Konjunktur

Das Echo der Krise

Einer ruft "Krise", Tausende bloggen es hinterher oder twittern ein dumpfes Grundgeräusch. Der Ernst der Lage am Beispiel Google.

von Dirk Rogl, 27.03.2009, 11:16 Uhr

Es gibt ein paar Lichtlicke in der Touristik. Einige Reisebüros berichten für den März ein Plus gegenüber Vorjahr, und auch die Statistiker von GfK und Tats melden für die Touristik einen leichten Aufwärtstrend. Soweit das Futter für die Optimisten unter uns. Für die Pessimisten nun dieses. Erstens: Das Fluggeschäft ist offenbar weiter satt im Minus. Und zweitens: "Google entlässt 200 Mitarbeiter." So oder so ähnlich stand es heute im Mediendienst Turi2 und auf renommierten Nachrichten-Portalen wie

,

oder

, um nur einige Beispiele zu nennen. Die dadurch ausgelöste Nachrichtenlawine ist enorm. In Blogs haben heute unzählige so genannter Medien- und Internetexperten das Thema aufgegriffen und das Lied vom vermeintlichen Niedergang des bisherigen Internet-Stars angestimmt. Und im Micro-Blogging-Dienst

ist die angebliche Entlassungswelle aktuell ein ganz großes Thema. Leider aber ist das, freundlich formuliert, nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich hat Google-Manager Omid Kortestani gestern im konzerneigenen

- und das ist hier die Mutter aller seriösen Quellen zu diesem Thema - angekündigt, die Anzahl der Stellen in den Bereichen Vertrieb und Marketing um 200 zu reduzieren, und zwar weltweit. Aber das sind eben keine Entlassungen. Offenbar fallen die betroffenen Mitarbeiter, rund ein Prozent der Angestellten, in ein leidlich weiches Netz. "Wir werden jeder betroffenen Person Zeit geben, eine andere Position bei Google zu finden", schrieb Kortestani noch im gleichen Absatz seines Blogs. Warum ich das in einem Blog der fvw schreibe? Gewiss nicht, um PR für Google zu machen. Das heutige Mediengewitter um den Web-Giganten ist schlicht ein gutes Beispiel dafür, wie Krisenstimmung entsteht. Nämlich auch durch die ungeprüfte Weitergabe falscher oder verzerrter Nachrichten im Internet. Genau deshalb machen wir übrigens so ganz nebenbei ein ziemlich handfestes Medium, das zwar etwas langsamer als das Internet ist, dafür aber gerade auch in schwierigen Zeiten ziemlich verlässlich: die gute, alte fvw.

Kommentare

von Michael Buller, 27.03.09, 15:44
Stelle Dir vor es ist Krise und keiner geht hin!

von Wolfgang Hoffmann, 28.03.09, 10:56
Das Pfeifen im Walde verschreckt zumindest die Schläfer

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