fvw OMD

Das Ende der E-Mail

Bekommen Sie auch noch jede Menge Mails? Nicht mehr lange. Die Amis zeigen uns mal wieder, wo's lang geht.

von Klaus Hildebrandt, 06.05.2009, 09:17 Uhr

Okay okay, ich bin keine 20 mehr und nicht mit dem Internet aufgewachsen. Und ich kann nur staunen, wie meine achtjährige Tochter trotz Waldorfschule souverän mit Internet und IPhoto umgehen kann. Ich muss mir das Web 2.0 altersgemäß erarbeiten – und habe zur Vorbereitung des

morgen in Frankfurt sogar gelernt, was "predictive behavioral targeting" ist (wenn Sie auch noch nicht wissen, wie Sie das für Ihr Marketing nutzen können, schauen Sie morgen mal im Steigenberger Airport Hotel vorbei). Deshalb war ich neulich verwundert, als in Blogs und Medien diskutiert wurde, ob die E-Mail überhaupt noch eine Zukunft hat. Denn die Generation Web 2.0 nutzt kaum noch Mails, sondern viel stärker die internen Mailsysteme von sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook. Und ebenso wie bei mir die Xing-Nachrichten zunehmen, erlebe ich nun, wie in den USA auch Touristikmanager zunehmend die Netzwerke nutzen. So wurde zum Beispiel eine ITB-Diskussionsrunde, an der ich teilnahm, von einem Kanadier und einem US-Amerikaner komplett über eine Gruppe auf Facebook organisiert. Ich erhielt nur einen Link zur Info – dass man nicht in Facebook ist, können sich Web-Touristiker auf der anderen Seite des Atlantiks offenbar gar nicht mehr vorstellen. Beispiel zwei: Gestern habe ich dem Vorstand eines der größten US-Onlineportale (Priceline) auf eine Mail geantwortet, die er mir über den direct messaging service von Twitter gesendet hatte. Und über die brandneue Community unseres Schwestermagazins

habe ich auch schon die ersten Nachrichten von Reiseprofis erhalten. Übrigens: Wenn Sie als Besucher des fvw Online Marketing Days Anmerkungen und Feedback zur Veranstaltung morgen haben, bitte auch nicht per Mail an meinen Kollegen Dirk Rogl und mich (und auch nicht über Xing, Traveltalk-Community oder Facebook), sondern wie im Vorjahr im fvw-Blog zum OMD. Bis morgen in Frankfurt oder bis bald im Netz!

Kommentare

von Thomas Maierhofer, 06.05.09, 10:11
Die klassische E-Mail ist nicht wegzudenken. Andere Dienste kommen zwar, sind aber Insellösungen. Nicht jeder twittert, hat sich bei jeder Community registiert usw. Aufgrund des Netzgütereffektes bilden sich in den Communities Interessencluster heraus. Z.B. XING als reine Businesscommunity, MySpace für Künstler und Musiker, ja und dann Facebook, das zwar Hipp und Cool ist, wo aber die Zielgruppe noch nicht so wirklich definiert ist. E-Mail hat als Servergestützte Peer to Peer Kommunikation den großen Vorteil dass man sich nicht irgendwo registrieren muss um jemanden eine Nachricht zu schicken. Es reicht aus die E-Mail Adresse zu kennen. Gerade in Reisebüros kann damit problemlos eine Rechnung (Dateianhänge sind in den meisten Portalen auch nicht möglich) an einen Kunden zu schicken. Verschlüsselung, Digitale Signatur und vorallem die vom Gesetzgeber geforderte Archivierung des elektronischen geschäftlichen Schriftverkehrs ist mit Community-Portalen zumindest derzeit nicht möglich. Thomas Maierhofer www.Reisebueroforum.de

von Christa Hebestreit, 06.05.09, 11:44
Aus dem "Entweder-Oder" sind wir schon lange heraus. Twitter, email, google-Marketing und auch die "klassische FVW" als Printausgabe, man muß heute sehr flexibel sein, um im Markt zu bestehen.

von Bernd, 07.05.09, 17:59
Ich würde mich schon immer als sehr online-affin bezeichnen, aber mit vorschreitendem Alter merke ich immer mehr, dass ich (trotz Xing- und Facebook-Account und ähnlichem)mitunter immer mehr Wert auf "Oldschool-Kontakte" wie Telefonieren oder Live und Offline Treffen (gerne auch bei einem guten Wein oder einem zünftigen Bier) vorziehe. Online ist sicher wertvoll und ich kann mir vieles ohne nicht mehr vorstellen, aber "Real Life" sollte nicht vergessen werden.

von Daniel_Amer, 16.05.09, 02:42
Hallo, Das Facebook hierzulande nicht genutzt für die angesprochenen Zwecke wird, ist zunächst etwas falsch. Es gibt durchaus zahlreiche Gruppen und Fanpages, die zur Organisation genutzt werden, so unsere Erfahrung als unterstützende Institution im Bereich Social Media (wir helfen touristischen Anbietern und Intermediären mit dem Social Web) - zu bedenken ist, dass in Deutschland diese internen Orga-Gruppen in FB oft unsichtbar gemacht werden, da hierzulande Datenschutzbedenken viel verbreiteter sind als in den USA. Nichts zu sehen, heißt aber nicht, dass nichts da ist. Beispielsweise nutzen wir auch Facebookgruppen zur Verbindung von Menschen im Nachlauf von Tagungen. Oder FB Veranstaltungen zur Veranstaltungsorga. Selbst große Portale aus dem Tourismusbereich setzen sich damit inzwischen auseinander. An ihrer Stelle würde ich gar mal genau darauf schauen, wie tief sich US amerikanische social media marketer mit social media marketing auseinandersetzen und wie meines erachtens tiefschichtiger in wissenschaft und bei innovativen praktikern im deutschsprachigen raum diese auseinandersetzung stattfindet (ist meine persönliche Meinung. In den USA probietr man mehr aus). Populärwissenschaft äussert sich lauter, aber die Stillen haben durchaus Ergebnisse vorzuweisen. Danach zu suchen ist sehr interessant.

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