Flugpreise

Low-Fare-Schnäppchen ab 40,18 Euro

Ab morgen ist es amtlich: Wer mit Ein-Euro-Flugtickets wirbt, fliegt in die roten Zahlen. Eine massive Umstellung – für Kunden und für die Branche.

von Dirk Rogl, 31.10.2008, 10:24 Uhr

Es ist nur konsequent, aber es ist für uns alle ziemlich ungewohnt. Morgen tritt die neue EU-Flugpreis-Verordnung in Kraft. Damit ist klar: alle Steuern und Gebühren eines Fluges gehören in den Endpreis. Die Paragraphen aus Brüssel sind also quasi der sichere Tod für Ein-Euro-Tickets. Die Billigflieger haben sich bereits auf die übermächtige EU-Richtlinie eingestellt.

bewirbt aktuell Tickets für die Winter-Sonnenwende ab 20,99 Euro. Im Herbst 2007 wäre das wahrlich kein Schnäppchen gewesen. Jetzt aber schon.

bietet heute auf seiner Startseite Flüge nach Rom ab 40,18 Euro.

hat die Preiswerbung auf seiner Homepage fast ganz eingestellt. Und sonst? Ach ja:

bietet auf seiner Homepage heute eine Million Tickets für einen Euro an, tatsächlich inklusive Steuern und Gebühren. Also doch kein Ende der Dumping-Tickets? Vermutlich doch. Denn die Schnäppchen sind nur noch heute buchbar. Morgen müssen auch die Iren ihre Steuern und Gebühren für solche Schnäppchen sauber aufschlüsseln. Was heute zufälligerweise exakt einen Euro kostet nur damit das Preisbild stimmt, muss morgen teurer werden. Meine Hand ins Feuer legen würde ich dafür natürlich nicht. Denkbar auch, dass Ryanair-Boss Michael O´Leary statt auf saubere Preise lieber auf eine publikumswirksame Musterklage gegen die ach so preistreibende Europäische Union pokert. Das wäre ziemlich vermessen und ist natürlich nur ein übler Verdacht meinerseits, der lieber unter uns bleiben sollte. Schließlich wollen wir Herrn O´Leary ja nicht potenzielle Schlagzeilen kaputt machen.

Kommentare

von barthel.eu, 31.10.08, 12:30
Naja, was spricht dagegen, Euro 19,99 anzubieten und darauf hinzuweisen: "Die Steuern übernehmen wir für sie"...? Muss die dann überhaupt aufgeschlüsselt werden...? ;-) Gab's doch auch schon. Weshalb rote Zahlen? -- Schick aber der Link. "ab_4018_Euro"...

von Dirk Rogl, 31.10.08, 12:41
Hallo, Herr Barthel: Doch, alle Steuern und Gebühren müssen exakt aufgeschlüsselt werden - siehe aktuelle News auf fvw.de. Und für alle die keinen Email-Dienst für unseren Blog abonniert haben. Weil URL-Adressen kein Komma kennen, werden im Link zu dieser Seite aus 40,18 Euro flugs "4018 Euro". So schnell erhöht die Branche ihre Margen.

von Wolfgang Hoffmann, 31.10.08, 13:04
so ein bekiffter Schwachsinn! Da bietet dieser Dauerclown Tickets für 1 EUR an, inkl. Steuern und Gebühren, und er soll tatsächlich dann die bis zu dreistelligen Summen in der Werbung auswerfen, die in dem einen Euro enthalten sind. Typisch EU! Den letzten Megagau haben diese Schreibtischtäter der Touristik eingebrockt, als sie ein gewachsenes System mit der Abschaffung des Rabattgesetzes in die geizgeile Katastrophe getrieben haben. Da hätten die vergleichsweise auch die ersatzlose Abschaffung der Vögel in Europa beschließen können, damit hätten die eine vergleichbare ökologische Katastrophe erzeugt. Statt zu beschließen, dass die Subventionen für die Kleinstflughäfen europaweit nicht mehr zu Lasten der öffentlichen Hand und zu Gunsten der Billigairlines gehen dürfen, beschließen die wieder so einen Quatsch, ehrlich!

von Jürgen Zupancic, 06.11.08, 13:29
Setzen die Billigflieger die neuen EU-Gesetze um? Mittwoch, 05. November 2008, 07:59 Seit dem 1. November 2008 sind die Airlines dazu verpflichtet, die Ticketpreise mit allen zusätzlichen Kosten anzuzeigen. Ohne Einverständnis der Kunden dürfen auch keine weiteren Gebühren, wie z.B. eine Reiseversicherung, in Rechnung gestellt werden. Lockvogel-Angebote und versteckte Zusatzkosten sollen damit der Vergangenheit angehören. Doch haben die Airlines diese Richtlinien umgesetzt? In einem Blitztest hat das namhafte Reiseinfo-Portal www.fliegen-sparen.de getestet, ob der Passagier bei der Buchung nun den tatsächlichen Flugpreis auf einen Blick erkennen kann. Ergebnis: Von acht getesteten Airlines haben nur die Hälfte die neue Regelung komplett berücksichtigt. Air Berlin erfüllt die Kriterien, allerdings wird die Service Charge von 10 Euro erst nach der allgemeinen Preisübersicht aufgeschlagen. Eine Reiseversicherung ist nicht markiert. Easyjet hat den Reiseschutz bereits für den Passagier automatisch ausgewählt, obwohl dies erst eine Zustimmung des Kunden vorausgesetzt hätte. Ryanair: Ganz unübersichtlich bleibt es beim irischen Billigflieger: kostenpflichtige Zusatzoptionen wie das Priority Boarding ist ebenso automatisch ausgewählt wie der 12 Euro teure Reiseschutz. In den Steuern und Gebühren ist zudem die untersagte „Rollstuhlgebühr“ versteckt. Entfernen kann man diese Gebühr nicht. Das sind immerhin 5,99 Euro pro Flug! Am Ende ist der Endpreis inkl. eines Gepäckstückes gut 30 Euro teurer als in der ersten Übersicht. Darüber hinaus wird bei dem Entfernen der Reiseversicherung ein Fenster geöffnet, das noch mal für den Abschluß der Versicherung wirbt. SkyEurope arbeitet ebenso mit der nervigen Funktion. Bei dieser Fluggesellschaft können zwar die Servicegebühren durch einen Zusatzklick sofort aufgeschlüsselt werden, dafür ist aber auch die Reiseversicherung automatisch ausgewählt. Die Zahlungsgebühr und der Preis für ein Gepäckstück pro Flug wird darüber hinaus automatisch auf den Flugpreis aufgeschlagen. Will der Passagier kein Gepäck oder mehrere Gepäckstücke aufgeben, muß er dies erst in der Anzeige verändern. Wizzair, Flybe, Germanwings und Norwegian sind nahezu vorbildlich. Die Gebühren können hier meist durch einen zusätzlichen Klick detailliert eingesehen werden, weitere kostenpflichtige Optionen, wie eine Reiseversicherung, sind nicht automatisch ausgewählt. Aber aufgepaßt!, raten die Flugexperten von fliegen-sparen.de: Wie die Preise dargestellt werden, bleibt den Fluggesellschaften weiterhin selbst überlassen. Diese können mit einem fett gedruckten Niedrigpreis locken und versuchen, Zusatzkosten wie Steuern oder Gebühren durch eine kleinere Schrift zu verschleiern. Quelle: www.fliegen-sparen.de

von Dirk Rogl, 06.11.08, 14:10
Lieber Herr Zupancic, willkommen in diesem Blog. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Unter uns Kollegen: auf unkommentierte Zitate freuen wir uns etwas weniger. Genau genommen sind sie ein Verstoß gegen unsere Kommentarrichtlinien (den Link finden Sie weiter oben, rechts), die ich jetzt mal nicht zitiere. Denn hier wollen wir diskutieren und nicht zitieren. Zu Ihrem Text ein kleiner Widerspruch: "fett gedruckter Niedrigpreis" und "Zusatzkosten in kleinerer Schrift" sind künftig eben nicht mehr erlaubt. Den entsprechenden Auszug aus der EU-Verordnung finden Sie am morgigen Freitag druckfrisch in der fvw. Herzlichen Gruß,

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