E-Commerce

Nicht mehr Herr der eigenen Preise

Air Berlin verspricht die besten Preise auf dem eigenen Portal. Davon sollte man ausgehen bei null Euro Service-Entgelt und stets gleicher Nettopreise für externe Mittler. Doch die Best Price Guarantee ist bitter notwendig. Ein kurzer Blick auf einen teilweise ruinösen Wettbewerb.

von Dirk Rogl, 28.08.2013, 11:05 Uhr

Wir haben viel geschrieben über den Margenverfall im Verkauf von Online-Tickets. Spätestens seit dem Fortfall der Service-Entgelte bei Lufthansa.com und anschließend bei fast allen relevanten Airlines im vergangenen Jahr lässt sich allein mit Flugtickets im E-Commerce kaum mehr Geld verdienen. Dass es die zahllosen Online-Reisebüros dennoch versuchen, ist aller Ehren wert. Jetzt kommt der nächste Knüppel gegen die Online-Mittler. Airberlin.com garantiert stets beste Preise.

Es ist kaufmännisch betrachtet ziemlich logisch, dass die Ware beim Produzenten am günstigsten ist, wenn er zum Nettopreis verkauft, der auch für externe Händler gilt. Genau das ist im deutschen Online-Markt Fakt. Wieso nun also die plakative Garantie? Weil es im Flugmarkt immer noch zu Preiskapriolen kommt, der dem konservativ kalkulierenden Kaufmann die Haare zu Berge stehen lassen. Ein Blick auf Metasearch-Portale macht schnell deutlich: Es sind in aller Regel nicht die Airlines selbst, die mit den günstigsten Preisen ins Rennen gehen, sondern fast immer mehr oder weniger bekannte Online-Reisebüros. Sprich: Air Berlin und auch andere Carrier sind trotz Preisparität nicht mehr Herr der eigenen Preise. Das wiederum ist mehr als unbefriedigend für die Airlines.

Um die Preisführerschaft in den boomenden Metasearch-Portalen zu erlangen, gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten:

Sowohl Preisdumping als auch die Verstöße gegen die Preisangabenverordnung sind zurzeit wieder einmal ein heiß diskutiertes Thema unter den Online-Reisebüros. Wir haben bereits ein paar aktuelle Beispiele gesammelt. In der nächsten fvw werden wir darüber berichten. Freuen Sie sich drauf, oder halt auch nicht.

Kommentare

von Sensert, 30.08.13, 14:03
Sorry, aber der Beitrag ist schlecht recherchiert !! Oberflächlich und brachenfern !! Einige Fakten sind zudem schlicht und ergreifend falsch. Es gibt (gewollterweise!!) eine Menge Sondertarife auf dem Markt die einzelne Reisebüros, oder Veranstalter von div. Fluglinien zum Vertrieb erhalten. Diese sind natürlich (auch da ist so gewollt) nicht für jedermann transparent ! Dazu kommen Kontingente, die von Veranstaltern z.T. ganz legal als Nur Flug Preise vertrieben werden, so daß es eben nicht selten dazu kommt, daß eine Airline nur noch hohe/teure Buchungsklassen im GDS frei hat aber ein Veranstalter Nur Flug Tarif dann deutlich darunter liegt. Air Berlins Best Price Garantie ist also völliger Unfug. Lächerlich geradezu ! Im übrigen gibt es durchaus eine Menge Flugaffiner Reisebüros, oder Kleinveranstalter, die selber mit den Airlines Preise, oder Kontingente aushandeln zu Preisen, die schlussendlich mit den in den GDS dargestellten Tarifen nicht mehr allzuviel gemein haben. Desweiteren werden Flug Verfügbarkeiten in den versch. GDS z.T. de facto differenziert dargestellt. Die Tax/Gebühren sind auch nicht in allen GDS gleich. Wenn dann noch ausländische GDS Nutzer dazu kommen. Wie kann AB dann ernsthaft von Best Preis Garantie sprechen ? Das ist mal wieder schlagwortreiches Getöse, was mit der Realität nicht allzuviel zu tun hat. Die Airline ist immer Herr der eigenen Preise ! Nur am Ende des Tages stellt sich die Frage ob es überhaupt noch zeitgemäß ist derart viele unterschiedliche Preise zu verwalten und immer wieder, so manches mal schon fast peinlich anmutend, vehemennt zu versuchen die Kunden von einer Direktbuchung zu überzeugen, statt auf echte Partnerschaft mit den zahlreichen Agenten weltweit zu setzen zumal inzwischen selbst der letzten (klassischen) Airline klar geworden sein dürfte, daß Direktvertriebsquoten von 80% und mehr ein Wunschtraum bleiben werden ! Wo die FVW eine Überschreitung der "gesetzlichen Grauzone" (was immer das wieder sein mag) sieht, ist dem Autor dieser Zeilen gänzlich unklar. Insbesondere deshalb, weil viele Reisebüros/Portale de jure als Veranstalter zu betrachten sind, die völlige Freiheit bei der Gestaltung der eigenen Preise haben. Zu aller guter Letzt möchte ich diesbezüglich auch daran erinnern, daß, zumindest größere Player, auch heute noch de facto Incentive Abkommen mit gewissen Airlines haben und im übrigen von den GDS für Segmente extra vergütet werden, so daß bei entsprechender Kalkulation durchaus Raum für "negative Serviceentgelte" sein kann. Über die Sinnhaftigkeit dieses vom Vertrieb selbst inszenierten Preiskrieges darf indes in der Tat diskutiert werden !

von Dirk Rogl, 30.08.13, 17:07
Hallo Herr/Frau Sensert, Danke für Ihren wertreichen Beitrag. Und sorry, dass ich Sie im Unklaren gelassen habe. Zum Preisdumping im Sinne von §20 GWB gibt es konträre Urteile. Unstrittig ist, dass der mehr als gelegentliche Verkauf unter Einstandspreis verboten ist. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, ob sie als Mittler mit negativen Service-Entgelten oder Händler unterwegs sind. (PS: Die, die das versucht haben, sind meines Wissens vom Markt bereinigt worden). Anderweitig kann ich nicht so viele Diskrepanzen zwischen uns entdecken, inklusive dem von uns beiden erwähnten Thema Veranstalter-Einzelplatz, freue mich über Aufklärung. PS: Bin auch für Hinweise dankbar über Reisebüros, die relevante Nego Fares mit Air Berlin ausgehandelt haben. Auch im Namen jener Agenten, die das vergeblich versucht haben. Und jetzt bitte nicht mit Ethno- und Seemannstarifen kommen... ;-)

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