Lufthansa

Die Vorzugspreise der Anderen

Über kein anderes Thema reden Reisebürochefs aktuell so innig wie über Vorzugspreise. Wieso eigentlich nur in der dritten Person?

von Dirk Rogl, 07.03.2008, 15:02 Uhr

Wer nimmt denn so teil am kommenden Vorzugspreisprogramm der Lufthansa? Quasi an jeder Ecke der ITB schallt einem diese Frage entgegen. Und wenn sich ein Reisebüro-Chef hinter eben jenen Ecken nicht vor der offiziellen Rückfrage des fvw-Redakteurs hat in Sicherheit bringen können, dann schallt es zurück. "Nehmen Sie denn teil?" Gefühlte 100mal habe ich die Frage in den vergangenen Tagen gestellt. Die um vertraulliche Infos gefilterte Zwischenbilanz ist ernüchternd: "Nein", sagt Jan Oetjen von Lastminute.de. "Wir prüfen und verhandeln noch", sagen die 99 Anderen. Der Mangel an klaren "Jas" und "Neins" steht im Kontrast zum Informationsbedürfnis der Branche. Und er steht im Widerspruch zu den schon gebetsmühlenartigen Appellen der großen Verbände, die Lufthansa-Verträge nicht zu unterzeichnen. Wir wollen ja nicht drängeln. Aber zügig neigt sich der März dem Ende und damit auch die Frist, pünktlich zum Juli Zugriff auf alle LH-Tarife zu haben. Die Diskussion über die Zukunft des Flugvertriebs ist längst eröffnet. Liebe Reisebürochefs, Sie sind herzlich auch zur zitierfähigen Teilnahme an diesem Dialog eingeladen. Fakten und News zur Entscheidungsfindung und für kommende Zitate gibt es in den

, ein möglichst ausgewogenes Stimmungsbild zur aktuellen Lage in der nächsten fvw 6/08 – Dank zahlloser Gespräche und trotz konstanter Rede der Vertriebs-Chefs in der dritten Person bzw. unter dem stets verfügbaren Mantel der Vertraulichkeit.

Kommentare

von Andreas Schulte, 07.03.08, 16:18
man muss ja auch nicht ständig über alles reden - immer häufiger ist Reden Silber und Schweigen Gold.

von schlecker, 08.03.08, 14:10
Ein Lufhansamanager möchte ein eigenes Reservierungssystem jetzt via Internet aufbauen mit Hilfe der Reisebüros, aber es wird sich nicht rechnen,ausser Lh zieht nach Irland incl. Personal wie Ryanair, dann werden Mitarbeiter billiger und rechtloser genauso wie die Kunden die dort buchen. Ich selber als Flugspezialist,seit 20 Jahren gehe mal davon aus,dass sich die Online Buchungen auf maxilmal 30% einpendeln werden,da ein Kunde einen festen Ansprechspartner braucht und nicht irgenwelche wechselnde Telefon-Damen in Callcentern.

von Ein Travel Manager, 12.03.08, 11:27
Am Thema Online-Buchung kommen wir heute nicht mehr vorbei. Die Online-Quote hat in unserem Unternehmen bereits bis zu 70% erreicht. Das die Lufthansa jetzt versucht diesen Boom zu nutzen und durch die Schaffung eines eigenen Internet-Portals seine Vertriebskosten zu senken ist legitim. Aber wir benötigen eine neutrale Darstellung des Angebotes. D.h. auf der Strecke von Frankfurt nach Paris möchte ich halt nicht nur die Lufthansa mit Ihrem Angebot, sondern auch den Wettbewerber sehen. Nur so können wir das größte Sparpotenzial ausnutzen. Daher brauchen wir einen funktionierenden Wettbewerb. Und dieser kann (derzeit) nur über die Darstellung im GDS gewährleistet werden.

von mosaik, 12.03.08, 21:09
mir fällt beim Thema "Lufthansa und der Umgang mit langjährigen Partnern" eigentlich im Moment nur ein: "Sei freundlich zu allen auf deinem Weg nach oben, denn du weißt nie, ob du wieder an ihnen vorbei kommst - auf deinem Weg nach unten!" Wer das Internet verneint, sieht ebenso an der Realität vorbei, wie wenn er meint, ohne den Vertrieb ginge es nicht. Die Mischung, und zwar die richtige Mischung, macht es meiner Meinung aus. Ein Unternehmen, das mit Methoden wie "kaufen Sie bei mir, das ist es billiger" zu arbeiten beginnt, befindet sich meines Erachtens sowieso schon im Treibsand und weiß nicht mehr recht, wo das rettende Ufer ist. Ach, waren das noch Zeiten - die 1990er ... , als ein Airliner-Wort noch ein WORT war und nicht RAUCH meint Peter

von michael buller, 09.04.08, 10:23
eigentlich kann man sich nur noch wunder was der vertrieb eigentlich noch so alles einsteckt....bzw. hinnimmt. auch fehlt es an der weitsicht. die folgen sollte die lufthansa damit durchkommen sind weit aus größer. warum sollten andere airline das nicht auch umsetzen....denn der wettbewerbsvorteil den sich die lufthansa dadurch bekommt wäre bei mind. 500-600 mio euro. auch muß man davon ausgehen das anderen anbieter also zb. die veranstalter, hotel, usw. ebenfalls nachziehen (wenn´s geht und reisebüros das auch ok finde). aber schauen wir uns doch mal die history an. wir kommen im flugbereich von "du verkaufst mein produkt...und ich zahle dir eine provision" zu "verkaufe aber keine provision" und jetzt zu "verkaufe ohne provision und bitte zahle auch noch meine it-kosten" (die ich selbstverständlich nur dir in rechnung stelle). es ist doch erstaunlich....normalerweise würde bei zu hohen crs kosten man sich doch erstmal mit dem crs anbieter auseinandersetzen....der mir das ja auch in rechnung stellt! liegt es daran das die lufthansa hier noch eine beteiligung hat? man hat die reisebüros dazu erzogen crs system zu nutzen und sie davon mehr oder weniger abhängig gemacht (im sinne einer einfacheren abwicklung für die airlines...deswegen wurden sie ja auch gegründet)....und nun sagt man schön das du es machst...aber bitte zahle auch noch die it kosten bzw. rechne diese deinem kunden ab (was man auf der eigenen seite natürlich nicht macht...also im dschn. in die kosten einzurechnen). der preisunterschied heute ..gegenüber dem direktvertrieb ist heute schon mind. 20-30 euro (damit man überhaupt geld mit flugtickets verdient)...jetzt kommen dann noch ca. 18 euro dazu. damit gibt es einen preisunterschied von mind. 38 euro....was den unterschied so groß macht das kunden in zukunft einen direktbuchung bei der entsrpechenden airline machen wird. die krönung allerdings ist....seine eigenen tarife vorzugstarife zu nennen. das system das die lufthansa als alternative anbietet...ist keine.....neben dem das man hier seine kundendaten auch noch weitergibt (was zu weiteren nachdenken geben sollte)...sind umbuchungen usw. nicht möglich. das ganze wäre nicht so schlimm wenn die lufthansa eine vollstädnige xml lösung (aber bitte mit ticketausstellung sonst gehts nicht) anbieten würde....dann wären alle in der lage der lufthansa ihren wunsch nach sinkenden crs kosten zu folgen. ob das der lauf der dinge ist....oder absicht den zwischenvertrieb stück für stück abzuschalten (focus online wurde als antwort schon gegeben "man kann ja bei uns direkt buchen")....und man sich eigentlich schon wieder über diesen vertrieb wundern muß der darauf nicht einmal mehr reagiert (ein sterbender??)...also ich weiss ehrlich gesagt nicht mehr was noch passieren muß damit man sich bewußt wird....wer hier verkauft und den kunden hat.....traurig...traurig traurig. richten könnens übrigens die verbände für die reisebüros nicht..da müssen die selber mal ran....denn die konsequenz aus dem ganzen ist größer als nur lufthansa gruß buller

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