ITB

Die Tops und Flops der ITB

Beste Stimmung bei den ITB-Fachbesuchern in Berlin. Oder feiert sich die Branche die Lage nur schön?

von Klaus Hildebrandt, 08.03.2013, 15:34 Uhr

Volle Hallen, dichtgedrängte Terminkalender, prima Laune bei den Happy Hours an den Ständen und den Empfängen in Berlin. Das ist zwar eigentich nichts Neues für die ITB. Noch vor einigen Monaten wäre das nicht so erwartet worden: Die Urlaubsbuchungen haben erst seit Jahresbeginn so richtig Fahrt aufgenommen und auch die Travel Manager und Geschäftsreise-Profis sind weitaus entspannter als im Herbst: Die deutsche Wirtschaft ist trotz Euro-Krise stabil, damit gibt es bei den Reiseausgaben der Firmen keine gravierenden Spardiktate.

Für Gesprächsstoff der deutschen Touristiker sorgen deshalb eher altbekannte Themen: Die Lage bei der TUI, wir sie in der Titelgeschichte der aktuellen fvw beschreiben. Der schmerzhafte Personalabbau bei Thomas Cook UK, der nach Meinung aller deutschen Cookies aber überfällig und unvermeidbar ist. Die Sanierung der Air Berlin, wo der der neue Chef Wolfgang Prock-Schauer sich beim Air-Berlin-Dinner für die Unterstützung durch die Geschäftspartner bedankte. Auch Hartmut Mehdorn und Verkehrsminister Peter Ramsauer waren da, ließen die BER-Personalie aber erst am nächsten Tag nach draußen.

Dazu gab es interessante Debatten um mobile Commerce und Online-Vertrieb. Und einen extremst selbstbewussten Auftritt des neuen türkischen Tourismusministers. Wir hatten jedenfalls in den fvw ITB Dailies und auf fvw.de viel Stoff zum Schreiben. Die Dailies können Sie übrigens auf fvw.de downloaden, alle News finden sie auch in einer eigenen ITB-Rubrik. In einem Video aus dem Redaktionsbüro in Berlin fassen vier fvw-Redakteure ihre Tops und Flops zusammen. Was waren Ihre Tops und Flops, wie erlebten Sie die ITB?

Kommentare

von Martin Pundt, 08.03.13, 20:28
Aus meiner Sicht war diese, meine 28. ITB, sicher eine mit klar mehr Tops als Flops. Meine drei "Lieblings-TOPS": 1. Mein persönliches Highlight war die Preiseverleihung der Willy-Scharnow-Stiftung - das Engagement derjenigen, die sich erfolgreich und kreativ für Aus- und Weiterbildung im Tourismus engagieren, hat mich beeindruckt und angeregt - danke! 2. Die Verbände und ihre Arbeit: Der ASR mit seinem hervorragenden Gemeinschaftsstand in Rekordgröße in Halle 25 hat sich als neuer Marktplatz des Mittelstands bereits jetzt bei Ausstellern und Geschäftspartnern sehr positiv etabliert. Der DRV hat zwischen Pressekonferenz zum ITB-Beginn und Branchentalk zum Abschluss des Freitags die ITB wie so oft weit mehr als nur terminlich "allumfassend" mitgeprägt. Und der VIR hat schon am Mittwochfrüh deutlich aufgezeigt, wo die Online-Reise hingeht und welche weiteren Entwicklungen wir noch aktiv beachten und vor allem: mitgestalten sollten. Dazu gute Gespräche im Travel Industry Club, bei OTDS, mit Vertretern der ADV, der DZT und der WATA - ich kann mir eine ITB ohne Verbände, Vereine und den Wirtschaftsclub der Branche mit ihren Plattformen und Netzwerken nicht mehr vorstellen. 3.Ja, auch ich hatte manchmal den Eindruck, dass sich die Branche selbst feiert - aber im Falle von holiday autos ist das auch mehr als berechtigt: Wer 25 Jahre dabei ist, darf das - insbesondere wenn dies so großartig gemacht wird wie gestern! Euch und allen anderen Jubilaren herzlichen Glückwunsch !!! Meine "Lieblings-Flops" der ITB: 1. Die Haltung der Branche zum Thema Nachhaltigkeit: Außer den würdigen Willy-Scharnow-Preisträgern für das Projekt "CSR im Reisebüro" ist mir das Thema Nachhaltigkeit in meinem eigenenTerminkalender nicht begegnet - klar, hätte ich danach gesucht auf der Messe, wäre ich sicher noch hier und dort fündig geworden. Aber in unseren Köpfen ist dies m.E. noch nicht ausreichend angekommen und Tivat schon wieder viel zu weit weg... 2. Mein zweiter "Lieblings-Flop" hängt damit eng zusammen: Ja, die Laune war allerorten prima, denn die Buchungen haben ja wieder angezogen in den letzten Wochen, nur: Wie viel davon, bitte, haben wir als Branche aktiv bewegt? Wie sehr ist es unser eigener Erfolg, das Thema Urlaub bei den Verbrauchern in der Wertigkeit so hoch positioniert zu haben, dass wir uns auch da selbst feiern dürfen? Oder ist uns das vielleicht doch eher nur in den Schoß gefallen? Ich fürchte Letzteres, denn so achselzuckend wie wir auch nach Aschermittwoch das närrische Dreigestirn Ramsauer, Platzeck und Wowereit weiterhin einfach mal (nichts) machen lassen (und wir dabei unnötige Nachtflugdiskussionen genauso hinnehmen wie Interimsgeschäftsführer in Altersteilzeit), müssen wir uns nicht wundern, wenn wir unsere Wachtumspotenziale immer wieder selbst begrenzen. Und dabei genau wie in Umweltfragen wieder fleißig an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.... 3. Den dritten Flop erwähne ich nur, weil ich ganz genau weiß, dass Martin Buck und sein tolles ITB-Team diesen einmaligen Ausrutscher im nächsten Jahr ganz sicher wieder im Griff haben werden: Wartezeiten von einer halben Stunde (09.15-09.45 Uhr) am Donnerstagmorgen am Eingang Süd, um als Aussteller endlich in die Hallen zu kommen, habe ich seit der ITB 1990 nicht mehr erlebt - und möchte ich bitte 2014 nicht wieder erleben.

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