E-Commerce

Die Mythen des Online-Vertriebs

Sind Online-Reisebüros schon wieder out? Nun kommt moralische Unterstützung.

von Klaus Hildebrandt, 08.10.2008, 11:46 Uhr

Bis vor wenigen Monaten waren die Rollen in der Öffentlichkeit klar verteilt: Online-Reisebüros sind super, stationäre Büros wurschteln so vor sich hin. Aber zuletzt kam es dicke für die schicken Online-Jungs: Eine Ende August hier im Blog diskutierte US-Studie tönte von einem Revival der "brick and mortar" Büros, bei einer Podiumsdiskussion auf dem fvw Kongress gab es durchaus selbstkritische Töne der Internet-Agenturen und die Ropo-Studie ("Research online, purchase offline") der Unternehmensberatung Sempora zeigt, wie der stationäre Vertrieb vom Internet profitiert. Aber als Fan alter Westernfilme kenne ich das: Immer wenn die Siedler, die dynamisch neue Regionen erschließen, von den rückständigen Indianern schon in ihrer Wagenburg eingekreist waren, kam rechtzeitig die Kavallerie zur Hilfe. Im Online-Vertrieb stößt nun Phocuswright deren markanten Trompetentöne aus. Die US-Marktforscher, die nach Meinung einiger deutscher Fachleute gerne mal den ganz dicken Daumen bei ihren stets euphorischen Internet-Studien ansetzen, entlarven die

. Kurz gefasst: Weniger Online-Bucher in den USA, ein Comeback der stationären Reisebüros und ein Trend hin zu Leistungsträger-Seiten statt zu Online-Reisebüros – alles Unfug! Meint Phocuswright. Und weiter gehts: Soziale Netzwerke haben weniger Einfluss auf die Reiseentscheidungen als Online-Reisebüros und Destations-Sites. Und der Online-Markt braucht keine hohe Internet- und Kreditkartenpenetration in den Haushalten, wie Indien zeige. Alles Mythen, meint Phocuswright. Und was meinen Sie?

Kommentare

von Michael Buller, 09.10.08, 13:37
traue keiner statistik die du nicht selbst fälschst! es ist nicht wichtig was wir denken...sondern was unsere kunden denken und wünschen.

von Sylvie, 09.10.08, 17:46
@Michael Buller: Richtig, auf den Kunden kommt es an. Aber ist der nicht mittlerweile genervt von Websites, die alle gleich aussehen (und die selbe Flugabfrage und Last-Minute-Angebote auf der Startseite präsentieren) und unqualifizierten Call-Centern? Wer als Reisebüro seine Kunden wirklich gut betreut, verliert sie auch nicht an die Onliner.

von Michael Buller, 09.10.08, 20:19
liebe Sylvie, ehrlich gesagt ist mir die aussage ein wenig zu Pauschal. Ich finde es gibt Seiten...zb. die der Airlines (zb.Lufthansa ...sorry) die wirklich sehr gut gemacht sind...auch sind Ihre callcenter nicht unqualifiziert! generell werden schwache onlinegeschäfte nicht überleben....aber auch keine schlechten Reisebüros. Umgekehrt gillt allerdings...gute Reisebüros und gute onliner werden gute Geschäfte machen.

von Wolfgang Hoffmann, 11.10.08, 12:38
auf-auf-zum-fröhlichen-orakeln. Manchen Aussagen braucht man nur die Synonyme mit denen austauschen, die auf dem Finanzmarkt vor dem Crash so gerne verwendet worden sind. Und mit "Abends-ist-es-kälter-als-draußen" Aussagen lässt sich auch nicht so wirklich gut planen, wenn man ein seriöses Geschäft mittel- bis langfristig erhalten will. Mit der New Economy im touristischen Markt sind doch Erwartungen bei den Verbrauchern durch Versprechungen geweckt worden, die ebenso auf Jahrmärkten funktionieren. Dass aus den Profitcentern von Gel gestylten Jungmanagern durchgeknallte Marketingbudgets in den Markt gepumpt werden, um irgendwann festzustellen, dass da tatsächlich ein dunkelgraues Zählchen übrig geblieben ist, das ist doch keine verifizierbare Leistung. Lassen wir mal alle die Kirche im Dorf und nur den Pfarrer weiter seinen virtuellen Auftraggeber bedienen. Wir stationären Reisebüros liegen mit unserem Real-Live definitiv im Aufwärtstrend, - diesmal nicht in Richtung einer Blase. Und unsere Leistung ist nachprüfbar und nachhaltig belastbar. Wer uns Reisebüros jemals als auf einem absterbenden Ast betrachtet hat, der sollte nach Feierabend nicht so viel Rotwein trinken! That's all! Basta!

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