fvw Workshop

Ägypten braucht mehr als ein Sonnenwunder

Deutsche Touristiker erlebten beim fvw Workshop Ägypten mehr als das berühmte Sonnenwunder von Abu Simbel. Wie kommt der Tourismus wieder auf die Beine?

von Klaus Hildebrandt, 23.10.2013, 12:11 Uhr

„Assuan ist sicher“ steht in mehreren Sprachen auf großen Plakaten, die Mitglieder des örtlichen Tourismusverbandes vor dem berühmten Tempel von Abu Simbel hochhalten. Im Rahmen des fvw Workshops Ägypten ist unsere rund 40-köpfige Gruppe gekommen, um das Sonnenwunder von Abu Simbel mitzuerleben. Tourismusminister Hisham Zaazou persönlich hat die deutschen Reisebüros eingeladen und ist mit dabei. Zweimal im Jahr erleuchten die Strahlen der aufgehenden Sonne durch einen langen Gang die Statue von Rames II. tief im Innern des Tempels. Ein ebenso eindrucksvolles Erlebnis ist das Geschehen vor dem Tempel: Für die Bewohner aus Assuan ist das halbjährliche Sonnenwunder ein Fest, es wird getanzt und gesungen, hunderte Familien sind zu früher Stunde auf den Beinen.

Die vom Gouverneur angeführte Delegation, die uns mitten in der Nacht am Flughafen von Abu Simbel empfing, war größer als unsere Gruppe aus Reisebüro- und Veranstalter-Vertretern. In der Tempelanlage sind kaum ausländische Touristen zu sehen. Auch die wunderschönen Hotels, die wir in Soma Bay und in der Region Marsa Alam besichtigen, zählen nicht viele Gäste. Wie kann der Tourismus in Ägypten wieder auf die Beine kommen? Was tun das Tourismusministerium, deutsche Veranstalter und Fluggesellschaften, wie können Reisebüros Kunden gewinnen? Hierüber diskutierten auf einem Kongresstag im Sheraton Soma Bay rund 130 deutsche und ägyptische Touristiker. Den Bericht lesen Sie schon in der nächsten fvw. Auch die ägyptische Presse berichtet umfangreich, ich selbst gab noch zwei Fernseh-Interviews.

Es war eine sehr leidenschaftliche Debatte, schließlich haben die Hoteliers und die Incoming-Unternehmen sowie ihre Mitarbeiter harte Monate hinter sich und kämpfen nun mit großem Engagement fürs Comeback. Ich bin von der Reise und den vielen Gesprächen mit den Touristikern aus Ägypten sehr beeindruckt. Von den vier fvw Workshops, die wir bereits in Ägypten veranstalteten, war dies auf jeden Fall der wichtigste. Wie sehen Sie den Tourismus am Roten Meer und am Nil, welche Eindrücke nehmen die Workshop-Teilnehmer für ihre Kundenberatung mit nach Hause? Ich freue mich auf Ihre Einschätzungen.

Kommentare

von Martin Pundt, 23.10.13, 14:38
Ich war zwar nicht beim Workshop in Ägypten dabei - und war ja auch nicht Zielgruppe desselben - habe aber dennoch die Berichte im Vorfeld und Nachgang mit großem Interesse verfolgt. Als Anbieter von Zusatzleistungen ist für uns ein florierender Tourismus in alle Regionen wichtig: Wer keine Flugreise bucht, braucht auch keine Versicherung, keinen Mietwagen, keinen Parkplatz am Airport. Ägypten ist nun einmal eines der wichtigsten Ziele überhaupt im Winter, das vom Volumen und Preis-Leistungs-Verhältnis durch andere Destinationen nur zu geringen Teilen ersetzt werden kann. Sicher ist jetzt zum einen Ägypten gefragt, in die Wiederbelebung des touristischen Geschäftes zu investieren - und das geschieht ja auf eindrucksvolle Weise. Zum anderen sind aber eben auch wir deutschen Touristiker in zweierlei Hinsicht gefordert: Wer sich selbst vor Ort ein Bild macht, kann sowohl die Fakten als auch die Emotionen viel überzeugter und überzeugender verkaufen. Dazu kommen die Tausenden von Beschäftigten in der ägyptischen Tourismusbranche, die von Reden auf Kongressen und Pressekonferenzen nichts mitbekommen. Diesen Kolleginnen und Kollegen von uns vor Ort durch unsere Präsenz Mut zu machen und zu zeigen "Wir glauben an Euch, an Euer Land, an Euren Einsatz" ist ein wichtiges Zeichen. Insofern stimme ich Ihnen gerne zu, Herr Hildebrandt, dass dies wohl der bisher wichtigste fvw-Workshop in Ägypten war. Wir sind allen Beteiligten dieses Workshops, aber auch allen anderen Kolleginnen und Kollegen der Branche, die sich bei Veranstaltern, Fachmedien und Verbänden mit einer Vielzahl von Maßnahmen engagieren, sehr dankbar. Beispielhaft sei hier der asr erwähnt, der auf seiner diesjährigen Mittelstandstagung am 09.11. in Berlin den Vorsitzenden des Ägyptischen Tourismusvereins ETAA (Egyptian Travel Agents Association).zu Gast hat: Eine gute Gelegenheit für alle Kolleginnen und Kollegen, die derzeit nicht die Zeit haben, selbst nach Ägypten zu reisen, sich aus erster Hand ein aktuelles Bild von der Lage vor Ort geben zu lassen.

von Dietmar Pedersen, 23.10.13, 22:37
"Ägypten ist völlig sicher", kann ich am Ende dieses Workshops bestätigen. Egal, ob in Hurghada, Marsa Alam oder Abu Simbel - nirgendwo kam auch nur ein bisschen Unsicherheitsgefühl auf. Jeder Reiseverkäufer kann seine Kunden völlig unbesorgt ans Rote Meer oder nach Luxor schicken. Mein Eindruck ist: Das Land ist nochmals freier geworden. Dietmar Pedersen (aus Marsa Alam)

von Ahmed Amin, 23.10.13, 22:59
ÄGYPTEN BRAUCHT EUROPA & EUROPA BRAUCHT ÄGYPTEN! Es ist eine Tatsache, dass Ägypten braucht mehr als ein Sonnenwunder. Am 03.07.2013 gingen mehr als 30 Millionen Ägypter auf der Strassen im ganzen Land und baten der Ägyptischen-Armee das Land vom Radikalismus der Muslim-Brüder zu befreien. Seit dem kämpft Ägypten und sein Volk gegen die radikalen Islamisten im Lande. Aus Sicherheitsgründen raten die Europäischen-Regierungen von Reisen ins Niltal (Luxor, Assuan, Nilfahrten, Nasser See-Fahrten usw.) ab. Als Schweizer-Reiseveranstalter und Ägypten-Spezialist seit 30 Jahren kann ich bekräftigen, dass 20 Millionen Ägypter (Mitarbeiter der Reisebranche und ihrer Zulieferer) verdienen ihr Brot von den Europäischen-Touristen. Andererseits braucht auch Europa Ägypten als unersetzbare Destination, speziell im Winter. Nach nur 4 stündiger Flug kann man in Ägypten DAS GANZE JAHR DURCH Kultur, Natur, Baden, Tauchen, Surfen, Nilfahrten, Safaris und vieles mehr erleben. Tatsache ist, dass die grossen Reiseveranstalter Europas erzielen 10-15% ihres Umsatzes durch Reservationen von Ägyptenreisen. Da Ägypten im Winter unersetzbar ist bleiben viele Charter-Flugzeuge am Boden. Fazit: wenn man Ägypten nicht bereist gehen viele Umsätze und auch Arbeitsplätze in Europa verloren. Ägypten braucht in seinem Kampf gegen der Fundamentalismus und Radikalismus die moralische und seelische Unterstützung der Europäischen-Regierungen und Volker. Selbstverständlich nicht auf Kosten der Sicherheit der Touristen. Ahmed Amin, Amin Travel, Zürich

von Hamudi Madi, 24.10.13, 08:32
Ägypten ist keineswegs sicher, es kommen fast täglich Menschen zu Tode und das durch die Hand der Sicherheitskräfte, die wollen uns weiß machen, dass Terroristen bekämpft werden aber das ist eine reine Lüge, da wird gezielt Jagd gemacht auf die Opposition und das betrifft schon lange nicht mehr nur die Muslimbrüder. Das Militär regiert bereits seit über 30 jahren über Notstandsgesetze, und mit diesen Kampagnen um wieder Touristen ins Land zu holen dient nur dem zweck auch wirtschaftlich ihr Militärdiktatur zu festigen.

von Klaus Lindenberg, 25.10.13, 21:54
Ich kann die Ausführungen von Herrn Pedersen wegen der Sicherheit am Roten Meer nur bekräftigen. Weit weg von Kairo fühlt man sich sicher wie in anderen Urlaubsdestinationen. Die Region bietet vieles : Schönes Wetter, gutes Preis-Leistungsverhältnis, ausgesprochene Freundlichkeit der Leute. Ich werde gerne Buchungen dorthin anbieten und verkaufen. Danke an die FVW für die Ausrichtung des Workshops.

von Ibrahim Attalla, 26.10.13, 10:42
Gift : Ägypten ist keineswegs sicher, es kommen fast täglich Menschen zu Tode und das durch die Hand der Sicherheitskräfte...... Kommentar Hanudi Gegen Gift : "Ägypten ist völlig sicher", kann ich am Ende dieses Workshops bestätigen. Egal, ob in Hurghada, Marsa Alam oder Abu Simbel - nirgendwo kam auch nur ein bisschen Unsicherheitsgefühl auf. Jeder Reiseverkäufer kann seine Kunden völlig unbesorgt ans Rote Meer oder nach Luxor schicken. Mein Eindruck ist: Das Land ist nochmals freier geworden......... Dietmar Pedersen Der erste benuetz die leere Parole und Dogma der entlarvten Moselm Bruderschaft und von fast ganzen Aegyptische Bevoelkerung gehasst sind. Der zweite berichtet ueber Fakten und Tatsachen die er gesehen und erlebt hat. Ich war auch in Kairo und bin wieder hier und kann nur die positive Eindruecke meine Kollegen nur bestaetigen. Vielen Dank Fvw es war unbeschreiblich perfekt.

von Jan Lehmann, 26.10.13, 11:32
Lieber Herr Hamudi, diese "Kampagne" - der FVW-Workshop am Roten Meer, diente mitnichten dazu, irgend jemandes Machtinteressen zu festigen. Wir Touristiker sind nicht daran interessiert, uns in die politischen Verhältnisse einer Destination einzumischen. Wir möchten, daß die vielen tausend Beschäftigten in der ägyptischen Tourismusindustrie und deren Familien ein sicheres Einkommen haben, wir möchten, daß unsere Kunden - Ihre Gäste - abseits jedweder politischen oder religiösen Dogmen einen sicheren und erholsamen Urlaub verbringen können. Ich habe mich in diesen Tagen an jedem Ort am Roten Meer äußerst sicher und stets willkommen gefühlt, ich habe keine Spuren von Gewalt oder übersteigerter Militärpräsenz gesehen. Insofern kann ich dieses Ziel nun wieder wärmstens empfehlen - bereits am Tag nach Rückkehr wurde eine Ägyptenbuchung getätigt ! Lieber Klaus Hildebrand, liebes FVW-Team, liebe ägyptische Gastgeber: vielen, vielen Dank für diese wunderbare Gelegenheit, Vorurteile auszuräumen und dieses schöne Land mit eigenen Sinnen zu entdecken. Viele Grüße aus dem trüben, aber nicht minder schönen Leipzig

von Ferienmacher, 26.10.13, 12:56
Freunde des Sonnenscheins von Ägyten, lasset uns zu Taten schreiten und das mögliche,möglich machen.Es hat mich schon geärgert was die 5 Vertretter des deutschen Tourismus auf der Bühne zu sagen hatten;nähmlich nichts.... Es ist eine Schande von den großen Reseveranstalter jetzt Ägypten im Stich zu lassen, Ägypten braucht keine Hilfe von euch sonder nur euere Unterstützung,wenn ihr euere Augen aufmachen würdet, dann könntet ihr sehen das "XG" voll ausgelastet fliegt. Das könntetet ihr auch mit eueren Nebenveranstaltern machen,schiebt den Schwarzen Peter nicht auf die Hoteliers und andere und versucht erst gar nicht den Preis zu drücken damit ihr mehr Profit habt. ÄGYPTEN IST SICHER davon bin ich überzeugt,ich werde alles tun das dieses Land sich prächtig erholt und der Tourismus wieder im Vordergrund steht.

von Walid El Sayed, 27.10.13, 13:31
Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich für die Organisation dieses workshopes bei allen, die dazu beigetragen bedanken. Ich sehe dies von deutscher sowohl als auch von ägyptischer Seite. Allen die dazu beigetragen haben möchte ich ein herzliches Danke ausdrücken. Für mich (als Ägypter der seit 14 Jahren in Deutschland lebt), ist es besonders wichtig, mir die Lage genauestens anzuschauen. Ich bin der Meinung, man kann problemlos nach Ägypten reisen, wir fühlten uns (und ich denke ich spreche für die ganze Gruppe) absolut gut aufgehoben, nett empfangen und niemals irgendwelchen Gefahren ausgesetzt. Ich ging alleine und mit der Gruppe auf Tour, war in Hurghada, sowie nachts um 3 alleine am Strand, morgens zum Schwimmen, und nutzte die Gelegenheit um ein paar Minuten mich umzuschauen. Ich konnte nichts, aber auch gar nichts erkennen, dass mir ein mulmiges Gefühl hinterlies. Im Gegenteil, ich fühlte mich überall sehr sicher. Ebenso in Abu Simbel, jeder von "meinen Landsleuten" sprach mit einem Lächeln und Hoffnung in den Augen davon, wie es gut ist, wenn das Land wieder mit Touristen gefüllt ist. Klar, gibt es immer Skeptiker, die nicht dorthin reisen möchten, darum ist es unsere Aufgabe das Land wieder in Sicherheit zu bringen, Touristen zu befördern, das schöne Land zu repräsentieren. Ich bin mir absolut sicher, wenn die Touristen wieder kommen, die Einheimischen das Gefühl haben es kann wieder aufwärts geben, daß dies die Motivation ist, Ägypten wieder zu einem der wunderbarsten Reiseziele zu machen. Anbei eine kleine Geschichte, die mich während unseres workshops in Marsa Alam sehr bewegt hat. Ein Mitarbeiter im Servicebereich erzählte mir, daß er auf der Seite der Bruderschaft sei. Ich erklärte ihm, wir sind alle Ägypter und müssen das Land auf die Beine bringen, genau so wie er eine sichere Arbeitsstelle benötigt, tun das Millionen andere auch. Dann umarmte er mich und weinte...... und ich auch...... Nochmals vielen herzlichen Dank, wir sind auf dem richtigen Weg!

von Rainer Schlage, 27.10.13, 20:13
Lieber Klaus, zunächst Dir und Deinem Team, sowie allen Sponsoren und Organisatoren meinen herzlichen Dank für den wirklich informativen und tollen Workshop. Ich habe selten einen so liebenswürdigen und zuvorkommenden Service wie auf dieser Reise erlebt. Dass die Rote-Meer-Küste keinerlei besondere Gefährdungen für Touristen aufweist, konnten wir an jedem der von uns besuchten Orte selbst erleben. Was dort alleine fehlt, sind die jetzt leider (noch) ausbleibenden Urlauber. Wenn man weiß, dass ein Großteil der dortigen Bewohner vom Tourismus leben, weiß auch, was dies für diese Leute bedeutet. Wir alle sind m.E. verpflichtet, der negativ überzogenen Pressedarstellung mit unseren Mitteln entgegenzutreten und unseren potentiellen Ägypten-Kunden die wahre Situation aus eigenem Erleben zu präsentieren. Wir z.B. schalten in der kommenden Woche eine Anzeige mit der Headline "Ägypten am roten Meer ist sicher - wir waren dort" o.ä. Wenn (hoffentlich!) es in Kairo keine weiteren Zwischenfälle gibt, sollte es mit unserem Einsatz möglich sein, den Rote-Meer-Tourismus" wieder zu beleben.

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