GDS

Ein Hoch auf die GDS

Reiseprofis wissen im Prinzip um "die Rolle und den Wert der GDS im Reisevertrieb". Weshalb eine gleichnamige brandneue Phocuswright-Studie trotzdem viel Sinn macht.

von Dirk Rogl, 14.01.2010, 17:35 Uhr

fvw.de hat am Mittwoch top-aktuell darüber berichtet. Doch die Macher des neuen Phocuswright-Whitepapers über die "Rolle und den Wert der GDS im Reisevertrieb" dürften sich noch mehr darüber gefreut haben, dass auch die Finanzpresse das Thema aufgegriffen hat. Die globalen Distributions-Systeme machen Milliarden-Umsätze, haben mindestens stabile Marktanteile - und: würde man den Wert der Transaktionen von Amadeus, Sabre und Travelport zusammen zählen, so wäre das Trio nach Wal-Mart und Exxon an dritter Stelle des US-Börsenindex Fortune 500.

Was Phocuswright da an Zahlen und Fakten aufbereitet war zwar in weiten Teilen nicht unbekannt, liest sich aber prima: In den USA laufen ein Drittel aller gebuchten Reisen über die GDS, weltweit sind es 268 Milliarden US-Dollar. Die fvw-Leser wissen um die zentrale Rolle von Amadeus, Sabre und Travelport im Reisevertrieb, die von Phocuswright bestens aufbereitet worden ist. Die große Frage ist, wozu die viele Arbeit? Zumal das Whitepaper anders als andere Studien der US-Forscher kostenfrei über die Seiten des Sponsors Interactive Travel Service Association und seines europäischen Ablegers Ettsa abrufbar sind. Beide vertreten die Interessen der GDS, bislang primär gegenüber der Politik.

Doch nicht allein der dezente Hinweis auf den Fortune 500 ist wie geschrieben für Finanzinvestoren. Der Zufall will es, dass es seit geraumer Zeit für Amadeus und Travelport massive und für Sabre dezente Gerüchte für einen Börsengang gibt. Das liegt in der Natur der Aktionärsstruktur, denn die Finanzinvestoren, die bei allen drei GDS das sagen haben, haben immer eine Exitstrategie. Ob nun erstes Ziel der Studie oder nicht, das Interesse der Finanzwelt an dem IT-Trio dürfte nun spürbar steigen. Also, wer der drei IT-Giganten wagt zuerst den "IPO".

Kommentare

von Thomas Rentschler, 15.01.10, 16:15
das hängt davon ab, welche Kursphantasie Aktienkäufer solchen Unternehmen zutrauen. Je stärker der Direktvertrieb von Hotels, Airlines und Mietwagen und ausgereifter deren Technologie wird, desto schlechter die Zukunftsperspektiven von Amadeus und Co. an der Börse - Hosting von Daten hin oder her.

von Uwe Frers, 18.01.10, 13:07
Aus meiner Sicht ist ein kleiner aber spannender Aspekt in der Diskussion über GDS, ob die Mehrheit der Hotelbuchungen via Internet in der Zukunft noch über GDS laufen werden. Die Technologie dahinter ist völlig veraltet, wie man an den Antwortzeiten (laut Pegasus darf eine Liste mit Hotelpreisen gerne mal 60 Sekunden zum Laden brauchen) oder an den katastrophalen XML-Standards für Übersetzungen sieht. In den letzten fünf Jahren haben sich Channelmanager wie Ratetiger oder Availpro etabliert, die mit neuer Technologie und konsequenter Ausrichtung auf XML-Standards aus meiner Sicht den Lösungsweg der Zukunft zur Buchung von Hotels über das Internet darstellen. Zumindest im Hotelbereich wird das bestehende GDS-Systeme Marktanteile kosten.

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