Iata

Der GDS-Feind will die Kooperation bei NDC

Farelogix bringt die Schnittstelle NDC-Xpress auf den Markt und sucht den Anschluss an die GDS-Betreiber. Der neue Datenstandard für den Flugticketvertrieb rückt einen großen Schritt näher.

von Georg Jegminat, 08.09.2014, 16:35 Uhr

Was für eine Wende: Farelogix goes GDS. Mehr noch. Farelogix drängt die GDS-Betreiber dazu, das Iata-Datenformat NDC in der Version 1.1 zu nutzen. Die IT-Company aus Miami schlägt nämlich nun eine Brücke vom Airline-Inventory über die eigenen Systeme FLX Airline Commerce Gateway und die GDS-Schnittstelle NDC-Xpress zu den GDS. Jim Davidson, CEO von Farelogix, ist eben anpassungsfähig.

Der ehemalige CEO von Amadeus Americas hatte sich zum Feindbild bei den GDS-Betreibern entwickelt. Denn jahrelang hatte er Farelogix als Alternative zu den GDS positioniert, mit großer Sympathie von den Airlines. Doch das Konzept ging nicht auf. Große Teile des Firmenkundengeschäfts laufen weiter über die Reservierungssysteme, selbst viele Online Travel Agencies scheuen die Kosten für Direktanschlüsse.

Nun bietet er Airlines ihrerseits die Möglichkeit, NDC-Funktionen über seine Systeme zu nutzen, ohne selbst zu großen Aufwand treiben zu müssen. Dabei nutzt er den technischen Vorsprung vor anderen Travel-Tech-Firmen. Denn Farelogix ist tief in die Entwicklung von NDC (New Distribution Capability) eingebunden. 16 Airlines sind mit NDC-Funktionen bereits an Farelogix angedockt. Nun geht Davidson verschärft auf Kundenfang.

Was heißt das für die Reisebüros und die Travel Management Companies (TMC)? Wenn die GDS mitspielen, können bald Airline-Services im gewohnten Umfeld gebucht werden, die bisher großenteils nur auf den Airline-Sites verfügbar waren. Allerdings erwartet Davidson, dass die GDS-Betreiber ihre Buchungsoberflächen noch anpassen müssen. "Amadeus und Travelport sind meines Wissen auf NDC-Funktionen vorbereitet. Sabre wird sicherlich folgen", sagte er gegenüber der fvw.

Allerdings kündigt sich damit für 2015 nicht die Vertriebsrevolution an. Denn die Airlines werden erst nach und nach darauf einsteigen. Zudem ist der Standard erst zur Version 1.1 gediehen. Viele im Markt erforderlichen Funktionen sind noch nicht integriert, beispielsweise für Reiseveranstalter. Dennoch treibt Davidson den Markteinsatz voran – parallel zu den NDC-Pilotanwendungen, die Airlines weltweit mit verschiedenen IT-Firmen aufbauen.

Die Angst, die sich unter Reisebüros breit machte, als die Iata das NDC-Konzept vorstellte, scheint keinen Grund mehr zu haben, oder?

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