E-Commerce

Der günstigste Preis ist in Europa nicht gut genug

Expedia führt wieder Service-Entgelte für Flüge ein. Das ist der lebende Beweis dafür, dass das Fluggeschäft in Europa ganz anders tickt als in Amerika. Die wichtigsten Unterschiede.

von Dirk Rogl, 02.12.2010, 15:14 Uhr

Wer hätte das gedacht? Expedia nimmt wieder Service-Entgelte für Flüge. Nach einem fast 20-monatigen Verzicht auf Einnahmen im ordinären Kerngeschäft gönnt sich der Weltmarktführer wieder Aufschläge von zurzeit offenbar bis zu neun Euro pro Ticket. Das wiederum ist nach allgemeiner Leere so ziemlich das Minimum, um einen rentablen Flugverkauf zu ermöglichen.

Erstaunlich ist der Schritt trotzdem. In Nordamerika trommelt das Online-Portal weiter für den Verzicht auf eigene Aufpreise. Wieso also in anderen Märkten die Rolle rückwärts? Offenbar gibt es eine Reihe von Gründen.

Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft, nichts anderes sind Service Entgelte für Reisebüros, bedeutet nun keinesfalls, dass Expedia den Preiskampf zurückdreht. Im Gegenteil, die Anpassung an den Markt dürfte dazu führen, dass Expedia künftig wieder weitaus kreativer um den Kunden werben kann. Zudem pfiffen die Spatzen von den Dächern, dass die Null-Euro-Fee schon zuvor nicht ganz strikt durchgezogen worden ist.

Für selbst verhandelte Tarife hatte Expedia auf vielen Routen Endpreise, die über den ausgewiesenen Nettopreisen der Konkurrenz lagen. Unter dem Strich herrschte somit auffällig häufig Preisgleichheit. Wozu sich also ausgerechnet im heiß umkämpften Markt der Published Tarife, in dem die Airlines die Nettopreise definieren, selbst die Marge ruinieren?

Kommentare

von Ralf Trilsbeek, 02.12.10, 16:25
Ja wunderbar, endlich mal ein positives Zeichen aus der Online Industrie! Wenn jetzt unser aller Freunde in Leipzig zum fairen Wettbewerb zurueckfinden, koennte man meinen es waere bald Weihnachten!

von Werner, 02.12.10, 16:27
Interessant. Dann wird man wohl bald auch wieder Air Berlin-Flüge buchen können, die wegen des Streits um die Service-Entgelte seit Anfang dieses Jahres aus dem Expedia-Angebot verschwunden waren. Air Berlin hatte sich Expedia's Verzicht nicht mehr bieten lassen wollen und den Zugriff gesperrt.

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