E-Commerce

Wenn der Kranich mit dem Condor

Irgendwann sollte man einfach loslassen von seinen erwachsenen Töchtern. Doch jetzt kommt Condor zurück zu Lufthansa, zumindest im Vertrieb des Kranichs. Was das wohl soll?

von Dirk Rogl, 16.11.2011, 15:28 Uhr

Der Kranich verkauft jetzt Condor. Um sein touristisches Portfolio auszuweiten, greift Lufthansa.com ausgerechnet auf die Dienste seiner Ex-Tochter zurück. Außer der gemeinsamen Geschichte, die 2009 im Verkauf der letzten Anteile der einstigen LH-Tochter an Thomas Cook endete, und eben den am Kranich angelehnten Logo des Ferienfliegers gab es zuletzt nicht mehr viele Gemeinsamkeiten. Condor ist einzig und allein die Tochter von Thomas Cook, und das zuletzt sehr erfolgreich.

Doch jetzt geht es wieder los. Ausgerechnet Condor rückt jetzt ins Portfolio von Lufthansa.com. Per Definition gehört das Lufthansa-Portal damit auf einen Schlag zu den wohl größten Online-Reisebüros in Deutschland und wird, wie zuvor schon Bahn.de und TUIfly.com auch Aufnahme finden müssen im fvw-Ranking der größten Online-Reisebüros, dem "fvw-Dossier Deutscher Reisevertrieb." Denn erstmalig verkauft die Lufthansa als Mittler nun auch Flugtickets der Konkurrenz. Und das ist Condor ganz gewiss. Gerade zu den Zielen am Mittelmeer fliegt Condor nämlich in Konkurrenz zur Lufthansa und seinen Star-Alliance-Partnern. Und ganz besonders fliegt Lufthansa im harten Wettbewerb zur LH-Beteiligung Sun Express, mit der sie immer deutlicher um Kundschaft im Türkei-Verkehr ringt.

Gewiss, ein paar Konkurrenzziele hat Lufthansa auf seinem Portal ausgeklammert. Sie sind nicht via Lufthansa.com zu buchen. Doch unter dem Strich hat sich Lufthansa.com jetzt deutlich hübscher gemacht für die Ansprüche von Urlaubskunden. Und darum geht es wohl. Lufthansa.com mausert sich langsam aber sicher zum vollwertigen Leisure-Anbieter und damit zur Konkurrenz vieler Reisebüros aber auch von Veranstalter-Portalen.

Weitere Schritte werden folgen. Ob das Condor und seinen treuen Veranstalter-Kunden so schmecken mag, bleibt spannend. Erst einmal darf sich Condor über neue von Lufthansa generierte Kunden im Einzelplatzgeschäft freuen. Und Lufthansa schließt einige der ohnehin wenigen Flecken auf seiner touristischen Zielgebietskarte. Fragt sich nur noch, wieso sich Lufthansa einst überhaupt von Condor getrennt hat?

Kommentare

von Ibrahim Attalla, 05.01.12, 11:57
Thema wieder hochaktuell. Siehe Hochzeit zwischen AB und EY und neue Schachzug von Emirates. Sicher, LH wusste schon wo der Hase läuft. Auf die Frage von Dirk : Fragt sich nur noch, wieso sich Lufthansa einst überhaupt von Condor getrennt hat? Die Zeiten ändern sich halt. Ballast abwerfen, flexible bleiben und auf neues schauen, alles ist reversibel. www.attalla.eu

von Andreas Schulte, 05.01.12, 16:17
Richtig - alles ist reversibel und hält so das Consulting-Geschäft am laufen. Egal wie's ausgeht, die Consultants verdienen immer.

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