus meiner Sicht die Totengraeber der Reisebueros darstellen, wie ich meine auch des gesamten Fremdvertriebes... Besserung kaum in Sicht. Es ist eine der ohnmaechtigen Aktionen einer Politik welche nicht mehr ein und aus weiß, ich schliesse die Oposition mit ein, denen fällt es im Moment leicht schön zu reden ohne eigenes einleuchtendes Konzept. Der Karren steckt tief im Dreck, wir setzen auf Umwelt und umweltfreundliche Autos und was passiert mit unseren vermeintlichen Dreckschleudern, die werden in Entwicklungsländer verhoekert und stinken dort die nächsten 10 Jahre weiter. Das ist ein toller Erfolg für Mini-Germany auf der Landkarte. Jedenfalls, ich denke wir überlassen unseren NULL-Provisions-Airlines das Feld, bei ihren Kunden die Unterschrift selbst einzutreiben, für eine seltsame Steuer, erhoben von ab Abgrund stehenden Politikern, für welche es nach meinem Empfinden keine verantwortlichen und hoffnungsversprechenden Nachfolger in Aussicht gibt. Die Gesellschaften haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, diese Politverantwortlichen nicht zur Verantwortung und in Rechenschaft zu nehmen. Das ist so ähnlich wie man, die Mangager nicht in Verantwortung nimmt. Wir sind halt blöd!

von Andreas Rapp, 19.08.10, 19:25
@ Waldemar: Die sog. "Produzenten" haben tatsächlich ihre technische Entwicklung soweit getrieben, dass sie auf den stationären Vertrieb nicht mehr angewiesen sind. Das ist von diesen auch gewollt und beabsichtigt. Das es aber ohne die stationären nicht geht, haben z. B. die Aschewolke-Aktion und jetzt diese Petition gezeigt. Jetzt auf einmal erinnert man sich wieder an uns, weil man uns "doch so lieb hat und wir doch alle im gleichen Boot sitzen" ?

von Sven Maletzki, 19.08.10, 23:39
Ich hätte da einen Vorschlag: Wenn die Airlines so hinter der Unterstützung der Reisebüros her sind, könnten sie ja einfach folgendes anbieten: Pro X Unterschriften für die Petition, erhält das Reisebüro mit sofortiger Wirkung wieder Y% Provision auf den Verkauf von Flugtickets für die nächsten 5 Jahre. Abgesehen davon, dass X und Y noch definiert werden müssten (z.B. pro 10 Unterschriften 1% Provision), wird sich vermutlich keine Airline einem solchen Vorschlag anschließen. Daran könnte man auch die Solidarität der Airlines erkennen...

von Frank Dost, 20.08.10, 10:12
Eine unsinnige Allianz aus DRV und Ver.di zur Verhinderung einer notwendigen Steuer. Hier stellt sich doch berechtigterweise die Frage, warum diese "Allianz" nicht auch dafür kämpft, dass die DB AG keine Mehrwertsteuer für den Einkauf von Dieselkraftstoff für die von der Bahn betriebenen Triebwagen und Dieselloks zukünftig zahlen muss. Ich glaube kaum, dass es sich Airlines erlauben können/werden wegen dieser Steuer zukünftig nach Maastricht, Salzburg, Breslau, oder wo auch immer hin, auszuweichen, zumal sie ja auch vom Nutzer ge-zahlt wird. Dem Kunden ist bekannt, dass er diese weiter entfernten Flughägfen auch erreichen muss und das kostet ebenfalls Geld und zusätzlich Zeit. Aber hier wird gleich, typisch deutsches Verhalten, polemisiert das "Worst case-Szenario" an die Wand geworfen! = Der Flugverkehr wird zusammenbrechen und das wird Arbeitsplätze kosten!" Das "Fliegen" in vielen Fällen einfach zu billig (nicht preiswert!) geworden ist, muss doch wohl allen Beteiligten klar sein! Erfreulich sind doch hier auch die Äußerungen aus der Branchen von Herrn Verhuven (Alltours) aus der Vorzeit zu diem Thema der Flugpreise !Somit lieber Klaus, 1. (Wieder) eine fragwürdige Aktion der DRV-Altvorderen, getoppt um die Einbindung von Ver.di und 2. Klaus: Ich betrachte den Kommentar als klassisches Eigentor! - Nichts für Ungut!

von Ralf Hieke, 20.08.10, 10:14
Solidarität hin oder her. Ich möchte generell keine Unterschriftenlisten im Büro haben. Politisch äußere ich mich gerne privat, aber nicht im Büro. Was wäre dann z.B. mit dem Antrag für die benötigte Ortsumgehung? Der Petition gegen verlängerte Laufzeiten von AKWs? Startbahnverlängerung FMO - ja oder nein? Und und und... Zu nahezu allen Themen gibt es immer zwei zu respektierende Meinungen (und wahrscheinlich auch Unterschriftenlisten) und weder ich noch meine Kolleginnen möchten während der Arbeitszeit mit Kunden über konservativ, liberal, links oder grün diskutieren. Vielleicht sollte man die Diskussion auch einmal vor diesem Hintergrund betrachten.

von Andreas Schulte, 20.08.10, 13:37
Kommen wir doch mal wieder zurück zur Branchensolidarität. Wo hat die sich denn eigentlich versteckt, als die Airlines ihre Preise z.B. durch Baggage-Fees erhöht haben. Für den sonst üblichen zweiten Koffer zahlt man heute return mehr als das Doppelte von dem, was da an Luftverkehrssteuer geplant ist. Da habe ich keinen ernsthaften Aufschrei gehört - so in die Richtung, jetzt werden die Leute weniger fliegen, jetzt werden Arbeitsplätze verloren gehen etc.

von Klaus, 20.08.10, 15:13
@Frank Dost: Klare Meinung, danke dafür. Und dass mit dem Eigentor nehme ich sportlich! Meine Meinung ist ganz einfach: Die fvw lebt von und mit der Reisebranche (wir und unsere Mediengruppe können nun mal nur Touristik und Business Travel, nix anderes), und alles was gut für die Branche ist, ist finde ich deshalb gut, und was das Reisegeschäft eher dämpft (wie eine zusätzliche Flugsteuer) finde ich schlecht. Ich gebe Ihnen aber insofern recht, als dass ich auch glaube, dass trotz einer Luftverkehrssteuer die Reisebranche nicht zusammenbricht. Aber ich höre immer wieder von Reisebüros, dass einige Familien ihre Reisebudget wirklich auf 100 Euro genau planen, und da macht es dann schon was aus.

von Airliner, 20.08.10, 18:02
Abseits des Forumthemas "Branchensolidarität" wird sich, auch hier, viel an der Steuerfreiheit für Kerosin gerieben und auch wieder an den Billigtickets. Dazu muss man sagen, dass der Luftverkehr (d.h. die Airlines, d.h. die Passagiere) ihre Infrastruktur durch Gebühren selbst be- bzw. mindestens abzahlen: Flughäfen, Flugsicherung, Security, alles. Das gilt für kein anderes Verkehrsmittel: Straßen, Bahnhöfe und Gleise hat direkt oder indirekt der Steuerzahler bezahlt und bekommt das Geld nicht oder nur zum Teil über Gebühren zurück. Gemindert wird das Argument nur durch die Subventionierung einiger Kleinflughäfen, da geht Steuergeld rein, was vermutlich nicht wieder zurückkommt. Wenn man den Luftverkehr aus welchen Gründen auch immer zusätzlich besteuern will, über Zusatzgebühren oder Benzinsteuern oder was auch immer, dann soll man das sagen. Kassenlage des Staates, Struktur- oder Ordnungspolitik, Ökologie, Wirtschaftsförderung usw., bitteschön. Mit Gerechtigkeit oder Neid als Argument kommt man da nicht weiter. Die Pläne zur Einführung einer Flugreisesteuer wurden als Teil eines "Sparpakets" bekanntgegeben, was schon in sich wie Unfug klingt. Wenn man sparen will, kann man die Subventionierung der Kleinflughäfen einstellen. Das spart ordentlich Steuergeld, erhöht die Endpreise und reduziert das Flugaufkommen, alles mit einem Federstrich, und jeder politisch Beteiligte bekommt was für seine Klientel. Die deutschen Carrier würden sich gewiss freuen. Nur ist es wohl so, dass die Flugreisesteuer eine Bundessteuer sein wird und die genannte Subvention Landes- oder Gemeindepolitik. Schwierige Sache. Vielleicht kann der Bund das Geld direkt bei den Ländern und Kommunen eintreiben, statt es erst durch die Hände der Airports, Airlines und Passagiere zu leiten (Scherz). Und zur absoluten Höhe der Flugpreise, bzw. dem Mangel daran: Natürlich profitieren auch die Kritiker durch frühes Buchen und dynamische Produktion vom Billigflieger-Preismodell. Und natürlich sitzt neben jedem, der ein grotesk billiges Ticket ergattert hat, ein anderer Passagier, der einen grotesk überhöhten Preis bezahlt - im Durchschnitt muss es ja stimmen (ja, gewiss, flugfremde Umsätze von der Airline-Website helfen dabei), doch alle reden nur über die billigen Tickets. Ich bin sicher: Dieser Effekt "macht" viele Reisende, die nicht von anderen Verkehrsmitteln aufs Flugzeug umsteigen. Für die Touristik als ganzes ist das gut, und eine zusätzliche Besteuerung wäre nicht gut.

von Ekkehardt Kaifel, 20.08.10, 20:56
Solidarisch mit den Airlines, nachdem die uns so unsolidarisch behandeln? Die sollen sich die Unterschriften von den Kunden direkt holen, doch das geht online wohl schwer. Selbst schuld wenn sie den Menschenleeren www-Vertrieb so gepusht haben. Und mal ehrlich: Fährt jemand nicht mit dem PKW in den Urlaub weil alle Tankstellen "solidarisch" die Benzinpreise pünktlich zum Urlaubsbeginn erhöhen? Wohl gemerkt, ich bin auch gegen diese Steuer. Liebe Leistungsträger (Airlines, DB, VA's) denkt doch darüber nach ob es am Ende des Tages nicht einträglicher ist euren Vertrieb entsprechend zu honorieren. Denn dieser hat das Ohr am Markt, hat den Kunden, kennt dessen Bedürfnisse und solidarisiert sich nur mit euch bei entsprechender Gegenleistung. Ein Automat schafft keine Arbeitsplätze, kauft keine Brötchen beim örtlichen Bäcker, zahlt keine Sozialabgaben, kümmert sich nicht um die Kunden. Ein Automat (www) ist schlicht unsozial, inkompetent und und kann sich auch nicht mit irgendjemanden solidarisieren.

von Frank Dost, 21.08.10, 13:31
Hallo Klaus, habe ich auch nicht anders erwartet! (das mit dem sportlich) - Aber nochmal eine andere Betrachtung. Neben der Tatsache, dass ich diese "-Interessen-Allianz" schon recht merkwürdig finde, so frage ich mich, warum es solche "Allianzen" nicht schon zu Zeiten der "Provisions-Kürzungen" (Airlines und DB / DB AG) gegeben hat? Es hätte doch damals gerade solcher "Allianzen" bedurft, denn hier wurden seitens der Handelsherren, mit den Kürzungen, gravierende Einschnitte in die Ertragslage und somit der Wirtschaftlichkeit der Reisebüro-Branche getätigt, von denen auch Arbeitsplätze betroffen waren. Da hat der DRV keine Aufrufe gestartet. Ich erinnere mich an einen persönlichen Disput mit einem der "Altvorderen" DRV-Funktionären (einer von ganz "oben") anläßlich der Kürzungen der DB-Provisionen. Mein Vorschlag damals: Der DRV solle seinen Mitgliedern Empfehlungen geben, wie seitens der Branche gegenüber der DB (oder war es schon die AG?) verfahren werden kann. Meinen damit verbundenen Vorschlag wurde als Streikaufruf betrachtet, was er nicht war! Aber genau das ist das Problem des DRV, siehe auch die neue "Kampagne", die ich als unglücklich betrachte. Man nimmt sich nicht der gravierenden Probleme an und sucht nach Lösungen und kämpft dafür, sondern begibt sich auf einen "Nebenkriegsschauplatz". Das wirkt auf mich peinlich und eigentlich wird ein solches Verhalten seitens des DRV auch nicht den Aufgaben des DRV gerecht. Und Klaus, Sie mögen Recht haben, dass es viele Familien gibt, die knapp kalkulieren müssen, aber die Vergangenheit hat bewiesen, dass es auch zu keinen gravierenden Einschnitten beim Reiseverhalten gekommen ist. - Beleg dafür: K E R O S I N Z U S C H L A G! - Auch hier am Anfang viel Wirbel, am Ende wurde die "Kröte" geschluckt!

von Ibrahim, 21.08.10, 17:02
genau so ist es Frank. Wir, unabhängige Reisbüros werben nicht in FVW und bei DRV sind wir unter Fernerliefen. Was glaubst Du denn, wenn Airlines oder Veranstalter husten, wer kriegt dann erkältung, oder wer spielt Doktor...........

von Wolfgang Hoffmann, 22.08.10, 17:04
Wäre es nicht so makaber, ich würde brüllen vor Lachen. O'Leary, Hunold und noch so ein paar Billigheimer, die Reisen & Urlaub an sich gerissen haben, zur Grabbelware haben verkommen lassen, uns Reisebüros als Auslaufmodell betrachten und uns am liebsten Heute, als Morgen im Buch der Geschichte beerdigt sehen wollen, die tauchen ausgerechnet bei Ver.di auf, deren Mitglied (vormals IG-Medien) ich seit 1965 bin und verlangen Solidarität bei uns Reisemittlern. Nein, wenn durch eine "Steuer", zukünftig nicht mehr soviel prekäre Billigurlauber mit ihrem 19,99 EURO Verhalten unsere Kunden in den Urlaubsgebieten stören würden, dann begrüßte ich diese neue Abgabe sehr. Leider ist damit aber nicht zu rechnen. Ansonsten sollten alle noch einmal kurz nachkalkulieren, um wieviel teurer ein Durchschnittspauschalurlaub denn werden dürfte. Dann wird sich dieser irrwitzige Aufruf von selbst als das entlarven, was er in Wirklichkeit ist: Ein Sturm im Wasserglas der Airlines!

von Frank Dost, 23.08.10, 10:44
Klaus, nach derzeit noch unbestätigten Angaben gibt es eine neue Initiative zwischen dem DRV den Gewerkschaften und der gesamten Touristik- & Gastronomie-Branche gegen Frau Ursula Frerichs, Vorsitzende eines bislang eher unbekannten Verbandes, die den bundesdeutschen Urlaubsanspruch kürzen will! Siehe heutige fvw-meldung. ;-) Lieben Gruß zum Wochenstart und mal sehen, was uns in dieser Woche noch so an ganz normalen "Wahnsinn" erwarten wird.

von Klaus, 23.08.10, 13:47
@Frank Dost: Der Initiative schließe ich mich sofort an! Aber das Thema kommt irgendwie auch jedes Jahr im Sommerloch wieder... Ich warte nur darauf, bis mal wieder ein Hinterbänkler vorschlägt, wir sollten statt nach Mallorca viell lieber in den Bayerischen Wald in den Urlaub fahren.

von Waldemar, 24.08.10, 10:06
@Klaus: Hinterbänkler? Das hatte unverdrossen u. a. kein geringerer als der langjährige Vorsitzende des Tourismusausschuss des Deutschen Bundestags, und über die vergangene Legislaturperiode auf seinem Sessel klebende Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Hinsken, gefordert. Zum Glück wurde er aber bei seinen vielfältigen, oft von ihm erzwungenen Auftritten meist als unterhaltsamer Komödiant nicht wirklich ernst genommen

von Heiner, 24.08.10, 17:12
Soll sich doch verdi Herrn Ballack schnappen und ihn von Haustür zu Haustür zum Unterschriften sammeln schicken. Herrn Ballack glaubt man ja sonst auch alles, was er im Fernsehen als erfahrener Reisefachmann von sich gibt. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn er mit seiner Unterschriftenliste hier auftauchen würde - und ich ihm die Tür auf die Nase knallen könnte! Meine kostenlose Unterstützung bekommen diue Airlines jedenfalls nicht.

von Wolfgang Hoffmann, 25.08.10, 11:20
@Heiner, gut, dass Du nicht weißt, dass Jürgen Ballack gerne mit GTI verreist. ;-)))))

von Heiner, 25.08.10, 11:28
Schon zwei Gründe, ihm die Türe auf die Nase zu knallen. ;-)))))

von Brasilianisches Reisebüro, 30.01.11, 13:49
Solidarität? so was gibt es nicht! Als Reisebüro sind wir heute zu Großkunden der Airlines geworden. Wir kaufen Tickets zu vollem Preis ein, um es weiter zu verkaufen. Teurer als die Airlines selber online tun. Ein Kampf ohne Ende, gegen diese Onlineportale. Anerkennung erhalten wir trotzdem nicht. Und das obwohl Tausende von Euro bei denen in die Tasche fliessen.. Komisch ist die Lage in der Reisebranche, nicht wahr? Unerträglich ist der Tagesablauf geworden.

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