Konzerne

Zahltag zur Sommersaison

Die Sommersaison läuft auf Hochtouren. Die jüngsten Zahlen von Air Berlin und TUI Travel schicken heute die Aktienkurse auf Talfahrt, auch von Lufthansa und Thomas Cook. Ein Blick auf die Finanzen der Touristik.

von Klaus Hildebrandt, 09.08.2012, 10:31 Uhr

Ob Air Berlin oder TUI Travel (und TUI AG), oder (in Sippenhaft) Lufthansa und Thomas Cook, an der Börse geht es heute zum Handelsstart für die Reisebranche abwärts. Grund sind die neuen Zahlen. Air Berlin legte am späten Mittwochabend eine Woche früher als erwartet die Quartalszahlen vor: Es gibt zwar im ersten Halbjahr Fortschritte bei Umsatz, Ertrag pro Passagier, Auslastung und Gewinn vor Steuern, aber nicht beim Nettogewinn. Gut, dass Deutschlands zweitgrößte Fluggsellschaft mit Etihad einen finanzstarken Großaktionär hat, der die Durststrecke bis zu den für 2013 angepeilten schwarzen Zahlen mit überbrücken kann.

So richtig doll waren heute auch die Quartalszahlen von TUI Travel nicht, entsprechend geht es an der Londoner Börse abwärts. Aber CEO Peter Long blickt sehr optimistisch auf die Hochsaison. Dem schlechten Sommerwetter sei Dank! In Deutschland steigt der Umsatz nach schlechtem Start in die Saison wegen der Buchungspanne zum Jahreswechsel, der Gewinn dürfte im Plan liegen. TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher tritt so mit einem guten Ergebnis in seiner bisherigen Position ab und legt zugleich für Christian Clemens die Messlatte höher.

Bereits vergangene Woche hatten Thomas Cook und Lufthansa ihre Quartalszahlen vorgelegt – das war übrigens Frauensache. Bei Thomas Cook hatte die neue Chefin Harriett Green ihren ersten Auftritt, bei Lufthansa die neue Finanzchefin Simone Menne. Bei Thomas Cook geht es zumindest nicht weiter bergab, aber dieses Jahr wird tiefrot enden. Lufthansa erntet erste Früchte des Sparprogramms, geht aber vorsichtig ans Werk: Die Winterkapazität wird gekürzt, 3000 Stellen sollen in den Verwaltungen gestrichen werden.

Alles in allem präsentiert sich das Quartett der zwei größten deutschen Fluggesellschaften und Touristikkonzerne also in durchwachsener Verfassung, wobei Thomas Cook und Air Berlin noch die größten Hausaufgaben vor sich haben. Aber zumindest werden die Probleme angegangen, dämpft die Konjunkturabschwächung noch nicht die Reisenachfrage und gibt es in diesem Jahr keine großen Natur- oder Terrorkatastrophen – und vielleicht auch 2013 wieder einen schönen Regensommer!

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