ITB

DER Jreff nach der Party-Präsenz

Die DER Touristik feiert fröhlichen Karneval und zeigt sich vereint auf der ITB-Party. TUI pausiert in Berlin. Was die Feierkultur so aussagt.

von Klaus Hildebrandt, 31.01.2014, 08:53 Uhr

Das war wieder eine Karnevalsparty nach Maß: Rund 1600 Jecken feierten ausgelassen im Kölner Maritim (eine Bildergalerie sehen Sie auf fvw.de) mit allen Stars des Kölner Karnevals. Die Vertriebschefs aus Frankfurt und Köln, Kevin Keogh und Svenja Bielinski, bedankten sich (im Indianerkostüm) für die Unterstützung der Reisebüros. Die DER Touristik sei prima in das Jahr gestartet, und wenn das mit dem Verkauf im Reisebüro so weitergehe, dann werde man auch künftig feiern.

Das war zwar nur ein Satz, aber er zeigt: Das Event ist kein Selbstzweck, sondern eine Incentive-Veranstaltung für den Vertrieb. Die Reisebüros sitzen sogar ganz vorne im Saal, die Ehrengäste wurden auf die Tribüne verbannt. Der Abend kostet richtig viel Geld, und es ist auch nachvollziehbar, dass man bei der DER Touristik über günstigere Alternativen nachdenkt. Aber die einst von der ehemaligen Rewe-Beteiligung LTU vor 22 Jahren gegründete Karnevalsfeier ist irgendwie ein Teil der DNA des Veranstalters, ein Aufgeben wäre schwierig. Und der Abend hat sogar noch eine wichtige Kommunikationsleistung erbracht: Es gibt nun einen Namen für den roten Koffergriff, der die Dachmarke DER Touristik abrundet (und auch den Karnevalsorden zierte): Das Ding heißt bei mir künftig kurz und bündig "DER Jreff", getreu dem diesjährigen Karnevalsmotto "Koffer jepack, DER Jreff en de Hand, bejäne uns Pänz en jedem Land".

Am Tag der Karnevalsparty versandte die DER Touristik auch schon die Einladung für ihre ITB Party. Köln und Frankfurt feiern erstmals vereint in Berlin. Das ist nicht nur kostengünstiger, sondern mit Blick auf die angestrebte Gemeinschaftsbildung mit der Dachmarke auch sinnvoll. Alles im "Jreff" sozusagen. Für Überraschung sorgt dagegen, dass der große TUI-Abend dieses Jahr ausfällt, wie fvw.de berichtet. Es ist nachzuvollziehen, dass der neue AG-Chef Friedrich Joussen (der auch sämtliche Sponsoring-Aktivitäten gestrichen hat) nach einem neuen Format und einer Alternative für den noch von seinem Vorgänger Michael Frenzel etablierten Abend im Deutschen Historischen Museum sucht. Aber dass Europas Marktführer zumindest in diesem Jahr weder mit einem Stand noch einem Get-together auf der weltgrößten Touristikmesse Flagge zeigt und der Konkurrenz von DER bis Schauinsland die abendliche Berliner Bühne überlässt, ist schon verwunderlich.

Kommentare

von Jürgen Barthel, 31.01.14, 14:46
Mich wundert das weniger. Man beachte nur mal die Kommentare üblicherweise zu TUI- und die zu DER-Berichterstattung, das ist schon eine andere Qualität. Es zeigt sich auch hier, dass DER offenbar eine andere Beziehung zum Reisebüro pflegt als die Hannoveraner. Ob's am "kühlen Norden" gegenüber "rheinischem Frohsinn" liegt? Und bevor ich wieder der Voreingenommenheit bezichtigt werde: Ich habe mehr Freunde im Hause TUI als bei DER und mit beiden beruflich zur Zeit direkt nichts zu tun... Und auch mit derzeitigem Wohnsitz in Braunschweig habe ich keine Animositäten zur Geburtsstadt meiner Tochter - die spielen ja kein American Football (zumindest nicht GFL) ;-)

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