ITB

Welche Studenten braucht der Tourismus?

Hunderte von Studenten drängen jedes Jahr in die Touristik. Aber welche Nachwuchskräfte benötigen die Arbeitgeber, wie verändern sich die Anforderungen? Wir suchen nach Antworten.

von Klaus Hildebrandt, 13.02.2014, 13:21 Uhr

Auf der ITB hatte ich zusammen mit Anita Zehrer, Professorin am Management Center Innsbruck, einen Auftritt, vor dem ich etwas nervös war. Nicht wegen der öffentlichen Rede, sondern wegen des Inhalts: Wir stellten eine gemeinsame Studie der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft (DGT), deren Vorstand Prof. Dr. Zehrer angehört, und der fvw vor. Darin ging es um die Job-Chancen und Zufriedenheit der Studenten. Ich hätte es schwierig gefunden, dem Nachwuchs-Publikum das Bild einer Job-Hölle zu vermitteln. Aber gottlob: 80 Prozent der Befragten waren glücklich mit ihrem Studium und fanden innerhalb von drei Monaten eine passende Stelle.

Dieses Jahr stehen Frau Zehrer und ich wieder gemeinsam auf der Bühne. Aber diesmal wechseln wir die Perspektive: Was erwarten eigentich die Arbeitgeber vom akademischen Nachwuchs? Welche Anforderungen sollten die Hochschulabsolventen erfüllen, wo gibt es Nachholbedarf? Um das herauszufinden, starten die DGT und die fvw eine neue Umfrage, zu der es mit diesem Link geht. Wir würden uns freuen, wenn ganz viele Unternehmen aus der Reisebranche, Geschäftsführer und Personalchefs von Mittelständlern und Konzernen teilnehmen.

Es gibt garantiert nichts zu gewinnen, aber Sie leisten einen wichtigen Beitrag, um das Studium und die Nachwuchsförderung zu verbessern. Dass die Branche in Zukunft viele Talente braucht, ist schließlich unbestritten. Auch die fvw wirkt mit ihrem "Job & Karriere Guide Touristik", der zur ITB zum zweiten Mal erscheint, und der Aktion "Top 30 unter 30" mit. Aber zunächst bin ich gespannt auf die Ergebnisse, die Frau Zehrer und ich am 5. März um 11.15 Uhr in Halle 11.1 (Career Center) vorstellen werden. Und ich hoffe sehr, dass wir auch dieses Mal den Touristik-Studenten nicht die Aussichten vermiesen.

Kommentare

von alexander kretzschmar, 13.02.14, 17:47
braucht es studenten? oder ist auch eine "einfache" ausbildung, allerdings besser als aktuell besser oder sinnvoller? egal wie ausgebildet, defintiv fehlt die leere von nachhaltigkeit, moral und ethik.

von alexander kretzschmar, 13.02.14, 17:50
soll natürlich > lehre < heissen

von Sylvie, 13.02.14, 18:00
Interessanter Aspekt! Natürlich sollte jeder Mensch nachhaltig, moralisch und ethisch handeln. Aber es gibt es viele Grauzonen, nicht nur bei den Flugportalen aus Leizig. Wie verhalte ich mich als Einkäufer in einem Land, in dem "Kickbacks" üblich sind? Wie gehe ich mit Geschäftspartnern aus ganz anderen Kulturkreisen wie China um? Viele Hochschul-Absolventen sind heute fit in BWL, sprechen mehrere Sprachen und haben interessante Praktika hinter sich. Aber sie sind "dank" Turbo-Abitur und immer stärker verschultem Studium eben auch noch sehr jung. An einigen Hochschulen werden sicher ethische Aspekte auch schon in der Lehre berücksichtigt, aber das breiter zu verankern, wäre in einem menschelnden Geschäft wie der Touristik sinnvoll.

von Liborius Hagenhoff, 13.02.14, 18:05
eine Ausbildung schließt ja grundsätzlich ein Studium nicht aus. Und ja, ich würde jungen Menschen die ihren Weg im Tourismus machen möchten ein Studium empfehlen. Meine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann habe ich vor Urzeiten gemacht und meine Berufschulerlebnisse reduzieren sich - natürlich mit viel Abstand auf Reiserecht und Buchführung. Erst später im BWL Studium gab es dann viel mehr Fächer die dann eben nicht nur den Reisevertrieb betrafen. Es gibt heute eine Reihe von Bildungseinrichtungen die gerade Themen wie Nachhaltigkeit, Ethik und Moral nicht nur am Rande eines BWL oder Touristikstudiums behandeln, sondern durchaus in den Mittelpunkt einer Lehre stellen. Ich glaube, an der FH und/oder Uni hat man auch die Zeit sich mit allgemeine und speziellen Themen zu beschäftigen. Ausserdem ergeben sich währen eines Studiums die Möglichkeiten für z.B. Praktika und Auslandsaufenthalte.

von Sascha Nitsche, 14.02.14, 09:26
Hier muss sicherlich der "Einsatzort" nach dem Studium als Kriterium und Auswahl dienen. Rede ich davon, das jemand in der touristischen IT arbeiten möchte, sind sicherlich buchungsrelevante Abläufe vorrangig als umfassende Geographie-Kenntnisse. Um umfassende Entscheidung beispielsweise an der Spitze eines Unternehmens zu treffen, ist das Wissen um das Basis-Know How ein Grundmanifest. Das Tchibo und Sony Manger "als Manager" funktionieren - kann ich verstehen, da es oftmals um übergreifende Themen geht, die "ähnlich gelagert sind" - aber hier wäre beispielsweise ein "Tandem-Management" sinnvoll - eine Person die Praxis Reisebüroerfahrung/Vertriebserfahrung vom Produkt oder vom Counter mitbringt die Idealbesetzung. Wenn ich verstehe, wie Abläufe im praktischen Verkauf stattfinden, kann ich Theorie und Praxis verknüpfen und am Ende bessere Entscheidungen für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und für den Vertrieb treffen. Konkret: Weniger theoretische Ansätze in den Studiengängen, praxisbezogene Themen, aktuelle Entwicklungen in ein Langfrist Konzept aktiv und selbstständig integrieren und umsetzen. Mein Vorschlag: Für alle ein breites touristisches Basiswissen (abgespeckte Ausbildung - Geographie, Technik, Produkt - danach die letzten 4 Semseter Spezialisierung: IT, VA, Vertrieb, Marketing. Controlling Der Student muss in seinem Fachgebiet ein fundierten Mehrwert bringen - ein gut ausgebildeter Student - kein Student, der die umfassende Touristik-Welt oberflächlich tangiert. Die Theorie bestmöglich in der Praxis anwenden und Erfahrungen sammeln - während des Studiums!

von Wissenschaftliche Konzepte, 17.02.14, 15:01
Ich denke diese Frage stellt sich momentan in vielen Fachbereichen, vorallem da im Moment schwer abzuschätzen ist, was nach der Flut der Studenten zur Zeit überhaupt noch sinnvoll ist.

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