Konjunktur

Wie alles noch viel besser wird

Die Touristik boomt. Doch dunkle Wolken ziehen auf. Werden Libyen, Fukushima & Co zur Konjunkturbremse? Oder zieht das Gewitter schnell wieder ab? Vieles hängt von der Branche selbst ab. Mein Tipp: Probieren wir es mit Gelassenheit.

von Dirk Rogl, 25.03.2011, 14:50 Uhr

So konnte das nicht weitergehen: Ausverkaufte Hotels en masse bereits im Frühjahr, ungebremste Reiselust, Rekordumsätze. So rosig wie die Stimmung vor einem Monat, so gedämpft ist die Stimmung im Vertrieb aktuell. Von Buchungszurückhaltung ist die Rede. Und von Angst, dass der Krieg gegen Gaddafi zum Flächenbrand am Mittelmeer werden kann.

Keine Frage: Die Geschehnisse in Libyen und Japan beflügeln nicht gerade die Reiselust. Es wäre sehr un-deutsch, wenn die schlechten Nachrichten der vergangenen Wochen keine Auswirkungen auf das Reisegeschäft hätten. Die fvw wird in den nächsten Wochen sehr genau untersuchen, wie sich die Buchungen in diesen Tagen entwickeln. Noch ist es dafür zu früh.

Vieles hängt davon ab, wie sich die Touristik gegenüber den Kunden verkauft. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass die Stimmung am Counter schlechter ist als beim Verbraucher. Bislang sind mir keine Studien bekannt, die einen nachhaltigen Urlaubsverzicht der Deutschen widerspiegeln. Das freilich könnte sich ändern, wenn wir Fukushima und Tripolis zum Zentrum des Urlaubsgeschäft machen.

Wie sensibel die Stimmung ist, lässt sich am jüngsten Reisebüro-Tests des Privat-Senders Sat1 verdeutlichen. Der kam mit fragwürdiger Methodik zur Erkenntnis, dass die ausgewählten Reisebüros nicht immer den besten Preis finden. Wir wissen nicht genau, nach welcher Systematik Sat1 die Test-Büros gesucht hat. Viel erschreckender als der Tenor des Beitrags ist das Feedback des Vertriebs. Ganz öffentlich und vielstimmig disktutieren Reisebüros in Facebook über die gewiss spannende Frage, ob es zu viele fähige unfähige Reisebüros im Land gibt.

Die Frage mag berechtigt sein, zielführend im Sinne des Vertriebs ist sie in den öffentlichen Weiten des World Wide Webs nur bedingt. Ich als kritischer Kunde würde gern mal ein Handwerker-Portal aufsuchen, in denen Zimmerleute und Maurer engagiert über Pfusch am Bau reden. Da hätte ich durchaus ein Wörtchen mitzureden. Stattdessen umgarnt uns der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit einer sehr selbstbewussten und wohl auch sehr teuren Imagekampagne, die jegliche Versuche der Touristik in dieser Sache deutlich in den Schatten stellt.

Neben markigen Sprüchen nehmen die Handwerker in einem neuen Werbespot sogar sehr geschickt dem heiklen Thema Pfusch den Wind aus den Segeln. Das ist mutig und teuer, vor allem Dingen aber basiert es auf der Solidarität der Handwerkerschaft. Selbstbewusstsein und gleichzeitig den Mut, etwaige eigene Fehler offen einzugestehen, gibt es übrigens auch in der Touristik.

Gestern mailte Stephen Kaufer, CEO der Reise-Community Tripadvisor, seinen 20 Mill. Mitgliedern, dass Hacker Zugriff auf die eigenen Benutzeradressen genommen haben. So etwas ist vermutich der größte anzunehmende Unfall für einen Web-Anbieter, der von den sensiblen Daten seiner Mitglieder lebt. Doch mit dieser Mail wird Stephen Kaufer gewaltig punkten. Denn der elektronische Brief versichert sehr glaubwürdig, dass Tripadvisor sich eine solche Datenpanne nicht noch einmal leisten wird und dass Datenschutz ein hohes Gut ist.

Deshalb meine Bitte an den Vertrieb: Sollte in diesen Tagen der Kundenstrom etwas abreißen, nutzen Sie die Zeit doch für eine positive Darstellung ihres Unternehmens. Sprechen Sie mit Ihren Kunden über Ihre Angebote - und nicht über die potenzielle Unfähigkeit der eigenen Mitbewerber. Der Handwerker Ihres Vertrauens macht es Ihnen bereits vor.

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 25.03.11, 15:18
<<< Wir wissen nicht genau, nach welcher Systematik Sat1 die Test-Büros gesucht hat. Viel erschreckender als der Tenor des Beitrags ist das Feedback des Vertriebs. Ganz öffentlich und vielstimmig disktutieren Reisebüros in Facebook über die gewiss spannende Frage, ob es zu viele fähige unfähige Reisebüros im Land gibt. >>> die einzige Unfähigkeit, die man den Mitarbeitern in Reisebüros vorwerfen kann, - das lässt sich übrigens sehr gut an 90% aller Kommentare in z.B. Holidaycheck nachbeweisen, - das ist die Unfähigkeit, einen Teil der Kunden nicht sofort und zwingend unter Hausarrest gestellt zu haben ;-) *satiremodus-off* Dieser sogenannte "Buchungs-Test" von SAT1 erinnert mich übrigens ganz stark an die Semesterarbeit auf der Filmakademie, bei der jedem Prüfling 25 Std. beliebiges Material gegeben wurden mit der Maßgabe, nach einem vorgegebenen Arbeitstitel, daraus 10 Minuten möglichst sinnvollen Beitrag zusammenzuschnitzen.

von Wolfgang Hoffmann, 25.03.11, 15:24
<<< Mein Tipp: Probieren wir es mit Gelassenheit >>> Selbstverständlich. Mit äußerster Gelassenheit suchen wir längst in Vergessenheit geratene Urlaubsangebote heraus, die die Ängste und Sorgen, so sie denn noch auftauchen werden, überhaupt nicht tangieren. Wir stoßen da auf geniale Angebote. Wussten Sie z.B., dass es Spezialveranstalter für Eisenbahnexpeditionen in Osteuropa gibt? Oder wussten Sie, dass man Chalets in den Alpen auch im Sommer mieten kann? Oder der Plattensee..., mein Gott, da konnte man ja Jahrzehnte nicht hin. Oder die Flusskreuzfahrt auf einem der ältersten Kreuzfahrtschiffe auf dem Göta Kanal... oder endlich mal wieder Gardasee..., Ostesseinseln...

von Wolfgang, 25.03.11, 15:27
@ Dirk: Ich nehme an, dass Sie in der Überschrift mit "& Co." unsere aktuelle Bundesregierung gemeint, aber rücksichtsvollerweise glaubten nicht nennen zu dürfen oder zu sollen. Deren Zustand in so kritischen Zeiten wie jetzt könnte ebenfalls manche Urlauber davon abhalten, unser schönes Land für längere Urlaube zu verlassen, bzw. längerfristig Urlaub zu buchen. Mal sehen, wie die Welt am kommenden Montag aussieht.

von Ludwig, 25.03.11, 17:48
"Die Touristik boomt. Doch dunkle Wolken ziehen auf. " Dann habe ich wohl einen anderen Standort, denn ich stehe schon im Regen! "die Stimmung am Counter schlechter ist als beim Verbraucher. Bislang sind mir keine Studien bekannt," Dazu braucht man doch keine Studien: Fragen Sie doch einfach mal bei den grossen VA an, wie sich die Buchungszahlen nach dem 11.03. entwickelt haben und zwar im Vorgleich zur Vorwoche. Klar sind wir für dieses Jahr noch zweistellig im Plus, aber das Polster wird schnell dahin schmelzen, wenn die Zurückhaltung weiterhin anhält, von einer möglichen Stornowelle ganz zu schweigen.

von Ludwig, 25.03.11, 17:59
Wie alles noch viel schlimmer wird! Aktuelle Meldung: 25.03. +++ 16.11 Uhr: Geigerzähler sind in Deutschland kaum noch erhältlich. Die Strahlenmessgeräte werden derzeit schon zu hohen Preien auf der Internetseite eBay gehandelt. Ich bleibe dabei: Wer Geigerzähler und Jodtabletten kauft, bucht keine Auslandsreise!

von barthel.eu, 25.03.11, 21:35
Also ich würde im Moment wohl nicht nach Libyen, auch Tunesien und Nord-/Westägypten sind vielleicht nicht "in". Ansonsten habe ich keine Schmerzen zu verreisen. Und nein, einen Geigerzähler habe ich nicht. Ich kenne auch keinen der "Tausenden", die angeblich die Dinger gekauft haben... Auch ich habe sicherlich "semiöffentlich" zur Qualität von Reisebüros kommentiert, aber der Vergleich mit der Handwerkerschaft ist Klasse. Erinnert mich an die - war's die Dresdner? - Bankwerbung (sinngemäß): "Das sind die Experten, die machen nix anderes". Das trifft auch auf Reisebüros zu. Wie viele Stunden sucht der User im Schnitt online? Mir wird schlecht. Das (gute) Reisebüro braucht für den gleichen Vergleich, die gleiche Qualität maximal mal eine halbe Stunde meiner Zeit... Es ist nur schwierig, ein guten Friseur ... ach nein, ein guten Zahnarzt ... nein, wieder falsch, einen guten Klemptner ... nein, Mist. Ach ja - ein gutes Reisebüro, das war's, zu finden... Was ist eigentlich der eigene USP, das "Alleinstellungsmerkmal". Wenn das Reisebüro mir das beantworten kann (die guten antworten meist mit "Service" und leben das auch), dann ist mir um das Reisebüro nicht bange! Wenn die Verbände das dann auch mal endlich rausstellen, dann kommen auch die Kunden in die Reisebüros zurück. Dann traut sich ein Sat.1 gar nicht, derart flach auf die Reisebüros einzudreschen... Denn die Antwort müsste einfach nur sein: Zeitaufwand zur Buchung und ist die Fragestellung online und im Reisebüro "exakt". Sowas muss man nur mal sachlich zerlegen, auch Sat.1 hat Konkurrenzkanäle (bspw. RTL)... Und die Reisebranche genügend Freunde bei den Medien...

von Tino, 26.03.11, 13:15
Der Bericht auf Sat1 war so weit von einem investigativen Journalismus entfernt, wie die "vorgeführten" Reisebüros vom sprichwörtlichen Service. Wie kann man sich vor den "Moderator" hinsetzen und solch hahnbüchenden Aussagen treffen, dass man das, was im Internet angeboten bekäme, als kleines Reisebüro, nicht buchen könnte....Hallo? Hier ging es um eine Pauschalreise! Aber man müsste sich mit der Materie auseinander setzen, in Wissen und Technik investieren...Es gibt immer noch viele Kollegen, die ihre Augen vor dem neuen verschliessen, anstatt die "neue Welt" für sich zu entdecken und zu nutzen. Andererseits muss ich zugeben, dass das Internet viel fundamentiertes Halbwissen produziert und dies uns unglaublich viel Zeit und Geld kostet, wenn solche Kunden im Büro sitzen. Und da können wir noch von Glück reden, dass sie überhaupt ins Büro gekommen sind. Meine persönliche Meinung ist, dass die Firmen und Unternehmen noch nicht realisiert haben, wie viel volkswirtschaflicher Schaden durch die Privatnutzung des Internets am Arbeitsplatz entsteht. Die Mitarbeiter bekommen ihre 8 Stunden bezahlt und können somit mehr oder weniger ungestört stundenlang im Internet nach Reiseangebot etc. pp. suchen ! Wenn diese Nutzung unterbunden würde, dann müssten sich die Damen und Herren nach einem langen Arbeitstag zu Hause an den Rechner setzen und nach Reisenangeboten und Schnäppchen stöbern. Ich glaube, dann würde sich auch der Ineternet-Hype zum Thema "Reisen buchen im Internet" ein wenig relativieren. Denn sind wir mal ehrlich: Das es im Internet etwas geben soll, dass wir nicht anbieten können oder wenigstens eine Alternative, dass hat schon lange keinen Bestand mehr. Und billiger ist es in der Regel auch nicht! Das größte Problem ist, dass es unglaublich bequem ist, an Ort und Stelle und zu jederzeit, bei jeder Gelegenheit ins Web zu gehen und eine Reise zu buchen. Und an dieser Stelle fehlt auch uns das "Allheilmittel". Wir haben ein recht modernes Büro, arbeiten seit vielen Jahren individuelle Reisen aus (heute nennt man das Bausteinreisen oder Dynamic Packaging) und sind seit vielen Jahren Internetaffin. Aber gegen Bequemlichkeit haben auch wir nicht viel entgegen zusetzen :-(

von Wolfgang Hoffmann, 26.03.11, 14:17
<<< Wie kann man sich vor den "Moderator" hinsetzen und solch hahnbüchenden Aussagen treffen, dass man das, was im Internet angeboten bekäme, als kleines Reisebüro, nicht buchen könnte....Hallo? Hier ging es um eine Pauschalreise! >>> Ganz einfach, indem man jemanden ganz geschickt in ein paar Minuten dazu bringt, so etwas auch, unter anderem, vielleich in einem völlig anderen Zusammenhang zu sagen, um dann im Cut diese 2,7 Sekunden zu bringen und einen entsprechenden Kommentar nachträglich reinzusprechen. Machen wir uns nix vor: Ein Reisenverkäufer ist kein für derartige TV-Aussendungen geprüfter Mensch, der ständig die political correctness parat hat, Fangfragen eines Reporters bereits 6 Fragen im Voraus wittert und genau abschätzen kann, welche Wirkung dieses Zwiegespräch im Ausriss bei Tausenden von Zuschauern und vor allem, bei kritischen Kollegen bewirkt. Soviel Hirn haben doch nicht einmal Politiker, obwohl die wissen müssen, wie es geht. In einem Reisebüro werden Reisen beraten und verkauft. Da sitzt man nicht und wartet undercover Fallen, die dann breit veröffentlicht werden. Diesem Kollegen jetzt was ans Bein zu hängen, was der gar nicht beabsichtigt hat, daran allen Frust festzumachen, den man nur verfügbar hat, das ist sehr unfair, und entspricht größtenteils dem Unwissen, wie im Journalismus getrickst wird. Erst durch den Cut, durch die Herausstellung dieser Aussage ergibt sich eine möglicherweise "Schuld" eines Kollegen...? Das darf doch nicht wahr sein! Ich wette, aus dem Material, was da gedreht wurde, kann man mit einigem Wohlwollen einen völlig anderen Zungenschlag zusammenschnipseln.

von Ibrahim Attalla, 27.03.11, 11:17
So ist es Wolfgang. Nur Sensation nach der der Motto Mann beisst Hund. Wäre der Tenor Reisebüro ist toll, bringt das kein gute Einschaltquote. Du kennst schon die Journalisten glaube ich zur genüge.

von Tino, 28.03.11, 10:35
Sorry Leute, aber Eure Meinung kann ich nur bedingt teilen. Mein Hauptaugenmerk lag auf dem ersten Kollegen und seine, wenn er sie wirklich selber getroffen hat, doch recht sinnfreien Kommentare. Die Optik, das Auftreten, die Einrichtung und das Ambiente des Büros sprachen eine deutliche Sprache und gehen mit seinen Aussagen konform. Es gibt von solchen halbherzig geführten, teilweise Nebenerwerbsreisebüros noch viel zu viele in Deutschland. In meiner langjährigen Tätigkeit im Aussendienst und im Consulting Bereich, habe ich von solchen Büros mehr als genug gesehen.....LEIDER!

von Wolfgang Hoffmann, 28.03.11, 12:26
@Tino, selbstverständlich kann ich überhaupt nicht beurteilen, wie, warum und wo Sie vermutlich ständig mit diesen "halbherzig geführten, teilweise Nebenerwerbsreisebüros" konfrontiert werden. Allerdings ist es nicht akzeptabel, dass in einem TV-Bericht durch eine derart tendenzielle Berichterstattung, die auch noch durch unbelegte Kommentare verschärft wird, der Eindruck vermittelt wird, dass der gesamte stationäre vertrieb so ist, wie in den sekundenbruchteilhaften Ausschnitten einer simulierten Realität. Sollte es tatsächlich so sein, dass es diese drei Beispiele in unserer Branche gibt, die auch immer so sind, wie dargestellt, dann verwahre ich mich dagegen, mit denen in einen Topf geworfen zu werden. Als Consulter werden Sie sicherlich für meine Einstellung Verständnis aufbringen. Stellen Sie sich einen vergleichbaren Bericht über Consulter vor, in dem 2-3 Consulter gezeigt werden, die vergleichbares von sich geben.

von barthel.eu, 30.03.11, 18:04
@Wolfgang. Siehe mein voriger Kommentar. Oder irgendeine andere Branche... Die Touristik lässt sich aber schmerzfrei prügeln, weil wir nur intern lamentieren, aber sich keiner gegenüber den Medien auf die Hinterbeine stellt. Wozu sind eigentlich die Branchenverbände da? Klar wird's sowas immer wieder geben, aber das darf sich nicht (wie heute) als "roter Faden" in die Köpfe der Zuschauer brennen, sondern als Ausnahme... Es gibt so tolle Reisesendungen... Reisen ist emotional... Da könnte man doch sicher einiges machen... Aber so lange die Branche nicht mit einer Stimme spricht und eine Linie vorgibt...?

von Bernhard, 30.03.11, 19:20
@barthel: Lese ich richtig? Die Branche soll mit EINER Stimme sprechen? Ich lach mich kaputt! Dann müsste sie sich ja rückwärts entwickeln : das gab's zuletzt in den 50er, und zunehmend abnehmend noch in den 60er Jahren (des vorigen Jahrhunderts!), als die Reisebranche noch überwiegend aus "amtlichen" und damit serlösen Reisebüros mit DER/DB- und IATA-Lizenz, die von den IG'n, den "Interessensgemeinschaften der DER-Vertretungen bestand. Das war bald vorbei, nachdem Neckermann der Traditionsbranche das Fürchten lehrte und, weil vom "amtlichen Vertrieb" per Dekret ausgeschlossen, mit zu rein touristischen Reisevertriebsstellen erweiterten Neckura-Versicherungsagenturen und Reisebüros in den Neckermann-Kaufhäusern die Branche (erstmals) auf den Kopf stellte. Seitdem herrscht die Kakophonie und das Catch-as-catch-can in der Branche, in der clever-starke überleben, mit neuen Ideen auch (manchmal nur zeitweilig) neu einsteigen und die meisten (Ausnahmen bestätigen die Regel) Nostalgiker jammernd aussterben. Und die Verbände? Der DRV ist noch immer der beste, den es gibt, und so gut, wie ihn seine Mitglieder gut sein lassen. Tausende von beitragsscheuen Trittbrettfahrer profitieren von dem, was unter diesen Umständen halt möglich ist. Und der Busch-Verband, dessen Name mir mangels Präsenz partout nicht mehr einfallen will, ist so überflüssig wie ein Kropf. Und jetzt kommen Sie, lieber Herr Barthel, und beschwören Zeiten, die heutzutage höchstens noch in einer gut funktionierenden Diktatur, wenn es noch eine solche gäbe, funktionieren könnte. Da rate ich Ihnen, in die Energie- oder Mineralölbranche zu wechseln. Die wissen (zumindest wussten Sie's bis zum 27.03.2011) wie's geht.

von Wolfgang Hoffmann, 02.04.11, 14:42
"Tausende von beitragsscheuen Trittbrettfahrer profitieren von dem, was" was die Community der Schmetterling Kooperation auf die Beine gestellt hat. Alle Mitglieder achten sehr darauf, was die Medien berichten, wie sie berichten, ob sie überhaupt einmal auf die stationären Reisebüros verweisen, wenn sie etwas ansprechen, was ausschließlich durch diese Vertriebsform für die Verbraucher befriedigend geregelt werden kann. Und da steht dann auch nicht der Onlineanbieter Schmetterling den Stationären im Weg, weil hinter Online immer auch die Stationären stehen. Es stimmt einfach nicht, dass wir nichts auf die Beine stellen können. Es gibt ein breites Echo an die Medien und es gibt meist ein Versprechen von den Medien, uns wieder zu beachten. Denn wenn sich 100 Reisebüroinhaber darüber bei einem Fernsehsender beschweren, dass irgendwer etwas im Internet gebucht habe, was ihm dann nicht zugesagt hat, dann kommt beim nächsten Mal das Wort "Reisebüro" den Kommentatoren viel leichter über die Lippen. Und, dass ich zu der Vulkanaschewolke, zu dem Fluglotsenstreik in Spanien und u den Ausfällen der Urlaubsländer Tunesien und Ägypten bei Google äußerst gut platzierte PR ins Web gestellt habe, die das Krisenmanagement der Reisebüros herausgestellt hat, das ist durch Reports belegt, dass Resonanzen da waren, es ist durch Zeitungsartikel belegt, die sich gerne aus dem PR text bedient haben. Und das alles ohne DRV, alles ohne, dass wir herumstolzieren und unsere Selbstlosigkeit preisen, und alles kostenlos für unsere Kollegen im Gewerbe. Immer nur beklagen, dass niemand was tue, dass es ja auch kein Wunder sei, warum niemand was tut..., Herrgottszeiten, davon haben wir Schmetterlinge uns längst gelöst. Auf lowbudget Ebene, below the line, als Medienguerilla sind wir unterwegs, werden immer mehr und immer erfolgreicher - erst verdeckt, damit niemand die Aktivität behindert oder an sich reißt, mittlerweilen offen in Gruppen bei Facebook, Xing etc. damit wir uns abstimmen, wo wieder in den Medien Unwissenheit und Einseitigkeit herrscht. Und wem was auffällt, immer raus damit, setzte es in eine social community - und wir reagieren. Und wer mitmachen will: Es geht ohne Anmeldung, völlig kostenfrei, ohne ideologischen Überbau, einfach aus sich selbst heraus, wie das Bedürfnis ist. ...von wegen, nix-auf-die-Beine-stellen!!!!

von Sunnyday, 03.04.11, 13:38
Wie heisst es noch so schön: Traue nie einem Test den du nicht selber manipuliert hast! Wir müssen NUR Veranstalter anbieten die wir auch im Angebot haben und wir können selber festlegen welchen Veranstalter wir bevorzugt anbieten! Das ist so ziemlich die einzige Freiheit die wir als Handelsvertreter noch haben um zumindest auskömmliche Provisionen zu erzielen. Wir sind eben keine Hirnlose Internetseite die anhand von allerwelts Standartdaten (4 Sterne/AI/am Strand/hauptsache Sonne) Billigangebote suchen. Und warum nicht? WEIL WIR WOLLEN DAS DER KUNDE ZUFRIEDEN WIEDER KOMMT! Somit unterscheiden wir uns elementar von Internet Suchmaschinen, sodas auf SAT1 Äpfel mit Birnen verglichen wurden! Wenn der DRV mal endlich aus dem Dornröschenschlaf erwacht und tatsächlich soetwas wie Pressearbeit beginnt, würde ich mich SO vertreten fühlen.

von alleswirdgut, 03.04.11, 20:31
Der DRV hat doch uralte Strukturen und kann mit den neuen wie alten Medien offensichtlich nichts anfangen. Ich hoffe die (wenigen) Damen und Herren beim DRV wachen doch noch mal auf. Eine von Reisebürounternehmern, die sich auf dämliche Berichte von den Medienvertretern hin beschweren, das macht wirklich Sinn. Ich hoffe viele Kollegen beteiligen sich daran!!

von Hartmut Huth, 04.04.11, 09:48
Warum sollte ich mich auf "billigst" reduzieren lassen ? ...wenn ich mein Bad in Marmor haben will - Kann ich mir Marmorfliesen kaufen - oder eine Imitation in Marmoroptik - oder 1.Wahl - oder 3. Wahl .... es geht IMMER noch billiger wenn ich Urlaub buche: - kann ich billigst wählen - oder gut organisiert Nichts ist gleich, es ist nur scheinbar das gleiche Angebot. Es macht einen Unterschied, ob ich damit zufrieden bin, ein Konklumerat aus Eizelangeboten zusammenzuschustern, oder einen Veranstalter mit 1 Reiseleiter für ganz Spanien oder mit 20 Reiseleitern alleine auf Malle, auszuwählen. Als Reisebüro bin ich dafür da, meinem Kunden genau das zu bieten, was er sich unter Urlaub vorstellt. Als IBE kann ich nur "billigst", egal wie. Schon dadurch wird diese Reportage zu einer unqualifizierten Scheininformation. Meine Marktmacht im Reisebüro liegt vor allem darin, meinen Kunden den Veranstalter anzubieten, bei dem ich überzeugt bin, dass mein Kunde dort gut aufgehoben ist. Seltsamerweise sind das auch die Veranstalter, welche gut und fair mit mir zusammenarbeiten. Wer mir gegenüber, -seiner Vertriebstelle/seinem Partner-, unfair ist, dem soll ich abnehmen, dass er den Kunden gegenüber fair ist ? Nicht wirklich ! Diesem Veranstalter möchte ich MEINE Kunden gar nicht anvertrauen. 5 Sterne mit Kaffeeautomat und Pappbecher zur Selbstbedienung ist genau das Erlebnis, was ich meinen Kunden ersparen will. 5 Sterne geht auch immer "billig". Wenn das der Kunde wirklich will, lass ich ihn VORHER unterschreiben, dass ich das auf SEINEN AUSDRÜCKLICHEN WUNSCH gebucht habe. ICH BIN NICHT DAFÜR DA, MICH DARAUF ZU BESCHRÄNKEN, DEN BILLIGSTEN PREIS RAUSZUFINDEN. ....und meine Kunden wissen eine EHRLICHE Aussage zu schätzen.

von Viktor, 04.04.11, 11:25
@Hartmut Huth ich kann dir nur Zustimmen und verweisen auf: Gesetz der Wirtschaft „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld. Das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.“ (John Ruskin - englischer Sozialreformer 1819-1900)

von Volker Schulz, 06.04.11, 16:24
Einfache Frage im Verkaufsgespräch: geht es Ihnen um den Preis (dann Angebot Billigairline und Sparzimmer am Fahrstuhl) oder möchten sie ihre schönste Jahreszeit, den wohlverdienten Urlaub so richtig genießen? Aber wer stellt schon die Frage nach der Qualität im Beratungsgspräch, doch nur gut geschulte Mitarbeiter. Und die schienen hier rar zu sein.

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