ITB 2015, Messe, Berlin

ITB-Gefühle ohne Berlin – das geht nicht

Die Grippewelle nimmt keine Rücksicht auf volle Terminkalender und die wichtigste Tourismusmesse weltweit. In unserer schnellen, digitalisierten Welt können wir uns zwar schnell über Ereignisse informieren. Aber so richtig Teil daran haben, können wir aus der Distanz trotzdem nicht.

von Sabine Pracht, 09.03.2015, 11:29 Uhr

Am Wochenende habe ich meinen für die ITB gepackten Koffer wieder ausgepackt – wie sicherlich viele Touristiker. Mit einem großen Unterschied allerdings: Mein Koffer und ich schafften es erst gar nicht nach Berlin. Die Grippewelle war Schuld. So habe ich die ITB von zu Hause aus verfolgt, jeden Tag mit der Hoffnung verbunden, am nächsten Tag wieder fit genug zu sein, um doch noch zur weltgrößten Touristikmesse reisen zu können. Schließlich freute ich mich auf die zahlreichen Termine mit internationalen Touristikmanagern, die vielen netten kleinen Begegnungen am Rande der Messe und sogar auf die flüchtigen, hektischen Grüße beim Aneinander-Vorbeilaufen in den Messehallen.

Aber mir blieb nichts Anderes übrig, als das Messegeschehen über die Medien zu verfolgen und zu lesen, was meine Kollegen an spannenden, neuen Themen auf der Messe fleißig zusammengetragen haben. Es ist beachtlich, was man als Nicht-Messebesucher alles an Informationen bekommt. Dank diverser Medien und selbstverständlich dem Medium meines Vertrauens, fvw.de, war ich stets bestens über die Neuigkeiten informiert: über die 99 Euro-Fernstreckenflüge der künftigen Lufthansa-Tochter Eurowings, das neue Reiseportal von Ebay, die überraschende Absetzung des langjährigen ägyptischen Tourismusministers Hisham Zaazou und all die vielen guten Nachrichten von wachsenden Gästezahlen.

Um auch ein bisschen Atmosphäre zu schnuppern, klickte ich mich per Smartphone durch die vielen bunten Bildergalerien auf fvw.de mit Fotos von ITB-Partys in schicken Berliner Veranstaltungslokalitäten, von fröhlichen Stand-Partys und glücklichen Preisträgern. Je mehr ich las und sah, desto trauriger wurde ich, nicht dabei zu sein. Nach nunmehr fast acht Jahren ITB weiß ich, dass sich eine ITB aus Besuchersicht inhaltlich nicht groß von der Vorjahresmesse unterscheidet – von den persönlichen Eindrücken einmal abgesehen. Als diesjährige Nichtbesucherin kann ich sagen: Es sind vor allem die vielen netten, menschlichen Begegnungen und das Erlebnis, dabei gewesen zu sein, was eine Messe zu dem macht, was sie ist. Ein riesengroßer internationaler Marktplatz, der einen immensen Fundus an Inspiration bietet.

Eine Messe ist eben doch etwas ganz Besonderes. Medien, soziale Medien eingeschlossen, Videokonferenzen, Webinare – all das kann einen Messe- oder Kongressbesuch nicht ersetzen. Auch wenn Unternehmen ihren Mitarbeitern aus Kostengründen immer häufiger Dienstreisen verwehren, sollten die verantwortlichen Chefs bedenken: Ohne persönliche Treffen und Kontakte sind die reinen Informationen nur halb so viel wert.

Ich jedenfalls freu mich jetzt schon auf den fvw Kongress in Essen, das zweitgrößte Touristikertreffen im Jahr – und natürlich ganz besonders auf die ITB 2016.

Aber eins würde mich noch interessieren. Wie haben andere Grippeopfer die ITB aus der Ferne erlebt? Und: Wer von den Besuchern verrät mir sein persönliches Messe-Highlight? Ich bin gespannt darauf.

Kommentare

von Sabine Neumann, 09.03.15, 16:35
Liebe Sabine Pracht, der Blick von außen bringt es für mich auf den Punkt: Die digitale Entwicklung streut breit, informiert schnell und erreicht den hintersten Winkel der Welt, menschelt aber nicht. So erreichen reale Begegnungen eine Qualität, weil sie uns aus der sozialen Einsamkeit von Smartphone & Co holen. Im Geschäftsalltag kommunizieren wir überwiegend per Mail elektronisch. Dabei verlernen wir nach meiner Beobachtung, Augenkontakt aufzunehmen, Gespräche anzufangen und Gesprächsatmosphäre aufzubauen, empathisch zu sein und Signale zu erkennen - und kommen wir dann in die Situation einer realen Begegnung, fühlen sich mehr und mehr Menschen unsicher. Ich kann Deinen Verlust gut nachempfinden. Die nettesten Begegnungen sind die spontanen auf der Rollstreppe, dem Weg zum WC oder im Shuttle-Bus. Tröstender Zugewinn Deines diesjährigen ITB-Couchsurfings ist, dass Du Dir den umfangreichen Informations-Output der Fachtage in Deiner Beobachtungsposition schon umfassend erarbeitet hast, ohne plattgelaufene Füße. Ein Vorsprung gegenüber allen Aktiven...Vielleicht magst Du auch mal im ITB Newsroom scrallen. Da haben wir vom Redaktionsteam der ITB Dailys die persönlich besuchten Pressekonferenzen und Kongress-Veranstaltungen in Textform aufbereitet. Um zu den Folgeseiten zu gelangen, muss beim neuen ITB-Auftritt auf der Newsroom-Startseite ein Artikel angeklickt werden, dann erscheinen unter dem Text die Seitenzahlen. Viele Grüße aus Berlin

von Sabine Pracht, 09.03.15, 16:58
Danke für den Beitrag und den tollen Tipp. Ich schau mal rein.

von Reiseblogger Daniel Dorfer, 13.03.15, 11:23
Hallo und Servus Sabine, das ist aber schade, ich hoffe Du bist mittlerweile wieder fit. Ich selbst war mit den Resten von Schnupfen und Husten auf der ITB 2015 unterwegs und kann das von daher ganz gut nachvollziehen. Man braucht bei dem riesigen Gelände, den vielen interessanten Ständen und Gesprächspartnern, sowie auf all den Abendveranstaltungen seine ganze Energie. Für nächstes Jahr drücke ich Dir ganz fest die Daumen. :-) Mit sonnigen Grüßen aus Bayern Daniel

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