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Wie das Web sich wirklich lohnt

Ist Facebook gar kein Verkaufskanal? Bringen maschinell generierte Texte eine Website bei Google ganz nach vorne? Werden Urlauber spontan per Smartphone Hotels bewerten und viel mehr nörgeln? Auf dem fvw Online Marketing Day ging es um die Trends im Netz.

von Klaus Hildebrandt, 10.05.2011, 18:02 Uhr

Das war eine Veranstaltung der Kontraste: Von dem Konzern mit der mit Abstand meistbesuchten Website (Deutsche Bahn) bis hin zu einem Einzelhotel in Bremen (Prizeotel), das sich konsequent über Social Media vermarktet, von anerkannten Managern von großen Agenturen wie Ray Sono, Clanmo und E-Professional, die Webauftritte und mobile Lösungen für bekannte Marken erstellen, bis hin zur Online-Expertin der Relexa Hotels, die dort ihre erste Stelle nach dem Studium angetreten hat und sich selbst als "digital native" sieht, reichte die Palette.

Die ganz großen neuen Innovationen im Internet gibt es dieses Jahr nicht zu bestaunen, aber viele Dinge entwickeln sich trotzdem rasant weiter. Und es geht darum, welche Investitionen sich wirklich lohnen. Ein Riesenthema war Facebook, das zwar offensichtlich (vom DB-Chefticket mal abgesehen) noch nicht als Verkaufskanal taugt, aber für die Kommunikation mit den Kunden immer wichtiger wird. Auch um Google ging es natürlich. Die Suchmaschine macht mit Google Places und dem Kauf des Flugtarif-Spezialisten ITA immer stärker den Metasearchern Konkurrenz, ein Redner aus Österreich zeigte auf, wie man auch ohne Adwords virtuell werben kann.

Viel diskutiert waren zwei weitere Themen: Kann man mit automatisch erzeugten Hoteltexten von einer Content Farm wirklich einzigartige Inhalte erzeugen (wie Weg.de es schon praktiziert) und Google austricksen? Und wie verändert der Siegeszug der Smartphones und iPads das Informations- und Buchungsverhalten der Deutschen? Bei Holidaycheck kann man ab Ende Mai live aus der Destination bewerten (diese Quick Checks werden aber wohlweislich von den qualitativ hochwertigeren Bewertungen nach der Rückkehr von der Reise getrennt)? Und Traffics will seine gut verkaufte Pauschalreise-App, bei der durchaus hochwertige Reisen gebucht werden, nun auch anderen Vertriebspartnern anbieten.

Erste News und eine Bildergalerie finden Sie auf fvw.de, Einen ausführlichen Bericht über den vierten fvw Online Marketing Day lesen Sie in der nächsten fvw, die wegen dieser Veranstaltung und des fvw Brennpunkts zum Datenstandard am Mittwoch ausnahmsweise nicht am Freitag, sondern am nächsten Montag erscheint. Auch auf Twitter gibt es schon Meinungen zum Event. Wie fanden Sie die Veranstaltung? Und wie sehen Sie die Mega-Trends Facebook, mobiles Web und Online Marketing?

Kommentare

von Ulrich Roth, 10.05.11, 19:00
< ---- Zitat ---> Kann man mit automatisch erzeugten Hoteltexten von einer Content Farm wirklich einzigartige Inhalte erzeugen (wie Weg.de es schon praktiziert) und Google austricksen? <--- / Zitat ---> Das geht mit Sicherheit in die Hose, bzw. Farmer/Panda-update lässt dann grüssen. Guter, von Menschen die sich mit der Feder bzw. Tastatur ausdrücken können geschriebene und einzigartige Texte und Infos sind der wahre Schlüssel zum Erfolg. Man nennt das auch Qualität. Das haben unsere potentiellen Kunden verdient. Weniger will ich ihnen gar nicht zumuten. Wir haben deshalb extra für unser neues Projekt eine professionelle Onlineredakteurin vor Ort verpflichtet. Die Texte und Infos sind ein Genuss. Das steigert die Verweildauer auf der Seite. Ich kann also jedem der erfolgreich im Inet verkaufen will nur raten auf Qualität zu setzen und keine Sekunde seiner Zeit mit Gedanken zum automatisiertem generieren von Texten zu verschwenden.

von Mario Vogelsteller, 11.05.11, 08:51
In Anbetracht des auf uns zu kommenden Farmer/Panda-Updates, durch welches Google Inhalte, die nicht den Qualitätserwartungen der Suchmaschine entsprechen, aus dem Ranking verbannt, kann man von automatisch erzeugten Hoteltexten einer Content Farm nur warnen. In UK hat es sogar große Bewertungsportale erwischt.

von Internet Marketing Philipp Hirzberger, 11.05.11, 15:42
Facebook wird noch weitere Känale erschließen und in Zukunft noch besser nutzbar werden. Hinsichtlich Kundenbindung ist es auf alle Fälle mit das wichtigste Intstrument. Man bedenkt nur bei gutem Einsatz von Google wirkt es wie eine eMail Liste. Postings gelangen unglaublich schnell an wirklich interessierte Personen. Das Zielgerichtete Gewinnen von Neukunden ist über Facebook etwas schwieriger, mit den Anzeigen die man seit einiger Zeit schalten kann geht es hier aber auch schon voran. Wichtig aus meiner Sicht ist, sich eine echte Facebook Community aufzubauen und sich so zu positionieren und das eigene Image aufzupolieren.

von Matthias Juergensen, 11.05.11, 17:25
Facebook ist ein Vertriebskanal - man muss aber die Besonderheiten dieses Kanals beachten und darf keine Standardlösungen kopieren. Was also kann ein Unternehmen dem User auf Facebook bieten, was es ihm nicht in anderen Kanälen bieten kann? Oder anders: Warum wird Facebook von den Usern genutzt und wie kann ich sie dort abholen? Der Fokus sollte va auf dem Monetarisieren liegen und nicht auf dem Belasten des Marketingbudgets durch Rabatte, Gewinnspiele, etc. Dementsprechend ist das Bsp "Chefticket" der BAHN keine Antwort auf die Frage: Kann man mit Facebook Geld verdienen? Wie es auch anders gehen kann, zeigen Hotels.com und flug.de

von Mark Jurgeleit, 12.05.11, 00:13
Für google ist es ja überlebenswichtig, maschinell generierte Texte auszusortieren. Deshalb kehren sie ja mit eisernem Besen und strafen die Ganze Domain ab. Ich würde das nicht riskieren.

von Wolfgang Hoffmann, 14.05.11, 20:09
Als Webautor muss ich jeden Tag den Google-Robot austricksen. Dessen Algorithmen sind dermaßen deterministisch aufgebaut, dass mir Finish ständig überholt ist. Was immer funktioniert, das sind Neoismen. Da wird eine fähige Mitarbeiterin schon mal zur "Funztusse" und eine Rabattnachfrage zum "Squeeze-Test". In jedem Fall will Google kreative Sprache - und das ist das einzig Gute an dieser Suchmaschine. Und, Satzzeichenanarchie! Und wenn das dann allenthalben, sukzessive, gleichwohl (alte Synonyme von Großvatter bewirken Wunder) immer so frisch kommt, wie die Vorspeise vom Sternekoch, dann habe ich mitunter den Eindruck, dass sich Google daran einen ***** ****

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