Google Plus

Einfach mal machen

Das Anlegen einer Unternehmensseite in Google Plus ist keine große Sache. Zwei Tage nach Freischaltung des neuen Google-Angebots schießen auch die touristischen Angebote wie Pilze aus dem Boden. Wie gesagt, es ist halt keine große Sache.

von Dirk Rogl, 09.11.2011, 09:18 Uhr

Wir wissen nicht genau, welches deutschsprachige Touristik-Unternehmen für sich in Anspruch nehmen darf, die erste Unternehmensseite in Google Plus in der deutschsprachigen Touristik gegründet zu haben. Vermutlich sitzt der Vorreiter irgendwo im Allgäu, im Salzburger Land oder, je nach Betrachtungsweise, im Zimmer einer auf die Touristik spezialisierten Social-Media-Agentur.

Zwei Tage nach Freischaltung der neuen Unternehmensseiten schießen die touristischen Angebote wie Pilze aus dem Boden. Kein Wunder: die Einrichtung ist denkbar einfach. Schwieriger schon sind die inhaltlichen Fragen. Wer im Unternehmen soll dafür verantwortlich sein? Denn zurzeit funktionieren die Unternehmensseiten nur über einen persönlichen Admin mit entsprechendem Google-Plus-Account. Und vor allem, was soll eigentlich gesagt werden auf Google Plus?

Das sind simple Fragen. Doch die Antworten sind nicht trivial. Oder vielleicht doch? "Einfach mal ausprobieren", könnte eine Antwort sein. Eine Reihe touristischer Unternehmen haben diesen Grundsatz beherrscht. Natürlich sind die Google-verliebten Gastgeber aus Oberstaufen dabei, Hoteliers und Mittelständler mit erklärtem Bezug zum Social Web. Aber es gibt auch bereits Anbieter, deren schnelle Reaktion mir aufgrund ihrer Betriebsgröße Respekt abverlangt: etwa die Hotelkette Best-Western und die künftige HRS-Tochter Hotel.de.

Inhaltlich sind die neuen Unternehmensseiten keine Sensation. Zumeist gibt es einen freundlichens Willkommens-Post, ein paar chice Fotos für die Bilderleiste und der ein oder anderen Inhalt aus der künftig wohl parallel gepfleften Facebook-Fanpage. Fertig ist die Sache. In den nächsten Tagen versuche ich die Angebote von Hotels, Veranstaltern und Reisebüros einmal in meinem eigens gegründeten Google-Plus-Kreis (Update um 16:55 Uhr, jetzt mit 33 Unternehmen) zu bündeln. Vielleicht gibt es Ihnen Anregungen für die Gestaltung einer eigenen Google-Plus-Seite. Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren.

Wen habe ich in diesem Kreis vergessen? Wer kommt in den nächsten Tagen noch hinzu? Und wer verzichten freiwillig auf eine Präsenz in Google Plus? Ich freue mich auf Ihr Feedback.

Kommentare

von Sebastian Winkelmann, 09.11.11, 13:42
Bei den Kreuzfahrten sieht es bei Google+ noch mau aus: Reedereien und Veranstalter hauptsächlich Fehlanzeige. Wie sich Reisebüros – fernab großer Ketten – überhaupt vertreten können, weil Facebook schon ein Tageswerk ist, bleibt mir unklar. Wer noch nicht dabei sein kann oder will, hat mehr Zeit für andere Auftritte, die anderen sind eben "schon dabei". (Link führt auf die neue Google+-Seite)

von Uwe Frers, 09.11.11, 18:31
Einfach mal ausprobieren macht Sinn, denn der Aufwand ist gering. Und bei geringem Aufwand erwartet man kurzfristig auch keinen enormen Nutzen. In Anbetracht knapper Marketingressourcen stelle ich mir aber die grundsätzliche Frage, ob Google+ dem Experimentierstadium eines Tages entkommen kann und eine echte Daseinsberechtigung erhält. Damit meine ich nicht die SEO-Relevanz von einzelnen Posts, sondern schlichweg die Frage, ob "normale" Konsumenten die Notwendigkeit sehen, ein zweites, zum Marktführer doch sehr ähnliches Social Network zu pflegen oder dem Marktführer sogar den Rücken zu kehren. Denn Google+ hat nur eine Chance, wenn es die kritische Masse an Usern erreicht. Und davon kann bei bislang 40 Millionen gewonnen aber nicht aktiven Usern und zuletzt abnehmenden Reichweitenzahlen keine Rede sein. Insofern: Priorisieren ist alles, Google+ ist ein netter Testballon, aber im Vergleich zu Facebook ein Zwerg. Und jetzt steinigt mich bitte hier :-)

von Horst, 10.11.11, 11:46
Einfach mal machen... in die Falle sind doch diverse Unternehmen schon bei facebook getappt. Einfach mal gemacht, und dann die Betreuung, den Aufwand, die Kapazitäten und diverse "shitstorms" dermaßen unterschätzt, dass es in die Hose gegangen ist. Da klingt der post eher nach einen eCommerce-Rookie (sorry Herr Rogl). Google+ an der Reichweite messen ist ein möglicher Ansatz, jedoch ist google ja kein no name, ein solcher Start war zu erwarten. Die Nutzerzahlen, gerade in Deutschland, sind unglaublich gering und eine Kalkulation "Aufwand vs. Ertrag" ist bei facebook schon spitz, was soll da bei google+ unter dem Strich hängenbleiben. Vertriebskanal ist das auch keiner, wahrscheinlich ebenfalls erst mal Service Service Service... Weiteres Bsp.: LinkedIn in Deutschland, tun sich verdammt schwer. Usability ist unterirdisch (persönliche Meinung), und gegen xing heißt es, wie mein Vorschreiber schon sagte, die "kritische Masse" erreichen. Denn irgendwann gehen auch mir die Passwörter aus, wenn ich bei zu vielen Sites angemeldet bin...;-) Vom Nutzwert mal ganz zu Schweigen...

von barthel.eu, 10.11.11, 16:47
Der Nutzwert ist eins, der Zeitaufwand ist eher ein Thema für mich. Hier 5 Minuten, da 10 Minuten und dann noch die "traditionellen" Kanäle und die eigene Website. Soziale Netzwerke (übrigens auch FVW), Blog, Twitter, ich kann mich den ganzen Tag damit beschäftigen ... Manchmal schon blöd, dass man auch noch produktiv arbeiten muss ;-)

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