DRV

Mr. Perfect, bitte melden!

Wer wird der nächste DRV-Präsident? Jürgen Büchy oder der geheime Superman, der die Massen begeistert und den DRV nachhaltig eint. Wenn ich die Wahl hätte, würd ich sagen: Letzterer.

von Dirk Rogl, 06.10.2010, 14:55 Uhr

So sollte er sein, der nächste DRV-Präsident: Redegewandt und verhandlungssicher, bestens vernetzt in Politik und Wirtschaft, in Berlin und Brüssel, im Schlafe vertraut mit den Alltags-Sorgen mittelständischer Reisebüros und vertikal-integrierter Großkonzerne. Schön wäre es, wenn der gute Mann noch Reisebüro-Inhaber wäre, mit 24 Stunden Zeit am Tag für das unbezahlte Ehrenamt. Und klar: Bei gleicher Eignung werden weibliche Bewerber bevorzugt.

Ich will der Suche nicht vorweg greifen. Aber vieles spricht dafür, dass zumindest im zweiten Teil meiner Aufzählung die Luft dünn wird in der DRV-Mitgliederkartei. Konkret steht derzeit nur DB-Vertriebschef Jürgen Büchy auf der Bewerberliste. Der ist zwar weder Frau noch Reisebüro-Inhaber, dafür aber mit einer ehrlichen Bewerbung ins Rennen gestartet. Seit geraumer Zeit ringt zudem Jürgen Marbach mit einer Kandidatur. Das Gerücht könnte eine selbsterfüllende Prophezeiung werden. Doch Marbach hat gewiss seine Gründe, weshalb er seinen Hut noch nicht in den Ring geworfen hat. Ein ganz simpler: Er respektiert Jürgen Büchy und steht ihm in vielen inhaltlichen Punkten nah.

Mit steht es nicht zu, hier über die Qualitäten der beiden Herren zu urteilen. Mehr noch. Es ist noch überhaupt nicht die Zeit dafür. Denn bislang gibt es nur einen Kandidaten Büchy. Der hat für seine Kandidatur immerhin die sichere Rente im DB-Konzern auf´s Spiel gesetzt. Und er ist – selbstredend – der bislang beste weil einzige Bewerber für dieses Amt.

Büchy und Marbach dürfte es gleichermaßen mit Sorge erfüllen, wie die Debatte um die Laepple-Nachfolge zurzeit abläuft. Es ist ur-demokratisch, dass die Mitglieder die Kandidatur Büchys nicht einfach abnicken. Doch leider wird nicht mit offenem Visier gekämpft. Die Kritik am Bahn-Manager wird bevorzugt hinter vorgehaltener Hand geäußert. Deshalb kann dieser auch nur schwer darauf reagieren. Öffentliche Debatten gibt es nur bedingt. Und genau deshalb schreibe ich heute diesen Blog. Auch wenn die Satzung des DRV noch ein paar Wochen Zeit gibt: Es wird höchste Zeit für potenzielle Gegenkandidaten, sich zu erkennen zu geben.

Kommentare

von Wolfgang Hoffmann, 07.10.10, 12:22
nix gegen beide Personen. Jeder für sich hat seine Verdienste erworben (ob zwischen den Schwellen oder auf dem Tennisplatz ;-) Aber es kann doch nicht sein, dass eine Branche, die vom Vertrieb lebt, im - wie man sagt - wichtigsten Verband der Touristik durch Vertreter der Produzenten, der Leistungsträger repräsentiert wird. Man kann doch nicht aus Ermangelung eines geeigneten Hahns den Fuchs zum Krähen schicken!

von R.-G. Ludwig, 07.10.10, 13:47
Herr Hoffmann, mal eine - zugegebenermassen etwas ketzerische Frage: In den letzten 10 Jahren hat "ein Hahn gekräht", aber konnte er die Hühner um sich versammeln oder eher die Füchse? Kein Frage das Herr Läpple viel geleistet hat - für den Branchenverband, aber hat seine Präsidentschaft zu einer Stärkung der Säule A innerhalb des DRVs geführt, konnte er die (Reisebüro-) Massen begeistern, sind die freien Reisebüros in Scharen dem DRV beigetreten oder fand vielleicht eher eine gegenteilige Entwicklung statt?

von Thea Schaffer, 07.10.10, 14:22
Ein Manager, der bisher die "Gegenseite" vertreten hat, ist nahezu prädestiniert dazu künftig die Interessen der Unternehmen der Reisebranche gegenüber den Leistungsträgern zu vertreten. Zumindest hab ich als "Außenstehende" dies als Auftrag des DRV verstanden. Also warum nicht Herr Büchy?

von Wolfgang Hoffmann, 07.10.10, 14:27
Klaus Laepple habe ich nun wirklich oft genug kritisiert. Aber jetzt fange ich bereits an, ihn wirklich zu vermissen. Wer sich neben der Führung seines eigenen Unternehmens derart den Ar*** aufgerissen hat, hat zumindest jetzt, am Ende seiner "Dienstzeit" Respekt verdient. Im übrigen schaue ich nicht die Versäumnisse der Vergangenheit an, ohne an eine Verbesserung in Zukunft zu denken.

von R.-G. Ludwig, 07.10.10, 16:11
@Hoffmann Da liegt der Unterschied Herr Hoffmann: Ich habe Herrn Läpple nie kritisiert, tue dies auch jetzt nicht und bin der Meinung, dass sein Einsatz für die Branche schon immer unseren uneingeschränkten Respekt verdient hat und nicht erst "jetzt zum Ende seiner Dienstzeit". Herr Läpple hat seine Aufgabe(n) mit viel Engagement, Würde und der dem Amt gebührenden Neutralität geführt! Für weitere Ausführungen fehlt mir im Moment leider die Zeit.

von Wolfgang Hoffmann, 07.10.10, 18:20
"...Ich habe Herrn Läpple nie kritisiert..." Na, dann haben wir ihn ja, den Mr. Perfect ;-)

von Andreas Schulte, 07.10.10, 21:15
Ja Skippy - Wolfgang hat Recht - warum tritts Du nicht an. Ohne Flachs - denk mal ernsthaft drüber nach.

von Martin Pundt, 08.10.10, 12:32
Ich könnte mich ja jetzt hinstellen und die Kollegen Hoffmann und Ludwig "übertrumpfen", indem ich sage, dass ich Klaus Laepple sogar schon schätzte und großen Respekt vor seiner Arbeit hatte, als er noch Präsident des asr war. Aber ich erwähne das hier nicht, um mich wieder mal als Dinsosaurier der Branche zu outen, sondern aus zwei anderen Gründen: Zum einen passiert jetzt das, was bei solchen Anlässen immer passiert: Das Lob der Freunde und Feinde prasselt auf den scheidenden Amtsinhaber in nie gekanntem Maße ein. Hätten Klaus Laepple (aber auch der ebenfalls nicht mehr kandidierende Hans Doldi) auch nur einen Bruchteil des jetzigen (und in Agadir noch intensiveren) Lobs schon früher erhalten, wäre ihnen ihre Arbeit für ALLE Verbandsmitglieder sicherlich manchmal leichter gefallen. Und es wäre auch leichter, geeignete Kandidaten für die Arbeit im DRV-Vorstand und an der Spitze des Verbandes zu finden. Zum anderen habe ich zweimal in den letzten Wochen Inhaber von Reisebüros bzw. Geschäftsführer einer Kooperation daran erinnern dürfen, dass sie damals Klaus Laepple bedenkenlos zutrauten, erfolgreich vom asr-Präsidenten zum DRV-Präsidenten zu mutieren - heute aber Jürgen Büchy die Fähigkeit völlig absprechen, sich ebenfalls mit der neuen Aufgabe zu identifizieren - da fehlt mir das Verständnis: Wer Jürgen Büchys Vita kennt, weiss, dass er es immer sehr schnell geschafft hat, sich in neue Herausforderungen einzuarbeiten. Wenn die Bahn ihn holte, obwohl er vorher bei der Lufthansa war (das Verhältnis dieser beiden Unternehmen ist ja nun auch nicht völlig konfliktfrei), dann sollten auch die Reisebüros ihm zutrauen, dass er sich mit der gleichen Hartnäckigkeit - und Geradlinigkeit - für ihre Belange einsetzen wird. Wer solche Vorschusslorbeeren für unangebracht hält, muss sich aber eben auch fragen, ob im Gegenzug Vorverurteilungen angemessen sind.... Noch ein Kommentar zur Einschätzung in den FVW-News vom 4.10., dass Büchy auf der RTK-Tagung heftige Kritik an der derzeitigen Verbandsführung geübt habe. Mein Eindruck war eher, dass Büchy den von der derzeitigen Verbandsführung eingeschlagenen Kus fortführen und intensivieren will. Wer sich die Sitzungsunterlagen für die DRV-Tagung ansieht, entdeckt die vom Vorstand (!) eingebrachten Vorschläge zu Satzungsänderungen ("Stärkung des Reisevertriebs", "Aufnahme des Vorstands der Säule E in das Präsidium"). Spätestens da sollte jedem klar werden, dass selbstverständlich auch der amtierende Vorstand erkannt hat, dass Veränderungen in der Verbandsstruktur erforderlich sind. Insofern verstehe ich Büchys Aussagen als Signal, den eingeschlagenen Weg mit der ihm eigenen Konsequenz fortzuführen, aber keineswegs als "heftige Kritik" an der bisherigen Arbeit. Dass er dabei Klartext spricht und nicht um den heißen Brei herumredet, macht ihn umso glaubhafter. Und der Vollständikeit halber: Ja, Jürgen Marbach WÄRE ebenfalls ein geeeigneter Kandidat, aber er IST es eben noch nicht. Ich sehe zudem nicht, dass dem DRV mit einer Kampfkandidatur der beiden Kandidaten gedient wäre, denn da müssten die beiden künstlich unterschiedliche Positionen aufbauen, wo doch eher - nach meiner bescheidenen Einschätzung - identische Sichtweisen überwiegen. Vielleicht hat Jürgen Marbach sich auch deshalb noch nicht geäußert...

von Wolfgang Hoffmann, 09.10.10, 10:54
1. darf ich bitten, meine Bemerkung über mein Verhältnis (wusste gar nicht, dass ich eins habe) noch einmal zu lesen. Vor allem meine ich, keinerlei Anlass damit gegeben zu haben, dass man darauf mit einer Hyperlaudatio auf Klaus Laepple antworten muss. Und vor allem, er lebt! Nachrufe, wenn, dann bitte auf eine Aera, die mit seinem Ausscheiden aus der Präsidentschaft zu Ende geht. Mir ist der DRV zu zahnlos. Das hängt wohl damit zusammen, dass er unterschiedliche Interessen unter seinen Säulen vereint. Die Säule REISEBÜRO erkenne ich weder in der Öffentlichkeitsdarstellung, noch in den Ergebnissen. Die Lobby der Hersteller ist einfach in berlin zu übermächtig. Die Politik sieht uns, die Reisebüros wohl als Anhängsel der Hersteller, die die erreichten Wohltaten aus der Politik dann angemessen von den Herstellern weitergereicht bekommen. - diese Ansicht ist weit verbreitet im Vertrieb - Und jetzt soll dieses auch noch dadurch manifestiert werden, dass der neue DRV Präsident aus den Reihen der Hersteller/Leistungsträger gekürt wird. Und damit das möglichst geräuschlos vonstatten geht, wird eine Geschlossenheit dadurch vorgegaukelt, indem um jeden Preis eine Kampfabsttimmung vermieden wird?

von R.-G. Ludwig, 14.10.10, 00:56
Zunächst einmal, bin ich nicht der Meinung, dass "die Kritik am Bahn-Manager hinter vorgehaltener Hand geäußert" wird. Sie wird laut und deutlich ausgesprochen bzw diskutiert, zumindest dort wo Reisebürokollegen aufeinander treffen, was für jeden hörbar sein sollte, der dies hören will, und auch durch Beiträge in den verschiedenen Foren/Social Media widergespiegelt wird, wobei hier, wie so oft, nur die Spitze des Eisbergs zum Vorschein kommt. Als die FVW erstmalig am 01. April von Büchys Kandidatur berichtete, glaubten viele sogar an einen Aprilscherz: http://www.facebook.com/posted.php?id=124252957602213&share_id=160419953976923&comments=1#s160419953976923 Wie bereits erwähnt wurde, heisst ein Tagesordnungspunkt der Jahrestagung "Stärkung des Reisevertriebs", was zu hoffen lässt, dass der DRV sich wieder auf die Reisebüros zu bewegen will, diesen wieder nicht nur eine verbandpolitische, sondern auch eine emotionale Heimat geben will. Die Wahl Büchys wäre hier das völlig falsche Signal und würde eher zu Aus- als zu Beitritten aus den Reihen der Reisebüros führen. Die Qualifikationen des Bewerbers stehen ausser Frage, aber es geht hier um Emotionen! Man kann den Reisebüros nicht jahrelang in den Hintern treten und dann sagen "Sorry das war mein Job, aber ab jetzt bin ich für Euch da". Aus meiner Sicht handelt es sich hier um eine Schicksalswahl, bei der es um die Frage geht, welche Rolle die freien Reisebüros zukünftig im DRV spielen sollen, bzw. ob sie überhaupt eine Rolle spielen sollen. Und warum sollte eine Kampfkandidatur dem DRV schaden und wieso überhaupt "Kampkandidatur" - setzt die Möglichkeit zu wählen nicht voraus, dass man sich zwischen mehreren Bewerbern entscheiden kann? Wenn man den DRV wieder auf eine breitere Basis stellen will, dann darf man jetzt nicht einen Kandidaten gegen jeden Widerstand durchboxen, erst recht nicht ohne eine Gegenkandidatur! Ich würde es begrüssen, wenn beide Herren sich der Wahl stellen würden! Idealer Weise sollte der Unterlegene, nach vorheriger Satzungsänderung (Stellung eines Vizepräsidenten der Säule E), sich dann gleich der Säule E als Kandidat stellen. Die Vizepräsidenten sollten überhaupt zukünftig mehr in Erscheinung treten, ihre Positionen ausbauen und lauter (auch ausserhalb des DRV hörbar) für die Interessen ihrer jeweiligen Säule eintreten. Die Besetzung eines Vizepräsidentenposten durch einen der beiden Herren, wäre dieser ENtwicklung sicherlich förderlich. Die Wahl Büchys ohne Gegenkandidatur, hätte für mich ein "Geschmäckle" welches mir den Appetit auf einen DRV Beitritt verderben würde. Es sollte bei der Frage der Gegenkandidatur also nicht um Respekt, Rücksichtsnahme oder Freundschaften gehen, sondern darum wo der Weg des DRV hinführen soll und ob man die freien Reisebüros auf diese Reise mitnehmen will! PS: Wer mit den Werdegängen der beiden Herren nich so vertraut ist : Marbach http://www.mic-int.de/group.php Büchy http://www.fh-worms.de/Juergen-Buechy.1558.0.html

von Ludwig, 14.10.10, 15:42
- der "Aprilscherz" Link ist falsch. Hier der richtige: http://blog.fvw.de/index.cfm/2010/4/1/April-April

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