fvw Online Marketing Day

Der Wendepunkt im Online-Geschäft

Ist es vermessen, von einem Epochenwandel im touristischen Internet-Geschäft zu sprechen? Wenn man das Tempo der Entwicklung sieht, vielleicht nicht.

von Klaus Hildebrandt, 05.06.2013, 18:11 Uhr

In der Rückschau sieht alles beschaulich aus. Doch es sind gerade mal sechs Jahre her, dass wir den ersten fvw Online Marketing Day veranstalteten, und die Themen waren ganz andere. Facebook, Smartphones, iPads, Apps, mobile Commerce – die Internet-Welt hat sich gewaltig weitergedreht. Niels Dörje, Keynote-Speaker auf dem heutigen fvw Online Marketing Day in Berlin, sieht in der Tat 2013 als einen Wendepunkt: Die Digitalisierung gehe noch viel schneller voran, Tablets und die Smartphone-Revolution verändern radikal die Art und Weise, wie wir kommunizieren, wie wir uns informieren – und wie wir einkaufen.

Auf fvw.de berichten wir bereits über einige der Sessions. Mich persönlich hat am meisten beeindruckt, wie stark soziale Netzwerke und mobile Geräte inzwischen nicht nur bei der Reiseinformation und -Buchung genutzt werden (selbst ein "traditionelles" Online-Reisebüro wie Opodo erzielt schon zehn Prozent des Umsatzes über mobile Geräte), sondern wie die Devise "mobile first" inzwischen die gesamte Produktentwicklung durchzieht. Und wie selbstverständlich alles zusammenfließt: Die Einbeziehung von Beiträgen aus sozialen Netzwerken, ein Design, das intuitiv und einfach ist, einzigartige Inhalte und eine Vermarktung und Verkauf über alle Endgeräte. Doch eins bleibt: Es geht um gute Produkte, kreative Ideen, um lebendige Texte, gute Bilder und um gute Geschichten, die multimedial erzählt werden.

Für die Webentwickler bedeutet dies alles eine ungeheure Komplexität, denn was einfach aussieht und bedienbar ist, ist oft schwer zu entwickeln. Da mitzuhalten, ist nicht einfach, vor allem für Unternehmen aus der traditionellen Welt. Doch wer jetzt nicht mitmacht und seine eigenen Erfahrungen sammelt, wird in einigen Jahren kaum noch digital sichtbar sein.

Mir und meinem Kollegen Dirk Rogl als Moderatoren hat der fvw OMDay mit rund 280 Teilnehmern viel Spaß gemacht, jetzt kommt die Netzwerk-Party im Steigenberger. Über Ihr Feedback (auch zum ersten fvw Praxistag Online Marketing am Dienstag) und zum digitalen Wandel freue ich mich!

Kommentare

von Oliver Ratajczak, 05.06.13, 19:05
Ich wünsche Euch allen heute Abend noch ganz viel Spaß... Schade, dass ich diesmal nicht dabei sein konnte...

von Jürgen Barthel, 06.06.13, 10:22
Als früher iPad-User (oh Graus, ich nutze noch ein iPad2, ohne "Retina-Display") stimme ich zu, dass wir eine Richtungsänderung erleben - eine Trendwende kann ich nicht ausmachen. Was Tablets und Smartphones fehlt ist das HMI. Wer jemals versucht hat auf einem iPad einen Vortrag ("Powerpoint") zu erstellen oder eine professionelles Dokument zu bearbeiten weiss, wie sehr man da eine Tastatur vermisst. So nehmen auch Verkäufe von Hybridcomputern (Asus Transformer Book, Dell Ultrabook XPS-12) zu, die "Ultrabook" und "Tablet" in einem sind. Und mit Windows-Betriebssystem laufen - denn Microsoft Office ist im Firmenumfeld eben immer noch "das Maß der Dinge"... Vieles ist noch Spielerei, unausgereift. Es wird kommen, aber wie gesagt - ich sehe hier "nur" eine Richtungsänderung. Der "Wendepunkt" ist der Versuch, diese Richtungsänderung zu "hypen" (aufzublasen)...

von Werbeagentur Mitarbeiter, 06.06.13, 23:07
Es ist wohl wahr, dass im Zuge der Digitalisierung Online Marketing unglaublich wichtig geworden, da kann man wie im Artikel erwähnt durchaus von einem Epochenwandel im Tourismus sprechen. In der Werbung geht ohne entsprechendes Online Marketing heute nichts mehr, denn wer Urlaub buchen möchte, geht sofort ins Netz.

von Ekkehardt Kaifel, 18.06.13, 11:01
@ Werbeagenturmitarbeiter: Machen sie dich gleich virtuell Urlaub. Spart viel Geld, ist umweltfreundlich ... und Prost beim virtuellen Bier. Nun im Ernst. Es gibt ihn noch, den stationären Vertrieb, welcher Arbeitplätze bereithält und meist hervorragenden Service bietet und auch Steuern zahlt. Ist es, für unsere Branche gesprochen, wirklich so viel angenehmer stundenlang selbst im Netz nach Urlaub und Anderem zu suchen, nur vom Preis getrieben, als sich vom kompetenten Fachgeschäft seines Vertrauens professionell beraten zu lassen und ein maßgeschneidertes Angebot zu erhalten. Die dadurch gewonnene Zeit und Lebensqualität gleicht einen eventuellen höheren Preis mehr als aus. Willkommen in der REALEN Welt.

von Karlheinz Grabmann, 05.07.13, 11:32
2013 spricht man von der digitalen Revolution. Tatsächlich kommen im Herbst diesen Jahres neue Plattformen die mit Weltneuheiten aufwarten und zum Teil Social und Business verknüpfen. Sie wollen am attraktiven Produkt Reisen auch verdienen. Wer hier dahinter steckt, weiß man noch nicht! Wie wäre es, wenn der stationäre Reisevertrieb sich andere attraktive Produktwelten in sein Portfolio holt - ohne seine Kernkompetenz zu vernachlässigen - um eine neue Standortkompetenz zu erfahren . Den Kernsatz "Wer jetzt nicht mitmacht und seine eigenen Erfahrungen sammelt, wird in einigen Jahren kaum noch digital sichtbar sein", stimme ich aus meiner Erfahrung leider zu. Ich habe eine einfache umsetzbare Idee - vieleicht auch Lösung im Kopf. Dazu braucht es den Willen ein MehrWert Shop zu sein an jedem Standort in Deutschland. Wenn zum Wendepunkt im Online Geschäft mehr als 5000 Reisebüros vom Bauchgefühl her sofort ja sagen, lüfte ich mein Geheimnis für den neuen Weg im Online und Offline Geschäft. Die Idee ist auch noch kostenlos und ohne Risiko umsetzbar. Wer hat das Problem? Als aktiver Unruheständler liegen mir die stationären Reisebüros immer noch sehr am Herzen. Tote leben bekanntlich länger und das soll vor allem stationären Reisebüros widerfahren. Eine Umfrage seitens des FVW Verlages könnte hier schnell helfen, dann lüfte ich auch gern mein Geheimnis noch vor dem FVW-Kongress. Wie flexibel sind die Reisebürounternehmer?

von Matthias Ruch, 05.07.13, 22:59
Ich denke auch, dass sich in den nächsten Jahren noch viel tun wird im Online Segment, da die Möglichkeiten hier sehr groß sind. Ich denke, was aber nie vergessen werden darf, woran einen aber die Kunden auch immer wieder erinnern, ist, dass der persönliche Kontakt (und wenn es nur über Mail und Telefon sei) auch weiterhin oft eine sehr, sehr wichtige Rolle spielen werden. Da kommt kein neues Tool, kein einzigartiges Feature und auch kein ausgeklügeltes Business Modell dagegen an. Den gesunden Mittelweg zu finden heißt es da!

von Karlheinz Grabmann, 07.07.13, 21:37
Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig, nur hierüber kann man VERTRAUEN aufbauen. Die Technik kann einem optimal heute unterstützen. Wichtig ist "Geld zu verdienen" und hier scheint mir die Reisemarge zu gering. Deshalb sind risikoarme neue Geschäftsfelder mit hohen Margen m.E. für ein Reisebüro unumgänglich ,um seine Berufung Reisebüro weiterzuführen. Neue Lösungen warten darauf genutzt zu werden. Die Einstellung zu einer neuen Standortkompetenz - so nenne ich es einfach mal - mit einer neuen Vermittlerrolle macht das Reisebüro zu einem MehrWert Shop mit dauerhafter Wirkung und attraktivem Einkommensplus. Personalmehrkosten entstehen keine! Arbeiten muß man dafür schon um Erfolg zu haben.

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