KLM

Mein rechter, rechter Platz ist leer ...

KLM bringt Mitglieder von Social Networks real zusammen, auf zehn Kilometer Höhe. Aber ist das wirklich verlockend für die Fluggäste?

von Georg Jegminat, 06.02.2012, 14:31 Uhr

Die Sitzplatzwahl für bestimmte Langstreckenflüge bei KLM wird zu einem Spiel: Es erinnert an das Kinderspiel "Mein rechter, rechter Platz ist leer, ich wünsche mir den XXXX her". Nun kehrt KLM die Spielregel ein wenig um. Denn man wünscht sich keinen Nachbarn, sondern man sucht sich aus, zu wem man sich setzen will. "Meet and Seat" nennt sie den Service, bei dem sich Fluggäste mit ihrem Account bei Facebook oder LinedIn identifizieren und nach möglicherweise interessanten Sitznachbarn vernetzen.

Was mögen die Interessen der Passagiere sein? Gleich Interessen, um nett miteinander zu klönen? Oder geht ein Passagier auf die Pirsch zu einem Intensivflirt? Es könnten auch berufliche Interessen dahinter stehen, etwa um Geschäftskontakte zu knüpfen oder ein wenig Wettbewerbsbeobachtung. Sicherlich fallen Ihnen noch mehr Motive ein.

Grundsätzlich ist es schon geschickt, das Social Networking in die ganz normale Funktionalität einzubinden. Außerdem dürften sich die Fluggäste häufiger einloggen: Gibt es neue spannende Passagiere? Hat sich jemand neben mich gesetzt? Sollte ich mich besser rasch umsetzen?

Aber überlegen sollte man sich die Angelegenheit schon. Denn die Flüge dauern neun bis 13 Stunden. Will man tatsächlich mit der informellen Zusage, zur Kommunikation bereit zu sein an Bord eines Langstreckenfliegers gehen? Sollten die KLM-Flugbegleiter zukünftig beobachten, dass Passagiere während des Fluges ihre Sachen packen und in eine andere Reihe umziehen, um einen nervigen Nachbarn loszuwerden, hat die Airline ein anderes Spiel erfunden: "Mein rechter, rechter Platz wird leer."

Kommentare

von Alex, 08.02.12, 11:59
Eine wahre Bereicherung. Ich kann vielleicht mit meiner vierköpfigen Familie mal das Projekt starten: Wie wollen zusammen sitzen. Solange Basics wie Familienzusammenführungen auf Flügen nicht klappen betrachte ich das alles als kostenlose PR sich in der Zielgruppe Facebook interessant zu machen.

von Oliver Ratajczak, 10.02.12, 12:01
Ich freue mich schon auf die Zeiten, in der der "Vertrieb" nur noch über den Wolken stattfindet. Was passiert eigentlich, wenn ein begehrter C-Level-Manager von 3 "Kontaktern" gleichzeitig belagert werden will? Wird dann der direkt benachbarte Platz versteigert? Es bleibt spannend 8-)

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