E-Commerce

Volle Konzentration im E-Commerce

BCD und Cheaptickets bündeln ihre Kräfte im E-Commerce. Opodo steht offiziell zum Verkauf. Wer noch alles im geheimen Verkaufsregal stehen könnte. Und warum das gut so ist.

von Dirk Rogl, 19.01.2011, 10:07 Uhr

BCD Holdings und Beins Travel Group machen gemeinsame Sache im E-Commerce. Zugegeben, Sensationen klingen anders – wenn man die Player nicht genauer kennt. Die Online-Reisebüros, die heute ihre Fusion bekannt gegeben haben, zeichnen sich durch aggressives Wachstum aus. Mit BCD Holdings und ING Corporate Investments stehen potente Geldgeber hinter der Sache.

Gemeinsames Ziel ist ein Internet-Anbieter von "globaler Reichweite". Solche Wünsche sind etwa so alt wie das Internet. Meist scheitern sie. Hier könnte die Sache aufgehen. Auch in den USA und Asien haben die frisch fusionierten Niederländer mit Vayama.com bereits Fuß gefasst. Das Portal fällt auf mit einer grafisch basierten Suchlogik, die die Mitbewerber so nicht bieten.

Einzigartige Technik und eklusive Angebote sind im E-Commerce wichtige Schlüssel zum Erfolg. Wer weder das eine noch das andere bieten kann, bekommt ein Problem. Wohl denen, die jüngst in eine neue technische Plattform investiert haben und daran nun viel schneller als zuvor neue technische Features und in Zukunft wohl auch Direct-Connect-Verbindungen zu Leistungsträgern anschließen können (z. B. Expedia und Ebookers). Glückwunsch an jene, die mit exklusivem Content die Nutzer auf ihre Seiten ziehen. Holidaycheck ist ein hübsches Beispiel.

Sorge sollten wir uns um jene machen, die diese Kriterien nicht erfüllen. Im vergangenen Jahr schlüpfte Reise.de bei der FTI-Gruppe unter, Travel24 bei Unister. Starke generische Marken helfen alleine eben auch nicht mehr. Amadeus hat Opodo auf die Verkaufsliste gesetzt und mit Go Voyages zumindest einen Interessenten an der Angel. Ehemalige Online-Giganten wie Travelchannel (OFT) oder Lastminute.com (Sabre) haben ihr einst aggresives Wachstum längst zurückgefahren. Oberstes Ziel ist nun die Profitabilität.

Der natürliche Drang vieler Online-Anbieter in die Gewinnzone wird Fusionen und Übernahmen weiter forcieren. Es ist interessant zu sehen, dass Investoren wie die renommierte ING-Bank im Online-Travel offenbar wieder ein gutes Investment wittern. Der Merger von Vliegwinkel und Beins Travel Group hat also Signalwirkung. Es darf wieder investiert werden. Und wie. Jüngst übernahm Concur, ein Anbieter von Travel-Management-Systemen, für 82 Mill. US-Dollar die Reise-Community Trip-IT. Die einstige Sabre-Tochter entwirft kostenfrei Reisepläne und finanziert sich primär über Werbung. Keine Frage, die Finanzmärkte haben wieder Appetit auf die Online-Touristik. Weitere Übernahmen sind also nur eine Frage der Zeit, oder?

Kommentare

von Meta, 20.01.11, 11:30
Was braucht es denn an diesem Markt noch freundliche oder feindliche Übernahmen? Die Metasearcher bündeln doch bereits alle "starken Marken" und Angebote unter einer Submarke, bis der nächste auftaucht, das wieder macht, den anderen schluckt und es keine Konzentration im eigentlichen Sinne am Markt gibt. Und alle Tour Operator stürzen sich (seit Jahren) ins Verderben, weil niemand mehr aus dem 13% und mehr - Provisionszahlungen aussteigen kann. Viel traffic + gute conversion, dazu Abitrage-Modelle und Displayverkauf - aber kein Risiko in puncto Produkteinkauf, Service, Kulanzen und und und... Hier und da mal features von oder wegen anderen eingekauft, ok. Aber sonst? Mal sehen, wer der "FC Bayern" unter den Onlinern ist und sich die besten Player a) für sein Team einkauft und b) ihm diese dann im Rückspiel nicht mehr auf den Keks gehen können... ;-) Aktuell sind wohl nur Ergänzungsspieler zu haben..

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