Lufthansa

LH-Vorzugspreise: Wieso jetzt?

Was treibt bloß Thierry Antinori? Seit zwei Jahren kündigt der Lufthansa-Vertriebsvorstand massive Kostensenkungen im GDS-Bereich an. Die neuen Vorzugspreise hingegen machen einen ziemlichen spontanen Eindruck.

von Dirk Rogl, 22.01.2008, 18:36 Uhr

Vermutlich in einem Jahr bekommt Antinori alle Freiheiten für massive Verhandlungen mit den GDS. Vieles spricht dafür, dass Lufthansa dann aus dem strengen Korsett des Code of Conduct entlassen wird und nicht mehr alle GDS gleichmäßig bedienen muss. Die neuen Vorzugspreise hätte er schon vor zwei Jahren einführen können. Und in einem Jahr könnte Antinori mit weitaus pfiffigeren Tarifmodellen an den Start gehen als mit einem quasi pauschalen Aufschlag von 4,90 Euro pro Coupon. Die Alternativen sind Full-Content-Vereinbarungen, Opt-In-Modelle und Direktanbindungen für die Reisebüros. Wieso also jetzt die neuen Vorzugspreise? Vermutlich um Druck aufzubauen - nicht primär gegenüber den Reisebüros, aber gegenüber den GDS. Lufthansa erhofft sich einen massiven Wechsel der Buchungen auf LH-Agent. Dass die Vorzugspreise nebenbei auch eine Kampfansage an die Reisebüros sind, nimmt Lufthansa dabei billigend in Kauf. Auch sie werden Druck aufbauen, damit die GDS-Buchung kein Faß ohne Boden wird – ganz im Sinne der Lufthansa. Am Ende wird es neue Lösungen und Kompromisse geben müssen. Allein mit Vorzugspreisen und LH-Agent können die Reisebüros nicht arbeiten.

Kommentare

von matman, 22.01.08, 20:20
Also mal wieder Lufthansa gegen den Rest der Welt. Und die Reisebüros gucken in die Röhre. Aber wie kommt man da raus? Indem sich Reisebüros und GDS gegen LH verbünden? Oder Reisebüros und LH gegen die teuren GDS?

von matman, 28.01.08, 10:24
Hallo? Ist da jemand?

von turi3, 29.01.08, 18:03
Hi Matman, eine Alternative hast Du vergessen: Indem sich Lufthansa und die GDS gegen die Reisebüros verbünden ;-)

von Ein Travel Manager, 08.02.08, 13:41
Ja, da ist er wieder der LH-Klops! Wir, die Firmenkunden, sind mit unseren Millionenumsätzen auf gute Reisebüros angewiesen. Wir können nicht alles über Direktanbindungen oder Online-Booking-Engines abbilden. Und wo bleibt da die Transparenz? Es gibt auf den Strecken nach Paris, London oder New York noch mehr als nur die Lufthansa. Also liebe Reisebüros: Macht Druck, wo Ihr nur könnt. Die Unterstützung der Firmenkunden ist Euch sicher. Und das es auch anderst geht, hat uns das Beispiel Grossbritannien gezeigt.

von Johannes Stockburger, 18.02.08, 16:01
Ich meine, daß ein Aspekt der CRS-Gebühren der Lufthansa für Sondertarife ist, daß sie kaum in IBEs abgebildet werden können. Zunächst ist nicht gesagt, daß diese Gebühr für alle tarife einer bestimmten Buchungsklasse erhoben werde würden. Also müsste die Kalkulation per Farebase eingerichtet werden. Das ist so gut wie unmöglich. Selbst wenn diese CRS-Gebühr per Buchungsklasse berechnet würde, dann könnte ich nochimmer keine Kalkulation per Segment in der IBE einstellen. Wenn er der Lufthansa um 5 Euro pro Segment ginge Geld, könnte sie den Betrag als Tax erhaben. Es geht aber um ezwas anderes: Verhinderung von Markttransparenz: http://www.bestpricetravel.de

von Frank, 03.04.08, 12:14
Interessant. Alle Argumente sprechen gegen das Modell-abgesehen von Seite der Lufthansa. Firmenkunden, Verbände, Reisebüros wettern gegen die Vorgaben. Und dann fallen sie alle, alle um. Dabei sind längst nicht alle Kunden so preissensibel und buchen ohne die tollen Vorzugspreise woanders. Pfenningfuchser fliegen auch mit günstigen Alternativen, wenn sie die LH-Preise nicht bekommen, und wir Reisebüros haben es in der Hand, auch unmoralischen Angeboten der Fluglinien entgegen zu treten. Der nächste logische Schritt der Lufthansa wäre, von Reisebüros eine Buchungsgebühr zu verlangen. Es wäre spannend zu sehen, ob auch diese Vorschlag abgenickt wird.

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