fvw-Dossier

Was ist eigentlich Traveltech?

Es ist lange her, dass jemand versucht hat die Vielfalt der Traveltechnologie vergleichbar abzubilden. Viele Versuche scheiterten an der Komplexität des Themas. Am 10. Mai erscheint das fvw Dossier Travel Technologie. Keine leichte Aufgabe.

von Dirk Rogl, 04.04.2013, 17:00 Uhr

Früher war die touristische Welt ganz schön einfach. Erst kamen die Flug-GDS, dann Fax, BTX und irgendwann das Internet. Über Jahrzehnte teilte sich die Travel Technologie in zwei relevant abgrenzbare Bereiche: die zentralen Reservierungssysteme (CRS/GDS) und die Abrechnungs-Systeme. Die nannten sich recht zügig Backoffice-Systeme und arbeiteten eng vernetzt mit den GDS und deren Vorgangsverwaltungen, sprich dem heutigen Midoffice.

Leider sind die Dinge heute etwas komplizierter. Das Internet brachte Internet Booking Engines und eine Vielzahl neuer Schnittstellen, über diese Frontend-Masken sowohl mit GDS als auch mit den internen Reservierungssystemen der Veranstalter und Leistungsträger kommunizieren könnten. Und dann wurden die Internet Booking Engines immer feiner skalierbar. Statt einer in die Web-Site integrierten Standard-Maske änderten sich Formen und Farben, später ganze Dialoge.

Wer heute etwas auf sich hält im E-Commerce, bestellt für seine Homepage längst keine Internet Booking Engine von der Stange mehr. Er bastelt sich sein eigenes Frontend, mit möglichst exklusiven Inhalten und einer Usability, die abgestimmt ist auf die Bedürfnisse der Nutzer. Dieses Frontend greift gern auch auf klassische GDS zurück, aber eben auch auf eine Vielzahl von Datendanken von Brokern und Leistungsträgern. Und natürlich bieten auch die GDS selbst entsprechende Schnittstellen für den schnellen Export von Produktdaten. Wo dann abschließend gebucht wird, ist eine ganz andere Frage.

Bleibt noch der Bereich, der früher einmal Vorgangsverwaltung hieß. Dieses Midoffice lässt sich heute überhaupt nicht mehr kategorisieren. Noch immer bieten die GDS derartige Leistungen. Sie messen sich hier mit externen Midoffice-Anbietern. Und zunehmend drängen Unternehmen in den Dank geschlossener GDS-Systeme und streng definierter Schnittstellen und Datenformate in die Touristik, die bis vor einigen Jahren hier keine Chance gehabt hatten. Branchenübergreifende CRM-Anbieter, Spezialisten für semantische Suche, Targeting, Tracking und Social Media Monitoring.

All das wollen wir am Freitag, 10. Mai, in unserem fvw Dossier abbilden. Es soll das Standardwerk für den wichtigen Markt Travetech werden, so wie es unsere fvw Dossiers für Veranstalter und Reisebüros seit Jahrzehnten sind. Um es vorweg zu nehmen: Es wird uns nicht voll umfänglich gelingen. Der Markt ist einfach zu vielfältig.

Für die erste Auflage des fvw Dossiers klammern wir bewusst einige Märkte aus. Wir beschränken uns auf Syteme, die im deutschen Markt relevant und etabliert sind. Wir fokussieren uns auf die Touristik und damit gegen das mindestens ebenso komplexe Angebot für den Corporate Travel. Auch die dynamisch, allerdings zumeist branchenübergreifend wachsenden Anbieter für Mobile Commerce und Payment fallen durch das Raster. Und bei den Buchungs-Datenbanken geht es ausschließlich um Flüge, Hotels und Pauschalreisen, wohlwissend, dass gerade in den Bereichen Ausflüge, Events, Privatunterkünfte, Kreuzfahrten, Mietwagen und Ferienhäuser derzeit die Post abgeht. Vom boomenden Markt der Medienangebote vom Streaming Video bis zum Hotel Review ganz zu Schweigen.

Was also können Sie vom fvw-Dossier Travel Technology erwarten? Jede Menge technologische Orientierung für den Bereich Leisure Travel. Unsere Fragebögen haben meine Kollegen Georg Jegminat, Lisa Hemmerich und ich bereits an jene Anbieter verschickt, von denen wir meinen, dass sie relevant sind. Es kann durchaus sein, dass wir trotz aller Restriktionen jemanden vergessen haben. Kurzes Feedback hier im Blog oder unter redaktion{@)fvw.de ist gern gesehen. Wir freuen uns, wenn wir am 10. Mai einen Berg von Arbeit beendet haben. Sie hoffentlich auch.

Kommentare

von Robert, 05.04.13, 21:05
Früher gab es Reiseveranstalter die aus Leidenschaft schöne Reisen verkauft haben - heute gibt es Aktiengesellschaften die Geld verdienen wollen u.a. mit Reisen verkaufen - auf den zufriedenen Kunde kann dabei notfalls auch verzichtet werden - hauptsache das schnelle Geld machen. Unter diesem Aspekt entwickelt sich auch die Technik - schnell viel verkaufen - ob der Kunde noch ordentliche Reiseunterlagen bekommt, auf seiner Reisebestätigung die er unterschreiben soll überhaupt nicht mehr drauf steht was er überhaupt gebucht hat, oder genervt nur noch Kopfschütteln dafür übrig hat was er für sein Geld erhält spielt heutzutage gar keine Rolle mehr!

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