Good News

Erbauliches zum Wochenende

Neulich gab es zehn gute Nachrichten zum Wochenschluss – heute gibt es Nachschlag!

von Klaus Hildebrandt, 04.09.2009, 17:54 Uhr

Auch diese Woche ging es hoch her – wenn ich nur an den LTU-Streik oder die Aufregung um den "Wirtschaftswoche"-Artikel zur Umsatzschaukelei denke. Deshalb hier zum Entspannen mal wieder ein paar good news aus dieser Woche: 1. Dass Transocean Insolvenz anmeldet, ist beileibe keine gute Nachricht. Aber wenn es doch eine Rettung der Traditionsreederei, etwa durch den Schiffsvercharterer Premicon geben sollte, wäre das für alle Transocean-Mitarbeiter und -Geschäftspartner gut. 2. Air Baltic startet einen eigenen Taxi-Dienst. Die lettische Airline will damit nach eigenen Angaben ihre Gäste vor Betrügern am Flughafen Riga schützen. Das nenne ich mal eine sinnvolle vertikale Integration! 3. Das Unister-Portal Fluege.de reklamiert nach einem Jahr für sich, "aus dem Stand das beliebteste Flugportal in Deutschland" zu sein. Als Beweis führen die Leipziger die Zahlen von Nielsen Netratings an. Egal, mich freuen immer wieder die Wahnsinns-Superlative über die größten, schönsten, buchungsstärksten, kundenfreundlichsten, innovativsten Reiseportale in deren Pressemitteilungen. Da ist die Welt noch in Ordnung, es lebe das Web! 4. Ein Trost für alle Einsamen: Diese Woche erreichte mich die Pressemitteilung des US-Unternehmens uSocial.net, bei dem man Freunde kaufen kann. Nun gut, es sind keine realen, sondern virtuelle bei Facebook, die Unternehmen dann für ihre Marketingaktionen ins Visier nehmen sollen. Ich habe auch noch ein paar Freunde aus meinen diversen sozialen Netzwerken im Angebot – aber ich sage natürlich nicht, welche. 5. Zu guter Letzt heute ein Geburtstagskind: Joachim Hunold feiert am Wochenende seinen 60. In einem lesenswerten Interview mit der

beantwortet er 60 Fragen zu seinem Leben. Man kann zu Hunold stehen wie man will – er hat die Branche ein gutes Stück mit geprägt und eine tolle Erfolgsgeschichte hingelegt. Die Touristik wäre ohne ihn zweifellos ärmer. Deshalb: Happy Birthday, Achim! Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende – und würde mich über ein Feedback freuen, ob Sie mehr Positives dieser Art lesen wollen (oder gehe ich Ihnen mit meiner guten Laune auf die Nerven?)

Kommentare

von Hubert, 04.09.09, 18:52
@klaus: 6.) Die neue FVW ist im Briefkasten - mit der positiven Titelgeschichte "Chefs von morgen..."

von Wolfgang Hoffmann, 05.09.09, 10:56
Nein, @Klaus, Sie gehen nicht auf die nerven. Allerdings sollten Sie die Angelegenheit mit dem WiWo Artikel nicht als "Aufregung" disqualifizieren. Das hat so was folkloristisch-angemutetes. Es gibt im Forum der WiWo dazu rund 80 engagierte Beiträge. Unsere Branche darf es sich nicht mehr erlauben, irgendwelche diskreditierliche Behauptungen in Massenmedien mehr unwiedersprochen zu lassen. Wenn schon keine Super-Illu auf uns zukommt, um uns nach unseren Standpunkten und Meinungen zu fragen, sollten wir schon doch in der lage sein, zu reagieren. Besser wäre, wenn in unserer Branche ein paar Profis die Imageschraube bedienen würden (keine Lust?) und die Medien - mit der gebotenen Intensität & Aggressivität - bereits mit positiven Informationen über uns Reisebüros versorgten, bevor die irgendeinen Quatsch abdrucken. Dabei muss es allerdings nicht unbedingt die Super Illu sein. Etwas mehr Niveau haben wir schon verdient ;-)

von Werner, 05.09.09, 11:30
Lieber Herr Hoffmann, "die Branche" tut doch etwas - zum Beispiel mit der Imagekampagne des DRV, an der Sie sich doch hoffentlich(?!) aktiv beteiligen. Oder sind Sie (noch) nicht mal Mitglied im größten Branchenverband (der ASR gibt zwar auch gelegentlich lautstarke Lebenszeichen von sich, überzieht aber meist und ist daher nach außen wirkungslos)? Dann dürften Sie sich nicht beklagen. Wie denn sonst als über einen mitgliederstarken Verband soll sich denn eine so heterogene Branche wie die Reisebranche artikulieren? Jeder für sich mit individuellen Sprüchen? Aber "Beteiligung" allein reicht noch lange nicht: die Inhalte/Behauptungen einer Imagekampagne muß der potenzielle Kunde, der sich davon angesprochen fühlt, im Reisebüro auch ganz konkret spüren. Genau da aber hapert es oft genug - bei Kettenbüros wie bei Einzelbüros, wie die Mystery Shopper der fvw es uns 14-täglich immer wieder erschreckend vor Augen führen. Wenn Sie sich also selbst perfekt fühlen, mit einer optimalen Stammkundenpflege erfolgreich sind und Ihre Stammkunden als persönliche Botschafter für die Qualität Ihres Büros einsetzen, dann sollte Ihnen nicht bange sein - egal was WiWo, SuperIllu, Bild & Co. auf der Grundlage von Einzelschicksalsberichten gegen die Branche veröffentlichen.

von Wolfgang Hoffmann, 05.09.09, 12:59
Hallo @Werner, ich sehe Sie förmlich zwischen den "Säulen" hin und her irren, ständig das Mantra von der "Imagekampagne" auf den Lippen...;-) Ne-ne, genau das meine ich, diese Placebokampagnen, dieses Erlösungsversprechen, dass einem Ablasshandel gleicht. Ich verstehe leider viel zu viel von PR, Marketing und Werbung, um zu begreifen, dass es sich bei diesen sporadischen "Imagekampagnen" lediglich um ein Symbol handelt, das unsere Branche wachrütteln soll. Außenwirkung beim Verbraucher = Null! Zur Selbstbeweihräucherung derer, die die Säulen festhalten und vor Berliner Bauwerken posen, ...da kann man auch noch drüber diskutieren. Aber es geht um ganz andere Initialzündungen, welche, die in den Köpfen eines jeden Einzelnen stattfinden müssen, und die dann konzertiert, wie eine Welle der Hoffnung durch die ganze Branche läuft. So der DRV das ursprünglich vorhatte: Respekt. Er war zumindest bemüht.

von CaptainJarek, 05.09.09, 13:26
Mensch Werner, endlich mal ein wirklich witziger Beitrag zum beginnenden Wochenende. Den DRV als Vertreter der "Branche" zu titulieren, hat mehr als nur ein Schmunzeln in mein Gesicht gezaubert. Wenn überhaupt, dann vertreten die dort versammelten Profilneurotiker ( zumindest für weite Teile der Verantwortlichen der dortigen Truppe dürfte das eine passende Umschreibung sein ) die mannigfaltigen Interessen der Reiseveranstalter. Die wenigen übrig gebliebenen Resourcen werden dann nur zu Alibi-Zwecken für die Reisebüros genutzt. Bei jeder der großen Problematiken der letzten Jahre aus Reisebürosicht ist der DRV, was die Interessen der Reisebüros angeht, mehr als nur ein zahnloser Tiger gewesen. Er hat teilweise Eiertänze aufgeführt, dass einem Angst und Bange um den geistigen Zustand diverser DRV-Akteure werden konnte. Man kann vom DRV halten was man möchte, aber eine adäquate Interessenvertretung von Reisebüros ist er zweifelsfrei schon seit Jahren nicht mehr!

von Oliver Schaeben, 07.09.09, 11:40
@Klaus: Gute Nachrichten können niemals nerven und im tiefen Wald schlechter Nachrichten ist dieser Gute-Nachrichten-Blog ein Lichtblick. Vielen Dank und bitte weiter so!

von Werner, 08.09.09, 12:05
@wolfgang hoffmann, @captain Jarek: Jeder Verband ist so gut und so stark, wie ihn seine Mitglieder haben wollen. Der ASR wurde mal als "Gegenorganisation" zum DRV von Idealisten gegründet, die glaubten, die Branche besser vertreten zu können. Was ist davon übrig geblieben? Es lässt sich aber offensichtlich gut meckern, wenn man sich nicht selbst engagiert. Stattdessen diffamieren Sie genau diejenigen, die versuchen, das Beste für die Branche herauszuholen. Treten Sie doch ein - in den DRV oder ASR - und krempeln Sie diese Organisation so um, wie Sie sie haben wollen: Beide Organisationen freuen sich bestimmt über so kluge Mitglieder wie Sie Beide, die endlich mal sagen, wie es wo lang geht! Kandidieren Sie für den Vorstand oder arbeiten Sie wenigstens in den Ausschüssen mit - "Lautsprecher" wie Sie können dort durchaus etwas bewegen. Der fvw-blog reicht dafür nicht aus!

von CaptainJarek, 08.09.09, 12:55
@werner: Gähn... Sie wissen doch gar nicht ob und wo ich mich engagiere. Und von Diffamierungen bin ich weit entfernt. Sollen die Jungs und Mädels weiter vor sich hinwurschteln. Mir soll´s recht sein, mir bringt es weder Vor- noch Nachteile. Der DRV ist mit seinen Strukturen "mausetot", sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange und ist mittelfristig zu völligem Scheitern verurteilt. Eine grundlegende Reform und eine Trennung der einzelnen Zutaten des "DRV-Eintopfs" wäre die einzig logische Schlussfolgerung. Solange der "Branchenverband" aber noch davon redet, dass Reisebüros und Reiseveranstalter "Partner" seien und versucht auf beiden Seiten nach Möglichkeit in seiner Arbeit möglichst wenig Porzellan zu zerschlagen, wird das alles wohl leider nichts mehr. Denn von einer Partnerschaft wie noch vor vielleicht zehn oder zwanzig Jahren reden weder Reiseveranstalter noch Reisebüros. Bestenfalls (!) sieht man sich auf beiden Seiten noch als ein notwendiges Übel für das jeweilige Geschäft. Mehr nicht.

von Wolfgang Hoffmann, 09.09.09, 13:56
Hallo @Werner, Respekt! Sie argumentieren eindringlich, lassen nicht locker, gehen auf den jeweils Anderen ein, suchen nach Lücken und bauen Brücken. Sie kennen die Geschichte der Verbände, scheinen von der Problematik unserer Branche sehr viel Kenntnis zu haben, bringen zeit auf, um sich zu engagieren. Deshalb verstehe ich nicht, warum Sie sich für den DRV stark machen? nehmen wir nur einmal Frau Hummel. Ihr Engagement gegen die Rabattpiraterie der Kreditinstitute ist doch großartig. Aber braucht sie dafür den Verband? Und webnn ja, weil dort VAs und RBs zusammenkommen, dann meine Anschlussfrage: Wieso kommen die denn nur dort zusammen? Ich habe Tausende von Berührungen im Jahr mit VAs, da benötige ich keine Säulen, unter denen gekungelt wird, wo Kompromisse ausgehandelt werden zwischen Vertrieb & Herstellern. Sorry, aber ich persönlich pfeife auf Kompromisse. Ein bisschen tot gibt es für ein stationäres Reisebüro nun einmal nicht. Kontrolliertes Siechtum ist für mich als Kompromiss nicht verhandelbar. Es stehen sich gegensätzliche Interessen entgegen, die niemand in Form von Kompromissen für mich aushandeln kann. Ergo, ich wende mich selbst an diejenigen, mit denen ich ein entweder/oder berede. Was soll mir denn da ein Verband helfen können? Sorry, aber da leiste ich mir eine sehr gepflegte Begriffstutzigkeit ;-)

von Werner, 10.09.09, 12:51
@Lieber Wolfgang Hoffmann: Ihre Position halte ich für reichlich egoistisch - und deshalb auch keineswegs nachahmenswert: Glauben Sie ernsthaft, dass es JEDEM einzelnen Reisebüro gelingen würde, zur Lösung seiner bilateralen Probleme, zu den jeweiligen Obermohren der Chefetagen überhaupt vorzudringen? Ihnen und einigen anderen Engagierten mag das ja gelingen - aber fair wäre es dan doch, wenn Sie Ihre gute persönliche Vernetzung in den Dienst der Branche stellen würden. Und das geht eben nur in konzertierter Aktion - wenn schon nicht im Verband, dann vielleicht über eine starke Kooperation oder Kette? Der DRV mag gelegentlich nach außen den Eindruck eines "closed shops" zu erwecken, aber jedes Mitglied doch das Recht, sich aktiv einzubringen und Gehör zu verschaffen - und kann es auch, wenn es nur will. Das ist genauso wie in der Politik: Meckern kann jeder, sich aber für die Allgemeinheit einzubringen nur wenige - und deshalb besteht natürlich die Gefahr, dass Funktionärstypen oder Profilneurotiker die Oberhand gewinnen, weil sich die Praktiker verweigern ... aber meckern!

von Wolfgang Hoffmann, 12.09.09, 11:14
@Werner, ich akzeptiere Ihre Kritik, und ich denke darüber auch, wie über so vieles, bestimmt nach. Aber bei den "Obermohren" liegen Sie mienes Erachtens nach falsch. Verwechseln Sie deren fahriges Hin- und Hergerenne nicht mit Ignoranz. Tun Sie denen nicht Unrecht, die haben genauso Verdauungsbeschwerden über die Wirtschaftssituation, wie wir ;-) Dass allerdings gewisse Gesetze des Kapitalmarkts ungerechterweise bis zu uns, dem Vertrieb durchschlagen, dass beispielsweise der Malus gerade jetzt in der Lage ist, die einzig funktionsfähige, marktgerechte, die Veranstalterpräsenz im Markt zu 100% spiegelnde, die Jahrzehnte getestete und für gut befundene Struktur des Reisenvertriebs zu zerstören, das sollte nicht nur so eindringlich von Seiten des betroffenen stationären Vertriebs betont werden, da würde ich mir schon unter den Säulen des DRV etwas brutalere Zweikämpfe wünschen.

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