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Warum Google noch immer kein Reiseverkäufer wird

Das war zu erwarten: Nach dem Launch ihres Airline-Reservierungssystems überschlägt sich die Bloggospähre mit Vermutungen, dass Google künftig selbst Reisen verkaufen wird. Es ist wieder einmal zu schnell gedacht.

von Dirk Rogl, 06.03.2012, 10:17 Uhr

Im Prinzip ist alles gesagt, vor fast zwei Jahren in diesem Blog. Um es deutlich zu wiederholen: Google würde einen enormen strategischen Fehler machen, wenn das Unternehmen seine ausufernden Einnahmen aus dem Mediageschäft für den Einstieg in die bekanntermaßen margenschwache Vermittlung oder gar den Verkauf von Flugreisen auf´s Spiel setzen wollte.

Im Prinzip ist es auch keine großartige Neuigkeit, dass die Google-Tochter ITA Software nun über ein eigenes Airline-Reservierungssystem verfügt. Das Projekt war lange angekündigt. Das „Passenger Service System“ feiert jetzt Premiere beim US-amerikanischen Regional Carrier Cape Air. Die Airline darf sich nun über eine extrem schnelle Internet Booking Engine auf ihrer Web-Site und über die nahtlose Integration ihres Angebots über die nach wie vor im Beta-Test befindliche Flugsuche Google-Flights freuen. Ein paar Dinge geben aber zu denken:

Mit ITA Software bekommen die GDS jetzt einen neuen Mitbewerber. Es liegt an den Airlines, welchem IT-Partner sie künftig das Herzstück ihres Geschäftsmodells anvertrauen. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass Google über seine Systeme den kompletten globalen Flugmarkt hosten wird. Näheres hierzu lesen Sie im fvw-Eblog vom 17. Juni 2010. Widmen wir uns also wieder dem Tagesgeschäft.

Kommentare

von Jürgen Barthel, 06.03.12, 10:48
Hallo Dirk, "Mein persönlicher Tipp: Genau das dürfte noch Jahre dauern." Ich habe mich auf diversen ITB-Kongressen und anderen Vorträgen entsprechend mit "Vorhersagen" aus dem Fenster gelehnt. Üblicherweise wurde ich dann damit konfrontiert, dass meine Vorhersagen zwar zumeist eintrafen, aber meist deutlich schneller als ich das einschätzte - meist innerhalb des Gleichen, spätestens innerhalb zwei Jahren... Und mit der "Macht" (und dem Know-How) von Google im Rücken ist auch die Systemanpassung "schnell erledigt". Es ist nur eine Frage von Manpower. Und die hängt bei Google nur an einem: Dem Business Case.

von Andreas Schürrle, 08.03.12, 07:40
Ich zitiere Cormac Whelan, CEO von Datalex zu genau diesem Thema: "I think airlines will be a lot smarter and wiser this time around and will be less likely to let somebody else control their distribution. Longer term we think it will be a good feeder channel into the airlines direct distribution strategies…"

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